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Schnatz
19.10.2006, 16:59
Hallo ihr Lieben!

Ich bin momentan im 3. klinischen Semester und mein Freund und ich überlegen schon seit ein paar Wochen, wie es wohl mit der Schwangerschaft am besten passen könnte.

Mir erscheint die "PJ-Lösung" am besten.
Wie ist es, wenn man nach dem PJ ein halbes Jahr aussetzt, um sich um das Kind zu kümmern, und sich dann für eine Assistenzarztstelle bewirbt.
Wird man da nicht eher benachteiligt als Mutter eines kleinen Kindes?
Findet man dennoch einen Platz?
Mir schwebt momentan Derma vor...

Für wie sinnvoll haltet ihr es, zu Beginn der Assistenzarztzeit schwanger zu werden?

Mmmh, eine Menge Fragen... ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!

Merci!

Mamica
20.10.2006, 18:16
Also erstmal musst Du echt bedenken, dass eine Schwangerschaft schon anstrengend sein kann, vor allen in den ersten drei Monaten oder auch am Schluss. Überleg Dir selber, was Du da entspannter findest - ein Semester oder wenn Du als Assistenzarzt arbeitest... Und dann ist die erste Zeit mit einem Kind auch kein Honiglecken, je nach Kind kommt man nicht zu viel Schlaf und Ruhe. Ich hätte nach 6 Monaten noch nicht arbeiten gehen wollen.
Ich kenn eine, die hat ihr 2. Kind nach dem PJ gekriegt, dann eine Weile ausgesetzt und hat jetzt eine Teilzeitstelle in dem Bereich, den sie wollte. Ich weiß aber nicht, wie lange sie ausgesetzt bzw. auf die Stelle gewartet hat.
Ich halts eigentlich für praktischer im Studium, da sind nämlich ein paar Vorteile: Die Kinderkrippe an der Uni ist billiger, kleiner und bei uns wenigstens von der Atmosphäre her besser als die meisten andern - erkundig Dich doch mal, wie das an Deiner Uni ist mit solchen Möglichkeiten - die Busfahrkarte ist als Semesterticket wenigstens kaufbar und gewährt Dir auch mit Kind Mobilität, ohne ein Auto zu brauchen, und dann sind noch jede Menge anderer Sachen billiger...

Aber macht euch doch nicht soviel Stress! Setz doch einfach ein bisschen länger aus für Dein Kind! Überleg mal, dass Du, wenn Du von 30 - 65 arbeitest, 35 Jahre arbeitest; macht es da was aus, ob es zwei, drei Jahre mehr oder weniger sind? Ist das echt so wichtig? Ich hab jetzt für meinen kleinen 3 Semester kürzer getreten - Doktorarbeit gemacht, sonst nicht viel - und dafür wars nicht so stressig und hat uns gutgetan.

schnuckenhuck
20.10.2006, 21:55
Hallo Schnatz,
ich war auch gerade schwanger, als ich das zweite Stex hatte und die Fakultätis haben mir davon abgeraten schwanger ins PJ zu gehen. In Hamburg isses so, dass man wegen Baby wohl 20 Wochen unterbrechen darf, wenn man länger aussetzt, ist der davor geleistete Teil verloren. Habe mich dann entschlossen, für die Schwangerschaft und die Zeit danach komplett (bis auf Dr-Arbeit) auszusetzen und das war im Nachhinein ne gute Entscheidung. Mein Baby kam nen Monat früher und ich mußte auch die letzten 6 Wochen der Schwangerschaft liegen, das heißt vom ersten Tertial hätte ich kaum was geschafft. Und als mein Kleiner da war, tickten die Uhren sowieso ganz anders, da hätte ich nach vier Monaten nicht wieder ins Krankenhaus gewollt.... Fällt mir schon schwer, jetzt wieder "los zu müssen" (Baby 9 Monate alt).
Fazit: Im Studium passt es besser, Kurse kann man evt. schieben und im Zweifel mal einen Schein an den Nagel hängen. Und wenns geht, schon ein Jahr für die Familie einplanen, dann isses entspannt.
Viel Erfolg ;-)

Schnatz
21.10.2006, 08:29
Danke für eure Tipps und Erfahrungsberichte!

Gestern habe ich mich mit einer PJlerin (3. Tertial) unterhalten. Sie wurde zu Beginn des 2. Tertials schwanger, macht das PJ nun zu Ende, schreibt noch das Hammerexamen und pausiert dann.
Das ist die Variante, die ich mir auch vorstelle. Mal schauen, wie es bei ihr dann läuft...

Wisst ihr, inwiefern es zutrifft, dass junge Mütter bei der Bewerbung um Assistentenstellen schlechter abschneiden als gleichqualifizierte männliche oder weibliche Mitbewerber ohne Kinder?

Liebe Grüße

Schnatz

Stroke Unit
16.11.2006, 19:40
Man wird ohne Frage benachteiligt...

Aber das dürfte Dir wohl klar sein-sonst hätten wir ja wohl nicht ständig die "Eva-Prinzip"- Diskussionen.

Auch wenn das jetzt hart klingt, aber in meinem Bekanntenkreis hat jetzt jemand
mit frisch geborenem Kind echt Probleme gehabt wieder ins Berufsleben einzusteigen.
Du wirst Abstriche machen müssen, während die Väter so gut wie nie Probleme kriegen- aber hey das ist das Leben in Deutschland.

Kaulquappe
16.11.2006, 22:02
@schnatz
Also, mittlerweile kann ich auch über das Stellensuchen als junge Mutter (Tochter mittlerweile 4 Monate alt) berichten. Nachdem mein Mann auch gerade mit dem PJ fertig ist, wollten wir am liebsten zwei 50% Stellen in der Inneren. Wir dachten ja, dass das total utopisch ist und wahrscheinlich einer 100% arbeiten muss und der andere ganz daheim bei unserer tochter bleibt.
Aber schon im ersten Bewerbungsgespräch wurde uns gesagt, zweimal 50% seien kein Problem :-party .

Haben heute die Verträge unterschrieben. Allerdings war das in der Inneren und in der Pampa. Für die Derma kann ich dir da leider sehr viel weniger Hoffnung machen (habe selber Derma-Tertial gemacht). Da sieht es miserabel aus, auch ohne Kind. Aber ein Versuch ist es natürlich trotzdem wert.

Wir hatten uns bei der "Planung" übrigens überlegt, dass es vielleicht geschickt ist, das Kind während des PJ zu bekommen, da man dann bei der Bewerbung beweisen kann, dass man das PJ und Kind auf die Reihe bekommen hat. Hätte ich es nach dem PJ bekommen und erstmal pausiert, hätte ich immer etwas Angst gehabt, dann den Einstieg nicht mehr zu finden bzw. dass der Berufseinstieg noch schwieriger wird, als er eh schon ist.

Rückblickend ist es bei mir echt optimal gewesen: Kurz nach PJ-Beginn den positiven SST, unproblematische Schwangerschaft, nach knapp neun Monaten entbunden, 7 Wochen unterbrochen und dann den Rest (3 Wochen) nachgemacht, während mein Mann bei unserer Tochter war. Jetzt wird noch bis nächste Woche gelernt, dann habe ich mein 3.STEX und ab 2.1. meine erste Stelle. Ist aber fürs Hammerexamen wahrscheinlich nicht mehr so praktikabel...

Ich wünsche dir eine gute Entscheidung, aber ich würde es auch eher früher als später bekommen. :-))

Kaulquappe mit Kaulquappe (4 1/2 Monate)

annekii
16.11.2006, 22:31
Hallo!

Wir haben das ganze früher geplant. Im PJ finde ich das auch sehr unpraktisch, weil es die letzte Möglichkeit ist, ohne Verantwortung richtig viel Praktisches zu lernen. Ich wollte auch nichts potentiell gefährliches machen,w enn es nicht sein muss. Unsere Tochter kam 1 Monat nach Ende des 10. Semesters. Also dann Lernen fürs 2. StEx mit Kind. Das hat nicht geklappt, wohl auch, weil sie behindert ist und alles etwas schwieriger. Mein Mann hat sich dann von der Uni beurlauben lassen und sie versorgt, damit ich lernen kann. Aber ich glaube, es ist auch mit gesunden Kindern sehr schwer... Ich finde das Studium echt die beste Zeit für ein Kind, dann ist es schon in der KiTa beim PJ und man kann eben auch mal schön aussetzen und dann weitermachen. Wir waren eher zu spät dran.

LG
Anneke mit fast 3jährigen Kleinkind

dieKokke
06.12.2006, 18:10
Ich bin im 1. Tertial schwanger geworden, haben das 1. und 2. gemacht und Chirurgie ausgesetzt, weil ich keine Lust hatte, nur auf Station rumzuhocken und nix machen zu dürfen. War schon das Tertial vorher so, daß alle genau aufpaßten, daß ich nix "Verbotenes" tat. Ich darf (in Sachsen-Anhalt) bis zu 2 Jahre aussetzen, damit mir die ersten beiden Tertiale anerkannt werden. Also bleib ich jetzt zu Hause bis... mal sehn. Inzwischen wohnen wir auch im schönen Schwedenlande, wo mein Mann eine familienfreundliche Anstellung gefunden hat :-top Hier in der Chirurgie ist es viel netter als in D. und man darf schwanger arbeiten (was ich bald wieder werden will). Freue mich also schon auf mein letztes Tertial!

die Kokke

Bambi1984
24.05.2007, 20:46
Hallo, ich weiß, der letzte Beitrag ist schon etwas her, aber ich hätte da trotzdem mal eine Frage:
Kann mir jemand Erfahrungsberichte geben, der vor Beginn des PJ das Kind zur welt gebracht hat, dann eventuell ausgesetzt hat und dann erst mit dem PJ angefangen hat? Würde mich sehr über Antworten freuen, weil diese Möglichkeit für mich am sagen wir mal logischten klingt (???)
Wie ist das dann im PJ, weil man ist doch den ganzen Tag unterwegs, da bleibt doch kaum noch Zeit für das Kleine. Mein Partner würde dann zwar nicht weiter arbeiten gehen, bzw. aussetzten, aber ich meine, ich als Mutter würde doch viel Zeit verlieren. Wie lange habt ihr ausgesetzt?

Vielen Dank schonmal für eure Antworten...

Meggy
25.05.2007, 08:37
@Bambi
Kann ich nur empfehlen, vor dem PJ ein Kind zu bekommen.
Habe insgesamt 2 Jahre ausgesetzt, um dann ins PJ einzusteigen. Der Kleine war reif genug, um in den Kiga zu gehen. Und wir hatten eine sehr intensive Zeit miteinander und jetzt auch noch :-love
Das PJ habe ich in Teilzeit absolviert. 21 Wochen pro Tertial anstelle von 16 Wochen.
Ich bin und war sehr zufrieden mit dieser Regelung, weil keiner zu kurz kam. Klar war es anstrengend, aber es hat sich gelohnt...
Nun werde ich bald eine 30 h-Stelle antreten. Perfekt wie ich finde!

Nur Mut! Einfach ist mit Sicherheit keine Lösung in unserem Job, aber es gibt ja nicht nur die Arbeit im Leben oder?

Grüße

DocOliver
25.05.2007, 08:57
Du solltest einfach eine Klinik/Abteilung anpeilen, die Dich pünktlich gehen lässt. Dann ist PJ mit Kind kein Problem. Ich habe bei uns schon so viele junge Muttis erlebt, die das Jahr in Vollzeit absolviert haben. Einfach vorher ansagen - beim Stationsarzt. Dem Chef würde ich das ehrlich gesagt nicht auf die Nase binden.

tine74
25.05.2007, 17:14
Also ich habe 5 Jahre pause gemacht - aber auch eben zwei Kinder bekommen ;). Eingestiegen bin ich jetzt, als der Kleine knapp zwei war und ich stimme Meggy zu mit dem intensiven Genießen dieser Zeit :-love . Jetzt sind beide in einem Alter, in dem ich sie gut fremdbetreuen lassen kann und meine Eltern passen dann nachmittags auf - ist alles ein wenig Organisation, aber wenn es dann läuft, klappt es hervorragend.

Ich mache das PJ jetzt in Vollzeit, habe ein super KH erwischt, ganz ganz selten gehe ich später als 15 Uhr heim. Es wissen alle von meiner Situation und bei mir ist es übrigens meistens Cheffe persönlich, der dann vorbei kommt und mich heim schickt.