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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Thrombose und Prohylaxe



heiho
14.05.2006, 13:39
Hallo, vielleicht ne blöde Frage.
Die Prohylaxethrobosestrümpfe--wozu die da sind und welche Funktionen sie haben, weiß jeder.
In der Klinik in welcher ich bin, ist man gewöhnt, die Drainagebeutel, Redonflaschen etc, den Patienten in den Strumpf als Halterung zu stecken.
Meines Wissens etwas unpassend, und nicht gerade sinnig, wenn man eine Thrombose verhindern will.
Doch da ich retorisch nicht so gut bin, suche ich ne Seite oder ähnliches, wo genau dieses Thema angesprochen wird!
Ich lasse mich gern auch besseren belehren! :-)

Evil
15.05.2006, 13:31
Wenn man darauf achtet, daß dadurch der Strumpf nicht nach unten rutscht, sollte das aber kein Problem sein.
Außerdem wird der Krams ja wohl nur dann reingesteckt, wenn der Pat umherläuft, und dann ist der Strumpf eh nicht so wichtig.

Die Niere
15.05.2006, 19:59
Seh ich wie Evil...gegen nen DK-Beutel am Strumpf, wenn der da bleibt wo er ist...und das sollte er bei den engen Teilen sein...spricht eigentlich nix.

gruesse, die niere

Rumpleteazer
06.12.2006, 11:36
Mal eine andere Frage zur Thromboseprophylaxe...
Wie erkläre ich einem Laien am Besten, warum man keine Prophylaxe mit Aspirin betreiben kann?

Nilani
06.12.2006, 11:51
Mal eine andere Frage zur Thromboseprophylaxe...
Wie erkläre ich einem Laien am Besten, warum man keine Prophylaxe mit Aspirin betreiben kann?

Wie, das geht nicht!? :-wow
Also bei den Amis ist das offenbar Standard, als meine Mutter letztes Jahr dort Unfall hatte mit dreifacher Beckenringfraktur hat sie täglich 325 mg ASS nehmen "dürfen", bis sie nach 6 Wochen mobil genug war, nach Hause zu fliegen und von den hiesigen Ärzten anders betreut zu werden. Thrombosestrümpfe oder ne andere Thromboseprophylaxe hab ich dort nicht bemerkt.

Rumpleteazer
06.12.2006, 12:06
Ich denke ja, der Hauptgrund ist, dass Acetylsalicylsäure nur auf die Thrombozyten einwirkt, die bei der Entstehung einer venösen Thrombose nicht ursächlich beteiligt sind. (Das denkt Wikipedia übrigens auch :-D )
Die Gerinnungskaskade kann dabei ja trotzdem ungehindert ablaufen.

Doktor_No
06.12.2006, 16:26
ist es nicht so, dass ass eher am arteriellen system wirkt und heparin am venösen???!!!!! warum?: :-nix

Rumpleteazer
06.12.2006, 16:49
Das denk ich auch... Es muss etwas mit der Art der Thromben zu tun haben.Glaub ich... Bei arteriellen liegt ja meist eine Arteriosklerose zu Grunde und dadurch vorherbestehende Verengungen der Gefäße. Dort kann sich durch ein aneinanderlagern von Thrombozyten leicht ein Verschluss des Gefäßes entwickeln.
Bei venösen Thrombosen kommen mehr Ursachen in Frage: eben Endothelläsion, Strömungsverlangsamung, erhöhte Gerinnbarkeit...Und da bedarf es zur Prophylaxe dann mehr als einer Hemmung der Thrombozytenaggregation. Wär eine Idee... Hat jemand vielleicht noch eine bessere?
:-nix

nadie
06.12.2006, 19:57
Wie, das geht nicht!? :-wow
Also bei den Amis ist das offenbar Standard, als meine Mutter letztes Jahr dort Unfall hatte mit dreifacher Beckenringfraktur hat sie täglich 325 mg ASS nehmen "dürfen", bis sie nach 6 Wochen mobil genug war, nach Hause zu fliegen und von den hiesigen Ärzten anders betreut zu werden. Thrombosestrümpfe oder ne andere Thromboseprophylaxe hab ich dort nicht bemerkt.

Soweit ich weiß, wird nach der OP bei einer Beckenringfraktur eine Antikoagulation für drei Monate empfohlen, um einer tiefen Beckenvenenthrombose vorzubeugen. Die Antithrombosestrümpfe üben ja nun keine Kompression auf die tiefen Beckenvenen aus.

Grüße
Nadie

FataMorgana
06.12.2006, 20:04
Soweit ich weiß, wird nach der OP bei einer Beckenringfraktur eine Antikoagulation für drei Monate empfohlen, um einer tiefen Beckenvenenthrombose vorzubeugen. Die Antithrombosestrümpfe üben ja nun keine Kompression auf die tiefen Beckenvenen aus.

Richtig, aber das Medikament der Wahl wäre niedermolekulares Heparin oder auch Fondaparinux, aber sicherlich nicht ASS!

Rico
06.12.2006, 20:23
Die Antithrombosestrümpfe üben ja nun keine Kompression auf die tiefen Beckenvenen aus.Und Antithrombosestrümpfe helfen auch gegen Beckenvenenthrombosen, weil sie den venösen Flow im bein erhöhen und damit der Stase entgegenwirken.

Früher - in der Steinzeit der Medizin - hat man manchmal bei rezidivierenden Thrombosen operativ AV-Shunts an den Beinen angelegt im Glauben, daß der erhöhte Flow der Re-Thrombose entgegenwirkt. Tut er auch, aber die Kompliaktionsrate war enorm, drum hat man's wieder verlassen.

nadie
07.12.2006, 15:25
Ok. Aber hey, mein Ansatz war doch gar nicht schlecht. Ihr seid ja auch schon etwas weiter als ich. :-bee

Nilani
08.12.2006, 23:58
Soweit ich weiß, wird nach der OP bei einer Beckenringfraktur eine Antikoagulation für drei Monate empfohlen, um einer tiefen Beckenvenenthrombose vorzubeugen. Die Antithrombosestrümpfe üben ja nun keine Kompression auf die tiefen Beckenvenen aus.

Grüße
Nadie

Na schön, dass ich das auch schon erfahre, wo der Unfall über 1 Jahr her ist :-wow
Die Ärztin hier in Dtl. war schon überfordert mit der Frage, ob meine Mum das ASS weiternehmen soll, weils ihr allgemein total mies ging und sie kaum aufstehen konnte oder obs nach Rückkehr wirklich ausreichen würde. sie meinte nur, es wäre ja auch immerhin ein ziemlich starkes Schmerzmittel, obwohl meine Mum zu dem Zeitpunkt auch noch Acetaminophen und Ibu 800 nahm (schönen Gruß an Leber und Nieren, die das tatsächlich überlebt haben ....)
Auch vom Orthopäden kam nichts entsprechendes von wegen drei Monate Antikoagulation oder wenigstens Thrombosestrümpfe, nur nochmal weitere 6 Wochen vorsichtiges Laufen an Gehstützen
Wird wohl Zeit, dass ich mich beeile mit meinem Studium und es dann besser mache in ein paar Jahren :-))

Das mit dem Heparin und ASS als Unterschied klingt zumindest schonmal recht einleuchtend :-lesen

Kerstin18
10.12.2006, 15:31
Hab jetzt auch noch 'ne Frage zu Thrombose...also in meinem Derma-Buch (Duale Reihe, S. 409) steht folgendes:

" Zunehmend häufiger sind Thrombosen durch sportliche Betätigung und durch lange Flugreisen."

Lange Flüge ist klar, aber warum soll es durch sportliche Betätigung mehr Thrombosen geben????? Kapier ich nicht. Hat dafür jemand eine Erklärung oder steht das einfach falsch im Buch?????

Gruss,
Kerstin

nadie
10.12.2006, 15:52
" Zunehmend häufiger sind Thrombosen durch sportliche Betätigung und durch lange Flugreisen."

Lange Flüge ist klar, aber warum soll es durch sportliche Betätigung mehr Thrombosen geben?????

Hmm, durch Sport aktiviert man ja seine Muskelpumpen, was wiederum dazu fürht, dass die Blutzirkulation angekurbelt wird. Eine logische Erklärung für mich wäre nur, dass sich evtl. schon gebildete Thromben durch die Steigerung des Blutflusses leichter lösen können. Das war jetzt nur mal logisch gedacht... :-bee

Grüße
nadie

Shakespeareslady
10.12.2006, 23:53
vielleicht ja beim golfsport *grins*
seltsam... :-blush

test
11.12.2006, 05:54
Mir fällt bei erhöhtem Risiko einer Thrombose durch Sport, gerade nur das Paget von Schroetter Syndrom ein, also die Armvenenthrombose. Die kann durch längeres Abklemmen des venösen Abstroms beispielsweise bei SPort, bei dem die Arme viel über Kopf sind begünstigt werden.

derAnda
11.12.2006, 07:40
Oder halt etwas rein epidemiologisches: mehr Sport -> mehr Frakturen -> mehr Thrombosen.

Rico
12.12.2006, 06:35
vielleicht is es auch ein Druckfehler und soll heißen "... durch mangelnde sportliche Betätigung..."

Kerstin18
12.12.2006, 16:52
Ich denke auch, dass es ein Druckfehler ist. Anders kann ich mir's nicht erklären. Danke für eure Beiträge. Hab schon gedacht an mir ist irgendwas vorübergegangen, als ich den Satz gelesen hab ;-)