Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : habt ihr euch das gut überlegt? erfahrungsbericht über das arzt sein.
Dr. Pschy
04.02.2006, 16:12
Da ein oesterreichischer FA bis auf wenige Ausnahmen auch die 3 Jahre Turnus machen muss bevor er seine Ausbildung beginnt, kann es hoechstens sein, dass die Erfahrung und/oder das breite Wissen groesser ist als beim deutschen Kollegen. Die Ausbildungszeiten sind naemlich fast deckungsgleich.
Der Turnus bringt schon einiges - mindestens 3 Jahre dekliniert man die klinischen Kernfächer noch einmal durch.
Und die meisten kommen dann erst in demselben Haus, in dem sie den Turnus gemacht haben, die Facharztausbildung, und zwar nicht mit begrenzten Verträgen, sondern mit unbegrenzten.
Mann kennt sich also, schätzt sich (häufig) und ist auch daran interessiert den Leuten etwas beizubringen, da man als fertiger Facharzt (außer an Unikliniken in Österreich) der Abteilung in der Regel erhalten bleibt.
Das bürgt für Sicherheit und Kontinuität und offenbar noch einer besseren Ausbildungsphilosophie als vielerorts in Deutschland.
Deutsche Fachärzte sind eben vielfach Fachtrotteln, die von nichts anderem als ihrer kleinen Nische eine Ahnung haben. Das geht in Österreich, wenigstens in Spitälern am Land, nicht. :-blush
Hoppla-Daisy
04.02.2006, 16:23
Dann freu dich doch einfach mal für die Piefen, dass so viele Volltrottel nach Österreich kommen, damit sie endlich mal richtig was lernen! :-keks
Und wenn ein österr. Radiologie-Assi nach 4 Jahren Ausbildung in der konventionellen Schnittbilddiagnostik (Routine !) schneller, effizienter und fitter ist als eine Uniklinikabgängerin mit 2 Jahren fachärztlicher Berufserfahrung aus Norddeutschland, fällt das schon ein wenig auf.
Wenn Du mit konventionellen Schnittbildern Tomographien meinst, die gelten in D als nicht mehr zeitgemäß, da die Strahlenbelastung vergleichbar mit der eines CT bei deutlich geringerer Aussagekraft ist. Insofern ist vielleicht die österreichische Routine nicht ganz aktuell...
Ich sage nicht, daß alle Pfeifen sind.
Aber nochmal: Wenn man einen Facharzt "einkauft", möchte man auch einen bekommen und nicht jemanden, der sich vor jeder etwas anspruchsvollen Arbeit drückt. Zum Beibringen ist der Assi da. Die Zahl wird je nach Abteilung übrigens von der Ärztekammer in Österreich festgelegt und ist meist - bei vergleichbarer Facharztzahl - deutlich niedriger als in Deutschland, wo ein Chef theoretisch beliebig viele Assis ausbilden kann.
Die (drastischen) Negativbeispiele von Deutschen-Reinfällen in Österreich sprechen sich eben rascher herum als unauffällige Durchschnittsqualität.
Aber sie sprechen sich herum.
In Graz ist nach dem Abgang des (deutschen) Ärztlichen Leiters der Uniklinik u.a. auch ein Österreicher genommen worden, weil der nicht nach 2,3 Jahren die Segel streichen dürfte.
Und die Deutschen angeblich bei den Gehaltsforderungen eher unverschämt aufgetreten sind.
Ist ja nicht böse gemeint, aber Österreich ist ein kleines Land, so man sich kennt.
Wenn Du mit konventionellen Schnittbildern Tomographien meinst, die gelten in D als nicht mehr zeitgemäß, da die Strahlenbelastung vergleichbar mit der eines CT bei deutlich geringerer Aussagekraft ist. Insofern ist vielleicht die österreichische Routine nicht ganz aktuell...
Nein, tut mir leid, das war mißverständlich: Schnittbilddiagnostik sind Routine-CTs bzw. MRTs (auch) im Dienst wie bei Polytraumata, Schlaganfälle, Staging bei häufigen Tumoren.
Meine nicht die "klassische" Tomographie.
Übrigens ist der einizge bundesdeutsche Radiologie-Ordinarius in Österreich, Rienmüller in Graz, seit Jahren als Klinikchef abgemeldet. Großhadern darf man eben in der Provinz nicht allzu primitiv heraushängen lassen und glauben, daß in Österreich Assistellen (nur) durch den Prof vergeben werden aufgrund wissenschaftlicher Leistung.... :-peng
:peace:
Ich wollte vielleicht ein oder 2 Jahre noch während der FA-Ausbildung (Allgemeinmedizin) in die Schweiz.. oder auch nach Öschiland, dann könnte ich ja mal den Eindruck von den Piefkes verbessern :-D
Das dürfte äußerst schwierig sein, weil man im Krankenhaus praktisch keine Nicht-Österreicher für den "Turnus" (Allgemeinmedizinerausbildung) nimmt bzw. die Wartezeiten hier Jahre betragen können.
Und der Gehalt in der Lehrpraxis ist sehr gering und auch nur äußerst schwer zu bekommen.
Kostenlos kann man in Lehrpraxen als Anmeldekraft........immer "ärztliche Tätigkeiten" ausüben !
Na, dann isses ja kein Wunder, wenn gute FÄ nicht zu Euch gehen.
Die meisten wandern ja während der FA-Ausbildung aus und bleiben dann dort, wo sie sich eingelebt haben.
Kann man auch so sehen.
Wobei anzumerken ist: Bezog das mit den Fachärzten hauptsächlich auf alles außer Allgemeinmedizin. Allgemeinmedizin ist in Österreich (noch) kein eigener Facharzt.
Als deutscher Allgemeinmediziner kann man in Österreich höchstens in die Reha (seeeeehr schwer) oder als Stationsarzt gehen, auch das aber wird meist mit leuten aus dem Haus besetzt.
In Österreich ist ein Wechsel während der FA-Ausbildung (wiederum: nicht Allgemeinmedizin !) seehr unüblich. da wird man schon mißtrauisch....
So, jetzt langt`s. :-meinung
In Österreich ist ein Wechsel während der FA-Ausbildung (wiederum: nicht Allgemeinmedizin !) seehr unüblich. da wird man schon mißtrauisch....
Das wiederum macht mich jetzt mißtrauisch, ein Klinikwechsel ist bedeutet schließlich auch, daß man seinen Horizont erweitert.
Und das ruft in Österreich Mißtrauen hervor? Hm... :-notify
Und letzten Endes zählt doch die Liebe zum Beruf und nicht der Dagobert-Duck-Tresor, um ein Geldbad zu nehmen. Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht noch nicht so abgebrüht...
Damit hast du Recht. Nur stellen sich viele das Leben in der Klinik zu nett vor und kennen die Realität erst, wenn es keinen Weg mehr zurück gibt.
:-)
Denek mir, daß manche noch nicht kapiert haben, daß die intramurale Medizin in Deutschland und Österreich nach dem preußischen Militär historisch betrachtet organisiert wurde und absolut totalitäre, inhumane Züge für Patienten UND Mitarbeiter hat.
Deshalb steht man auch da, wo man steht.
Der NC, das zugegeben interessante Studium sind bloß "Anreize", um die Leute dann mit belämmerten und inferior bezahlten "Karriere"perspektiven schachmatt zu setzen.
Man braucht eine Armee von willenlosen, ausgepowerten "Ärzten", um der Bevölkerung Sicherheit vorzugaukeln.
Kosten darf das nichts.
Schon vergessen: Ein AiP gab`s nur in Deutschland. Und der Geist, aus dem es kroch, weht immer noch.
Denn die Appro mit Studienende ist lediglich die unverantwortliche Absetzbewegung der Politik den Jungärzten und Patienten gegenüber, mit Etikettenschwindel etwas gegen den Ärztemangel zu tun, der zum Himmel schreit ! :-top
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