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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arzt der eigenen Familie



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Hez
11.07.2006, 01:26
Ich kann nicht schlafen, weil mir gerade lauter Sachen durch den Kopf gehen.
Eines davon könnt ihr der Überschrift entnehmen. Nun bin ich zwar noch kein Arzt, aber meine Familie wendet sich trotzdem mit gesundheitlichen Problemen an mich und ich fühle mich natürlich verpflichtet zu helfen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich meine Familie nie behandeln könnte. Bei ihnen kann ich einfach keine Diagnosen stellen. Entweder spiele ich es herunter, oder sie sind todkrank. Ich kann ihre Symptome nicht mit genügend Abstand betrachten, um normal vorzugehen, wie ich es zB bei einer Famulatur täte. Ich scheue mich auch davor sie zu untersuchen, erklären kann ich das nicht. Es ist einfach, als hätte ich ein Brett vor dem Kopf, sobald es um meine Familie geht.
Kennt ihr das, und wie geht ihr damit um? Behandelt/untersucht ihr eure Familienmitglieder?

Und wo wir schon mal bei Familie sind: Müsst ihr euch auch immer alle Krankengeschichten anhören, sobald ihr die Verwandtschaft seht? :-peng

DeKl
11.07.2006, 01:30
sieh es auch mal von der anderen seite. nimmt deine familie dich wirklich ernst wenn es darum geht? ich meine, jemand der dir den hintern abgeputzt hat, ist nicht wirklich immer in der lage dazu

Rumpelstilzchen
11.07.2006, 07:43
In meiner Familie gibt es etliche leidenschaftliche Hypochonder, die wegen allem zum Arzt rennen und hinter jedem Husten Lungenkrebs vermuten. Ich werde zwar häufiger mal gefragt, was hinter diesem und jenem Symptom stecken könnte und antworte meistens, daß sie zum Arzt gehen sollen.

Ich kann bei nahen Verwandten nicht objektiv sein und deswegen würde ich alles, was über abhören oder Pflasterkleben hinausginge, auch tunlichst unterlassen. Auch bei meinem Kind bin ich in erster Linie Vater, da bleibt von meinem gesammelten Wissen nichts übrig.

Die Niere
11.07.2006, 11:37
Ich wurde auch schon seit frühesten Zeiten als Pseudoarzt aus der ganzen Familie immer zu Rat gezogen. Ich würde mich da auf nicht viel einlassen und einfach, dann wenn man den kleinen Verdacht hat, dass es etwas ernstes sein könnte, auf den Gang zum Arzt verweisen. Damit hat man seine Schuldigkeit getan und windet sich aus vorprogrammierten Fehlern heraus.

gruesse, die niere

Neanderthal_Man
13.07.2006, 18:17
Au Backe! Da würd ich die Finger von lassen. Zum einen haben grade ältere Verwandte häufig sehr komplexe Krankheitsbilder (auch "Alter") genannt, da abzuwägen ist schon ziemlich schwer.
Man kann sich ja Vaddis RR-Medikation anschauen, aber alles in allem sind Familienangehörige beim Haus-/Facharzt besser aufgehoben.
Dazu kommen dann noch verschiedene andere Dinge: Will man wirklich der eigenen Mutter die Brust nach Knoten abtasten? Den Bruder rektal untersuchen (bei Verdacht auf Blinddarm)? Oma bei Koprostase selber nen Schwenkeinlauf oder ne Ausräumung verpassen?
Nenene - dat wird nix!
Dazu kommt dann noch das grosse Problem der fachlichen Akzeptanz! Klar kann man mal ne beginnende KHK erkennen, das heisst aber noch lange nicht das Onkel Horst das auch tatsächlich warhaben will.

Kackbratze
13.07.2006, 19:25
Selbst wenn der erkrankte Verwandte das akzeptiert, heisst das noch lange nicht, dass das dann auch die Bessere Hälfte tut!

Schick die Leutz zum "richtigen" Arzt. Ist die Beste Methode und wenn die Fragen warum, kannst Du ja sagen, dass Du nicht genügend Abstand hast, um wirklich objektiv zu sein.

netfinder
13.07.2006, 19:27
man, gehts mir da noch gut...

Da alle Verwandten selber Aerzte sind, werde ich da niemals was zu melden haben...
Allerdings freue ich mich schon sehr auf die kommenden Diskussionen mit meinen Eltern, wenn jene dann mal einen Arzt brauchen werden...

Hez
13.07.2006, 22:52
Hab neulich meiner Mutter erklärt, dass ich bei ihr und dem Rest der Familie nicht objektiv sein kann. Als ich dann bei meiner Oma war, bekam ich auch erstmal wieder die neusten Krankenhausgeschichten zu hören.
Mein Freund (Informatiker) sagte neulich zu mir, dass er die Situation auch kennt: Jeder will von ihm den Computer repariert bekommen.
Ich behaupte in Zukunft einfach, dass ich Wurstverkäuferin bin. :-))

Stiles
14.07.2006, 03:24
entfernt

Kedar
14.07.2006, 08:49
Ich wurde als Kind immer von meinen Eltern (Kinder- bzw Frauenarzt) behandelt, aber hatte auch nie was grosses. Ging also selten über Pflaster kleben und Fiebermessen hinaus. Dass Eltern aber selten genug Abstand haben kann ich auch bestätigen, meine haben einen Blinddarm und eine Lungenentzündung verkannt und meine Brüder erst im letzten Moment ins Krankenhaus gebracht.

Naja, bei uns läuft es jetzt so ab, dass jeder seine Wehwehchen erzählen daf und evt einen Tip für seinen Arzt bekommt. Beispielsweise: Frag doch mal nach dem und dem Medikament etc..

Nahe Verwandte sollte man nicht ehandeln, aber auch keine Feunde etc. Ausserhalb des Krankenhauses/Praxis würde ich mich sowieso nur höchst selten auf irgendwas medizinisches Einlassen (Notsituationen ausgenommen), da man irgendwann auch mal ausspannen muss...

Daughter_Of_Hell
17.07.2006, 23:00
Ich kenne das auch sehr gut, wenn man ständig von Bekannten oder der Familie zu Rate gezogen wird.
Mittlerweile halte ich das so, dass, wenn mir jemand mit einer Frage kommt,ich sie zwar nach bestem Wissen beantworte, wenns keine große Sache ist("Was tue ich gegen den dicken Pickel auf meiner Nase?") und dann sage,geh zum Arzt...Und die meisten Geschichten schicke ich gleich weiter zum Arzt, auch wenn ich mir dann Fragen anhören muss wie "warum studierst du eigentlich"?

calippo
17.07.2006, 23:23
achjoaaa... woher kenn ich das bloß? :-)
und heute schon wieder mal erlebt. da meine mutter ärztin ist, ist das bei uns im engen familienkreis eh kein ding.
nur meine tante braucht dann immer rat von ihrem arzt, meiner mutter UND mir! auch wenn ich nichts tue bzw. sich das ganze darauf beschränkt, das gesagte vom arzt, was meine mutter bereits wiederholte, nochmals zu wiederholen... ich muss einfach nur anwesend sein... und so kam es, dass ich heute geschlagene fünf stunden in der klinik verbracht habe, nur um eine ambulante abklärung stationär aufzunehmen und mich vierfach und fünffach zu wiederholen... :-P
nichtsdestotrotz wünsche ich eine gute nacht.

Dedi
18.07.2006, 10:42
Ich bin der einzige Arzt in der Familie, dementsprechend krieg ich bei jedem Zipperlein in der Familie einen Anruf. Die meisten Problemchen sind zum Glück orthopädischer Natur - irgendwann konnte ich meiner Familie verklickern, dass es EIN Fachgebiet gibt, von dem ich absolut null Ahnung habe - und das ist Ortho.
Lange haben sie nicht verstanden, wofür eigentlich Neurologen zuständig sind und ich hatte meine Ruhe. Aber mittlerweile haben sie es herausgefunden - jetzt hat plötzlich niemand mehr Gelenkprobleme aber alle seltsames Kribbeln, Taubheitsgefühle und Schwindel.... :-nix

Festus
18.07.2006, 13:23
@ Dedi: Cool, da bin ich ja noch gespannt was da auf mich zukommt.

Generell habe ich aber bei so eitwas eine sehr defensive Haltung, will heissen bei allem was potentiell ernster ist (Herz & Co) halte ich mich lieber raus. Denke dass man so etwas leider in einer richtigen Arzt-Patienten Beziehung handhabt als "mal nebenbei auf einer Familienfeier"

Schädelspalter
06.10.2006, 15:54
Heute morgen hat es mich ereilt.

Opa rief an, dass sich Oma statt des Hörgerätes die Ersatzbatterie in den Gehörgang gesteckt hat :-peng und ich nicht eine Idee hätte, die rauszuholen.

Naja, wenigstens habe ich hinterher "10-Euro-Praxisgebühr" bekommen :-top

Solche Sachen sind ja noch relativ harmlos und man kann drüber lachen - bei schwerwiegerenden Dingen würde ich auch die Finger von lassen.

PhineasGage
06.10.2006, 23:14
Heute morgen hat es mich ereilt.

Opa rief an, dass sich Oma statt des Hörgerätes die Ersatzbatterie in den Gehörgang gesteckt hat :-peng und ich nicht eine Idee hätte, die rauszuholen.


LOL!!!, wie geil ist das denn bitteschön?! :-top :-top :-)) :-)) :-))

jofo.
06.10.2006, 23:28
Eine reanimierte Forenleiche! :-))

Aber jetzt, wo sie da ist: Ich werde auch schon quer durch die Bank als Arzt missbraucht, auch wenn ich noch nicht eine Lehrveranstaltung hinter mir habe! :-/ Natürlich schicke ich alle brav weiter zum Onkel Doktor.

Prinzipiell denke ich aber schon gerne mal mit und lege mir Diagnosevermutungen zurecht, die erfreulicherweise des öfteren stimmen. :-top

Solara
06.10.2006, 23:32
Opa rief an, dass sich Oma statt des Hörgerätes die Ersatzbatterie in den Gehörgang gesteckt hat :-peng und ich nicht eine Idee hätte, die rauszuholen.



:-top

Ich lach mich weg - wie geil *lol* !!!

DeKl
07.10.2006, 01:04
ich empfehle nach wie vor, allen menschen, die solche fragen stellen, vor allem auf feiern oder so, zu sagen, daß es schlecht aussieht, und daß sie vielleicht daran sterben müssen. und sie dann zum doc schicken. irgendwann fragt keiner mehr, und man hat seine ruhe

Hez
07.10.2006, 11:11
Mein Chef aus der Kneipe kam neulich zum mir und sagte: "He, Frau Doktor. Ich hab Hitzewallungen aber kein Fieber. Was ist das?"
Ich: "Wechseljahre."
Er: "Herzlichen Dank auch!" *geh* :-))