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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Türkisch/ Arabisch für Mediziner



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Christoph_A
31.01.2006, 23:17
Ich kann mich den Vorrednern nur anschliessen. Es ist ärmlich, längere Zeit in einem Land zu leben und dann nicht malelementare Bestandteile der Umgangssprache zu beherrschen. Wie will ich wo arbeiten, leben, Kontakte haben,wenn ich mich nicht verständigen kann? Das ist das Problem der sogenannetn multi-Kulti Gesellschaft, die ja von einer gewissen Seite immer vehement gefordert wurde. Was ist das Ergebnis-kein Melting Pot sonder real existierende Parallelgesellschaften, in denen sich manche Leute aufführen,als wären die Deutschen die Ausländer. ich erinner mich noch gut an einen Vorfall im Sommer,als ein arabischer, seit 15 a in D lebender Mann mit aller Gewalt versucht hat, mich davon abzuhalten, seine Frau zu untersuchen, da diese a) nur von einer Frau und b) am besten einer Muslimin behandelt werden dürfe, als diese mit nem akuten myokardinfarkt bei mir im Notfall stand. Da hats dann bei mir schon gehackt.
p.s.: Das ist kein rein türkisches Problem,aber die sind oft schlecht integriert, wohingegen viele Itlaiener, Griechen oder Jugos in der 2.3. Generation hier vollends heimisch geworden sind.

N E T
09.02.2006, 03:32
Verdammt noch mal.. ich weiß, dass man sich über Verständnisschwierigkeiten ärgern kann aber es ist nicht unsere Aufgabe die Patienten zu verurteilen!! Wir sind Ärzte und müssen den Patienten so gut wie möglich helfen, egal wo die her kommen und was deren sozialen Hintergrund ist!

Ich finde die Aussage, dass nicht Deutsch sprechende Patienten einfach „Pech“ haben ist nicht korrekt und gar bedenkenswert. Das ist als ob man es gut findet, dass sie deswegen Schwierigkeiten haben. Auch wenn Sie aus purer „Faulheit“ nicht Deutsch gelernt haben, hat jeder Mensch das Recht auf die beste Behandlung! DocExitus hat total daneben gegriffen!!

Ich bewundere die Kollegin die das Thema ins Rolen gebracht hat. Vor allem für Ihre Engagement und praktische Überlegung. Wenn wir alle so eine positive Haltung haben, hätten wir viele Probleme einfach gelöst. Nicht nur fragen was schief gegangen ist, sondern was ich persönlich dazu beitragen kann, um die Situation zu verbessern! Nicht jammern und meckern, sondern handeln. Ich glaube keiner von uns wird sich jemals verzeihen, wenn ihm oder ihr ein vermeidlicher Fehler unterlaufen würde, weil man den Patienten nicht verstanden hat. Ich allerdings nicht!

Was ist so verwerflich daran, ein paar Wörter auf eine andere Sprache zu können?
Niemals vergessen: wir sind keine Richter, nur Ärzte. Niemals die politische Meinung mit der Arbeit vermischen. Dies ist ethisch nicht vertretbar.
:-meinung

Christoph_A
09.02.2006, 13:46
Ich kann in vielen Sprachen einige Wörter, nur braucht man für eine Anamnese nicht einige Wörter, sondern einen ganzen Wortschatz. Und es ist leider so, daß einem bei einer Anamnese in einer Fremdsprache und sei es nur in Englisch, das wahrscheinlich fast jeder von uns gut beherrscht, Details verloren gehen, die einen manchmal von einer Optimalenbehandlung abhalten. Dennoch gibt es gewisse Dinge, die auch sprachunabhängig sind. Eine Koro ist eine Koro, ein Echobefund ein Echobefund, so daß man auch ohne die Sprache des Patienten zu können, ihm wohl zu 95% wird helfen können.
Ich weigere mich dennoch, türkisch oder arabisch zu lernen, nur, damit ich jemanden, der es in 20 Jahren nicht schafft, sich vernünftig zu integrieren, verstehen kann.
Wir sind hier in D und nicht in der Türkei oder Saudiarabien oder sonstwo. Und wenn ich längere Zeit dort arbeiten würde, würde ich auch deren Sprache lernen wollen, da eine Grundvoraussetzung für Integration das Beherrschen der Landessprache ist!
In einem deutschen Krankenhaus rede ich deutsch, es sei denn mit Touristen, das ist was anderes. Und dann gibts ja auch noch Dolmetscher.

Ine
09.02.2006, 19:01
Ich bin grad im 3. Semester Türkisch-Kurs bei der VHS. Angefangen hab ich auch, weil ich mir dachte, das kann nie schaden in der Klinik. Das medizinische bekommt man bei der VHS nicht soo mit, aber es ist schon ganz gut wenn man bei der Visite fragen kann, ob der Patient/die patientin noch Schmerzen hat.

Also bereut habe ich es nie, dass ich mit dem Kurs angefangen habe, denn die türkische Sprache ist von der Grammatik her meiner Meinung nach sehr interessant, weil sich die grammatik vom Deutschen doch sehr unterscheidet. Kaum Ausnahmen bei den Grammatikregeln, für mich hat's einfach einen gewissen Reiz. Und teilweise verstehe ich auch schon türkische Mitbürger wenn sie sich auf der Straße auf Türkisch unterhalten. :-top

DocExitus
09.02.2006, 21:58
@N E T

1. Es ist nicht unsere Aufgabe, Patienten zu verurteilen. Es ist aber ganz bestimmt auch nicht unsere Aufgabe, einfach so über massive Mißstände direkt vor unserer Nase hinwegzusehen und diese zu ignorieren, weil in unserer schönen neuen Multi-Kulti-Welt nicht sein kann was nicht sein darf.

2. Ich finde es gewiß nicht gut, daß jemand Schwierigkeiten hat, weil er nicht unsere Sprache spricht, ganz im Gegenteil, ich finde es sogar höchst bedenklich. Du kannst sicher sein, daß ich jeden Menschen behandle, so gut ich kann. Wenn ich aber nicht an relevante Informationen gelange, weil mein Patient trotz jahrzehntedauerndem Leben in Deutschland nicht unsere Sprache spricht, so hat er allerdings in der Tat Pech gehabt. An diesem Pech ist er selbst schuld und nicht etwa ich, weil ich es unverschämterweise versäumt habe, die Sprachen aller möglichen nicht integrierten Dauergäste in unserem Land zu lernen. "Daneben gegriffen" hat m.E. derjenige, der es in 20 Jahren in Deutschland nicht einmal geschafft hat, sich die elementarste Grundlage des Zusammenlebens, die Sprache, anzueignen.

3. Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn Du Anerkennung finden könntest für Immigranten, die sich intensiv darum bemühen, unsere Sprache zu lernen, statt für diejenigen, die sich im eigenen Land den Fremden anpassen?! So ließen sich nämlich viele Probleme noch viel einfacher lösen: indem jeder, der hier lebt, einfach unsere Sprache lernt! Wie Du schon sagst: Nicht jammern und meckern (am besten noch auf Türkisch...), sondern handeln (und Deutsch lernen)!

4. Es ist ethisch sehr wohl vertretbar, nicht alle möglichen Sprachen zu lernen, um für jeden möglichen Fall gerüstet zu sein, wenn man in Deutschland praktiziert.

5. Ich arbeite jeden Tag mit Wissenschaftlern aus sechs verschiedenen Nationen zusammen. Und weißt Du was? Alle sind enorm bemüht, so schnell es geht unsere Sprache zu lernen. Es ist völlig selbstverständlich für sie, genauso wie es für mich völlig selbstverständlich wäre, die Sprache meines Gastlandes zu lernen, sollte ich einmal auswärts arbeiten wollen. In diesem Zusammenhang spreche ich @Tombow ausdrücklich meine Hochachtung aus, ich stimme ihm absolut zu.


@Ine

Toll! Aber weißt Du, was noch toller wäre? Wenn ALLE unsere türkischen Mitbürger auf der Straße verstehen könnten, weil diese einfach Deutsch miteinander sprechen!

surfsmurf
09.02.2006, 22:17
Könnte das mit den nicht-deutsch-sprechenden Türken vielleicht daran liegen, dass wir sie ursprünglich nur als Gastarbeiter hier haben wollten, sie dann aber unerhörter Weise einfach länger geblieben sind? Oder dass Deutschland erst vor wenigen Jahren zugeben konnte, dass es ein Einwanderungsland ist? Nee, nur die Türken sind schuld. Nur. :-(

Integration ist eine gemeinsame Anstrengung von beiden Seiten und eine wesentliche Voraussetzung für diese Anstrengung ist eine gemeinsame Sprache, zweifellos deutsch. Aber sich jetzt in die Ecke vom Sandkasten zu hocken, ne dicke Lippe machen und alle Türken nicht mehr mit den eigenen Förmchen spielen zu lassen (die sind doch selber schuld)? Sorry, das ist mir entschieden zu wenig.

Christoph_A
09.02.2006, 22:53
Stell Dir mal vor-es sind auch Millionen italienische und jugoslawische Gastarbeiter hiergeblieben-und weisste was-die sind gut integriert,sprechen fast ausnahmslos deutsch-und kannste Dir ein leben ohne Pizza,Chianti oder Cevapcici vorstellen? Warum wohl? Weil beide aufeinander zugegangen sind,was ja auch gut ist. Das haben auch Millionen Türken so gemacht und die sind gut integriert. Es geht hier um eine unwillige Anzahl Leute, die glauben, daß sie hier ihre Bräuche voll durchdrücken können-sie fordern Respekt und Toleranz ein,geben aber kein zurück! Es gibt in diesem land Grundsätze und eine Leitkultur,die für alle Bürger ausnahmslos gültig ist, ohne Ausnahme religiöse, ethnische oder sonstwelche Ausnahmeregelung.
Was das einwanderungsland angeht,nunja,davon halte ich immer noch nix-Klasse rein klar,Masse rein,naja,da muß man vorsichtig sein. Wir sollten uns lieber mal überlegen,wie wir Anreize für mehr Kinder in unserem land schaffen können,anstatt zu versuchem,jedem hier hinterherzurobben, hart formuliert.

surfsmurf
09.02.2006, 23:00
Au ja, die Leitkultur, auf die habe ich gewartet. Wie sieht die denn so aus? Die Deutsche Identität? Oh sorry, die suchen wir noch, liebe Türken, aber in der Zwischenzeit....


Es geht hier um eine unwillige Anzahl Leute, die glauben, daß sie hier ihre Bräuche voll durchdrücken können-sie fordern Respekt und Toleranz ein,geben aber kein zurück! Wenn du es so relativierst, stimme ich zu.

Und Einwanderungsland beschreibt lediglich den Ist-Zustand, nicht den Ideal-Zustand. Über letzteren ließe sich vortrefflich streiten.
Wer hat hier eigentlich Bock auf "melting-pot"? Dann müsste man sich ja echt mit denen beschätigen und so. Die sollen lieber nach Hause gehen. Und wenn sie das nicht wollen, dann halt im Ghetto bleiben. :-D

DocExitus
09.02.2006, 23:03
@surfsmurf

Der Begriff des Gastes beschreibt jemanden, der irgendwann auch wieder geht. Jeder, der sich bereit erklärt, als Gastarbeiter zu fungieren, erklärt sich automatisch bereit, auch wieder zu gehen. Insoweit ist der von Dir benutzte Terminus "unerhörter Weise" sehr treffend gewählt.

Ob Deutschland nun zugibt, ein Einwanderungsland zu sein, oder nicht, ändert nicht das geringste an der Bringschuld der Einwanderer. Wer hier leben will, ist in der Pflicht, unsere Sprache zu lernen - und zwar durch eigenes Bemühen und nicht dadurch, daß wir ihm auch noch entsprechende Kurse finanzieren. Abgesehen davon wird ein Land nicht dadurch zum Einwanderungsland, daß Unmengen von Fremden gerne hierher kommen wollen, sondern dadurch, ob es sich selbst als solches definieren möchte oder nicht.

Welche Seite in welchem Ausmaß zur Anstrengung verpflichtet ist, hängt davon ab, was man unter Integration versteht. Ich sehe primär und weit überwiegend diejenigen in der Pflicht, die von sonstwo nach Deutschland kommen. Es ist sicher nicht unsere Pflicht, die Etablierung von Parallelgesellschaften so gut es geht zu unterstützen. Letztlich ist dies wohl eine Frage der ideologischen Basis...

In jeder Gesellschaft gibt es gewisse Spielregeln. Die Verpflichtung zum Lernen einer gemeinsamen Sprache sollte eine elementare Spielregel sein. Glücklicherweise gibt es einige rechtliche Mittel, diejenigen, die sich an unsere Spielregeln nicht halten wollen, wieder dorthin zu schicken, wo sie ungestört ihre eigene Sprache sprechen können.

Tombow
09.02.2006, 23:09
.... Nee, nur die Türken sind schuld. Nur. :-(
Da bist Du garnicht so weit von der Wahrheit entfernt. Deutschland hat den Türken doch im Sinne von Sprachkursen, etc. wirklich ALLES MÖGLICHE angeboten, was die Integration und auch as Sprachverständnis fördert. Aber anscheinend (und das ist meine Meinung als NICHT-DEUTSCHER) WOLLEN SIE SICH NICHT integrieren. Oder viel eher integrieren sie sich mit der Mentalität die ihre Vorfahren zu den goldenen Zeiten des ottomanischen Imperiums an den Tag gelegt haben - immer hereinstolzieren, wir sind die größten, und wer's nicht glaubt und sich uns nicht unterwirft, für den gibt's Feuer und Schwert. Außerdem - vergleiche es mit anderen, nicht minder starken Gruppen, die als Gastarbeiter ursprünglich nach Deutschland gekommen sind, vergleiche es mit den modernen Immigranten. Aus der ersteren Gruppe sind sowohl Portugiesen als auch Ex-Jugoslavier und Italiener (drei der stärksten Einwanderergruppen nach den Türken) doch weitaus mehr integriert und schließen sich nicht in einer eigenen Diaspora ein, dessen Grenzen sie unbewußt und so fordernd mehr und mehr über ganz Deutschland ausweiten. Und die modernen Immigranten sind auch weitaus offener einer Integration gegenüber, nicht nur was ihr fachliches Können sondern auch was ihr Sprachverständnis und ihre Bemühungen, eine gemeinsame Sprache zu finden angeht.



Integration ist eine gemeinsame Anstrengung von beiden Seiten und eine wesentliche Voraussetzung für diese Anstrengung ist eine gemeinsame Sprache, zweifellos deutsch.
Wie gesagt, das Angebot und die Hilfen, die ein Land bieten kann, bietet Deutschland zweifellos. Aber keine eingewanderte Bevölkerungsgruppe steht diesem doch großzügigem Angebot so ablehnend und überheblich gegenüber wie die Türken. Also bitte.

lemonsoda
09.02.2006, 23:19
...auch in Anbetracht der Gefahr, in diesem Forum endgültig den lila Stempel zu bekommen:

es sind tendenziell nicht die Männer, mit denen man sich gar nicht verständigen kann, obwohl sie schon lange hier sind, es sind die FRAUEN...

...und was kann eine Frau dafür, wenn ihr Gatte meint, sie brauche kein Deutsch lernen? An dieser Stelle könnte man evtl. wirklich etwas für die Integration tun, wenn man arabisch oder türkisch könnte. Den Frauen nämlich zeigen, dass sie auch ohne den Mann immer mit dabei zu haben halbwegs klar kommen, und dass es auch ausserhalb des heimischen Mikrokosmos nette Menschen gibt, für die es sich evtl lohnen würde Deutsch zu lernen... :-nix

feministische Grüße
Soda

surfsmurf
10.02.2006, 08:46
@tombow: Ich finds natürlich dufte, dass ich gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt bin. Endlich! :-))

@all: Wir sind uns doch in der Analyse einig, oder? Viele Türken haben sich hier gut integriert, genau wie die Italiener, die Portugiesen oder die Polen. Und andere haben sich nicht gut integriert, sprechen kein Deutsch, leben in Ghettos, haben kein Bock auf Deutschland. So. Und jetzt? Das ist doch die entscheidende Frage. Natürlich kann man sich auf seinem Standpunkt einmauern: Bringeschuld, selber schuld. Aber das ändert die Situation nicht, die manchen hier im Forum ja anscheinend ganz gehörig gegen den Strich geht. Lamentieren, sich beklagen über unhaltbare Zustände, ist eine Sache. Etwas dagegegen zu tun eine andere. Es stellt sich zudem die Frage nach der Henne und dem Ei: Sind die Türken hier nicht willkommen, weil sie keinen Bock auf Deutschland haben? Oder haben manche Türken keinen Bock auf Deutschland, weil sie hier nicht sehr willkommen sind? Wer wiederum keinen Bock hat, sich diese Frage mal kurz selbstkritisch (!) zu stellen, kann meinetwegen gerne weiter schmollen.

Und selbst wenn nur die Türken selbst schuld sind. Könnten wir dann nicht die Größe haben, trotzdem auf sie zuzugehen? Wir als Zivilgesellschaft, nicht als Staat. Wir als Einzelpersonen, nicht als Bürokratiemonster. Das würde, Gott bewahre, uns als Einzelpersonen tatsächlich etwas abverlangen, was im Endeffekt aber den Aufwand lohnte, meine ich.

Die akute Bedrohung für unsere Leitkultur,wie von Christoph_A so gesehen, kann ich schon deswegen nicht erkennen, weil es die deutsche Leitkultur per se in meinen Augen tragischerweise noch gar nicht gibt. Woran sollen sich die Türken denn orientieren? Oh, ich habs, am Gesprächsleitfaden aus BW..... :-top Wieviele Deutsche würden den Test bestehen?

fragt sich
surfsmurf

BL4
10.02.2006, 16:09
@ tombow:

schalt mal einen gang zurück, du hast zwar teilweise recht, aber du hast doch selber in köln gelebt (oder lebst immer noch dort): Machen es deine landsleute in köln-chorweiler denn anders? Diese können nämlich auch eher schlecht als recht deutsch (und das auch in der 2. und 3. Generation). Und so vornehm sind sie auch nicht gerade....

Ich warne hier vor einer zu hitzigen Stimmung und zu verallgemeinernden Aussagen, obwohl ich die aufgestaute wut über das unvermögen der menschen sehr gut nachvollziehen kann. Das artet hier immer mehr in "nein das eine volk hat sich schlechter integriert" "nein das andere volk" aus...

maggi90w
10.02.2006, 17:30
Wenn ihr mich fragt, was ihr wahrscheinlich nciht tut, weil ich eh keine Ahnung von irgendwas hab, hat in deutschland eine interessante vertauschen von Links und Rechts und national und sozialdemokratisch.
War es früher so, dass die Haltung der Nationalisten die Ton gebende, konservative (rechte) war und alle ja und amhen zu dem gesagt haben, was vorgegeben war und die Sozialdemorkaten die jenigen waren, die kritisiert haben, ist es mittlerweile umgekehrt.
Es ist sehr viel einfacher über das schon fats freche Verhalten mancher Einwandere hinweg zu sehen, es damit zu begründen das das böse Deutschland nciht genug getan hat und immer schon brav und ordentlich gegen die etwas "nationaler" (ich setzt das zur sicherheit in anführunsgzeichen) eingestellten zu wettern. Wie käme das denn, wenn ich als Deutscher was gegen Ausländer sage. Deutet man auch nur an, dass wir einen Haufen probleme mit Ausländern haben die nicht unsere Schuld ,sondern die der Ausländer sind, muss man gleich von allen Seiten schläge einstecken.
Und das es so ist, ist eonfach tatsache. Um eine Sprache zu lernen und mich zumindest in den Grundlinien der Kultur anzupassen, brauche ich überhaupt keine Angeboten von meinem Gastland (dabie gibt es die ja wirklich zu genüge), das ist einfach grundvorraustsetzung.
Und nach welchen vorgaben sie sich kulturell richten sollen? Nun, da wären die rechtlichen Grundlagen schon mal ein guter Anfang. in Deutschland werden keine Ehrenmorde begangen, da sind wir Deutschen uns ja wohl einig, also wird das wohl auch für die Türken nciht so schwer sein.
Warum sollten jetzt also auch noch deutsche Ärzte in Deutschland türkisch lernen? Damit unterstützen wir die ignoranten Subkulturen doch nur. Hey, wozu sollen wir deutsch lernen. Die lernen doch für uns Türkisch, ist doch toll.
Ich bin ein großer Fan des Melting-Pot-Prinzips. ich habe inen haufen Freunde, mit denen ich sehr gerne über ihre Kulturen und religionen spreche und oh wunder, die versteh ich dabei sogar.

Türkisch gesehen ist praktisch gesehn vermutlich sogar eine ganz gute idee.
Aber aus rein idealistischen Gründe würde ich es ablehnen geld und freizeit dafür zu opfern.

Christoph_A
10.02.2006, 17:38
@Surfsmurf:
Es gibt sehr wohl eine deutsche Leitkultur,am einfachsten nachzulesen im Grundgesetz Artikel 1-20. Da stehen die Werte, auf die unsere Republik aufgebaut ist und die von jedem,aber absolut jedem,ausnahmslos welcher Religion, Rasse, Hautfarbe oder was auch immer er ist respektiert werden müssen.
Und darüber hinaus gibt es Werte, die typisch deutsch sind und die zwar gerne belächelt wurden,deren Wert den Leuten aber immer mehr bewusst wird, nur das passt jetzt nicht hierher und ich will keine Wertedisskussion vom zaun brechen.
Ich für meinen Teil werde mich in meinem Land nicht dazu herablassen,mit jemandem, der hier lebt und arbeitet,aber meine Sprache nicht spricht in seiner Sprache zu reden, allerhöchstens noch auf Englisch oder Spanisch, da das Weltsprachen sind.
Und wem das nicht passt, der kann, auf gut bayerisch gesagt dahin zurückgehen, wo er herkommt.
Klingt jetzt hart, aber so isses.

surfsmurf
11.02.2006, 00:02
ich will keine Wertedisskussion vom zaun brechen. Ich gebe dir recht, dass eine solche Diskussion in diesem Thread Fehl am Platze wäre. Und doch ist diese Wertediskussion dringend nötig, weil sie noch nicht mal innerdeutsch ausdiskutiert ist. Die §§ 1-20 GG sind ja wohl nicht typisch deutsch, sondern stellen einfach Grundsätzliches (Menschenrechte) fest. Als typisch deutsche Leitkultur taugen sie nichts.

Eine grundsätzliche Frage hätte ich dann noch: Wann habt ihr einmal einen Konflikt erlebt, in dem nur eine Seite allein Schuld hat? Mehr als diese Frage wollte ich nicht stellen.


Ich für meinen Teil werde mich in meinem Land nicht dazu herablassen,mit jemandem, der hier lebt und arbeitet,aber meine Sprache nicht spricht in seiner Sprache zu reden, Damit hast du deinen Standpunkt deutlich genug gemacht. Jedenfalls deutlich genug, dass ich keine Lust auf diese Diskussion mehr habe. Enden möchte ich mit einem Zitat von Johannes Rau, den Du selbst "als einen großen und verdienten Politiker" bezeichnet hast:

"Mehr als sieben Millionen Ausländer leben in Deutschland. Sie haben unsere Gesellschaft verändert. Doch wir denken zu wenig darüber nach, was das für das Zusammenleben in unserem Land insgesamt bedeutet. Und wir handeln zu wenig danach. ... Wir müssen überall in der Gesellschaft über Zuwanderung und Zusammenleben in Deutschland reden - über die Chancen und über die Probleme. Und wir müssen handeln - und zwar ohne Angst und ohne Träumereien."
(Am 12. Mai 2000 in seiner ersten "Berliner Rede".)"

In diesem Sinne,
surfsmurf

Christoph_A
11.02.2006, 03:13
Dann laß es uns hier beenden, wir sind an einem Punkt,ane dem es wohl nicht weitergeht.
Schließen will ich auch mit einem Zitat, das Ludwig ganghofer, der grosse bayerische Dichter einmal getätigt hat:
" Wer sei hoamt net liabt und sei hoamat ned ehrt, der is a Lump und sei hoamat ned wert!"

Evil
11.02.2006, 10:55
Und selbst wenn nur die Türken selbst schuld sind. Könnten wir dann nicht die Größe haben, trotzdem auf sie zuzugehen? Wir als Zivilgesellschaft, nicht als Staat.
Mal als wertfreier Einwurf: wenn ich jetzt auf nicht-deutsch-sprechende Mitbürger zugehe, indem ich ihre Sprache lerne, dann nehme ich Ihnen damit die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen.
Das hilft dann bei der Anamneseerhebung, aber bei der kulturellen Integration kaum.

Werwolf
11.02.2006, 11:39
Mal als wertfreier Einwurf: wenn ich jetzt auf nicht-deutsch-sprechende Mitbürger zugehe, indem ich ihre Sprache lerne, dann nehme ich Ihnen damit die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen.
Das hilft dann bei der Anamneseerhebung, aber bei der kulturellen Integration kaum.


Stimmt genau!

Ich würde auch um´s Verrecken nicht irgendeine Fremdsprache lernen, nur um mit Patienten kommunizieren zu können, die nicht integrationswillig sind. Solange die Einsicht nicht da ist, daß es notwendig ist, die Sprache des Gastlandes zu erlernen, werden manche das auch nie tun.
Und wenn Patienten in die Sprechstunde kommen, wo es um die Planung eines elektiven Eingriffs geht, dann erwarte ich, daß diese Leute auch mit mir sprechen können. Tja- weit gefehlt! Da sitzt also irgendein Typ, seit 20 Jahren in D (dafür reichen die Sprachkenntnisse dann noch...) und soll(?) sich mit mir über ´ne TOKNEP unterhalten. Das geht zumindest aus dem Schreiben des niedergelassenen Orthopäden hervor. Wie soll das gehen??? Am liebsten würde ich solche Patienten achtkantig rausschmeißen. [Polemik an] Von unserem (zwar ins Straucheln geratenen, aber immer noch ganz guten) Gesundheitssystem profitieren wollen mit einem schicken Elektiveingriff, aber in 20 Jahren kein Wort deutsch gelernt haben- super!!!! [\Polemik aus]
Stattdessen renne ich los und suche verzweifelt nach der Putzfrau, damit sie diesem Menschen erklärt, daß ich ihn nächste Woche in Begleitung eines Familienangehörigen mit Deutschkenntnissen erneut einbestellen möchte(? muß?) Sowas nervt gewaltig. :-(
Gerade wenn es um die Planung von Elektiveingriffen geht, stört mich die Unverfrorenheit mancher Ausländer gewaltig. Die kommen, um sich mit einem Arzt über irgendwas zu unterhalten, sprechen aber kein deutsch. :-???
Das ist in der Ambulanz natürlich anders: Klar, ich ärgere mich, wenn da irgendjemand aufschlägt, den ich nicht anamnestizieren kann. (Bewußtlosigkeit? Können Sie sich erinnern? Aaaargh!!!!). Aber die kommen ja meistens nicht so ganz freiwillig, sondern eher plötzlich und unerwartet. Und wenn dann kein Übersetzer mit dabei ist- Pech. Dann versteht der Patient halt nicht meine Erklärungen dessen, was ich zu tun beabsichtige. Ich mache ihm dann nur mit Händen und Füßen deutlich, daß er seine Flossen ruhig halten soll, während ich mich um die Kopfplatzwunde kümmere... :-D

Türkisch / Arabisch / "Kommunikationskurs für freundliches, kundenorientiertes Auftreten à la Wal-Mart" - :-dagegen :-meinung

[Ironie] Und nun werde ich mich von den Multikultigutmenschen schlachten- verzeihung- schächten lassen müssen... :-)) :-D [\Ironie]

surfsmurf
11.02.2006, 11:48
@Evil: Ich habe ja gar nicht gesagt, dass jeder Türkisch lernen soll. Ich habe etwas von Annäherung gesagt. Denn ich glaube, dass ein großer Grund dafür, dass viele nicht Deutsch lernen, der ist, dass sie sich hier nicht willkommen fühlen (oder willkommen sind, wenn man sich manche Beiträge hier im Forum durchliest). Zudem zieht dein Argument nicht: "Wenn ich jetzt auf nicht-deutsch-sprechende Mitbürger zugehe, indem ich ihre Sprache lerne, dann nehme ich Ihnen damit die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen."

Also besteht die Notwendigkeit jetzt? Und wieso lernen sie es dann nicht? Sie werden es nur lernen, wenn wir immer wieder auf sie zugehen, und ihnen immer mehr klar wird, dass Deutsch lernen sich lohnt.

@Werwolf: Wähl die DVU, dann haste vielleicht mal ne ordentliche Interessensvertretung: Zitat Parteiprogramm: "1. Bewahrung der deutschen Identität. Deutschland soll das Land der Deutschen bleiben". Nachzulesen hier (http://www.dvu.de/DVU-Programm/dvu-programm.html)