Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pädiatrische Notfallambulanz
Pünktchen
14.12.2006, 18:44
Guddi...Pulmo: leises seitengleiches Atemgeräusch, keine Rasselgeräusche, kein Giemen oder Brummen, jedoch pfeift er bei jedem Atemzug, was ihr über der Lunge nicht hört....
Ok...irgendwie scheint der Allgemeinzustand von ihm weder zum Auskultationsbefund noch zu diesem "Giemen" zu passen. Also mal schnell ne O2-Sättigung...SaO2 beträgt 95%, die HF 125/min
was möchtet ihr noch wissen?
Guddi...Pulmo: leises seitengleiches Atemgeräusch, keine Rasselgeräusche, kein Giemen oder Brummen, jedoch pfeift er bei jedem Atemzug, was ihr über der Lunge nicht hört....
Ok...irgendwie scheint der Allgemeinzustand von ihm weder zum Auskultationsbefund noch zu diesem "Giemen" zu passen. Also mal schnell ne O2-Sättigung...SaO2 beträgt 95%, die HF 125/min
was möchtet ihr noch wissen?
Öhm...hat er nu ein Giemen oder nich? :-)) Oder ist das eher ein Stridor? Whatever, ist es eher in- oder eher exspiratorisch? Steht die Luftnot und der Husten (ja wie klingt der Husten denn eigentlich?) in Zusammenhang mit irgendwas? Wieder Wetterumschwung? Kalte Luft? Irgendwas?
Wie ist die Temperatur unseres kleines Patienten? Hat er sonst noch was (Rhinitis, Expektorationen,... )?
Hm, bin wahrscheinlich völlig auf dem Holzweg aber vielleicht hat der Kleine irgendwas aspiriert? Ist doch gerade die Zeit für Nüsse... :-))
Also mal die Eltern fragen ob ihnen da irgendwas aufgefallen ist und vielleicht mal ein Rö-Thorax machen :-nix
Pünktchen
14.12.2006, 19:03
ok ok ...ich ringe mich durch, doch eine Bezeichnung dafür zu finden...wie gesagt auskultatorisch im Grunde nicht viel pathologisches zuhören...dann würde ich mich zu einem inspiratorischen Stridor durchringen...der Husten ist trocken...
Temperatur ist 37,8 °C
Fremdkörperaspiration ist anamnestisch nicht sehr wahrscheinlich, seitengleiches Atemgeräusch ohne Nebengeräusche über der Lunge.
ok, neuer Versuch...
Weswegen war er denn vor 2 Wochen eigentlich da?
Kann man sonst körperlich noch irgendwelche Auffälligkeiten sehen?
Pünktchen
14.12.2006, 19:50
Er lag stationär wegen einer obstruktiven Bronchopneumonie mit respiratorischer Insuffizienz bei rezidivierenden obstruktiven Bronchitiden, seit dem war alles gut unter der Medikation, ausser das er auf einmal so unruhig wurde. erhatte nicht mehr gehustet seit Entlassung bis er vor 2 Tagen wieder angefangen hatte.
Mmh...wie gesagt, bin ja eigentlich ne Niete in Sachen Kinder...und irgendwie kenn ich da auch nur die banalen Sachen da, die halt auch jeder so kennt...
Hört sich für mich aber trotzdem irgendwie in Richtung Krupp / Pseudokrupp an...Obwohl 5a vielleicht ein bissl alt dafür ist? Ach naja...Wer weiss...
Hat das Kind in der vergangenen Zeit ne Erkältung gehabt? War es irgendwelchen Schadstoffen ausgesetzt ? Sind die Eltern Raucher? Ist der Husten bellend? Nur Nachts, oder auch tagsüber?
Nun, vielleicht sollten wir zum Äussersten schreiten und mal Mund & Rachen inspizieren?
Pünktchen
14.12.2006, 20:12
@zero
Vor ca 2 wochen entlassen...damals ne Bronchopneumonie mit respiratorischer Insuffizienz...der Husten klingt leicht kruppös (nicht klassisch) trocken...die Eltern sind meines Wissens keine Nichtraucher...
Ok, den Rachen inspizierst du wie nach dem du was ausgeschlossen bzw für wenig wahrscheinlich hälst?
Ok, den Rachen inspizierst du wie nach dem du was ausgeschlossen bzw für wenig wahrscheinlich hälst?
Öhm...*stotter*... :-blush Mit ner Lampe? Nee...kein Plan auf was du hinaus willst...Wie gesagt, ich kenn mich da bei Kindern nich so besonders aus...
Ich würd halt erst mal kurz einfach in den Mund schauen und mir die Tonsillen, Rachenring, etc. anschauen...ob da irgendwas gerötet ist, Schwellungen sichtbar sind, etc...
Was ich jetzt für eine Untersuchung des Rachenraums ausschliessen muss, kann ich echt nich sagen...Aber ich bin echt gespannt was es ist...
*EDIT: Vielleicht sollte man in Intubationsbereitschaft eine Racheninspektion durchführen...Gerade so in Hinblick auf akute Epiglottits...?
*EDIT2: Haaa...genau... durch ein wenig :-lesen konnte ich die Frage dennoch klären...Vor einer Inspektion des Rachens sollte ein Epiglottitis ausgeschlossen werden (klingt auch irgendwie logisch), da man durch die Manipulation im Mund-Rachen-Raum weitere Schwellungen provoziert...Na gut...ne Epiglottitis ist im aktuellen Fall zwar nich sicher auszuschliessen, erscheint aber aufgrund des wenig dramatischen Erscheinungsbildes eher unwahrscheinlich...also ich würde ne Inspektion wagen...wahrscheinlich trotzdem unter Intubationsbereitschaft...Hoffe das war jetzt so ungefähr richtig...
war da ne Antwort auf den Impfstatus? Insbesonderer HIB?
Pünktchen
01.01.2007, 19:45
@eilika
Impfstatus vollständig inkl der neuen (Pneumokokken und Meningokokken)
@zero
:-top
Epiglottitis sehr unwahrscheinlich, trotzdem immer mal wieder dran denken...
Rachen etwas gerötet, Tonsillen nicht geschwollen, keine Beläge zu sehen...
Was machen wir weiter?
Welche Diagnose stellen wir?
Aufnehmen oder ambulant behandeln?
Hallo!
Wie habe ich denn die Epiglottitis ausgeschlossen oder für unwahrscheinlich erklärt? Also wie mache ich das dann wirklich? Weil es kein Fieber hat, nicht kloßig spricht, keine Speichelfluss hat, usw.? (ich habe immer arge Angst vor den Fällen, wo es GANZ genauso aussieht wie was ungefährlicheres und es es nur vortäuscht :-oopss )
Hat das Kind eigentlich zufällig einen bellenden Husten? Hat es Einziehungen und wo? Ist es in Ruhe dyspnoeisch?
Also meine Verdachtsdiagnose ist Laryngitis subglottica nach vorangegangenem Infekt der oberen Atemwege. Nur habe ich nach dem Beschreibungen noch nicht so ganz einordnen können, welches Stadium es ist. Auf jeden Fall würde ich mal ein Rectodelt-Zäpfchen geben. Naja und in kühlere feuchte Luft bringen.
Und je nach Beantwortung der Fragen oben dann ambulant oder stationär.
LG
annekii
Pünktchen
09.01.2007, 13:52
@annekii
Eine Epiglottitis ist ein sehr schweres Krankheitsbild, mit hohem Fieber Speichelfluss aus dem Mund, starke Halsschmerzen, kein!!! bellender Husten. Da unser kleiner hier munter durch die Ambulanz springt und kein hohes Fieber ausweist, halte ich eine Epiglottitis für unwahrscheinlich.
Falls du dir irgendwann unsicher bist und doch nen Blick in den Mund wagen willst, dann mache es ohne Spatel und lass die Kinder entweder tief Luft holen oder Ääääääääää sagen. Damit hast du bei 80% der Kinder einen super blick auf die Tonsillen, den Rachen und in 5-10% siehst du sogar die Epiglottis. (Das sagt eine die Spatel im Mund hasst, obwohl man bei ihr nichts sieht ohne Spatel!) :-blush
OK...ich denke, bei diesem Allgemeinzustand kann man das Kind wieder nachhause entlassen.
Ein wenig antiobstruktive Medikamente sollten wir noch mitgeben!
@annekii
Ein wenig antiobstruktive Medikamente sollten wir noch mitgeben!
Was konkret sind antiobstruktive Medikamente in diesem Fall??
Pünktchen
09.01.2007, 22:18
@fino
sorry ich seh grade das ich was vergessen habe...ok steht ganz weit oben...also das Kind hat eine Dauermedikation wegen chronisch obstruktiver Bronchitiden:
Montelukast
Sultanolspray 2x2Hub
also Vorschläge der weiteren Therapie???
So wie ich den Fall hier verstehe, handelt es sich um ein Kind mit sog. Pseudokrupp, also Laryngotracheitis. Wieso bekommt er dann Montelukast bzw. Salbutamol verschrieben?
Pünktchen
10.01.2007, 10:00
So wie ich den Fall hier verstehe, handelt es sich um ein Kind mit sog. Pseudokrupp, also Laryngotracheitis. Wieso bekommt er dann Montelukast bzw. Salbutamol verschrieben?
@fino
Das ist seine DAUERMEDIKATION!!! Die hat er schon länger und unter dieser Dauermedikation zeigt er jetzt plötzlich dieses Krankheitsbild!
Noch hat er in der Ambulanz keine weiteren Medikamente bekommen!!! Kannst ihm ja seine Dauermedikation wegnehmen :-))
OK...ich denke, bei diesem Allgemeinzustand kann man das Kind wieder nachhause entlassen.
Ein wenig antiobstruktive Medikamente sollten wir noch mitgeben!
Na, das klingt ja so, als ob Du ihm fuer seinen Pseudokrupp nichts gibst, sondern einfach nur Medikamente, die er sowieso schon hat, wieder verschreibst. Wozu soll das aber fuer den Pseudokrupp gut sein? Ich meine nur, dass man in einer Notfallambulanz Notfaelle behandelt und nicht regulaere Rezepte ausstellt, zumal nirgends erwaehnt wurde, dass ihm seine regulaeren Medikamente ausgehen.
Das waere ja so, als ob man einem insulinpflichtihgen Diabetiker, der einen Asthmaanfall hat, Insulin mit nach Hause gibt, aber kein Wort ueber medikamentoese Asthmabehandlung verliert und bei Nachfrage dann meint " Das Insulin ist seine Dauermedikation - du kannst sie ihm ja wegnehmen!"
@Fino:
Ich will mich ja nicht reinhängen, aber das ist ja ein virtueller Fall...und ungefähr 3 Posts weiter vorne schreibt Pünktchen folgendes:
@fino
sorry ich seh grade das ich was vergessen habe...ok steht ganz weit oben...also das Kind hat eine Dauermedikation wegen chronisch obstruktiver Bronchitiden:
Montelukast
Sultanolspray 2x2Hub
also Vorschläge der weiteren Therapie???
Das heisst...alle anderen (ausser Pünktchen) sollten Vorschläge machen, wie sie den Pseudokrupp therapieren würden...
Na egal....Ich fang einfach mal an:
Weiß aber eigentlich auch nicht genau worauf Pünktchen hinauswill...Könnte mir noch ne Akuttherapie mit Epinephrin inhalativ vorstellen...Oder vielleicht Steroide inhalativ... :-nix
Pünktchen
11.01.2007, 10:14
@fino
es geht darum, das er schon eine Medikation hat und darunter nicht beschwerdefrei ist, und diese Medikation nicht zur Behandlung des aktuellen Krankheitsbildes gedacht ist oder?
Du stelltest die Frage warum der Junge Montelukast und Sultanol für nen Pseudokruppanfall bekommt, aber das ist doch nicht die Pseudokrupptherapie. Ich hab nur gesagt, das er das bekommt. Das mit dem wegnehmen, war ja auch nur gemeint, das die beiden Medikamente zur Therapie des Jungen dazugehört.
Aber dein Beispiel mit dem Diabetiker vereinfacht doch, das wir beide das gleiche meinen :-)
Was solls, da mich aktuell keiner versteht, weil ich mich nicht ausdrücken kann, lass ich das mal hier sein.
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