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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : residency in emgergency medicine ?



haroffee613
24.08.2006, 13:50
mit welchem facharzt in dt ist der US facharzt in ermergency medicine denn vergleichbar ? dürfte man mit dieser residency in dt nur in der notaufnahme arbeiten ? oder leztendlich überhaupt nicht ?

test
24.08.2006, 13:53
mit welchem facharzt in dt ist der US facharzt in ermergency medicine denn vergleichbar ? dürfte man mit dieser residency in dt nur in der notaufnahme arbeiten ? oder leztendlich überhaupt nicht ?

Es gibt keinen vergleichbaren Facharzt in Deutschland. Du darfst in Deutschland natürlich arbeiten aber eben nicht als Facharzt solange du keinen Facharzt in Deutschland hast und nach der Residency in EM müßte man dann wohl in Deutschland wohl einen anderen Facharzt anfangen und gucken, was von der Zeit in USA anerkannt wird.
Wenn man weiß, dass man auf jeden Fall zurück will nach Deutschland, ist EM meines WIssens keine gute Idee, zumindest nach derzeitigem Stand, wo es keinen vergleichbaren Facharzt in Deutschland gibt.

Half a Bee
24.08.2006, 16:07
mit welchem facharzt in dt ist der US facharzt in ermergency medicine denn vergleichbar ? dürfte man mit dieser residency in dt nur in der notaufnahme arbeiten ? oder leztendlich überhaupt nicht ?

Stimme test zu. Da ich EM mache habe ich darueber natuerlich auch nachgedacht. Man kann sich die Zeiten und die praktischen Dinge in D. auf einen Facharzt (z.B. Anaesthesie) anrechnen lassen, aber natuerlich fehlt einem immer irgend etwas.
Fuer mich war aber eher ausschlaggebend, dass EM fuer mich das mit Abstand beste Fach ist und ich in den naechsten Jahren erstmal hier bleiben werde. Und wer weiss ob sich das Fach nicht auch in Deutschland etabliert.

haroffee613
24.08.2006, 17:00
hast du EM in den USA gemacht ? in dt ist Em ja nur eine fortbildung .
glaubst dass man in den USA eine intensivere Em ausbildung erlangt als in dt ?

test
24.08.2006, 19:21
Das Bild der EM ist dort ja ein ganz anderes. Der ER wird ja von EMs geführt und da kommt ja alles rein von chirurgisch bis internistisch bsi gyäkolgoisch.
Insofern sind die NOtärzte bei uns und EMs in USA nicht wirklich zu vergleichen würde ich sagen, aber da kann half a bee sicher mehr zu sagen. Ich denke das US Modell ist das zukunftsträchtigere aber ob es sobald eine änderung des deutschen systems gibt, wage ich eher zu bezweifeln.

Half a Bee
25.08.2006, 01:37
Ich denke das US Modell ist das zukunftsträchtigere aber ob es sobald eine änderung des deutschen systems gibt, wage ich eher zu bezweifeln.

Ganz meine Meinung. Ich glaube, daß vor allem die Unfallchirurgen wegen der langen Tradition sich in den Weg stellen werden. So ähnlich war es ja auch in den USA in den 60ern und Anfang der 70er.

EM gibt es in Deutschland nicht, was auch einer Gründe war hierher zu kommen. In USA gibt es aber auch nicht den klassischen deutschen Notarzt, der mit den Rettungsassistenen präklinische Notfallmedizin betreibt.

Wie test schon gesagt hat, ist EM in den USA viel umfassender und strukturierter. Mein Programm ist vier Jahre, es gibt auch auch viele Programme, die drei Jahre lang laufen. Danach kann man noch, wenn man möchte verschiedene Fellowships machen (Pediatric EM u.ä.). Aufgrund der Versicherungsstruktur in den USA kommen viele, meist nicht versicherte Leute hier in die Notaufnahme, die in Deutschland beim Hausarzt landen würde. Das treibt die Patientenzahl in die Höhe. Unsere Notaufnahme sieht pro Jahr momentan ca. 100.000 Patienten.

haroffee613
25.08.2006, 08:30
kann man auch erstmal eine 3 jährige residency in ER machen und sich dann für zb chirugie entscheiden ?

DanielOliver
25.08.2006, 12:25
Ich denke das US Modell ist das zukunftsträchtigere aber ob es sobald eine änderung des deutschen systems gibt, wage ich eher zu bezweifeln.

Wieso denkst du das und was meinst du mit zukunftsträchtig? Effizienter, besseres klinisches Outcome, bequemer für die Fachkliniken...

Solange wir in Deutschland eine funktionierende allgemeinmedizinische Versorgung mit einem Sicherstellungsauftrag, eine arztunterstützte präklinische Notfallmedizin mit überlegter Auswahl der Zielklinik und eine Krankenversicherung für fast alle haben gibt es in Deutschland keinen Bedarf für eine Emergency Medicine amerikanischer Prägung.
Da muss man die "wir sind die Krone der Schöpfung"-Mentalität die manche amerikanische EM-Docs an den Tag legen auch mal kritisch hinterfragen.

haroffee613
25.08.2006, 13:45
im UK hat sich aber auch das EM-system aus USA durchgesetzt. ich denke schon dass eine US - residency IMMER dem europischen überlegen ist .
grund: die ausbildung is strukturiert und eben nicht so larifari wie es leider in dt der fall ist..... :-top

Half a Bee
27.08.2006, 15:58
Solange wir in Deutschland eine funktionierende allgemeinmedizinische Versorgung mit einem Sicherstellungsauftrag, eine arztunterstützte präklinische Notfallmedizin mit überlegter Auswahl der Zielklinik und eine Krankenversicherung für fast alle haben gibt es in Deutschland keinen Bedarf für eine Emergency Medicine amerikanischer Prägung.
Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Richtig ist, daß Deutschland eine sehr gute allgemeinmedizinische Versorgung hat. Das ist extrem wichtig und man sieht in den USA ja, was passiert, wenn das nicht vorhanden sind. Wir haben mehrmals die Woche Wartezeiten für Patienten >7 Stunden.

Präklinisch bin ich auch eher ein Anhänger des deutschen arztunterstützen "stay-and-play" Systems (in Maßen genossen), was die klinische Notfallmedizin betrifft sehe ich aber noch Verbesserungsmöglichkeiten in Deutschland sowohl in der Ausbildung, als auch in der Praxis (v.a. wenn es in dem entsprechenden Haus keine ZNA gibt).


Da muss man die "wir sind die Krone der Schöpfung"-Mentalität die manche amerikanische EM-Docs an den Tag legen auch mal kritisch hinterfragen.
Bist Du sicher, daß Du nicht von den orthopods redest? :-wow

DanielOliver
28.08.2006, 08:36
Präklinisch bin ich auch eher ein Anhänger des deutschen arztunterstützen "stay-and-play" Systems (in Maßen genossen), was die klinische Notfallmedizin betrifft sehe ich aber noch Verbesserungsmöglichkeiten in Deutschland sowohl in der Ausbildung, als auch in der Praxis (v.a. wenn es in dem entsprechenden Haus keine ZNA gibt).

Klinische Notfallmedizin ist immer verbesserungsfähig, das liegt in ihrer Natur. Wo konkret siehst du den Verbesserungsbedarf. Ich würde behaupten in einem großen Haus findet eine gleichwertige Notfallversorgung statt. Und im kleinen Provinzkrankenhaus fehlen nun mal einfach die Ressourcen, das ist mit oder ohne ER das gleiche Problem. Deshalb ist ja die Auswahl der geigneten Zielklinik und eine adäquate Voranmeldung so wichtig, meiner Meinung nach eine der größten Stärken des notarztbesetzten Rettungsdienstes.




Bist Du sicher, daß Du nicht von den orthopods redest? :-wow

Naja, ich hab jedenfalls ein par sackarrogante Residents in EM kennengelernt die der Meinung waren ein Land ohne EM wäre eigentlich ein medizinisches Entwicklungsland. Die Attendings hatten da allerdings schon wieder eine deutlich realistischere Vorstellung

haroffee613
28.08.2006, 11:36
Naja, ich hab jedenfalls ein par sackarrogante Residents in EM kennengelernt die der Meinung waren ein Land ohne EM wäre eigentlich ein medizinisches Entwicklungsland. Die Attendings hatten da allerdings schon wieder eine deutlich realistischere Vorstellung[/QUOTE]

:-)) dann gehörten neben dt auch frankreich , schweiz und fast der rest europas zu den entwicklungsländern! LOL
nun, ich finde das notarzt-system in dt ja überhaupt nicht schlecht.
was mir nur einfach nicht gefällt ist die ausbildung hin zum notarzt :
sie ist eben nicht sehr struktuiert wie in USA.
ob dann der notarzt im krankenhäuslein wartet oder mit zum umfallort kommt ist MIR letztendlich egal ...... eben nur die ausbildung ist mir in deutschland aber auch in frankreich zu wässerig..... :-meinung