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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erlaubte Maßnahmen im Pflegepraktikum



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alive
05.08.2006, 21:05
Hi!

Mach gerade mein Pflegepraktikum auf der Onkologie. Eigentlich ganz in Ordnung und die Schwestern würden mir auch gern mehr Arbeiten übertragen, allerdings taucht dann immer die Frage auf ob das geht.

Beispiel:
"Kannste bei Frau XY die Infusion an-/abhängen?! Darfst du das überhaupt?"

Ähnliche Beispiele: Viggo ziehen, subcutane Injektionen, usw...

Gitbs da irgendwelche Richtlinen vom RP oder irgend ein Statement wie das versicherungstechn. läuft?

Grüße!

jofo.
05.08.2006, 22:31
Also ob es da genaue Richtlinien gibt, was du darfst und was du nicht darfst, wage ich zu bezweifeln. Das liegt wohl an der Gütigkeit deiner Schwestern. ;)

Prinzipiell würde ich, auch zum Selbstschutz, nie etwas ohne examinierte Kraft machen. Ich z.B. habe gestern mit einer Schwester einen Patienten mobilisiert, dem dann auf einmal aus seinem hübschen Platzbäuchlein die Suppe gelaufen ist. Wenn du da alleine bist, kann das unschöne (versicherungstechnische) Konsequenzen haben.

Sardokar
05.08.2006, 22:31
Gleiche Problem habe ich momentan auch, ich kann Spritzen setzen, Viggos stöpseln ziehen usw. oder sonstige Dinge, darf sie aber offiziell nicht, da dies keine pflegerischen Tätigkeiten sind und somit den Examinierten vorbehalten (sein sollen) sind.

Habe auch schon bei den Prüfungsämter gesucht aber bisher nix gefunden.

0815doc
05.08.2006, 22:55
Hmm... ist das nicht andersrum?

Wenn Dir eine eine Anweisung gibt und Dich dann bei der durchführung nicht beaufsichtigt - ist dann nicht die (examinierte) Kraft Verantwortlich?
:-nix

Aber abgesehen davon: Dass beim Viggo ziehen was passiert ist nicht wirklich wahrscheinlich.
Ich mein: rausziehen->draufdrücken... da kann man nicht viel falsch machen!
;-)

Dr. Pschy
05.08.2006, 23:12
Stopp, die Durchfuehrungsverantwortung liegt immer bei dir, wenn du die Massnahme durchfuehrst, egal ob auf Anweisung oder nicht!

Auf der anderern Seite frage ich mich, warum man im Pflegepraktikum nicht Infusionen anhaengen und Viggos ziehen sollte. Ok, legen ist eine andere Sache, aber Viggos ziehen, Infusionen anhaengen usw. hab ich sogar im Zivi gemacht, ohne irgendeine Ausbildung bzw. Vorwissen, sooo anspruchsvoll ist das ja nicht.

Hellequin
05.08.2006, 23:28
Auf der anderern Seite frage ich mich, warum man im Pflegepraktikum nicht Infusionen anhaengen und Viggos ziehen sollte. Ok, legen ist eine andere Sache, aber Viggos ziehen, Infusionen anhaengen usw. hab ich sogar im Zivi gemacht, ohne irgendeine Ausbildung bzw. Vorwissen, sooo anspruchsvoll ist das ja nicht.
Genau dieses fehlende Vorwissen ist aber im Fall das wirklich etwas passiert, das große Problem. Das dürfte dann durchaus haftungsrechtliche als auch strafrechtliche Konsequenzen (ob für den Praktikanten oder das zuständige Pflegepersonal sei mal dahingestellt) haben. Unter Aufsicht ist sowas immer ok, aber alleine... Gelegentlich findet sich auch in den Dienstanweisungen der KHs entsprechende Richtlinien.

Papagena
06.08.2006, 08:10
Hi!

Mit Infusionen rumhantieren durfte ich auch... aber nur unter der Hand. Genau so wie s.c.-spritzen u.ä..

Laut einem Zivi, der mit mir gearbeitet hat dürfen die nichts intravenöses (also keine Infusionen etc.) machen und prinzipiell auch keinen Blutzucker messen oder s.c.-spritzen.

Angeblich gilt das wohl auch für uns Pflegis. Mag von Haus zu Haus unterschiedlich sein, hier in Gö war es zumindest auf meinen Stationen so.

aber erzähl mal auf einer Inneren, dass du keine Infus abhängen oder anhängen darfst oder die Perfusoren nicht anrühren darfst :-) wir haben da teilweise zu dritt (eine schülerin, eine examinierte und ich) die Sation gewuppt.

Ich würde das machen, was ich mir zutraue und was mir wirklich gezeigt wurde und was ich schon unter Aufsicht felerfrei durchgeführt habe.

LG

Ashika
06.08.2006, 09:17
Soweit ich weiß, darfst Du als Praktikant eigentlich gar nichts (den Patienten nicht anfassen, nicht mal Dinge desinfizieren). Alles was direkt oder indirekt dem Pat. Schaden zuführen könnte. Das sich daran aber keiner hält ist ja klar. Meine Arbeiten gingen von Essen anreichen, Pat. waschen, s.c Injektionen, Infusionen (keine ABs) an- und abstöpseln bis Medikamente stellen. Aber gedurft hätte ich streng genommen gar nichts davon...

alive
06.08.2006, 14:04
Stopp, die Durchfuehrungsverantwortung liegt immer bei dir, wenn du die Massnahme durchfuehrst, egal ob auf Anweisung oder nicht!

Ärztliche Delegation an nicht-ärztliches Personal kenn ich. Gibts das denn auch für exam. Pflegekräfte? Aber prinzipiell stimme ich dir zu. Stellt sich nur die Frage ob solche Dinge überhaupt delegierbar sind...


Soweit ich weiß, darfst Du als Praktikant eigentlich gar nichts (den Patienten nicht anfassen, nicht mal Dinge desinfizieren). Alles was direkt oder indirekt dem Pat. Schaden zuführen könnte.

So sehe ich das eigentlich auch. Werde das morgen mal so anregen. Dann setzt ich mich ins Stationszimmer und fasse einfach nichts mehr an. :-))
Aber prinzipoell ist das wohl richtig, denke ich...

Finde diese Situation im Moment ziemlich unbefriedigend, finde nirgendwo eine rechtl. Handhabe. Hat denn niemand schonmal was off. gelesen?

0815doc
06.08.2006, 18:26
Ich plädiere ja schon lange für einen klar definierten Aufgabenkatalog fürs Pflegepraktikum.

Aber eigentlich aus dem Grund, dass es nicht sein kann, dass die Pflegepraktikanten auf Station A fast alles dürfen (das ist ja gut) und auf Station B nur Kaffeekochen und Bettpfanen leeren.

Abgesehen davon gehört da reingeschrieben, dass die Pflegepraktikanten mit auf Visite müssen!
Klar ist das ein Pflegepraktikum...
andererseits sollte dieses doch auch was mit dem Studium zu tun haben und deshalb gehört für mich die Visite als ärztliche Tätigkeit da auf jeden Fall mit rein.
Jetzt geht das wie lang? 3 Monate?
Genug Zeit um jemanden anzulernen und einzusetzen...


(abgesehen davon bin ich dafür, dass das Pflegepraktikum vor Studienantritt absolviert sein muss - das würde einige Studienplätze sparen!)

Hellequin
06.08.2006, 19:32
Jetzt geht das wie lang? 3 Monate?
Genug Zeit um jemanden anzulernen und einzusetzen...

Die wenigsten machen aber ihre 3 Monate auf der selben Station. Und zwischen den einzelnen Fachrichtungen gibt es ja schon Unterschiede. Außerdem weiß die eine Station nicht was dir auf der anderen wie gur beigebracht wurde.

citizen
06.08.2006, 20:30
nunja, auch wenn ich mich nun hier unbeliebt mache, aber:
lasst es euch von einem examinierten Krankenpfleger sagen.

Es heisst doch Pflegepraktikum und daher sollte man sich in diesen drei Monaten auch der Pflege hingeben. Und Pflege heisst nicht nur alleine Waschen und Nahrung reichen. Pflege umfasst da sicherlich Tätigkeiten die man während des Studiums der Medizin nicht lernt.
Und was glaubt Ihr wer später auf ner Station als Famulant oder PJ glänzt?! Genau: derjenige, der sich (auch) in Pflege auskennt.

Viggo´s legen und Infusionen anhängen mag ja ganz spannend nur dafür bennötigt man doch auch ein profundes Fachwissen. Klar kann man mal eben machen aber wo bleibt da die professionalität wenn man nicht weiss warum und welche Indikation und kontraindikationen bestehen können? Ich hab nicht zu selten erlebt wie übereifrige Schüler, Famulanten oder Zivis, mal eben ne Viggo gezogen haben weil ne Schwester oder ein Patient darum gebeten haben. Ganz zu Schweigen von der falschen Infusion am falschen Patienten. "Er wollte doch nur mal eben..."

Ich halte davon nix. man kommt schon noch früh genug dazu s.c zu spritzen oder ne Infusion an oder abzustöpseln.

Hoppla-Daisy
06.08.2006, 21:19
VETO!

Himmel Herrgott, so wild ist das An- und Abstöpseln von Infusionen nun auch wieder nicht! Sofern man lesen kann und das richtige Fläschchen anstöpselt, dürfte das keine weltbewegende und überaus anspruchsvolle Tätigkeit sein.

Ich denke, wenn man in sich hineinhorcht, so wird man in der Regel nichts tun, was die eigene Kompetenz überschreitet. Bin ich vernünftig angelernt worden (und das war in meinem Fall so), dann bin ich auch fähig zu solchen Entscheidungen wie Viggo ziehen oder nicht. Dass ich nicht einfach irgendeine Infusion anhänge, weil das Pat XYZ aber gerne hätte, versteht sich von selbst. Und dass ich bei der kleinsten Unsicherheit ne(n) Examinierte(n) frage, ebenso.

Natürlich würde man auch gerne mal ne Viggo legen oder Blut abzapfen, keine Frage. Aber das kann man auch gut untereinander machen. Ich hab damals den Zivi während eines unspektakulären Dienstes "gequält". Für solche Aktionen bietet einem das weitere Studium noch genügend Gelegenheit.

Ich vertrete die Ansicht, dass man als Praktikant einfach zufriedener und damit auch motivierter ist, je mehr man in die Stationsarbeit miteingebunden wird. Und dazu gehören auch solche Dinge wie eben s.c. spritzen und i.v. an- bzw. abstöpseln. Schließlich werde ich als Praktikant als volle Kraft im Dienstplan geführt und auch so eingeplant! Das ist nicht so, dass man im Spätdienst der "überflüssige Luxus" wäre. Man ist 3. Kraft und fertig.

Außerdem übt so etwas auch die eigene Urteilsfähigkeit. Man bekommt schon sowas wie nen klinischen Blick à la "Du, ich glaub, dem xyz geht's nicht so gut. Der gefällt mir nicht." Und wenn ich mit dem Satz ankam, dann wurde ich auch ernst genommen. Und der klinische Blick ist nicht nur für Ärzte wichtig, sondern auch für's Pflegepersonal.

Ach ja, Patienten aufnehmen, die Kurve fertig machen etc. gehörte dann auch zu meinen Aufgaben. Und in der Übergabe hatte ich den Patienten dann auch zu vorzustellen. Wie bei "Schwesterns" und "Pflegerns" auch. Pflege halt.

hypnotel
06.08.2006, 22:51
Kleine Anekdote aus meiner Intensivpflegezeit:

PJ-Student B., der sporadisch zum Team stößt, betreut eine Weaning-Patientin. Mithilfe eines Mörsers zerkleinert er mehrere Tabletten, was zur Gabe über MS ja nicht ungewöhnlich ist.
B. jedoch zieht das Pulver mit aqua dest. in eine 10ml-Spritze auf und wird just in dem Moment als er über den ZVK injizieren will von einer Schwester gestoppt.
Lapidare Begründung B.'s: Auf der Kurve stand i.v., und er kenne das Medikament nur in Tablettenform.

Das nach etlichen Jahren Studium - man muß wohl nichts weiter dazu sagen.


Fazit: Kompetenzen immer abklären, im Zweifelsfall Daumen drauf. Die gesundheitlichen und etwaigen rechtlichen Konsequenzen können durchaus verheerend sein.

Hoppla-Daisy
06.08.2006, 22:56
:-(( :-(( :-((

citizen
07.08.2006, 09:36
eben, solche Aktionen wie die orale i.v Gabe kommt häufiger vor als man denkt.
Natürlich sollte sich das Pflegpraktikum nicht nur auf waschen und essen reichen reduzieren aber das ist nicht meiner Auffassung nach nicht der Hauptinhalt eines Pflegepraktikums.
Das man als 3. Kraft eingesetzt wird ist ja letzendlich ein PRoblem der Organsiation bzw. der Einsparungen in der med. Versorgung und nicht weil die Famulaten so ein fundiertes Wissen haben und eigentlich schon als KPH durchgehen würden.

Zu dem An und Abstöpslen ... wie häufig ist ne Viggo para oder ist verstopft?! Wie häufig prutscht man selber dran rum bis sie läuft? das man dabei ne Emoblie verursachen kann denkt man als Zivi oder Famulatn so weit?
Es kommt sicherlich auch auf die Anleitung an und die persönliche Grundeinstellung / Wissensstand des Praktikanten. Aber das Pflegepraktikum soll sich auf die Grundpflege und die Versorgung der Station beziehen und nicht die Behandlungspflege und die administrativen Aufgaben beinhalten.

Logo
07.08.2006, 12:12
Daisys Beitrag ist eigentlich nichts mehr hinzu zufügen :-top


Zu dem An und Abstöpslen ... wie häufig ist ne Viggo para oder ist verstopft?! Wie häufig prutscht man selber dran rum bis sie läuft? das man dabei ne Emoblie verursachen kann denkt man als Zivi oder Famulatn so weit?

1) Wenn sie para liegt merkt Arzt, Pfleger, wie Praktikant das erst wenn Aspiration/Infusion nicht läuft, Gewebe anschwillt/rötet und sich im Extremfall Nekrosen bilden. Hat der Arzt den präventiven Röntgen-Blick?! Nein.
Zumal Zugänge oft längerfristig liegen, erübrigt sich das Problem für den Praktikanten dann eher...

2) Ja natürlich KANN man ne Embolie verursachen. Das kann aber auch jeder. Ob ich mit Spritze spüle, am Schlauf "prutsche" - in beiden Fällen löst sich der Thrombus wenn ich Pech habe und er macht leider keinen Unterschied zwischen Arzt und Pfleger/Praktikant. Da hilft nur regelmäßige Kontrolle nach Applikation und gegebenfalls Reaktion.

Ich mache gerade selbst Pflegepraktikum. Und darf recht viel, nachdem die Station gemerkt hat, daß ich zuverlässig und sorgfältig arbeite.
Meine Aufgaben:

Übliche Pflege (Bettpfanne, Waschen, Betten, Essen usw.)
Gestellte Medikamente vorbereiten (bspw. Antibiosen lösen) und aus der "Hausapotheke" (bspw. MCP-Tropfen) auch verabreichen/aushändigen
Infusionen an-/abhängen
Antithrombose-Spritzen, Insulin geben
Blutzucker, Blutdruck, Fieber, Puls messen und in die Kurven eintragen

Netterweise nehmen mich die Ärzte auch auf Visiten und in interessante OPs mit :-)

Ich sehe das mit dem Pflegepraktikums-Katalog eher problematisch. Es ist denke ich wirklich eine Vertrauenssache. Nicht jeder Praktikant ist gleich vertrauenswürdig. Manche beschneidet man lieber in ihren "Kompetenzen", anderen kann man mehr Freiraum gewähren. Da ist einfach mehr Fingerspitzengefühl, statt Verwaltung gefragt. Stationen haben ja auch ihre eigenen Erfahrungswerte...

Gruß
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PS: Auf meiner Station gibt es Pflegekollegen, die als Medizinstudent im 9. Semester patientenaktenkundige ärztliche Anweisungen geben (bspw. Medikamente an- und absetzen) und dabei Rückendeckung von der Ärzteschaft haben - eben weil sie kompetent und zuverlässig sind...
Es gibt nichts, was es nicht gibt ;-)

*miri*
07.08.2006, 17:31
:-meinung
denke auch, je mehr man sich als vertrauenswürdig und zuverlässig erweist, desto mehr darf man mit der zeit auch machen. ist halt vorteilhaft, wenn man länger als einen monat da ist, dann wissen die schwestern/pfleger, was man kann.

bin auf ner urologischen station und darf bis auf insulin geben und blut abnehmen eigentlich alles, was logo auch darf, nur an zvks und pdks darf ich nicht ran. ansonsten fahr ich die patienten manchmal zum op, wenn kein transportdienst im haus ist. nicht zu vergessen die üblichen praktikanten-tätigkeiten...kaffee kochen, brötchen/eis/pizza holen (sind ne verfressene station :-) )

Giant0777
07.08.2006, 17:34
Was man darf ?! Zu meinem Praktikumsbeginn erhielt ich von der Pflegedienstleitung ein Merkblatt, auf dem ganz genau geregelt war, was ich darf und was nicht. Gäbe es hierbei Schadensfälle, wäre ich über das Haus versichert. Nach knapp vier Wochen hat mich dann die Stationsschwester zum Fäden ziehen mitgenommen, es erklärt, gezeigt und mich auch ein wenig machen lassen - unter Aufsicht natürlich.

Mittlerweile übernehme ich unter Aufsicht Dinge, wie EKG schreiben, Flexülen legen, SBH bestimmen und ähnliches. Alles wohl gemerkt, mit Anleitung, genauer Erklärung und Demonstration ( habe z.B das Felxülen legen zig-mal an einer Windel geübt, bevor es ernst wurde :-)) ). Und diese Dinge mache ich zusätzlich zu den normalen Tätigkeiten im Pflegepraktikum. Heisst also, dass ich eigentlich so mehr zu tun habe.
Finde es aber toll und nehme den Mehraufwnd gerne hin.

Die Meinung unserer Schwestern und Ärzte ist im übrigen einhellig, dass Studenten und Schwesternschülern schnell an diese Dinge gewöhnt werden sollten.

Ich fand es übrigens toll, dass man mich derart gut angeleitet hat - denn ich finde, man übernimmt schon eine Menge Verantwortung, wenn man z.B. einem Patienten Blut abnimmt. Und einfach mal was anstöpseln ? Hört sich schon irgendwie ein wenig nach WildWest an.
Ich kann auch diejenigen nicht ganz verstehen, die meinen, so etwas lernt man im Praktikum in 2 Tagen mal eben nebenbei, bzw. dass das definitiv zum Praktikum gehört.

Letzlich glaube ich, dient das Pflegepraktikum auch dazu, einen Eindruck davon zu bekommen, was die Schwestern und Pflegekräfte so leisten. Das man als Arzt weiss, dass durch simple Anordnungen auch sehr viel Arbeit entstehen kann.

Grüße, Giant !

ehem-user-15-05-2019-1059
09.08.2006, 12:04
Du bist natürlich primär übers Haus versichert, wenn du gewisse Tätigkeiten übernimmst. Fakt ist, dass du nur versichert bist, wenn du diese ordnungsgemäss sozusagen lege artis ausführen kannst. Im Pflegepraktikum sollst du lernen, und (aus meiner Sicht, die ich sowohl die pflegerische als auch die studentische Seite zu Genüge kenne) UNTER AUFSICHT ist das alles kein Problem. Aber gewisse Dinge, v.a. alles, was mit i.v. Medikamenten (Antibiosen, Kolloidlösungen, Tramadol, Metamizol,...) verbunden ist, kann ich euch nur raten, vorher genau zu überlegen, ob ihr die Verantwortung dafür übernehmen könnt! Denn im Praktikum ist das ne andere Sache als in der Ausbildung, und wenn ihr eine Nekrose durch paragelaufene oder i.a-Injektion auslöst, könnt ihr sicher sein, dass ihr da sicherlich mit zur Verantwortung gezogen werdet, weil ihr es eigentlich nicht düerft! Anders unter Aufsicht. Und bei derartigen Komplikationen will ich den sehen, der dann die Verantwortung dafür übernimmt. Hab lange genug Ausbildung und Pflege gemacht und bin mittlerweile weit genug, euch das zu sagen.
Meiner Meinung ok:
Blut abnehmen
nackte Ringer 8evtl. mit ACC oder harmlosen Medis) anhängen
Viggos ziehen
EKG anlegen
Fäden exen

Finger weg:
gross Verbände
Antibiosenerstgaben anhängen
Kolloidale anhängen
i.m. spritzen
i.v. spritzen
Insulingaben (lieber erstmal belesen, wie die Krankheit entsteht, welche Formen, Therapieoptionen, 30er Regel, VERSTEHEN. dann ist Insulin spritzen ok)

Ich kann es euch nur aus meiner persönlichen Erfahrung raten, wenn ihr es riskieren wollt. Nur seit euch über mögliche Konsequenzen klar. Es passiert nicht oft was, aber wenn...

Darüber gibt es übrigens in einer alten Via medici einen Artikel (irgendwann Ende 05, Anfang 06)

Gruss