Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Med. Studium in AT. Wechsel von Österreich zurück nach DE.
also ich geh einfach nach england (oder belgien) wenn ich hier keinen platz bekomme. heuer haben alle freunde von mir die sich in gb beworben haben und in der 1. runde keinen platz bekamen in der 2. runde doch einen bekommen. das kann man sich dann in österreich soviel ich weiß als turnus anrechnen lassen und approbiert ist man danach auch.
übrigens: nach der turnuszeit verkürzen sich dafür die assistenzarztzeiten auf 4 jahren, man verliert also nicht unbedingt 3-5 jahre
05deinin
13.07.2006, 11:30
Achso, wenn die sich dann verkürzen ist es doch halb so schlimm!
Und in Gb verdient man doch vieeel besser! Die haben auch einen Ärztemangel...
ernstplischke
13.07.2006, 11:41
also ich geh einfach nach england (oder belgien) wenn ich hier keinen platz bekomme. heuer haben alle freunde von mir die sich in gb beworben haben und in der 1. runde keinen platz bekamen in der 2. runde doch einen bekommen. das kann man sich dann in österreich soviel ich weiß als turnus anrechnen lassen und approbiert ist man danach auch.
übrigens: nach der turnuszeit verkürzen sich dafür die assistenzarztzeiten auf 4 jahren, man verliert also nicht unbedingt 3-5 jahre
1.: Die Britische Approbation ist nicht dem Turnus gleichzusetzen - man ist damit nämlich nicht (Fach)Arzt für Allgemeinmedizin in der EU, ein unschätzbarer Vorteil des absolvierten österr. Turnus.
2.:Es ist völlig falsch, daß sich nach dem Turnus die Facharztausbildungszeiten verkürzen - das war einmal. In der Zwischenzeit kann man sich Gegenfächer aus dem Turnus für Allgemeinmedizin nicht mehr für das Fach anrechnen lassen. Und der Facharzt dauert in der Regel in Österreich 6 Jahre, nicht 3-5 Jahre. Also braucht man bis zum Facharzt mindestens 9 Jahre inclusive Turnus- und ohne Turnus geht in Österreich fast nichts. Abgesehen davon, daß die Vergabe von Facharztstellen eine eigene Wissenschaft ist und mit Bewerbungen "von außen" kein Staat zu machen ist.
Allgemein bewundere ich den Optimismus mancher Leute hier: Die Wartezeiten auf offiziellen Wartelisten für den Turnus in Österreich nehmen in den letzten Jahren ständig ZU- und das bereits ohne bundesdeutsche Bewerber. In Österreich gibt es einen massiven Medizinerüberschuß, das ist die traurige Wahrheit.
Beispiele: Wien nahezu 3 Jahre (für Wiener, da hat man als Deutscher ob mit oder ohne österr. Studium genauso wie österr. Nicht-Wiener praktisch keine Chance !), Steiermark gute 2-3 Jahre (Österreicher....), in anderen Teilen Österreichs werden vor allem Leute aus der engeren Region/dem entsprechenden Bundesland genommen - hier haben also Nicht-Österreicher praktisch überhaupt keine Chance, in den Turnus zu kommen !
Und daß man die begehrten FA-Ausbildungsstellen nicht jedem "Dahergelaufenen" vergönnt, sondern vor allem Leuten, die sich schon jahrelang im Haus und im Turnus bewährt haben sowie wahrscheinlich in der Region oder im Haus bleiben werden, ist auch ein Fakt. Und mit Region ist hier wiederum nicht Mitteleuropa gemeint.
Noch ist in Österreich gut als Facharzt zu verdienen- da will man schon "unter sich" bleiben bei der Zuteilung der lukrativen Stellen ! Es gibt auch genügend Leute mit Vitamin B, die versorgt werden müssen. Und das nícht notwendigerweise nach ihrer Leistungsfähigkeit.
Nach wie vor ist es so, daß man mit dem österr. Studium in Deutschland keine Approbation mehr erhalten wird, folglich auch keinen Facharztabschluß in Deutschland mehr machen kann. Dies kann man nur mehr außerhalb Detschlands und sich dann den FA in Deutschland wieder anrechnen lassen.
Insoferne ist das schon eine ziemliche Quälerei.
In Deutschland wird man`s sicher schwer habe (außer vielleicht im Osten), wenn man nach dem Studienabschluß Jahre fachfremd gearbeitet hat und dann in die Klinik einsteigen möchte. In Österreich braucht man sich mit einer derartigen Biographie auch nicht mehr an einer Uniklinik zu bewerben. Da ist der Zug abgefahren. Insoferne ist diese Warterei schon ein Problem im Lebenslauf.
In Österreich hat sich - bis auf die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium - in den letzten 6 Jahren überhaupt nichts geändert und es wird sich auch nichts ändern- Österreich kann sein Gesundheitssystem gut finanzieren und es gibt keinen Ärztemangel.
Übrigens würde eine Änderung des Turnus noch viel größere Probleme bedeuten als jetzt: Nach 18 Monaten im KH (wie angeblich geplant) hätte man zwar eine Approbation, aber keine weitere Ausbildungsstelle. Man würde also weiterhin auf die 18 Monate warten müssen und dann arbeitslos sein.
Heute bekommt man in der Regel einen Vertrag für den gesamten Turnus, d. h. entweder 3 Jahre oder bis zur Beendigung (=4-5 Jahre). Das ist dann vorbei. Man muß sich dann wie in Deutschland um die Anschlußverträge selbst bemühen, was im Falle der Allgemeinemedizin noch 18 Monate oder mehr Lehrpraxis bedeutete. Die äußerst schlecht bezahlt sein dürfte.
Also: Nix mit Optimismus, eher vorsichtiger Pessimismus. Daß man in Österreich Medizin studiert, bedeutet noch lange nicht, daß man hier Arbeit als Mediziner bekommen wird !
05deinin
13.07.2006, 12:16
Und wenn man in den Osten geht... na und? Glaubt ihr im Ernst dass eine Leipziger Uniklinik soviel schlechter ist? is doch Quatsch.
Und wenn man nach England geht dann bleibt man halt auch da, na und da verdient man doch viel mehr,
und wenn man während des Studiums schon diese Amerikanischen Prüfungen mitmacht, dann geht man hinterher halt dahin, vielleicht will man auch in die Entwicklungshilfe oder Medizinjouranlismus oder in die Pharmaindustrie oder, oder oder....
Man darf sich halt in seinem Denken nicht so einschränken lassen!!!
ernstplischke
13.07.2006, 12:21
Genau. Aber man muß sich darüber im Klaren sein, daß einem in Österreich eben nicht die gebratenen Tauben ins Maul fliegen - auch nicht 6-12 Jahren.
In Leipzig ist Patho vielleicht nicht mehr so empfehlenswert: Da gibt`s zwar einen Haufen Assis, aber gerade noch 3 Fachärzte. Und einer davon ist der Chef. An der Kinderklinik laufen auch reihenweise die OÄ und FÄ davon, weiß ich zufälligerweise durch Verwandte.
05deinin
13.07.2006, 13:51
Na klar da haste schon recht...
Aber ich glaube, dass wir Deutschen da in den nächsten Jahren viel ändern müssen, bei uns is nämlich ein Medizinermangel vorprogrammiert (in einigen teilen Deutschlands ist es auch schon bittere Wahrheit), und dann ists vielleicht nicht mehr so schwer den Turnus zu umgehen, muss ja nicht Bayern sein!
ernstplischke
13.07.2006, 14:26
Der Medizinermangel in Deutschland ist aber nur relativ - schließt man Kliniken und schafft man Kassenstellen ab, fehlen auf einmal keine Ärzte mehr. Oder man importiert eben weiterhin - in Ostbayern schon Usus - Ärzte aus Osteuropa.
"Turnus umgehen": Eigentlich nur dann, wenn man möglichst schnell die Appro möchte. Sonst hat man selbstverständlich mit dem Allgemeinmediziner eine gute Arbeitsmarktbasis.
Dr. Pschy
13.07.2006, 15:00
"In Österreich hat sich - bis auf die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium - in den letzten 6 Jahren überhaupt nichts geändert und es wird sich auch nichts ändern"
Da bist du als Wiener aber relativ schlecht informiert. Was ist denn die Einfuehrung des neuen Curriculums im Jahr 2002? Keine Aenderung? Das fuehrt immerhin dazu, dass es einen ganzen Schwung weniger Absolventen pro Jahrgang in Wien geben wird. Ob das zu einer Entspannung der Turnussituation fuehrt bleibt natuerlich abzuwarten, davon red ich gar nicht.
Auf jeden Fall kotzt mich der uebertriebene Pessimismus an. Seit ich in Wien bin wird grundsaetzlich alles schlechtgeredet. Mag ja sein dass du in deinen Aeusserungen prinzipiell Recht hast, aber ich hab bisher die Erfahrung gemacht dass sich alles immer irgendwie hinbiegen hat lassen. Und nicht jeder Uni-Absolvent hat Vit.-B-connections in alle Aemter und Kliniken.
Und nochmal: Du kannst, zumindest bis zum heutigen Tag, ohne jus practicandi in Deutschland trotzdem eine Berufserlaubnis bekommen. Haengt natuerlich vom Amt ab, aber wenn sie dir einen Facharzt machen lassen, ist die Rueckanrechnung nach Oesterreich moeglich, was letztendlich die Appro in beiden Laendern bringt. Aber wie gesagt, was in 5 Jahren sein wird, interessiert mich jetzt noch nicht.
05deinin
13.07.2006, 15:29
:-top das geht mir genauso. Seit der 12. Klasse stresse ich mich von wegen Studienplatz und so, hab leider immer noch keinen, aber Leute die ein wesentlich schlechteres Abi haben schon, was ich daraus gelernt hab: man kann nie wissen wies kommt, mich zu sehr zu stressen hat mir bis jetzt nur Nachteile gebracht! Also falls ich durch den Ems nen Platz bekommen werde ich mich bestimmt nicht die nächsten 6 Jahre des Studiums stressen über das was hinterher kommt!
ernstplischke
13.07.2006, 15:31
Was ist denn die Einfuehrung des neuen Curriculums im Jahr 2002? Keine Aenderung? Das fuehrt immerhin dazu, dass es einen ganzen Schwung weniger Absolventen pro Jahrgang in Wien geben wird. Ob das zu einer Entspannung der Turnussituation fuehrt bleibt natuerlich abzuwarten, davon red ich gar nicht.
Das Medizin-Curriculum juckt den Arbeitsmarkt aber schon sowas von überhaupt nicht, daß es nur so kracht. Der braucht Jungfleisch- reichlich.
Die Absolventenzahl in Wien ist für die nächsten Jahre sowas von egal, weil sich damit die Situation in Wien und Umgebung überhaupt nicht entspannen wird - im Gegenteil. Bilsang haben die genügend Wiener, um sie 3 Jahre auf den Turnus warten zu lassen. Zukünftig werden`s eben wieder 2 Jahre werden und/oder Leute aus den Bundesländern auch drankommen. Was bisher nicht der Fall war. Aber Nicht-Österreicher werden`s weiterhin sehr schwer haben.
Natürlich bekommt man auch ohne Vitamin B irgendwann einen Job - als Österreicher. Man muß eben Sitzfleisch haben. Und an der Uni kannste jederzeti irgendeine Forschungs-Drittmittelstelle haben. Das ist aber keine Ausbildungsstelle. Und wenn man eine Aubsildungsstelle hat, ist sie in der Regel auf ein Jahr begrenzt - da kann man gleich an eine deutsche Uniklinik gehen !
Dr. Pschy
13.07.2006, 16:40
Es gibt noch jemanden, den der derzeitige Arbeitsmarkt null interessiert: mich. Du hast nach einer Aenderung gefragt, ich hab sie dir gegeben. Alles andere interessiert mich momentan nullpe.
Darf ich fragen, in welchem Stadium der Arztausbildung du momentan steckst? Hoert sich fuer naemlich reichlich gefrustet an, sowas laesst man gern an den noch niedriger Stehenden aus. Genauso fuehl ich mich hier grad.
ernstplischke
13.07.2006, 16:49
Tja, wenn Dich die Zukunft Deines Arbeitsmarktes nicht interessiert, biste ja in der Medizin in Österreich genau richtig. Alles Gute ! Und viel Spaß in der Uckermark !
Dr. Pschy
13.07.2006, 16:55
Dreh mir nicht schon wieder die Worte im Mund um. Ich sagte der DERZEITIGE Arbeitsmarkt interessiert mich nicht. Natuerlich interessiert mich, was in 5 Jahren ist, aber wie oben schon beschrieben: Die hellseherischen Faehigkeiten fehlen mir leider.
Ausserdem hast du meine Frage nach deinem derzeitigen Status nicht beantwortet.
Edit: Was ich im Nordosten Deutschlands will ist mir persoenlich auch fraglich.
hallo
also darf ich das ganze mal auf einen punkt bringen, denn eigentlich sagen ja sowieso alle nur das selbe...
die arbeitsbedingungen in österreich sind nicht "besonders" gut (mal gelinde ausgedrückt), wartezeiten vorprogrammiert. Neues curriculum könnte die situation etwas entspannen. Das es vorallem für nicht-österreicher schwer werden wird, wissen auch alle, aber das muss jeder für sich entscheiden, und das leben geht so und so weiter ob 2 jahre wartezeit od. 3 od. 4. solange man auf etwas warte dass man will, ist das machbar...
lg magma
Turnusknecht
13.07.2006, 18:31
Scheinen hier alles Hellseher zu sein, die bereits jetzt wissen was in 6 Jahren ist. Lasst Mal die letzten 6 Jahre Revue passieren, und schaut Mal was sich da alles verändert hat.
Im Gegensatz zu den meisten hier hab ich mein (österreichisches) Medizinstudium hinter mir, und auch mittlerweile fast 3 Jahre Turnus. Ein Jahr wirds sicherlich noch brauchen, dann sind es 4 (in Worten VIER - und dabei bin ich noch nichtmal in Wien). Gottseidank konnt ich ein halbes Jahr davon beim Bundesheer absitzen. ahja, arztprüfung (und notarztdiplom) sollte ich auch noch ablegen.
Summa summarum genieße ich somit fast 10 Jahre Einblick ins österreichische Gesundheitssystem und Ausbildungssystem, und kann mir somit erlauben festzustellen, daß eine Schwalbe in diesem Land noch keinen Sommer macht. Seit ich Erstsemster gewesen bin, wird von einer ausbildungsreform bzgl. postpromotioneller ausbildung geredet. nur, ziehen halt die jahre ins land und nichts tut sich. bzgl. studienreform und zahnmedizinstudium - ca. 10j hats gebraucht und ist auch nur durch enormen Druck durch die EU geschehen und wär vermutlich auch nie passiert ohne EU-Beitritt.
Tut mir leid, wenn wir alle wie pessimisten erscheinen. ich kenn dieses system (und die gesetzgebende körperschaft) hier nur zu gut, und bevor die tinte, mit der dieses neue gesetz unterschrieben werden wird (von bereitstellung der geldmittel und der logistik abgesehen), noch nicht trocken ist, solange zweifle ich am österreichischen "Facharzt für Allgemeinmedizin", das vorgezogene ius practicandi nach 12 mo, den erleichterten wechsel irgendwohin, und was sonst noch an Gerüchten herumschwirrt.
ernstplischke
13.07.2006, 18:39
Der Deutsche muß halt immer Recht haben.
Wer zuletzt lacht....
netfinder
13.07.2006, 18:42
werdet bitte ned kindisch...ist ja lachhaft.
Turnusknecht
13.07.2006, 18:56
he versteht mich nicht falsch....es geht nicht darum, wer recht hat.
nur, "man" kennt hier inzwischen seine pappenheimer.
Ich glaub euch schon dass es nicht einfach wird. Trotzdem hab ich meine Entscheidung getroffen. Und teilweise hab ich einfach schlicht und ergreifend das Gefühl dass manche Östrreicher ein Problem damit haben das Deutsche in Österreicher studieren wollen. Denn wenn das alles so schlimm in Österreich ist wie manche es darstellen, ist doch jeder Östrreicher der in seinem Heimatland Medizin studieren will ein ausgemachter Vollidiot wenn er nicht ins Ausland geht und dort studiert.
:-meinung
Dr. Pschy
13.07.2006, 19:18
Da geb ich Cassjo Recht. Ich bin zwar erst seit einem Jahr dabei, kann aber mittlerweile, wie oben schon beschrieben mit Fug und Recht behaupten, dass oftmals eine ausgequirlte ******** geredet wird. Wie gesagt, ich will Turnusknecht (den ich vom Eindruck her als auesserst kompetenten poster einstufen wuerde und den ich sofort bei eventuellen Fragen kontakten wuerde) und ernstplischke mit Sicherheit nicht den Mund verbieten oder ihre postings als Gequassel darstellen, aber vieles ist einfach nicht so schlimm wie es dargestellt wird.
Ich denke, die Situation nach dem Studium ist in der Tat so wie dargestellt. Aber ich denke auch, dass man damit positiv umgehen kann. Und solangs nicht aktuell wird fuer mich, verschwende ich keinen Gedanken daran (mal davon abgesehen, dass ich versuche mir meine connections und das Vit.B aufzubauen).
Und ich will immer noch gerne wissen, in welchem Ausbildungsabschnitt du steckst, ernstplischke. Waere nett, darauf eine Antwort zu erhalten.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.