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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage an die Krankenpfleger unter euch!



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tinach
19.05.2006, 13:05
also ich weiß ja nicht wo ihr alle wohnt/arbeitet...aber bei uns hab ich nur sehr selten einen arzt blutabnehmen sehen...dort wo ich bis jetzt gearbeitet habe (und auch wo ich selbst patient war) haben die schwestern das blutabnehmen in ihrem aufgabenfeld...es sei denn es ist ein pj-ler da-dann macht er auch mit die blutabnahmen...
hab mich schon öfters mal gewundert, als ich irgendwo solche beiträge gelesen habe..da dachte ich immer das kommt aufs krankenhaus drauf an...aber es scheint ja doch in vielen häusern so zu sein und es wird gar nicht anders gekannt...
ist das vielleicht ein ost-west-unterschied???

ansonsten seh ich die momentane entwicklung auch mit gemischten gefühlen...das essenausteilen zb haben bei uns fast komplett zivis/fsj-ler, praktikanten, schüler und wenn vorhanden 1€jobler über...tja und hab es auch schon erlebt, dass da chaos entstand, weil eine praktikantin, die nur mal 2 wochen da ist den überblick verloren hat oder einfach essen vertauscht hat, weil sie natürlich die patienten noch nicht kannte und zb einfach nicht wusste wer insulinpatient ist und wer nicht...naja, ist nicht so einfach die thematik...

mal noch was andres...wie schätzt ihr denn die arbeitslage für MTAs ein???kennt sich da jemand aus??

hallohaldol
19.05.2006, 14:00
...hmmm....weiß ja nich ob du in ne große stadt willst,aber mir hat es hier www.kkh-esw.de ganz gut gefallen....eschwege(.de)is auch ne ganz nette city,so um die 30000 ew,aber man kann hier echt ne menge unternehmen(kultur,natur,alles bestens),die gegend ist wunderschön....kannst bei mir gegenüber wohnen,die bude is noch frei.... :-D
niveau in der schule ist ziemlich hochgehalten,der schulleiter wollte früher selbst mal med studieren....auch in der praxis isses echt super,hatte glaub ich nur 1 oder 2 einsätze die nicht ganz so dolle waren (aber auch nicht total zum :-kotz )
bei weiteren fragen gerne pm
grüsse
dominik

Nitro
19.05.2006, 14:10
warum machst du das nicht einfach in einem Krankenhaus bei dir zu Hause? Dann bleibst du bei deinen Freunden etc. Wenn du später studierst musst du doch wahrscheinlich sowieso weg von zu Hause.... und ich denke mal irgendein anständiges Krankenhaus wird bei dir schon sein.... und ob ein Krankenhaus toll ist, ist meiner Meinung nach eine rein subjektive Beurteilung....

hallohaldol
19.05.2006, 14:42
hatter natürlich auch recht :-dafür

tinach
19.05.2006, 15:40
denk ich auch..selbst innerhalb eines krankenhauses kann es 'schöne' und 'schlechte' stationen geben..kommt ja immerdrauf an wer dort arbeitet und ob dann die chemie stimmt..

HonorisCausa
19.05.2006, 15:43
Zum Thema Stellenangebote in der Pflege muss ich noch was berichten:

Ich habe selber erst im März diesen Jahres mein Examen gemacht und weil trotz Zivi und Ausbildung die WS nicht ausreichte musste ich auch auf Stellensuche gehen. Von den 26 Leuten aus meinem Kurs haben etwa die Hälft jetzt eine Stelle bekommen, der Rest sucht noch. Grundsätzlich sind die Stellen in der Pflege wirklich schlechter geworden, aber es bleibt nun mal so--> wer sich gut verkaufen kann, der findet immer eine Stelle. Ich persönlich habe mich für zwei Stellen im Intensivbereich beworbn und beide Stellen hätte ich antreten können, trotz mangelnder Berufserfahrung.

Hellequin
19.05.2006, 16:21
Klar, "dann werden halt Stellen gestrichen, weil ja weniger Arbeit zu machen ist" heißt es dann, drum klammert sich die Pflege an jede noch so simple Tätigkeit.
Stattdessen müßten die sich dann eben andere Aufgaben suchen, z.B. Blutabnehmen. Das is eine Tätigkeit für die wiederum die die Ärzte hoffnungslos überqualifiziert sind, die aber aus irgendeinem obskuren Grund in Deutschland als ärztliche Tätigkeit laufen.

Halte ich ehrlich gesagt für eine Milchmädchenrechnung:-nix . Das wäre im Endeffekt genau dasselbe, als würde man eine Stationssekretärin einstellen, die einen Teil des Papierkrams für die Ärzte übernimmt, gleichzeitig dafür aber 1:1 eine Arztstelle streichen. Dürfte in dem Fall ja auch illusorisch sein zu glauben, das die verbliebenen Ärzte dann mehr Zeit für den einzelnen Patienten haben.

Ansonsten bleibt ja nur zu sagen, daß das Problem mit Blutabnehmen etc. ja schon etwas komplizierter ist als nur "die wollen das nicht". Auch in dem neugestalteten Krankenpflegegesetz sind das alles primär ärztliche Tätigkeiten. Also wiedermal ein Versagen der Politik auf der ganzen Linie. Zusätzlich sind diese tätigkeiten teilweise durch Verwaltungen untersagt wegen angeblicher rechtlicher Probleme (Schadensersatz etc.). Und über das fehlen einer Florence Nightingale in der deutschen Pflegegeschichte will ich mich erst garnicht auslassen.

Adrenalino
19.05.2006, 16:42
Hmm.... joa, hat der gute Hellequin nich ganz unrecht, besonders was das neue Krankenpflegegesetz betrifft. "Angeblich" sollen wir vernetzter ausgebildeter werden. Fakt ist aber auch, dass die Naturwissenschaftlichen Stunden fast ganz gestrichen wurden; medizinische Themen werden weniger behandelt. Wie ich meine "Pflegegeschwafel" umso mehr... :-/
Also ICH wäre gerne noch nach dem alten Gesetz ausgebildet... tja.. shit happens...
Was Hellequin über Nightingale berichten möchte, wüsst ich dennoch zu gerne..*harhar* ;-)

Zum eigentlichen Thema des Threads: Ich habe es wie Nitro vorgeschlagen hat gemacht: Habe die Ausbildung in dem Krankenhaus begonnen, was von mir/Freunden/Familie am nächsten liegt. Macht mich schon manchmal etwas neidisch, was andere Häuser für Einrichtungen haben, wieviel Abiturienten in den Kursen hocken...
aaber; letztendlich ist das Ausbildungsgesetz und die damit verbundenen Inhalte fast überall ziemlich die selben.. So hab ich momentan wenigstens immer wieder Kontakt zu "alten" Freunden aus der guten alten Abi-Zeit und kann immer schnell zu meiner Familie zurück, sollte ich mal wieder ziemlich familiären Beistand brauchen... (gabs alles schon..)

Rico
19.05.2006, 22:05
Halte ich ehrlich gesagt für eine Milchmädchenrechnung:-nix . Das wäre im Endeffekt genau dasselbe, als würde man eine Stationssekretärin einstellen, die einen Teil des Papierkrams für die Ärzte übernimmt, gleichzeitig dafür aber 1:1 eine Arztstelle streichen. Dürfte in dem Fall ja auch illusorisch sein zu glauben, das die verbliebenen Ärzte dann mehr Zeit für den einzelnen Patienten haben.Wenn neue Tätigkeitsfelder dazukommen für die die wegfallen, dann ist es aber mindestens ein Nullsummenspiel was den Stellenschlüssel angeht.

Ansonsten bleibt ja nur zu sagen, daß das Problem mit Blutabnehmen etc. ja schon etwas komplizierter ist als nur "die wollen das nicht". [...] Auch in dem neugestalteten Krankenpflegegesetz sind das alles primär ärztliche Tätigkeiten. Also wiedermal ein Versagen der Politik auf der ganzen Linie. Zusätzlich sind diese tätigkeiten teilweise durch Verwaltungen untersagt wegen angeblicher rechtlicher Probleme. Es gibt doch schon reichlich Stationen, auf denen die Schwestern Blut abnehmen. Z.B. auf sehr vielen Stationen, die belegärztlich geführt werden. Da nehmen die wie selbstverständlich Blut ab, weil der Arzt, der da aus der Praxis kommt und schnell Visite macht selbstverständlich kein Blut abnimmt (macht in der Praxis ja auch ne Sprechstundenhilfe).
Und das is auch total legal.

Das ist IMHO zumindest partiell ne Sache des Wollens; z.B. bei uns im Hause hier gibt's ne Doppelstation, die halb belegärztlich, halb hauseigen ist. Und die gleichen Schwestern, die auf der einen Seite ohne zu murren Blut abnehmen, piepsen Dich an, wenn auf der anderen Seite ein Blut bis 9 Uhr noch steht... :-oopss

Hellequin
19.05.2006, 23:12
Wenn neue Tätigkeitsfelder dazukommen für die die wegfallen, dann ist es aber mindestens ein Nullsummenspiel was den Stellenschlüssel angeht.
Das ist aber garantiert nicht so von der Verwaltung gedacht. Die wollen Lohnkosten sparen. Also werden Stellen von examinierten Pflegekräften gestrichen und stattdessen schlechterverdienende Hilfskräfte eingestellt. Die verbleibenden Pflegekräfte müssen dann ja auch die Tätigkeiten ihrer Exkollegen übernehmen, die man nicht an Hilfskräfte deligieren kann. Das mag auf den Papier ein Nullsummenspiel sein, in der Realität ist es aber eine Stellenkürzung. Man muss sich ja nur mal die Situation in den Altenheimen anschauen, wo es pro Schicht meistens nur eine Vollexaminierte Kraft gibt. Und genau auf den Weg dorthin sind wir gerade.:-((



Das ist IMHO zumindest partiell ne Sache des Wollens; z.B. bei uns im Hause hier gibt's ne Doppelstation, die halb belegärztlich, halb hauseigen ist. Und die gleichen Schwestern, die auf der einen Seite ohne zu murren Blut abnehmen, piepsen Dich an, wenn auf der anderen Seite ein Blut bis 9 Uhr noch steht... :-oopss
Ich bestreite ja auch nicht das es partiell eine Frage des Wollens ist, partiell ist es aber auch einfach eine Frage des Könnens.
Abgesehen davon halte ich Belegarztstationen für Sonderfälle. Die Belegärzte haben Verträge mit dem KH, da fährt die Verwaltung auch gerne mal zweigleisig um diese nicht zu vergrätzen.

Hessejung
19.05.2006, 23:43
Erstmal
SERVUS Adrenalino!
Von dir habe ich ja lang nicht mehr gelesen!!!! Alles klar? :-)


Ich habe die Ausbildung im Klinikum Bayreuth (www.klinikum-bayreuth.de) gemacht und letzten Herbst abgeschlossen!
Kann das Haus nur empfehlen!! Es gibt dort sogar eine angegliederte Palliativstation (auf der ich Examen gemacht hab) ;-)

Bayreuth hat knapp 80.000 Einwohner und hat landschaftlich die perfekteste Lage, die ich mir vorstellen kann! Man erreicht das Fichtelgebirge zum Snowboarden im Winter innerhalb 30min und die fränkische Schweiz (www.fraenkische-schweiz.de)zum Rad&Kanu fahren ebenso!!


Ich bin kein gebürtiger Bayreuther, jedoch war ich für Zivi und Ausbildung dort und muss sagen, dass die Leute auch alle sehr nett sind! :-)

Mein Nickname hier hab ich auch ihnen zu verdanken ;-)


Für weitere Infos, schreib mir einfach mal ne PM mit deinen evtl. auftauchenden weiteren Fragen!


Beste Grüße


Fabian

Baru
20.05.2006, 16:24
Ich habe auch die Klinik die am nächsten lag, genommen (war zum Glück ne Uniklink).
Wahrscheinlich trifft man ja in der Ausbildung ne ganze Reihe von Leuten mit denen man sich versteht, aber es muß nicht unbedingt so sein...Und sollte man dann auch noch weit weg zu hause wohnen, könnten es dann verdammt langweilige 3 Jahre werden.

Zum Thema Blutabnahme:
Ich werd Blut abnehmen nicht während meiner Ausbildung lernen, laut Dienstanweisung ist dies hier nämlich den Pflegekräften ausserhalb der Intensivstationen und Notaufnahme verboten und es wird sich auch durchgehend daran gehalten. Bei uns gibt es aber auch immer genügend PJler die dies machen, also gibt es gar keinen Grund dies durch PP durchführen zu lassen.
Prinzipell spricht aber nichts dagegen dass Pflegekräfte Blut abnehmen, da ja durch die Pflege auch DKs, Magensonden, Einläufe und digitales Ausräumen gemacht wird und dies in etwa gleichermasen Invasiv ist. Aber ich denke nicht, dass dadurch die Pflege aufgewertet wird, Krankenpflege besteht nicht nur aus ärztlichen Assistenzaufgaben.

Auch scheinbar primitive Aufgaben wie "Füttern" oder "Waschen" brauchen einre relativ gute Ausbildung damit sie wirklich einen optimalen Nutzen für den Patienten haben. Zum Beispiel bei der Grundpflege von Hemiplegikern ist es mit einfachem drüberwaschen nicht getan, vielmehr muss die gestörte Eigenwahrnehmung des Patienten gefördert werden, vorhandene Ressourcen müssen entdeckt und ausgenutzt werden, der Patienten darf aber auch nicht überfordert werden. Und es durch medizinisches Wissen weiß ich wiederrum relativ genau wie der Pat. sich den zu dem Zeitpunkt überhaupt belasten darf.

Billige Hilfskräfte könnten also irgendwie die Tätigkeit übernehmen (auch zum Spritzen und Blutabnehmen braucht man nicht wirklich eine examinierte Pflegekraft), aber die Genesung der Patienten würde stark darunter leiden.

Hessejung
20.05.2006, 17:42
Auch scheinbar primitive Aufgaben wie "Füttern" oder "Waschen" brauchen einre relativ gute Ausbildung damit sie wirklich einen optimalen Nutzen für den Patienten haben.

Ich möchte doch sehr bitten, für die Verwendung dieses Wortes in einer Praxisanleitung hätte es bei uns die 4 gegeben!

Das heißt "Essen eingeben"! ;-)


:-dance

Baru
20.05.2006, 18:15
Sowat weiß ich doch. Habs doch sogar mit Anführungszeichen geschrieben :-)) . Uns wurde sogar verboten Grundpflege zu sagen, wir sollen das gefälligst GanzKörperWaschung nennen :-D

luckyscrub
20.05.2006, 19:34
uns wurde beigebracht "essen anzureichen"

Grundpflege und Behandlungspflege heißt ja nicht automatisch Waschen und Verband.

Die oben beschriebene Körperwaschung nach Bobath hat ja nicht den Zweck, den Pat "sauber" zu bekommen, sondern seine Plegische Seite mehr wahrzunehmen. Wenn man sie richtig durchführt, dann ist sie meist für den Pat so anstrengend, dass man danach noch eine grundpflegerische Waschung durchführen muß ;-)

Adrenalino
20.05.2006, 20:00
*gg* sehr schön gesagt!!! :-meinung
Du bist wohl ehemalige Krankenschwester, kann das sein..? ;-)

PS.: Der alte Arzt spricht Latein.
Der junge Arzt spricht Englisch.
Der gute Arzt spricht die Sprache seiner Patienten.

SUPER!!! :-top :-top :-top ;-)

Franzi
20.05.2006, 20:16
Die oben beschriebene Körperwaschung nach Bobath hat ja nicht den Zweck, den Pat "sauber" zu bekommen, sondern seine Plegische Seite mehr wahrzunehmen.

Na Mensch, sowas machen die Krankenpfleger auch???? Find ich ja klasse! :-top Wußte ich gar nicht

Wüstenblume
21.05.2006, 13:32
Schon mal an eine generalisierte Ausbildung gedacht?? Gibts bisher zwar nur in Hamburg, ist aber echt ganz gut... vor allem, da man ab diesem WS eine duale Ausbildung macht! Man macht ein Examen in allen drei Pflegeberufen (Krankenpflege,Altenpflege und Kinderkrankenpflege), die dauert 3,5 Jahre. Gleichzeitig besucht man die Hambuger Hochschule für angew. Wissenschaften, macht dort nach dem Examen noch zwei Semester in Vollzeit weiter und schließt mit einem Bachelor of Nursing ab.....

War an dieser Schule, ist echt super! Die Lehrer sind total nett und motiviert... und Hamburg.... spricht ja für sich, oder?? :-))

Hellequin
21.05.2006, 13:55
und schließt mit einem Bachelor of Nursing ab.....

Was kann man den mit dem Bachelor anfangen? Wie ist es den mit der Anerkennung der Studienleistungen wenn man dann in einen Masterstudiengang wie Pflegewissentschaft/-management wechselt.


Man macht ein Examen in allen drei Pflegeberufen (Krankenpflege,Altenpflege und Kinderkrankenpflege), die dauert 3,5 Jahre.
Macht das tatsächlich soviel Sinn?Hört sich für mich halt ein bißchen doppeltgemoppelt an.:-notify

Wüstenblume
21.05.2006, 14:04
Hmmm, weiss ich ehrlich gesagt gar nicht so genau, was man sich anrechnen lassen kann. Kann ja mal nachfragen, hab noch guten Kontakt zur Schule...

Mit dem Bachelor kann man international arbeiten. viele Länder, z.B. GB und die USA, erkennen die deutsche Ausbildung nicht ohne weiteres an, man muss sich weiterqualifizieren. Die Nurses dort dürfen eh viel mehr als die hiesigen.... Ausserdem ist es ein akademischer Grad, man kann also in die wissenschaftliche Pflegeforschung.......


Macht das tatsächlich soviel Sinn?Hört sich für mich halt ein bißchen doppeltgemoppelt an.:-notify

Da die meisten examinierten Krankenschwestern/-Pfleger eh in die Altenpflege gehen müssen, ist das wahrscheinlich eh egal... :-peng

Ich glaube aber schon, dass man dann qualifizierter ist! und KiKP und KP sind doch schon unterschiedlich.... man ist dann halt ein Allrounder! Einige aus dem Oberkurs (die werden im Juli die ersten in D mit diesem Abschluss sein) sagten mir, dass sie bereits Anfragen von verschiedenen Krankenhäusern aus D und der Schweiz bekommen haben!