Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geld oder Freizeit - Was ist euch wichtiger?
Also, da muß ich mich auch mal dazu äußern:
Ich denke auch, daß ich eigentlich für 'n Appel und 'n Ei arbeite. Habe mich in der Umfrage für "Freizeit" entschieden. Das rührt aber auch daher, daß mein Mann niedergelassener Arzt ist und mein Gehalt sozusagen die Urlaubskasse aufbessert :-music
Ich arbeite in der Psychiatrie, TVÖD Vertrag... :-D
Wir haben zwei Kinder; von meinem Gehalt alleine könnten wir nicht só leben, wie wir das tun. Aber mir macht der Job Spaß, wir haben lange finanziell echt rumgekrebst, aber waren eigentlích immer zufrieden dabei. Nur, wenn man mal das Alter bedenkt, wie lange es dauert, bis man mal was erreicht hat - das ist schon ein harter und teurer Weg. Aber wir haben es ja nicht anders gewollt. Trotzdem: Freizeit für sich selbst und die Familie ist extrem wichtig! :-meinung Meine Kinder hatten lange genug eine Med.studentin und wollen nicht nur eine Ärztin (obwohlö sie meinen Job "cool" finden) sondern die Mama wird halt auch ab und an mal gebraucht.
Flagellant
23.04.2006, 20:46
100 % ZUSTIMMUNG !!!!!!!!!!!! :-dafür
Hab ich auch so gemacht und bereue nichts
Und es wird sich nichts Signifikantes ändern
Die Metaller holen jedes Jahr große Zuwächse für ihre Mitglieder raus und ständig neue Einmalzahlungen.
In welches Land bist Du denn gegangen, wenn mir die Frage gestattet sei ?
Hm...melde mich hiermit mal aus meiner Lethargie-Phase zurück:-)
Also...ich habe zunächst mal gar nicht abgestimmt. Das hat vor allem den Grund, daß ich nicht weiß, wie ich mich denn nun eigentlich entscheiden soll.
Sicherlich ist es mir momentan aus persönlichen Gründen eher lieb, mehr und länger zu arbeiten, als ich es sonst gewohnt bin. Nun habe ich aber einen neuen Arbeitsplatz, an dem zwar Überstunden anfallen, diese aber dankenswerter Weise als Freizeitausgleich gegengeleistet werden.
Im eigentlichen Sinne bin ich aber auch eher Geld-orientiert, ok ok, mag mich nun das Gros der ForenleserInnen oberflächlich und sozio-kulturell abgebrüht schimpfen, aber ich habe halt mein festes Ziel vor Augen und das heißt: ich werde mit 40 KEINE Anwesenheitsdienste mehr schieben. Daher kommt mir momentan die Diskussion über unser Gesundheitswesen sehr recht. Gerade gestern habe ich mich mit einem befreundeten Urologen sozusagen auf den Grunde eines Bierglases betrunken, um dort dann die absolute Schieflage unseres Gesundheitssystems zu diskutieren. Und wir kamen beide zu dem Schluß, daß dieses System zum Scheitern verurteilt ist, und wir uns beide daran aktiv beteiligen werden :-))
Die Gründe dafür sind unterschiedlich, aber durchaus verständlich:
1) Es kann nicht sein, daß ein KV-Vorsitzender mit einem Jahreseinkommen von 230.000€(durch KV-Tätigkeit) + Chefarzt-einkommen + Privatliquidation festlegt, welche OP's demnächst budgetiert werden (im konkreten Fall: Circumcisionen) Es ist mir nicht verständlich, warum türkische Mitbürger diesen Eingriff demnächst aus eigener Tasche zahlen sollen, sind sie doch genau wie wir auch Steuerzahler, die einen Anspruch auf diese Leistung haben (wann wird die Lungen-Teil-Resektion bei Rauchern budgetiert???)
2) Es ist NICHT nachvollziehbar, warum Ärzte, deren Leistungsauftrag in der Versorgung (und zwar nach bestem Wissen und Gewissen) der Patienten besteht, in Ihrer Therapiefreiheit beschnitten werden und mit Regressforderungen bestraft werden, weil sie gemäß Ihrer ärztlichen Therapiefreiheit handeln.
3) Gleichzeitig hat die Politik allerdings in keinster Weise Interesse daran, die Arzneimittelkosten in D zu senken, obwohl weithin bekannt ist, daß ähnliche Präparate im benachbarten Ausland um ein Vielfaches günstiger sind.
4) Erstaunlicher Weise finden sich in den Aufsichtsratsgremien der bekanntesten Pharmaunternehmen überdurchschnittlich viele Kommunal- und Landespolitiker
5) Ich werde eine Einschränkung meiner Therapiefreiheit auf Kosten von Politik und Pharmaunternehmen NICHT akzeptieren
6) Es ist für mich NICHT und in keinster Weise akzeptabel, daß ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit (Arbeitsvertrag mit 41h - Woche) mindestens noch eine Nebentätigkeit ausüben muß, um meine private Altersvorsorge über die Ärzteversorgung hinaus zu sichern.
7) Ich finde, daß ein Gesundheitssystem, welches auf die Ausbeutung der in ihm arbeitenden Arbeitnehmerschaft (Ärzte wie nicht-ärztliches Personal) ausgelegt ist, um funktionieren zu können, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden muß.
8) Es ist sicherlich aus frustrierend zu sehen, daß durch einen Arbeitsplatzwechsel nach 5 Berufsjahren das Gehalt um netto 1000€ sinkt. TVöD sei Dank...
...ich könnte diese Liste unendlich fortsetzen, liebäugle auch schon mit einem Arbeitsplatz im Ausland und kann nur jedem Kollegen nahelegen, diese Gedanken ggf. auch nachzuverfolgen....
Mit nachdenklichen Grüßen aus ..."tief im Westen"...
Es grüßt,
Hypnos
Halitosis
23.04.2006, 21:37
Ja Hypnos, ich kann Dich voll und ganz verstehen und meine Meinung ist völlig mit der deinigen identisch .
ES interessiert KEINE SAU , keine Politiker, keine LOBBYISTEN, keinen Vorständler,keine Pharmahansel wie ihr arbeitet. Ihr sollt ja nichts verdienen und viel arbeiten, damit alle anderen kräftig auf EURE Kosten absahnen können. Das Gesundheitssystem wird zusammenbrechen, aber ihr sollt es durch eure BILLIGSTARBEIT noch so lang wie möglich am laufen halten. Ich habe in GB gearbeitet, momentan bin ich in Norwegen, habe auch die Möglichkeit nach Australien zu gehen. Überall wurde der Arzt geachtet und angemessen bezahlt.
In Norwegen heisst ÜBERSTUNDE 100 % mehr Stundenlohn, am Wochenende und Feitertagen 133 % mehr. Es gibt eine Kasse, in die müssen alle einzahlen, basta.
Ich sage nur 36 Stundenwoche und um die 5000 € netto. Wenn ich mehr arbeiten will, verdiene ich dementsprechend mehr.
Selbst die gewünschte Lohnerhöhung von 30 % ist nur ein Witz. Ein Arzt ist ein Arzt und kein Verkäufer oder Fließbandarbeiter ! :-meinung
Wenn man natürlich ständig sagt, ich kann ja auch so gar nichts machen und ich bin mit meinen 1600- 1800 netto zufrieden und anderen geht es ja noch schlechter, usw. wird sich auch nichts ändern. Wenn alle Assis zu ihren Chefs gehen und sagen, mach es alleine, sollt mal sehen, wie schnell sich was ändert.
Thomas24
23.04.2006, 22:42
Hm...melde mich hiermit mal aus meiner Lethargie-Phase zurück:-)
Also...ich habe zunächst mal gar nicht abgestimmt. Das hat vor allem den Grund, daß ich nicht weiß, wie ich mich denn nun eigentlich entscheiden soll.
Sicherlich ist es mir momentan aus persönlichen Gründen eher lieb, mehr und länger zu arbeiten, als ich es sonst gewohnt bin. Nun habe ich aber einen neuen Arbeitsplatz, an dem zwar Überstunden anfallen, diese aber dankenswerter Weise als Freizeitausgleich gegengeleistet werden.
Im eigentlichen Sinne bin ich aber auch eher Geld-orientiert, ok ok, mag mich nun das Gros der ForenleserInnen oberflächlich und sozio-kulturell abgebrüht schimpfen, aber ich habe halt mein festes Ziel vor Augen und das heißt: ich werde mit 40 KEINE Anwesenheitsdienste mehr schieben. Daher kommt mir momentan die Diskussion über unser Gesundheitswesen sehr recht. Gerade gestern habe ich mich mit einem befreundeten Urologen sozusagen auf den Grunde eines Bierglases betrunken, um dort dann die absolute Schieflage unseres Gesundheitssystems zu diskutieren. Und wir kamen beide zu dem Schluß, daß dieses System zum Scheitern verurteilt ist, und wir uns beide daran aktiv beteiligen werden :-))
Die Gründe dafür sind unterschiedlich, aber durchaus verständlich:
1) Es kann nicht sein, daß ein KV-Vorsitzender mit einem Jahreseinkommen von 230.000€(durch KV-Tätigkeit) + Chefarzt-einkommen + Privatliquidation festlegt, welche OP's demnächst budgetiert werden (im konkreten Fall: Circumcisionen) Es ist mir nicht verständlich, warum türkische Mitbürger diesen Eingriff demnächst aus eigener Tasche zahlen sollen, sind sie doch genau wie wir auch Steuerzahler, die einen Anspruch auf diese Leistung haben (wann wird die Lungen-Teil-Resektion bei Rauchern budgetiert???)
2) Es ist NICHT nachvollziehbar, warum Ärzte, deren Leistungsauftrag in der Versorgung (und zwar nach bestem Wissen und Gewissen) der Patienten besteht, in Ihrer Therapiefreiheit beschnitten werden und mit Regressforderungen bestraft werden, weil sie gemäß Ihrer ärztlichen Therapiefreiheit handeln.
3) Gleichzeitig hat die Politik allerdings in keinster Weise Interesse daran, die Arzneimittelkosten in D zu senken, obwohl weithin bekannt ist, daß ähnliche Präparate im benachbarten Ausland um ein Vielfaches günstiger sind.
4) Erstaunlicher Weise finden sich in den Aufsichtsratsgremien der bekanntesten Pharmaunternehmen überdurchschnittlich viele Kommunal- und Landespolitiker
5) Ich werde eine Einschränkung meiner Therapiefreiheit auf Kosten von Politik und Pharmaunternehmen NICHT akzeptieren
6) Es ist für mich NICHT und in keinster Weise akzeptabel, daß ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit (Arbeitsvertrag mit 41h - Woche) mindestens noch eine Nebentätigkeit ausüben muß, um meine private Altersvorsorge über die Ärzteversorgung hinaus zu sichern.
7) Ich finde, daß ein Gesundheitssystem, welches auf die Ausbeutung der in ihm arbeitenden Arbeitnehmerschaft (Ärzte wie nicht-ärztliches Personal) ausgelegt ist, um funktionieren zu können, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden muß.
8) Es ist sicherlich aus frustrierend zu sehen, daß durch einen Arbeitsplatzwechsel nach 5 Berufsjahren das Gehalt um netto 1000€ sinkt. TVöD sei Dank...
...ich könnte diese Liste unendlich fortsetzen, liebäugle auch schon mit einem Arbeitsplatz im Ausland und kann nur jedem Kollegen nahelegen, diese Gedanken ggf. auch nachzuverfolgen....
Mit nachdenklichen Grüßen aus ..."tief im Westen"...
Es grüßt,
Hypnos
Schließe mich dem gesagten an. Naja, bis auf Punkt 2 vielleicht.
Bin mit meiner 50-60 h/ Woche und 1700 €/ Monat zur Zeit auch vergleichsweise gut bedient. Wenn ich mir unsere Chirurgen oder Internisten ansehe, bin ich sogar noch sehr gut bedient.
Mit 1.700 € kann man als Single ohne Anhang ja noch auskömmlich leben- aber als Lebensarbeitszeitperspektive? Nein, danke.
Und unendliche Nacht und Wochenenddienste schieben, um die 2.000 € Schallmauer zu knacken? Das geht auf Dauer auch nur an die Substanz. Wenn ich bedenke, das ich Wochentags für eine komplette Nacht von 16.30 bis 8.00 des folgenden Tages netto etwa 40€ bekomme, dann reibe ich mich dafür nicht auf. Mit mies bzw. gar nicht bezahlten Überstunden kommt man finanziell auch auf keinen grünen Zweig.
Ich werde nie den Schmelzer vergessen (das sind Leute, die in einer Giesserei Löcher in erkaltende Schlacke klopfen), den ich den eingerosteten Fremdkörper aus der Hornhaut gebohrt habe, der mir dabei fröhlich anvertraute, das er -ohne Überstunden- bei einer 40 h/ Woche 2.700 € netto nach Hause nimmt.
Das sind locker 1.000 € mehr Gehalt als ein Arzt an einer Uniklinik bekommt. Danach hätte ich den Kollegen aus der MKG anfunken sollen, damit er mir meinen runtergeklappten Unterkiefer wieder einrenkt. :-D
Fazit: tendiere zu einem System mit geregelten Arbeitszeiten, bei deutlich höherem Grundgehalt.
LG!
Halitosis
23.04.2006, 22:47
Kassenbeiträge werden womöglich um Steuern ergänzt Überblick
Freitag 7. April 2006, 16:07 Uhr
Berlin (AP) Die Bürger müssen sich wohl darauf gefasst machen, neben ihren Beiträgen künftig auch Steuern für die Krankenversicherung aufzubringen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte am Freitag zu möglichen neuen Finanzquellen für die Versicherung, außer Steuern gebe es da nicht viel. In Frage kämen noch Beiträge auf Einkommen jenseits von Lohn und Gehalt. Während an der Finanzreform noch gearbeitet wird, soll das Arzneimittel-Sparpaket das System kurzfristig entlasten. Es kann mit einmonatiger Verspätung nun zum 1. Mai in Kraft treten.
http://de.news.yahoo.com/060407/12/4ydc5.html
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Es wird ständig mehr Kohle in das ruinöse System gepumpt und ihr wollt mir erzählen, es ist kein Geld da ?????
Nur für Euch ist kein Geld da, alle anderen sahnen immer fetter ab und ihr werdet später noch verantwortlich gemacht, wenn ihr mal etwas verschreibt (Bonus -Malus-Regel). Auf euren Schultern wollen sich die " Experten und Vorstände " gesundstoßen
flawless victory
26.06.2007, 14:05
Sag mal, kannst Du Dir die Frage nicht selber beantworten? (Ersteller)
Oder brauchst Du ein Meinungsgefolge, damit Du auf einen grünen Zwieg kommst??
Hallo!
Ich habe für Freizeit abgestimmt, weil mir Familie und soziale Kontakte überaus wichtig sind. Klar wünsche ich mir vielleicht ne 40 h-Stunden-Woche mit dem jetzigen Gehalt, aber das ist unrealistisch. Mehr als 6 Leute im Dienstsystem ist bei uns einfach nicht drin (Pädiatrie, kleines Haus), das sind 5-7 Dienste im Monat, die allerdings nicht länger als die 24 h gehen. Ich mag sogar sehr gerne die Dienste, die danach einen Wochentag haben, weil ich dann an dem Tag den Alltag zuhause haben kann und auch mal in die Stadt ohne den Wochenendrummel. Also so 4 Dienste unter der Woche und 1 Wochenenddienst ist schon ok für das Geld.
Wenn ich dazu nun nicht einfache Fahrt 1 h fahren würde, wäre es natürlich besser.
LG
Annekii
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