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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie sieht der Arbeitstag in der Radiologie aus?



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tarumo
16.10.2019, 07:46
Habt ihr keine Anzeige, welche stellen im Befund verändert wurden? Bei uns wird das farblich hervorgehoben.
Ja, genau, in ORBIS z.B. geht das. Bei kniffligen Sachen habe ich es auch bevorzugt, den Befund vorher zu besprechen, damit man nicht hinterher *alles* neu diktieren muss.
Ansonsten ist Radiopaedia als online-Referenz sehr zu empfehlen, analog in Papaierform für CT der "Prokop"

FirebirdUSA
17.10.2019, 07:41
Obwohl ich eine Ausbildung ohne besprechen für mäßig gut halte. Ich seh ehrlich gesagt auch den Zeitvorteil nicht wenn ein FA/OA den Text nochmsl komplett korrigiert und dann sowieso die Bilder ansehen muss.

Laelya
17.10.2019, 09:02
Also zu Beginn der Ausbildung werden bei uns alle Befunde besprochen mit OA oder CA oder aber einem
Altassistenten. Wenn unsere oberen jeden einzelnen Befund nach korrigieren müssten dann würden unsere Befunde nie fertig werden. Bei uns schreibt der Anfänger Assistent unter Anleitung eines erfahrenen Kollegen, der ihn am Gerät einarbeitet. Danach bespricht er das mit einem facharzt und erst dann werden die Befunde in die vidierung geschickt. Bei unerfahrenen Kollegen schauen dann die Fachärzte nochmal genauer auf die Befunde, aber sie kennen dann die Bilder halt auch schon, bei erfahrenen Kollegen halt nicht mehr. Da wird drauf vertraut das wir umsetzen können was besprochen wurde. In meinem
Ausbildungsstand bespreche ich Befunde nur noch, wenn ich mir unsicher bin oder wenn wir uns zum bsp nicht eindeutig mit der TNM Klassifikation sind, das ist aber ein sehr kurzes punktuelles besprechen.

Da wir unsere Obrigkeit aufgeteilt haben, OA vidiert CT und CA MRT haben wir auch immer einen direkten Ansprechpartner. Da wir aber auch 3 altassistenten sind die alle kurz vorm FA stehen sind unsere jungassistenten so gut wie nie alleine und haben immer erstmal uns als Ansprechpartner. Ich finde unser System super, hab dadurch eine super steile Lernkurve gehabt und mich gut aufgehoben gefühlt und das anlernen von jungassistenten macht echt viel Spaß :-)

Meine vidierten Befunde lese ich mir übrigens nie durch. Die bekomme ich ja nicht mehr in die Hand und suche im
System auch nicht mehr danach, das kostet mir zu viel Zeit.

Federgt
17.10.2019, 13:29
Danke, nehme ich mal alles mit.

freak1
17.10.2019, 13:40
Solche familären Systeme sind bei knapp 400 Schnittbildern pro Tag (leider) nicht mehr praktikabel. :-nix

GelbeKlamotten
17.10.2019, 15:09
Ich finde es ja echt erstaunlich, dass hier so wenige Leute Systeme haben, die die Änderungen nach der Vidierung automatisch hervorheben. Gerade auch nach einem Dienst, wo man eben nichts persönlich besprechen kann, ist es doch schon schön und beruhigend, dann wenn die Befunde irgendwann vidiert sind, schnell sehen zu können, was richtig war und wo man eventuell mist verzapft hat.

Ich kann bei mir im RIS ganz bequem alle meine Befunde ausfiltern, an denen bei der Vidierung etwas geändert wurde und wenn ich sie anklicke, ist die genaue änderung farblich hervorgehoben. Damit kostet es kaum Zeit, das nachzuvollziehen. Je nach Oberarzt werden dann im Nachtdienst von sagen wir 40 Befunden aus dem Nachtdienst 0 bis 10 noch mal geändert. Was geändert wird ist auch sehr abhängig vom Oberarzt. Einige ergänzen nur die Beurteilung und lesen der Befundtext gar nicht, andere korrigieren auch jede ihrer Meinung nach nicht ganz optimale Formulierung im Befundtext.

10 geänderte Befunde noch mal kurz anzuschauen dauert so vielleicht 3 Minuten, wenn es keine ganz eklatanten Änderungen sind. Und ich würde mal behaupten, die Qualität der eigenen Befunde verbessert sich dadurch im Lauf der Zeit sehr erheblich.

Laelya
17.10.2019, 18:56
Solche familären Systeme sind bei knapp 400 Schnittbildern pro Tag (leider) nicht mehr praktikabel. :-nix

Ihr habt sicherlich auch mehr FA die vidieren oder?

freak1
17.10.2019, 18:59
Natürlich. Wie gesagt wir besprechen auch Befunde die komplex sind oder unklar. Aber halt nicht jedes Staging und jede LAE aufs neue von Anfang an...

Laelya
17.10.2019, 19:01
Ne das kann ich auch verstehen. Nur finde ich das die Lernkurve bei einem 1:1 besprochenen Befund höher ist als wenn ich mir den korrigierten Befund durchlese...also gerade wenn man
Anfänger ist.

freak1
17.10.2019, 19:02
Auf der anderen Seite lernst du so auch selbst zu recherchieren und dich an Probleme heranzutasten anstatt einfach alles vorgekaut zu bekommen. :-lesen

Laelya
17.10.2019, 19:04
Ne versteh mich nicht falsch. Ich hab immer vorher einen eigenen Befund geschrieben und mir Gedanken zur Diagnose etc. gemacht. Unvorbereitet in eine Befundbesprechung zu gehen hätten meine oberen nicht gerne gesehen :-P
Also vorgekaut haben wir auch nichts bekommen ;-)

FirebirdUSA
17.10.2019, 19:24
Gerade bei Staging finde ich das 4 Augensxstem für extrem wichtig. Wenn nur frei gegeben wird steigt das Risiko für "der/die kann das, muss ich mir nicht ansehen".
Und jeden Befund besprechen hat nix mit familiär zu tun. Haben hier auch eine vergleichbare Anzahl an Befunden mit 8 MRTs, 5 CTs und noch Spezialdiagnostik wie PET/CT -/MR.

Das es auch anders funktionieren kann will ich gar nicht bestreiten.

freak1
17.10.2019, 19:47
Gerade bei Staging finde ich das 4 Augensxstem für extrem wichtig. Wenn nur frei gegeben wird steigt das Risiko für "der/die kann das, muss ich mir nicht ansehen".

Das ist hier definitiv nicht der Fall! Hier werden auch noch Befunde von fast-FÄ angeschaut und Sachen korrigiert. Wahrscheinlich weniger genau als beim 1-Jahres-Assi, aber blind freigebeben wird hier definitiv nicht.

GelbeKlamotten
18.10.2019, 01:39
Natürlich. Wie gesagt wir besprechen auch Befunde die komplex sind oder unklar. Aber halt nicht jedes Staging und jede LAE aufs neue von Anfang an...

Bei uns werden außerhalb der Dienste auch LAE CTs in der Regel besprochen. Das geht halt dann bei erfahrenen Assistenten sehr schnell. Wenns wirklich nur die eindeutige LAE mit kleiner Infarktpneumonie und Rechtsherzbelastungszeichen geht, kann man das innerhalb von weniger als einer Minute besprechen. Ich würde behaupten, dass das bei einem erfahrenen Assi dem OA einen Zeitvorteil bringt. So muss er nicht die Bilder beim Freigeben selbst ausführlich durchschauen, sondern kann sich die relevanten Sachen zeigen lassen und dann nur kurz abnicken.
Das gilt noch mehr beim Staging. Ein vom Assistenten schon gesichtetes und strukturiert vorgestelltes Staging spart dem OA imo enorm viel Zeit. Dann muss er nicht selbst die Vorgeschichte recherchieren, man kann sich direkt über feinheiten einigen (ist der herd wirklich größer oder nur anders angeschnitten? Etc.). Das setzt voraus, dass der Assistent ein bisschen erfahrung hat, einigermaßen gewissenhaft arbeitet und sich normal ausdrücken kann. Das trifft natürlich bei weitem nicht auf jeden Radiologieassistenten zu, aber bei einigen funktioniert das schon ;-)
Unser haupt CT Oberarzt verbringt mit einem eher unkomplizierten staging bei einem guten assistenten vielleicht 5 minuten für besprechung und freigabe. Wenn man nur einen schriftlichen befund bekommt und dann selbst alles durchschaut und korrigiert, kommt man sicher schnell auf das 4fache an Zeit.

FirebirdUSA
20.10.2019, 09:44
Das ist hier definitiv nicht der Fall! Hier werden auch noch Befunde von fast-FÄ angeschaut und Sachen korrigiert. Wahrscheinlich weniger genau als beim 1-Jahres-Assi, aber blind freigebeben wird hier definitiv nicht.

Ich hatte von deinen Beschreibungen auch nicht das Gefühl, dass bei euch es schlecht läuft. Ich kenne aber nur ein System wie GelbeKlamotten es beschreibt und sehe den Zeitvorteil von eurem System nicht. Mich als freigebenden würde es nerven, wenn ich die Dinger unbesprochen bekomme und ich es mir nochmal ansehen muss. Dann muss ich mir auch den klinischen Bezug selbst erarbeiten, ggf. im Kliniksystem noch nach Laborparametern oder klinischen Angaben suchen,... bei einer Besprechung kann ich diese Infos gleich erfragen und komme schneller zu einer Meinung...

Wie gesagt, will ich damit aber nicht sagen, dass es anders nicht auch gut geht oder vielleicht auch besser ist. Ich sehe nur die Vorteile nicht.