Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bedside-Test
Unser Labor, wo ich mich hab neulich schulen lassen müssen (Transfusionsfortbildung für neue Ärzte ;-)), sagt, man müsse die Konserve nicht noch mal testen, dafür seien sie verantwortlich.
Man testet mit den Bedsidetest also, ob die angegebene Blutgruppe des Patienten auch wirklich stimmt, mal ganz flapsig gesagt ;-)
Wenn man das direkt am Bett des Patienten macht (wie der Name sagt), kann (also irrtümlicherweise, nicht geplant!!!) man auch mal die 'falsche' Konserve geben, wo halt die BG übereinstimmt...es gibt ja auch mal demente Patienten, die sagen einfach 'Ja' zur Frage, ob sie Frau Müller wären, sind aber eigentlich Frau Schulz :-nix aber wenn das wenigstens paßt, hat man u.U. Glück im Unglück (andere Faktoren wie Antigene, Rhesuskompatibilität werden ja halt nicht mit getestet), und es ist nicht gleich eine ganz große Katastrophe.
Zusammen mit Identitätsprobe und Übereinstimmung von Schein und Konserve etc. funktioniert der Bedsidetest aber ziemlich gut.
Neuling08
16.07.2008, 16:25
Testet man alle auf einmal (z.B.vor dem Anhängen der ersten Konserve) und bringt die andere dann zum Zwischenlagern ins Stationszimmer oder sonst wo hin (z. B. Kühlschrank?)
achja sonstwohin bringt man die konserve natürlich nicht :)
und Kühlschrank ist schlecht. die Blutkonserven werden in der Blutbank in Spezialkühlschränken gelagert. sie sollten keinesfalls in einen "gewöhnlichen" kühlschrank gelangen(wegen ungleichmäßiger kühlung)
außerdem werden ja die konserven, die angefordert wurden, normalerweise auch benötigt. und es schadet nicht, wenn sie sich etwas der zimmertemperatur angleichen. bei massivtransfusionen werden die konserven ja sogar vorher angewärmt.
konserven, die schonmal die blutbank verlassen haben dürfen meines wissens nach auch nicht mehr zurückgebracht werden.
Neuling08
16.07.2008, 16:33
Und als letzten Sicherheitsmechanismus hat man ja noch die Kreuzprobe.
so ist es.
also bitte ganz schnell vergessen, dass der bedsidetest was mit dem blut aus der konserve zu tun haben könnte...
Blut vom PATIENTEN, patienten,patienten...!!
es soll nämlich leider vor kommen, dass der bedsidetest mit konservenblut durchgeführt wurde. und das stimmt ja dann logischerweise immer überein....
docmoechtegern
16.07.2008, 16:49
es soll nämlich leider vor kommen, dass der bedsidetest mit konservenblut durchgeführt wurde. und das stimmt ja dann logischerweise immer überein....Wenn man zwei Konserven nacheinander transfundiert, könnte es aber auch mal vorkommen, dass man zwar den Aufdruck der ersten Konserve mit dem Ergebnis des Bedsidetests des Patientenbluts vergleicht, es aber bei der zweiten Konserve nicht mehr macht und so versehentlich ein flasches Präparat transfundiert.
Solche Pannen ließen sich vermeiden, wenn der Bedsidetest sowohl mit dem Blut des Patienten als auch mit der Konserve gemacht werden müsste.
Klar, eigentlich sollte das überflüssig, sein, aber Doppelt hält besser.
Neuling08
16.07.2008, 16:52
@docmöchtegern
du hast du jetzt leider einen denkfehler drin.
um das auszuschließen, reicht ein blick auf die konserve, wo die blutgruppe draufsteht.
docmoechtegern
16.07.2008, 17:16
um das auszuschließen, reicht ein blick auf die konserve, wo die blutgruppe draufsteht.Klar. Da hast Du absolut Recht! :-meinung
Hellequin
16.07.2008, 18:05
konserven, die schonmal die blutbank verlassen haben dürfen meines wissens nach auch nicht mehr zurückgebracht werden.
Stimmt so nicht ganz. Bei uns ist es so geregelt das Stationen die einen hohen Transfusionsbedarf besitzen einen entsprechenden Kühlschrank besitzen. Bedingung ist halt das der Kühlschrank über ein entsprechendes geeichtes Temperaturmesssystem, ein Alarmsystem das ggf. auch an zentraler Stelle einen Alarm auslöst, sowie ein Aufzeichnungssystem über den Temperaturverlauf, besitzt. D.h. falls diese Stationen EKs zurückgeben, wird vor der Rücknahme in den Bestand der Blutbank geprüft ob, der Kühlschrank mit der Temperatur die ganze Zeit über im Toleranzbereich war. TKs und FFPs werden von uns nach Ausgabe nicht in den Bestand zurückgenommen.
Solche Pannen ließen sich vermeiden, wenn der Bedsidetest sowohl mit dem Blut des Patienten als auch mit der Konserve gemacht werden müsste.
Wer den Konservenbegleitschein und den BG-Aufdruck auf der Konserve nicht mit dem Patienten abgleicht, wird auch bei einem nochmaligem Bedsidetest nicht so genau hinschauen. Zumal das ganze spätestens bei einer Massentransfusion, wo du innerhalb von kürzester Zeit mehrere Dutzend Konserven reinlaufen läßt, zu einem lebensnotwendige Zeit kostenden Organisationsproblem wird.
Neuling08
16.07.2008, 18:59
Bei uns ist es so geregelt das Stationen die einen hohen Transfusionsbedarf besitzen einen entsprechenden Kühlschrank besitzen. Bedingung ist halt das der Kühlschrank über ein entsprechendes geeichtes Temperaturmesssystem, ein Alarmsystem das ggf. auch an zentraler Stelle einen Alarm auslöst, sowie ein Aufzeichnungssystem über den Temperaturverlauf, besitzt. D.h. falls diese Stationen EKs zurückgeben, wird vor der Rücknahme in den Bestand der Blutbank geprüft ob, der Kühlschrank mit der Temperatur die ganze Zeit über im Toleranzbereich war. TKs und FFPs werden von uns nach Ausgabe nicht in den Bestand zurückgenommen.
aja interessant! aber wofür haben die dann diesen kühlschrank? für geplante transfusionen? also ich mein, z.b. bei leukämiepatienten? die kreuzprobe muss doch aber auch immer frisch gemacht werden, damit auch noch AK erkannt werden die vorher noch nicht da waren, sondern z.b. erst durch eine vor kurzem erhaltene konserve ausgelöst wurde.
bei einer notfalltransfusion wird die angeforderte blutkonserve aber doch nicht in den (spezial)kühlschrank gelegt oder?
Thrombozyten ist klar. die sind ja so empfindlich. Granulozyten-konz werden wahrscheinlich auch nicht zurückgebracht oder?
Frischplasma ist auch klar. das muss ja tiefgefroren bleiben, damit das ganze "zeug" erhalten bleibt.
Skalpella
16.07.2008, 19:04
Stimmt so nicht ganz. Bei uns ist es so geregelt das Stationen die einen hohen Transfusionsbedarf besitzen einen entsprechenden Kühlschrank besitzen. Bedingung ist halt das der Kühlschrank über ein entsprechendes geeichtes Temperaturmesssystem, ein Alarmsystem das ggf. auch an zentraler Stelle einen Alarm auslöst, sowie ein Aufzeichnungssystem über den Temperaturverlauf, besitzt. D.h. falls diese Stationen EKs zurückgeben, wird vor der Rücknahme in den Bestand der Blutbank geprüft ob, der Kühlschrank mit der Temperatur die ganze Zeit über im Toleranzbereich war. TKs und FFPs werden von uns nach Ausgabe nicht in den Bestand zurückgenommen.
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Ich kannte das auch so. Wir hatten einen Spezialkühlschrank im OP, in dem die Konserven für den jeweiligen OP-Tag gelagert wurden. Nicht benötigte Blutkonserven wurden dann am Abend wieder zurückgeschickt. Darf aber wohl laut Transfusionsgesetz nicht mehr sein. Bei uns wurde dieses System abgeschafft. Die Konserven dürfen von der Blutbank nicht mehr zurückgenommen werden; da die Blutbank für den einwandfreien Zustand der Konserven verantwortlich ist, ist das auch logisch.
Es wäre zum Beispiel denkbar, dass die vorbestellten Konserven erstmal in Zimmertemperatur liegen bleiben, anstatt sogleich in den peripheren Kühlschrank verbracht zu werden, weil gerade keiner Zeit hat. Später werden sie dann wieder gekühlt, aber dieses Loch in der Kühlkette wäre für die Blutbank nicht nachvollziehbar. Diese jedoch garantiert ja den einwandfreien Zustand, was sie nicht mehr kann, wenn sie die Konserven einmal herausgegeben hat.
Neuling08
16.07.2008, 19:12
Die Konserven dürfen von der Blutbank nicht mehr zurückgenommen werden; da die Blutbank für den einwandfreien Zustend der Konserven verantwortlich ist, ist das auch logisch.
dann ist es doch so wie ich dachte.
außer man würde der blutkonserve einen sender dran bauen
:-)
aber ist schon logisch. sobald sie im labor aus dem kühlschrank genommen wird ist die kühlkette unterbrochen, d.h. ihr einziger verwendungszweck ist die sofortige transfusion zu dem jeweiligen patient für den sie angefordert wurde.
aja interessant! aber wofür haben die dann diesen kühlschrank? für geplante transfusionen? also ich mein, z.b. bei leukämiepatienten? die kreuzprobe muss doch aber auch immer frisch gemacht werden, damit auch noch AK erkannt werden die vorher noch nicht da waren, sondern z.b. erst durch eine vor kurzem erhaltene konserve ausgelöst wurde.
bei einer notfalltransfusion wird die angeforderte blutkonserve aber doch nicht in den (spezial)kühlschrank gelegt oder?
Thrombozyten ist klar. die sind ja so empfindlich. Granulozyten-konz werden wahrscheinlich auch nicht zurückgebracht oder?
Frischplasma ist auch klar. das muss ja tiefgefroren bleiben, damit das ganze "zeug" erhalten bleibt.
In meiner PJ-Kiklinik gabs auf Intensiv auch einen Kühlschrank mit 0 neg.-Notfallkonserve. Und Notfallkonserve heißt in dem Fall wirklich, dass die (soweit ich weiß) nicht mehr gekreuzt, sondern im Notfall angehängt wird (war nie dabei). Natürlich aber nach Bedside-Test.
Und diese Konserve wanderte auch regelmäßig eine bestimmte Zeit vor Ablauf ins Labor zurück, weil sie von dort aus noch verwendet werden konnte.
LG,
Ally
Neuling08
16.07.2008, 19:16
Und Notfallkonserve heißt in dem Fall wirklich, dass die (soweit ich weiß) nicht mehr gekreuzt, sondern im Notfall angehängt wird (war nie dabei). Natürlich aber nach Bedside-Test.
kreuzprobe muss IN JEDEM FALL gemacht werden.
Ich kenne es aus meiner alten Klinik so, dass z.B. EKs mit dem Pat in den OP gingen, natürlich nur bei großen OPs wie H-TEP oder BAA. Wurden diese nicht verbraucht, dann gingen sie entweder mit dem Pat in den Aufwachraum oder auf die Intensivstation. Waren diese am nächsten Tag oder so noch nicht verbraucht, dann wurden sie wieder zur Blutzentrale zurückgeschickt (den Teil ab AWR kenn ich nur aus Erzählung des Pflegepersonals, also keine Garantie darauf!!!) Allerdings konnte auf diesem Weg sicherlich nie eine kühle Temperatur garantiert werden :-nix Über FFP und TK weiß ich hierzu nichts....
Bei Massentransfusionen mussten sogar wir Pflegekräfte Konserven anhängen, weil der arme Doc auch nur 2 Hände hat. Da blieb für Bedsite-Test auch keine Zeit mehr.
Waren Konserven für den Pat im Kühlschrank, so wurde mit dem Blut aus der Viggo gleich der Bedsite-Test gemacht. Da wurde auch wirklich streng darauf geschaut.
kreuzprobe muss IN JEDEM FALL gemacht werden.
Kann sein, aber dann wurde die nicht mehr vor der Transfusion gemacht...
LG,
Ally
Hellequin
16.07.2008, 19:23
aja interessant! aber wofür haben die dann diesen kühlschrank? für geplante transfusionen? also ich mein, z.b. bei leukämiepatienten? die kreuzprobe muss doch aber auch immer frisch gemacht werden, damit auch noch AK erkannt werden die vorher noch nicht da waren, sondern z.b. erst durch eine vor kurzem erhaltene konserve ausgelöst wurde.
Betrifft bei uns stärker die chirurgischen Intensivstationen. Da hat man ja öfters Patienten die vorsich hinbluten, sodass die in regelmäßigen Abständen eine Konserve brauchen. Da macht es oftmals schon Sinn, das die nicht jede Konserve einzeln holen müssen. Und eine Kreuzprobe ist bei Erwachsenen 3 Tage gültig. Danach muss für den Patienten natürlich neu eingekreuzt werden.
bei einer notfalltransfusion wird die angeforderte blutkonserve aber doch nicht in den (spezial)kühlschrank gelegt oder?
Wenn es zeitlich stark pressiert werden ja auch schon mal ungekreuzte Konserven in größeren Mengen ausgegeben. Aber so 100% genau läßt sich der Bedarf ja nicht im Vorfeld abschätzen. Da ist es einfacher die Dinger erst mal in zwischenlagern zu können.
Granulozyten-konz werden wahrscheinlich auch nicht zurückgebracht oder?
Granus sind ja extrem selten im Gebrauch, ich habe zumindestens noch nie eins in den Händen gehalten.
@medianab: So genau läßt sich das TFG darüber nicht aus. Da steht nur drin."Nicht angewendete Blutprodukte sind innerhalb der Einrichtungen der Krankenversorgung sachgerecht zu lagern, zu transportieren, abzugeben oder zu entsorgen. Transport und Abgabe von Blutprodukten aus zellulären Blutbestandteilen und Frischplasma dürfen nur nach einem im Rahmen des Qualitätssicherungssystems schriftlich festgelegten Verfahren erfolgen." Den Rest muss man halt durch Dienstanweisungen etc. regeln.
Neuling08
16.07.2008, 19:24
Kann sein, aber dann wurde die nicht mehr vor der Transfusion gemacht...
naja wenn es wirklich so war wie du schreibst, also es kommt ein patient notfallmäßig rein und die 0 Rh- Konserven liegen schon die ganze zeit im kühlschrank im op, und werden dann transfundiert.dann wurde überhaupt keine kreuzprobe gemacht.die kreuzprobe erfolgt vor rausgabe der konserve.
Hellequin
16.07.2008, 19:26
naja wenn es wirklich so war wie du schreibst, also es kommt ein patient notfallmäßig rein und die 0 Rh- Konserven liegen schon die ganze zeit im kühlschrank im op, und werden dann transfundiert.dann wurde überhaupt keine kreuzprobe gemacht.die kreuzprobe erfolgt vor rausgabe der konserve.
Nö, in Notfällen werden Konserven auch ungekreuzt ausgegeben, da erfolgt die Kreuzprobe erst im Nachhinein.
kreuzprobe muss IN JEDEM FALL gemacht werden.
Nein, im absoluten Notfall werden EKs auch ungekreuzt gegeben.
So wie Helle es sagt kenn ich es auch...
Neuling08
16.07.2008, 19:28
Nö, in Notfällen werden Konserven auch ungekreuzt ausgegeben, da erfolgt die Kreuzprobe erst im Nachhinein.
arbeitest du im labor?
es ist nicht vorschriftsmäßig. die kreuzprobe darf in diesem fall verkürzt werden, aber nicht weggelassen werden.
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