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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Demobereitschaft



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Cooper
05.05.2006, 15:41
Hi,

was heißt den hier für nichts? Du hast doch studiert? oder? Hast du da nichts gemacht. Hattest du kein Mikroskop?
Klar wäre es schön, wenn man für die 500 Euro mehr Leistung bekommt. Mit Sicherheit haben wir aber alle durch die STG. mehr Möglichkeiten Leistunge einzufordern.
Warum muss eigentlich alles immer umsonst sein? Du bekommst eine gute Ausbildung und dafür kannst du doch 80 Euro im Monat locker machen. Sorry, aber wenn ich mich am Campus umschaue, sieht es nicht so als könnten wir uns das nicht leisten.

Klar hab ich studiert, aber sowas von! Und das zumindest den meisten Teil, wenn man mal die Vorklinik abzieht, an einer Universitätsklinik, die aktuell einen dreifachen Nutzen an mir hat: Ich arbeite unbezahlt und zwar ein Jahr lang, die Uni kriegt auch noch Geld für mich UND ich zahle Semestergebühren.

Das man durch Studiengebühren das Recht hat, mehr Leistung einzufordern ist wohl eher utopisch. Jede Uni wird sofort darauf verweisen, was uns allen bekannt ist nämlich, dass efektiv nicht mehr Geld zur Verfügung steht.

Ich bin gerade als Student, mit teilweise ähnlichem Budget wie ein Hartz 4 Empfänger, nicht bereit die marode wirtschaftslge des Staats unter dem Deckmäntelchen der Verbesserung der Lehre zu subventionieren.

Doctöse
05.05.2006, 16:56
Es kann doch wirklich nicht ernst gemeint sein, dass ihr das eure Eltern ohne schlechtes Gewissen zahlen lasst.
Dazu sollte man bedenken, daß Kinder kosten. Das beinhaltet meiner Meinung nach auch die Ausbildungs-Unterstützung. Wer Kinder hat, der soll für diese auch zahlen. Darüber sollte man sich auch im Klaren sein, sofern man welche plant. Hart gesagt, ist aber so :-meinung Ich würde jedenfalls auch mit Selbstverständlichkeit meine Sprösslinge finanziell unterstützen.
Achja, ich selber weiß nicht, wie ich mir diese Gebühren leisten kann. Werde aber so oder so wohl den bereits genannten Kredit beantragen. Ich lebe derzeit von 400€/Monat, dann werde ich nach dem Studium auch in der Lage sein, einen Schuldenberg abzutragen. Ob ich nun zwei Jahre mehr oder weniger jeden Cent umdrehe, was solls :-keks Es wäre natürlich toll, wenn diese Studiengebühren der Uni zugute kämen, aber das ist doch reine Utopie. Es wird sich nichts ändern, und das Besetzen von Senatssäälen, wie z.B. in Bochum geschehen, ändert auch nichts an der Einführung der Gebühren und deren Verwendung. Ich werde mich jedenfalls nicht irgendwo in einem Sitzungssaal einschließen lassen, um mal die alternative Protestnulpe zu spielen, und mir dann ne Anzeige einzuhandeln. Nein danke. Da geh ich lieber brav zu meinen Lehrveranstaltungen, mit denen ich im Übrigen zufrieden bin, ebenso wie mit der Ausstattung meiner Uni. Ich finde diese Gebühren auch nicht toll, einfach, weil damit eben nur Haushaltslöcher gestopft werden. Aber womit können wir denn was ausrichten? Nicht zur Uni gehen? Damit schneiden wir uns ins eigene Fleisch! Das bringt uns genauso viel wie Steinewerfen.

Naja, da jetzt Sommer ist, könnten wir ja alle mal kein Deo benutzen, DAS würde mit Sicherheit zu Denkanstößen führen :-)) :-)) :-))

Recall8
05.05.2006, 18:04
Dazu sollte man bedenken, daß Kinder kosten. Das beinhaltet meiner Meinung nach auch die Ausbildungs-Unterstützung. Wer Kinder hat, der soll für diese auch zahlen. Darüber sollte man sich auch im Klaren sein, sofern man welche plant. Hart gesagt, ist aber so :-meinung Ich würde jedenfalls auch mit Selbstverständlichkeit meine Sprösslinge finanziell unterstützen.
Ich werde mich jedenfalls nicht irgendwo in einem Sitzungssaal einschließen lassen, um mal die alternative Protestnulpe zu spielen, und mir dann ne Anzeige einzuhandeln. Nein danke.


Natürlich kosten Kinder Geld, aber alles mit Maß und Ziel. Finanzielle Unterstützung durch die Eltern ist dennoch nicht jedem gottgefällig gegeben, selbst wenn es ELtern gerne tun würden.

Meine Eltern unterstützen mich auch wo es nur geht, aber ich weiß genau, dass ich es später zumindest anteilig zurückzahlen werde. Nicht, weil sie es fordern, sondern aus Prinzip.
Auch wenn Kinder Geld kosten, es legitimiert keine Studiengebühren mit dem Hintergrund, dass Eltern Alles zu zahlen haben.
Letztendlich sind wir doch schon erwachsen und selbstverantwortlich (oder sollten es sein, nicht wahr.)?
Ständig am finanziellen Tropf zu hängen, nervt mich persönl. schon ab.

Protestnulpe hin oder her. Ich bin mir nicht zu fein für Derartiges...
Werde auf jeden Fall an den kommenden Demos teilnehmen, Anzeige hin oder her...es wäre nicht die erste.

:-?

PhineasGage
05.05.2006, 18:23
Die "Ich-schluck-einfach-alles"-Mentalität ist ja bekanntermassen bei Medizinern weit verbreitet...ohne solche herrlichen Charaktereigenschaften würden es keine unbezahlten Überstunden, eine im europ. Vergleich unglaublich niedrige Bezahlung und Schichten von über 30 Stunden geben.
Wir sind halt häufig lieber brave Schafe, die sich treudoof über die Felder jagen lassen als ein Wolf zu sein.

Hoppla-Daisy
05.05.2006, 18:44
Ich würde jedenfalls auch mit Selbstverständlichkeit meine Sprösslinge finanziell unterstützen.
Na, dann fass mal nem nackten Mann in die Tasche. Wie lange sollen Eltern denn für ihre Entscheidung, Kinder in die Welt zu setzen, zahlen? Viele Studenten entschließen sich - nicht zuletzt auch wegen Wartesemestern - zu einer Ausbildung vorher, wo sie häufig auch noch von den Eltern unterstützt werden, wenn das Ausbildungsentgelt nicht so prickelnd ist. Irgendwann hat man seine Schuldigkeit als Erzeuger auch mal getan :-meinung.

Die Frage, ob ich es gerne für meine Sprösslinge tun würde, wenn ich das Geld denn hätte, steht nicht zu Debatte. DAS tut wohl jeder für seine Kinder gern. Aber wie gesagt, erstmal haben...

Hellequin
05.05.2006, 18:45
Mit Sicherheit haben wir aber alle durch die STG. mehr Möglichkeiten Leistunge einzufordern.
Ich kann mich noch an die Einführung des Verwaltungskostenbeitrags hier in BaWü erinnern. Geändert hat sich seitdem nichts. Die Schlangen vor dem Studentensekretariat sind genauso lang wie vorher und der Service und die Öffnungszeiten unverändert beschissen.:-kotz
Und mit den Studiengebühren wird das genauso sein.



Warum muss eigentlich alles immer umsonst sein? Du bekommst eine gute Ausbildung und dafür kannst du doch 80 Euro im Monat locker machen. Sorry, aber wenn ich mich am Campus umschaue, sieht es nicht so als könnten wir uns das nicht leisten.
Und für die Leute, die teilweise oder ganz selbst finanzieren müssen sind 80 € im Monat eine ganze Menge Holz. Für mich bedeutet das dann, das ich einen Nachtdienst a' 12 h mehr im Monat machen muss und dann auch einen weiteren Unitag todmüde in irgendwelchen Lehrveranstaltungen hocke.
:-?

Recall8
05.05.2006, 18:52
Eine interessante Mitteilung für Hessen:

Als einziges Bundesland eröffnet Hessen den Hochschulen für bestimmte Bereiche einen Beitragsrahmen bis zu 1500 €uro.
Die Hochschulen können damit neue Studiengänge [...] konzipieren und Schwerpunkte zur Profilbildung setzen.[..]Damit ist ein Element für den Wettbewerb zw. den Hochschulen geschaffen.


:-wow :-wow :-wow

mezzomixi
06.05.2006, 00:19
Naja, trotz Studiengebühren "wie bisher weiter zu studieren" (also z. B. ohne dann aber auch bessere Lehre zu fordern), ist schon eine Art Wertung...

Du müsstest ja wissen: nur weil man sich so dran gewöhnt hat, ist es nicht normal... ;-)

Mit "wie bisher weiter zu studieren" meinte ich: Ohne Einschränkungen wie nebenher zu arbeiten o.Ä. :-notify

Loish
06.05.2006, 16:22
Hi,
was heißt den hier für nichts? Du hast doch studiert? oder? Hast du da nichts gemacht. Hattest du kein Mikroskop?
Klar wäre es schön, wenn man für die 500 Euro mehr Leistung bekommt. Mit Sicherheit haben wir aber alle durch die STG. mehr Möglichkeiten Leistunge einzufordern.
Warum muss eigentlich alles immer umsonst sein? Du bekommst eine gute Ausbildung und dafür kannst du doch 80 Euro im Monat locker machen. Sorry, aber wenn ich mich am Campus umschaue, sieht es nicht so als könnten wir uns das nicht leisten.

Übersetzung davon: warum sollten gerade Studenten, die später (mehr als andere!) aussicht auf Sozialprestige, Sicherheit, Einkommen etc etc.. alles in den arsch geschoben bekommen, wo es doch allen immer schlechter geht. ?
das finde ich in der Tat eines der überzeugensten Argumente, die man für Studiengebühren anbringen kann.
Wenn ich gegen Studiengebühren bin, dann aus Eigennutz. Ich schwimme jetzt schon nicht im Geld, trotz Jobs etc, bzw. bin teilweise recht blank, daher bedeutet Studiengebühr für mich erst mal nichts außer: zusätzliche finanzielle Belastung. Ob ich diese zusätzliche Belastung verdient habe, oder es recht ist, dass ich sie habe, ob es für das Wohl der Allgemeinheit ist bla bla bla, das weiß ich nicht mal. Ich denke da einfach erst mal an mich.

Cooper
06.05.2006, 16:55
die später (mehr als andere!) aussicht auf Sozialprestige, Sicherheit, Einkommen etc etc.. alles in den arsch geschoben bekommen, wo es doch allen immer schlechter geht. ?

Die Zeiten des großen Sozialprestiges (von dem man sich ja auch nichts kaufen kann), Sicherheit (man sehe sich mal die aktuellen Streikthemen an wie z.B. Verträge von 3 Monaten, etc.), Einkommen (mit weiterem Hinweis auf die aktuellen Themen des Ärztestreiks) gehören eher der Vergangenheit an.

ramirez
07.05.2006, 10:15
Die Zeiten des großen Sozialprestiges (von dem man sich ja auch nichts kaufen kann), Sicherheit (man sehe sich mal die aktuellen Streikthemen an wie z.B. Verträge von 3 Monaten, etc.), Einkommen (mit weiterem Hinweis auf die aktuellen Themen des Ärztestreiks) gehören eher der Vergangenheit an.

Stimmt genau. Um Sozialneid zu schüren und Studiengebühren und andere Mehrbelastungen zu fordern taugt das Bild vom reichen Akademiker aber allemal noch.

Was aber mit Sicherheit passieren wird ist folgendes: die Unis werden mehr als bisher ohnehin schon ein Ort für die Besserverdienenden, den Unsinn von "sozialverträglichen" Studiengebühren glaube ich jedenfalls nicht. Die Lehre wird kein Bisschen besser werden, die Personaldecke bleibt dünn und die Studiengebühren wandern in den maroden Staatshaushalt von Koch und Co.

Die Frage die sich mir stellt ist können wir es uns leisten mit einer der wenigen Ressourcen (nämlich dem Hirn unserer Einwohner) derart verschwenderisch umgehen, dass wir ganzen Bevölkerungsschichten de facto den Zugang zu höherer Bildung verwehren? Ich für meinen Teil hätte mir für 6000 € (zusätzlich zu den Lebenshaltungskosten) dreimal überlegt ob ich studiere oder nicht.
(Übrigens: meine Eltern hätten das nicht gezahlt, vor allem auch deshalb weil sie es nicht hätten zahlen können, bei 3 Kindern auf irgendwelchen Hochschulen sind das nämlich schon 3000 € im Jahr, und die müssen auch irgendwo herkommen)

Recall8
07.05.2006, 12:43
Kann Ramirez nur zustimmen :-top

Bei mir sieht es ganz genauso aus!

GOMER
07.05.2006, 13:57
Ich verstehe nicht ganz, warum jetzt jene am Pranger stehen, die gesagt haben, daß ihre Eltern das zahlen werden.
Natürlich überkommt mich kein Gefühl der Glückseeligkeit wenn ich meinen Eltern so auf der Tasche liege (und das tue ich). Aber aus diesem Grund ist für mich eins klar, der Zeitpunkt, an dem ich anfange ein ärztliches Gehalt zu verdienen (hoffentlich ein dann minderschäbiges), ist der Beginn der Rückzahlung meiner Schuld, nicht nur die finanzielle während des Studiums angehäufte, sondern auch die Ehrenschuld, die durch meine Erziehung entstanden ist. Ich bin mir, solange meine Eltern leben, sicher nicht zu schade einen Teil meines Verdienstes an sie zurück zuführen.

Darüber hinaus hinken sämtliche Vergleiche mit Studiengebühren im Ausland. Warum? Weil dieses unsere deutsche Vaterland finanziell am Ende ist, die einzige Chance den Sozialstaat noch halbwegs am Leben zu halten, ist alle Quellen zu melken solange und so stark es geht. Wenn Euch das nicht passt, dann müsst Ihr wohl oder übel auswandern. Es gibt leider keine andere Möglichkeit.

Recall8
07.05.2006, 14:10
Vegrleiche mit dem Ausland hinken keineswegs.

Richtig es passt mir nicht, dass unser maroder Vater Staat melkt und melkt.
Wenn deine Einstellung derart opportunistisch ist, in dem du sagst:
Mir passt es nicht aber es ist halt so, dann ist das in meinen Augen ein , wie soll ich sagen, Armutszeugnis?
Es kann doch nicht ernst gemeint sein: Dann muss man eben auswandern.
Zu geil, ehrlich! Wenn diese Einstellung jeder hätte...

Und btw: ich verstehe den Zusammenhang zw.Sozialstaat und Studiengebühren nicht? Meinst du die Studiengebühren werden den Sozialstaat am Leben erhalten :-oopss

Ehrenschuld durch die Erziehung. Mir kommen die Traenen.Ich bin jedenfalls so erzogen worden nicht Allem beizupflichten was mir vorgesetzt wird.
Es ist einfach krass, wie Studiengebühren einfach hingenommen und legitimiert werden. Mein Gott, wie egoistisch ist diese Welt?

Ich freue mich für jeden, der die Gebühren durchs Elternhaus bezahlt bekommt und diese Schuld auch wieder zurückzahlen kann.
Aber Hallo? Wenn ihr euren Sozialstaat wollt, dann müsst ihr auch scolidarisch mit denen sein, denen die Gebühren das Genick brechen könnten.(und bitte hier nicht die Argumentation:es gibt ja Darlehen)

Kackbratze
07.05.2006, 15:12
Ich bin zur Zeit in einem DiakonieKH, da ist das streiken verboten...
Toll, oder?

LaraNotsil
07.05.2006, 15:58
Meine Eltern würden die Studiengebühren auch freiwillig zahlen, wenn sie denn den Universitäten zu gute kommen würden, aber... damit werden doch letztendlich nur wieder irgendwelche Finanzlöcher gestopft.
Zumal ich es arg bedenklich finde, dass damit die Studenten gezwungen werden, weitere Schulden zu machen. Bei so manchem kommt dann neben dem Bafög auch noch die Studiengebühren dazu. Und das ist echt nicht richtig.
Außerdem sehe ich da schon ne Beschneidung in der freien Berufswahl. Es gibt auch genug Leute, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen, dennoch die Intelligenz zum Studieren besitzen, einfach keinen Kredit aufnehmen können oder wollen und deswegen dann nicht studieren können.
Und das ist ne Sauerei.

Meiner Familie geht es ganz bestimmt gut, das weiß ich, aber sobald meine Sis dieses Jahr mit Studieren anfängt, müssen für sie 500€ Gebühren und Semestergebühr geblecht werden und für mich dann noch meine Wohnung hier in MD mit Geld für Essen etc. Das strapaziert auf Dauer auch ein gut gefülltes Konto. Und unter dem Aspekt, dass es nicht der Ausbildung zu gute kommt, strapaziert es auch die Nerven.
Zumal wir eh kein Bafög kriegen, und meine Eltern absolut dagegen sind, dass wir Kinder verschuldet aus der Ausbildung rausgehen.

Anstatt sich also so nen Unsinn wie Studiengebühren einfallen zu lassen, sollte der liebe Staat mal andere Sachen bleiben lassen, die Geld kosten. Mir schwebt da schon was vor Augen (oh Wunder, ich seh es durch`s Fenster...). Hier wird zum vierten Mal in einem Jahr an genau der gleichen Stelle die Straße aufgerissen. Tolle Welle... Würde man es direkt richtig machen, dann würde man auch Geld einsparen.
Dann so sinnlose Denkmäler, wie sie quer in Deutschland gebaut werden. Ich sag nicht, dass nu jedes Denkmal wirklich extrem sinnlos ist, aber ein Staat, der eh schon mit nem schwarzen finanziellen Loch zu kämpfen hat, sollte doch bitte keine unsinnigen Extraausgaben tätigen, die dann dazu führen, dass Leute, die am Existenzminimum rumkreuschen, dafür gerade stehen müssen, oder das Leute sich zu deren Deckung verschulden müssen.
Irgendwas läuft da meiner Meinung nach falsch. Und zwar gewaltig.

FrederikMD
07.05.2006, 16:23
Meine Eltern würden die Studiengebühren auch freiwillig zahlen, wenn sie denn den Universitäten zu gute kommen würden, aber... damit werden doch letztendlich nur wieder irgendwelche Finanzlöcher gestopft.
Zumal ich es arg bedenklich finde, dass damit die Studenten gezwungen werden, weitere Schulden zu machen. Bei so manchem kommt dann neben dem Bafög auch noch die Studiengebühren dazu. Und das ist echt nicht richtig.
Außerdem sehe ich da schon ne Beschneidung in der freien Berufswahl. Es gibt auch genug Leute, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen, dennoch die Intelligenz zum Studieren besitzen, einfach keinen Kredit aufnehmen können oder wollen und deswegen dann nicht studieren können.
Und das ist ne Sauerei.

Meiner Familie geht es ganz bestimmt gut, das weiß ich, aber sobald meine Sis dieses Jahr mit Studieren anfängt, müssen für sie 500€ Gebühren und Semestergebühr geblecht werden und für mich dann noch meine Wohnung hier in MD mit Geld für Essen etc. Das strapaziert auf Dauer auch ein gut gefülltes Konto. Und unter dem Aspekt, dass es nicht der Ausbildung zu gute kommt, strapaziert es auch die Nerven.
Zumal wir eh kein Bafög kriegen, und meine Eltern absolut dagegen sind, dass wir Kinder verschuldet aus der Ausbildung rausgehen.

Anstatt sich also so nen Unsinn wie Studiengebühren einfallen zu lassen, sollte der liebe Staat mal andere Sachen bleiben lassen, die Geld kosten. Mir schwebt da schon was vor Augen (oh Wunder, ich seh es durch`s Fenster...). Hier wird zum vierten Mal in einem Jahr an genau der gleichen Stelle die Straße aufgerissen. Tolle Welle... Würde man es direkt richtig machen, dann würde man auch Geld einsparen.
Dann so sinnlose Denkmäler, wie sie quer in Deutschland gebaut werden. Ich sag nicht, dass nu jedes Denkmal wirklich extrem sinnlos ist, aber ein Staat, der eh schon mit nem schwarzen finanziellen Loch zu kämpfen hat, sollte doch bitte keine unsinnigen Extraausgaben tätigen, die dann dazu führen, dass Leute, die am Existenzminimum rumkreuschen, dafür gerade stehen müssen, oder das Leute sich zu deren Deckung verschulden müssen.
Irgendwas läuft da meiner Meinung nach falsch. Und zwar gewaltig.
Ich finde 6000 Euro für einen Gegenwert von 200k Euro einen bescheidenen Beitrag. Wenn Dir jemand so ein Investment anbietet, dann solltest Du zugreifen, und selbst wenn es einen kleinen Kredit oder ein paar Arbeitsstunden mehr kostet. Selbst wenn man damit vermeintlich andere Finanzlöchjer stopfen würde, der Haushaltsdruck wäre vermindert. Warum sollte Dir Dein Nachbar Dein Studium voll finanzieren, indem er seine Steuern an die Hochschulen (indirekt). Nein, es ist Dein Interesse und Wunsch zu studieren, und dafür musst Du auch was beitragen, ich sage ja nicht kostendeckend, aber die 500 Euro sind ja auch nur ein symbolischer Beitrag.

GOMER
07.05.2006, 17:17
Die Diskussion führt zu nix, die Positionen sind zu sehr festgefahren.

Dennoch möchte ich noch einmal verdeutlichen:
Ich bin NICHT für Studiengebühren, aber man muß lernen zu akzeptieren, daß das Leben in Deutschland kein Zuckerschlecken ist, insbesondere in finanieller Hinsicht, es wird jeder geschröpft, daß das die Richen weniger hart trifft, als jene die jeden Euro umdrehen müssen, ist klar. Aber macht Euch darauf gefasst,daßes noch viel schlimmer wird: Der Sprit wird teurer, die Steuern mehr, ein Reisepass wird irgendwann 100€Gebühren kosten. Es ist halt so. Und da hilft es auch nichts wenn wir, wie unseren französischen Nachbarn auf die Straße gehen, die, das sei hier angemerkt, übrigens nicht die gesamte Tragweite ihrer Demonstrationen im Hintergrund gehabt haben können.

Flagellant
07.05.2006, 17:23
Ich finde prinzipiell Studiengebühren in Ordnung, solange der Staat Möglichkeiten bietet, ein Studium über Darlehen zu finanzieren - daran hapert es in Deutschland allerdings. Studenten gelten hierzulande leider als potentielle Arbeitslose, in die man besser nicht investieren sollte.

Ich habe kein Problem damit, mich für das Studium zu verschulden, wenn mir das die Möglichkeit eröffnet, etwas aus meinem Leben zu machen !

Wenn ich sehe, wie viele Studenten hierzulande aus finanziellen Gründen mit ihrem Studium nicht voran kommen, wird mir schlecht. Diese werden dann als faule Langzeitstudenten tituliert und durch diverse Schikanen langsam aber sicher aus der Uni herausgedrängt.

Ich verlange nicht, daß ich Bildung gratis hintergeschmissen bekomme, aber ich verlange vom Staat, daß er mir die Chance gibt, etwas aus meinem Leben zu machen.

Und daß mir niemand mit "aber es gibt doch BaföG" kommt...

Recall8
08.05.2006, 13:58
..ich persönlich halte die studiengebühren weiterhin für den anfasng vom ende der hochschulfinanzierung durch die bundesländer. die fahren ihre etats jahr für jahr, für jahr runter...

und das beste:studien haben gezeigt, dass die 500 euro fast nichts bewirken werden. das wird mehr oder weniger alles von verwaltungskosten gefressen. habe studien gesehen, dass es ab 2500 euro gebühren wirklich effektiv ist...

nur mit Bildung hat deutschland ne zukunft . produzierendes gewerbe brauchen wir bald überhaupt nicht mehr, das findet alles in südostasien statt. deutschland hat genau 2 chancen: den dienstleistungssektor und innovationen, die aus einem hohen bildungsniveau resulieren.