PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztestreik meets Lehre



Seiten : 1 [2]

DrSurf2209
05.05.2006, 09:25
:-dafür
Kaum zu glauben, wo ihr Göttinger immer so einen aktiven Eindruck macht :-(( :-)) Da kann ich ja richtig stolz auf meine Uni sein. Essen war bei den Demos in NRW stark vertreten. Allein mein Semester ist fast komplett zum Streik nach Kölle gefahren :-))


Na klar machen die ehemaligen Göttinger einen aktiven Eindruck. Selbst in Düsseldorf ließen sich die beiden "Düsseldorfer" nicht lumpen! :-dance [-::-]

Aber in Anbetracht dieser sich wiederholenden Tarifauseinandersetzungen mit der TdL muss nochmals pressewirksam gestreikt werden. Wir werden sicherlich dadurch profitieren später.

Also alle ran!
:-dafür

RettungsElch
09.05.2006, 19:23
So, jetzt muss ich mich auch mal wieder melden - schöne Grüße aus dem sonnigen Süden der Republik.

Nachdem ich mich selber 6 Wochen über die Lahm-Ar***igkeit meiner Kommilitonen aufregen musste, habe ich mittlerweile verstanden, was es bringt, nicht nur mit auf die Streiks zu fahren, sondern auch das Dekanat mit "Protestanrufen" über entfallene Veranstaltungen zu bombardieren:
Und zwar "müssen" dann die verbeamteten Ärzte auch die Lehre noch mitübernehmen und können somit weniger bestreikten Routinebetrieb kompensieren. Somit trifft das indirekt auch wieder die Vorstände und Klinikleitungen (durch finanziellen Ausfall) und trägt vielleicht zu einer schnelleren Einigung bei - schließlich wird schon von verschiedenen Kliniken oder gar ganzen Bundesländern überlegt, der TdL den Verhandlungsauftrag zu entziehen und mit dem MB direkt zu verhandeln - weils dann schneller geht.

Also - steikt schön weiter. Ich mach nächste Woche Pause wegen Prüfungen aber dann gehts wieder mit!!! :-top

pdoc
13.05.2006, 20:43
so,
und hier meldet sich ein streikender arzt aus tübingen, eine der drei streikfronten in deutschland (gruß an freiburg und heidelberg).

es wird kaum in deutschland so intensiv gestreikt wie in bw. ich selber habe bereits 19 streiktage auf dem konto.

wir wollen zukünftigen kollegen natürlich nichts schlechtes, aber wir empfehlen allen studenten, die auch nur auf eine einzige unterrichtsstunde verzichten müssen, klage einzureichen. das erhöht den druck auf die länder, denn studenten haben eine große lobby.
aus diesem grund machen wir in tübingen auch keinen scheinstreik und vergeben leider auch keine falschen unterschriften. zumindest die meisten von uns.

wir danken allen studenten, die uns aktiv unterstützen, aber da die tdl öffentlich zugibt, der druck wäre noch nicht groß genug, muss gerade dieser nun von allen seiten kommen.

tübingen wird jedenfalls nicht lockerlassen. wir haben noch viel luft.

Abakus
14.05.2006, 11:25
Ich finde das sehr kurzsichtig: Natürlich beschweren wir uns jetzt auch und machen so beim Dekanat/Verwaltung zusätzlichen Druck - der laut einigen Streikführern ja eben gewünscht ist. Nur wenn wir Nachteile haben, "Lehrlücken" sich auftun, wir klagen sollen (wer bezahlt das? Die streikenden Kollegen wohl kaum) oder wir gar am Ende wirklich ein Semester verlieren - wie sollen wir unterstützen, was uns schadet? Ist das der Dank, das wir Studenten den Streik unterstützen und mit auf die Straße gehen?

In Bonn ist es anscheinend so, dass Pathologen und Mikrobiologen Unterricht machen wollen und jetzt "Kollegen" anderer Fächer hingehen und das verhindern möchten. Wie asozial ist das denn?

Meine Unterstützung haben die Streikenden so jedenfalls nicht mehr! Macht doch Euren Streik alleine! :-(

pdoc
14.05.2006, 14:48
Natürlich bringt ein Streik Nachteile, aber dafür können wir nun mal kein Verständnis haben.
Genauso wie einige nichtstreikende Kollegen von uns, haben viele Studenten noch nicht begriffen, dass es um deren eigene Zukunft geht.
Wir haben nach über 20 Jahren das Tabu gebrochen, dass Ärzte nicht streiken und ziehen das konsequent durch.
Was das Geld angeht...
Ich sage nur, dass der Streik einen Arzt zwischen 60 und 100 Euro Netto am Tag kostet.
Wie gesagt, ich alleine habe bereits 19 Tage (plus 5 in der kommenden Woche) auf meinem Streikkonto und ich bin nur einer von vielen.
Arbeitskampf ist teuer und er hat nur Erfolg, wenn alle zusammenhalten.
Alles andere nennt man Urlaub und nicht Streik.

Abakus
14.05.2006, 17:04
Natürlich bringt ein Streik Nachteile, aber dafür können wir nun mal kein Verständnis haben.

Und ich als Student kann dann eben auch kein Verständnis dafür haben!

Wenn alle zusammenhalten sollen, dann überlegt Euch mal, warum Ihr bei so vielen - und bei den Studenten werden das ab nächster Woche sicher einige sein - keinen Rückhalt (mehr) habt!

Und was die Zukunft betrifft: Sicher bringt mir das für Selbige nur was, wenn ich an einer Uniklinik arbeite, was ich für mich ausschließen kann.

Manchen bekommt offensichtlich die viele Sonne an den Streiktagen nicht und sie verlieren den Blick für das, was realistisch ist...

Lava
14.05.2006, 17:47
Moment! Deine sichtweise ist aber auch ein bisschen kurzsichtig. Mit Sicherheit werden nicht nur die Ärzte an den Unikliniken profitieren, sondern auch alle anderen!

Und wenn du deinen Ärger auf jemanden richten willst, dann auf die Tarifgemeinschaft der Länder und die Politik, die es seit Wochen nicht gebacken kriegen, vernünftig zu verhandeln!! Du bist dir offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass die Ärzte zur Zeit auch und vor allem für DEINE, für unsere Zukunft kämpfen. :-(

pottmed
14.05.2006, 17:56
Moment! Deine sichtweise ist aber auch ein bisschen kurzsichtig. Mit Sicherheit werden nicht nur die Ärzte an den Unikliniken profitieren, sondern auch alle anderen!

Und wenn du deinen Ärger auf jemanden richten willst, dann auf die Tarifgemeinschaft der Länder und die Politik, die es seit Wochen nicht gebacken kriegen, vernünftig zu verhandeln!! Du bist dir offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass die Ärzte zur Zeit auch und vor allem für DEINE, für unsere Zukunft kämpfen. :-(

absolut :-meinung

Abakus
14.05.2006, 17:57
Moment! Deine sichtweise ist aber auch ein bisschen kurzsichtig. Mit Sicherheit werden nicht nur die Ärzte an den Unikliniken profitieren, sondern auch alle anderen!

Das ist leider alles andere als sicher.


Und wenn du deinen Ärger auf jemanden richten willst, dann auf die Tarifgemeinschaft der Länder und die Politik, die es seit Wochen nicht gebacken kriegen, vernünftig zu verhandeln!!

Klar, die sind natürlich immer und an allem Schuld. *seufz* Und die Argumente des MB sind natürlich alle unangreifbar, 100% richtig u.s.w..

Wenn ich mir die Gehaltsforderungen auf 30% schön rechne und dann schön gerechnete 16% geboten bekomme, nennt man das einen Kompromiss, man trifft sich quasi in der Mitte. Aber ich kann natürlich dann auch plötzlich wieder anders rechnen und auf 1,1% kommen...


Du bist dir offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass die Ärzte zur Zeit auch und vor allem für DEINE, für unsere Zukunft kämpfen.

Yepp, für das vergiftete Klima, das zwischen den verdi- und den MB-Streikenden aufkommt und in dem ich dann mal arbeiten darf? Man gucke sich mal an, was die TdL hier bietet und vergleiche beide Angebote nochmals mit der Haushaltslage der öffentlichen Kassen...

Versteht mich nicht falsch, das klingt hier härter als ich selber denke, aber das Problem ist z. Zt. leider, dass keiner kritisch hinterfragt und alle auf Konfrontation ohne Kompromiss aus sind. Und das können wir uns IMHO gegen Studenten, Patienten, nicht-ärztlichen Kollegen und Gesundheitssystem nicht leisten.

Lava
14.05.2006, 18:10
Was ist denn bitte die Alternative??? So wie es ist kann es einfach nicht weitergehen! Ich weiß ja auch, dass im Gesundheitssystem derzeit nicht mehr Geld drin ist. Deshalb muss sich da ganz grundlegend was ändern! Kein Reförmchen, sondern mal eine richtige richtungsändernde, weitreichende Reform, die die Zukunft der nächsten 20 oder 30 Jahre sichern kann und nicht nur die der nächsten 12 Monate. Letztes Jahr waren zum ersten mal in der Geschichte die Ausgaben für Medikamente höher als die für ärztliche Leistungen. Da könnte man z.B. mal versuchen was zu tun und zwar nicht nur in Form dieses unsagbaren Arzneimittelverschreibungswirtschaftlichkeitsgeset zes.

So genau kenne ich mich den Zahlen und wie sie zustande kommen auch nicht aus. Ich kenne auch nur die Schlagworte 1,1% und 16%, die du genannt hast. Das mit den 1,1% kann aber durchaus stimmen, wenn die Arbeitszeit nur auf 42 Stunden erhöht wird und man den Rest trotzdem nicht bezahlt bekommt. Man sollte doch für die Arbeit, die man leistet, auch Lohn bekommen, oder siehst du das anders??

Wenn jetzt kein Beschluss zustande kommt, der die Ärzte einigermaßen zufrieden stellt, werden immer mehr ins Ausland abwandern.

Eigentlich sehe ich insgesamt ziemlich schwarz für das Gesundheitssystem. So wie es aussieht, wird man auch die zunehmende Privatisierung von Krankenhäusern nicht aufahlten können, aber das ist eine andere Geschichte. *seufz*

Abakus
14.05.2006, 18:22
Was ist denn bitte die Alternative??? So wie es ist kann es einfach nicht weitergehen! Ich weiß ja auch, dass im Gesundheitssystem derzeit nicht mehr Geld drin ist. Deshalb muss sich da ganz grundlegend was ändern! Kein Reförmchen, sondern mal eine richtige richtungsändernde, weitreichende Reform, die die Zukunft der nächsten 20 oder 30 Jahre sichern kann und nicht nur die der nächsten 12 Monate. Letztes Jahr waren zum ersten mal in der Geschichte die Ausgaben für Medikamente höher als die für ärztliche Leistungen. Da könnte man z.B. mal versuchen was zu tun und zwar nicht nur in Form dieses unsagbaren Arzneimittelverschreibungswirtschaftlichkeitsgeset zes.

Ich stimme Dir vollkommen zu! :-)


So genau kenne ich mich den Zahlen und wie sie zustande kommen auch nicht aus. Ich kenne auch nur die Schlagworte 1,1% und 16%, die du genannt hast.

Und das finde ich z.B. ärgerlich, dass wir hier nicht näher informiert werden... Könnte man natürlich jetzt auch drüber spekulieren, warum... ;-)

0815doc
14.05.2006, 19:46
Also 16% mehr - bei Erhöhung der Arbeitszeit und unter Wegfall von Weihnachts und Urlaubsgeld ist es schon glaubhaft, dass man das auf 1,1% "runterrechnen" kann... ;)

Ich versteh den Streik und unterstütze selbigen auch, aber das Problem liegt doch wo anders:
Hohe Kosten durch Arzneimittelverschreibungen und viele "unsinnige" Maßnahmen etc. - da belibt das Geld, das den Docs fehlt.
Und eigentlich gehört da eine Reform her, keine Gehaltserhöhung!
Außerdem muss die Bürokratie weg! Dann sinkt auch die Zahl der geleisteten Stunden...
Aber dies ist wohl unrealistisch, außerdem können da weder die Ärzte noch die TdL was dafür, hier sollte eine Lehrerin ;-) was tun.

Zurück zum Streik:
Dass es so nicht weiter gehen kann ist glaube ich allen klar.
Ein Streik ist wohl im Moment das einzige Mittel, und wie gesagt, die Ziele verstehe ich und unterstüze ich, da hier die "fertigen Kollegen" durchaus auch "für uns" streiken...


ABER!! (und auch @pdoc):
Inwiefern es sinnvoll ist, hier den "künftigen Kollegen" Steine in den Weg zu schmeissen, dass steht auf einem anderen Blatt...
Ich bin noch nicht 100%ig sicher, ob die dann nicht auf die Idee kommen, die ausgefallenen (und dazu fein säuberlich dokumentierten) Stunden im 10. Semester nachzuholen - oder ähnliche Späße!

Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, einfach die Zettel zu unterschreiben.
Die Lehre ist in manchen Fächern schon besch*** (Sorry, ist aber so!) genug, als dass hier einige kein Verständnis dafür (für den "Nicht bestreikten Zustand") haben.
Und wenn man das dann auch noch NACHHOLEN müsste, deswegen nicht ins PJ kann und/oder Klausuren schreiben müsste, über deren Thema man nichts gehört hat... obwohl - das wäre ja auch nichts Neues! :-wow


Ich denke, das Problem wird klar!
Denn um ehrlich zu sein, IHR (fertigen Ärzte) hättet auch keine Lust gehabt, das Land zu verklagen (selbst wenn man da ziemlich sicher recht bekommt) und "dafür" dann 1 Semester länger in dem Laden zu verbringen!


Kurz: Bestreikt was ihr wollt, das hat auf jeden Fall Sinn, ihr habt meine Unterstützung, bitte denkt aber ein bissl an die Kosten/Nutzen-Relation...
Denn dass die Lehre bestreikt wird, steht bisher noch nicht mal im "Tagblatt" - das juckt keinen!
Also ist das ein Zusatzsemester für die zukünftigen Kollegen wert?



P.S.: Am Donnerstag ist Demo in Tübingen? Ist an den Gerüchten was dran?

Evil
15.05.2006, 12:46
Daß Streik ALLEN wehtun muß, ist ausgemachter Gewerkschaftsblödsinn.
Diejenigen, die beeindruckt werden sollen, das sind die Politiker, damit die eine vernünftige Gesundheitsreform auf die Beine stellen (die Hoffnung stirbt zuletzt :-() und die Klinikbetreiber, damit die nicht alle Nachteile der Kostendeckelung auf ihre Angestellten abwälzen.

Patienten und Studenten zu verärgern ist meiner Ansicht nach grober Unfug weil kontraproduktiv, da gibt es bestimmt Kompromißmöglichkeiten.
:-meinung :-meinung

0815doc
15.05.2006, 22:25
Am DONNERSTAG IST DEMO IN TÜBINGEN!!!


Los geht's um 12.30h vor dem Personalcasino auf'm Berg...
um 13.00h ist Kundgebung auf dem Marktplatz...

Das Ganze unter dem MOTTO: "Wir haben die Koffer schon gepackt", also weissen Kittel und Koffer/Reisetasche mitbringen.


Und kommt zahlreich! :-dafür