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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pleite wegen Börsenbaisse



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02.08.2002, 20:02
Das ist nur der Neid der Mittellosen. Muß man sich vielleicht auch entschuldigen, wenn man sein BMW-Cabrio vor dem Hörsaalgebäude parkt, nur weil ein paar neidische Mitstudis sich noch nichteinmal einen alten Golf leisten können? Und muß man verschweigen, wenn man in den Semesterferien nach St.Moritz zum Skifahren fährt, während andere für ihr Studium arbeiten müssen? Und darf man vielleicht auch nicht 3000 € im Monat von den Eltern erhalten, sondern nur den BAFÖG-Satz? Wohl kaum. Es ist doch keine Schande, wenn die Eltern Geld haben, im Gegenteil. Es mag ja sein, daß ein paar Ossis oder andere Altkommunisten noch nicht verstanden haben, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Aber denen kann man eben nicht helfen.

Malocherdoc

Lava
02.08.2002, 20:23
Und da spricht ein reiches Muttersöhnchen, das sich rechtfertigt.
Ich akzeptiere dein Argument aber. Kann sein, dass da Neid im Spiel ist.

Trotzdem vertrete ich die Meinung, dass man sich Geld verdienen muss und zwar nicht durch Geburt. Und wenn man mehr hat als jemand anders, kann man ruhig was "abgeben".

Ich weiß - so funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Aber man kann eine Verbesserung für ALLE Menschen doch wohl anstreben. Aber jetzt gleitet das schon wieder in Weltanschauungen ab und das hatten wir hier schon zur Genüge.

Eins bleibt aber festzuhalten: die Regel sind eher die autolosen Studenten als die BMW Fahrer.

Dr.Dolor
02.08.2002, 21:06
...schon der Name ist bei Dir kompletter Unfug :-)

Jetzt mal Butter bei die Fische: Schön, dass Deine Eltern reich sind. BMW-Cabrio fährt sich auch ganz gut und St.Moritz hat tole Skigebiete (vom Aprè mal ganz abgesehen...)
Natürlich kann man auf Errungenschaften stolz sein, andererseits sie aber auch nur geniesen. Ich denke, es entspricht einem normalen Grundbedürfnis als Mensch, so gut wie möglich zu leben. Sich dafür zu rechtfertigen wäre albern, damit zu protzen oder es als Selbstverständlichkeit zu betrachten aber erbärmlich.

Da ich Dich nicht persönlich kenne möchte ich mich bezügl. Deiner Einstellung zu materiellen Gütern und Deinen Ausführen im Hinblick auf den "neidischen" Mittelstand nicht näher auslassen - es wäre aber schön, wenn Du neben Deinem offenbar recht fixierten Weltbild auch Menschen jenseits Deines Tellers siehst und daran denkst, das Reichtum auch eine verpflichtene Komponente beinhaltet. Diese Ansicht hat jetzt nix mit "neokommunistischem" Gedankengut zu tun sondern basiert vielmehr auf einer ethisch-moralischen Verpflichtung die Du als Mensch zu erfüllen hast. Wer Z3 fahren kann, hat beispielsweise auch 21 Euros im Monat für ein Patenkind in der 3.Welt -

In diesem Sinne,
Gruss, Daniel.

Epsilon
02.08.2002, 21:29
Da gibt es nichts mehr hinzuzufügen, Daniel.

ehemalige Userin 24092013
02.08.2002, 21:34
".....ein paar Ossis oder andere Altkommunisten...."

Das kann doch echt nicht angehen! Du erwartest, dass andere auch toleranter über Reichtum denken, dann frage ich mich, wie sieht Deine Toleranz gegenüber Ossis aus?
Glaubst Du echt noch, wir leben hier noch wie im Wald und verurteilen alle, die anders sind als wir?
Ob Du es glaubst oder nicht, wir haben nichts gegen den Reichtum anderer.
Aber mit Sicherheit habe ich was gegen Leute, die so rumprotzen mit ihrer Kohle und sich selbst für unwiederstehlich halten und glauben, sie sind was Besseres. ( als Ossis vielleicht )

Äh, da vergeht mir so einiges...................

Schönen Gruss Kaddel

Epsilon
02.08.2002, 21:34
Ach und an den BMW Sprücheklopfer...
Der Spruch mit den Ossis ist ja wohl ein Armutszeugnis an deine Gehirnzellen, oder?
Statt mit BMW vor Nobelschuppen vorzufahren solltest du mal lieber was für deine Bildung tun und die neuen Bundesländer erkunden, bevor dir noch mehr so Schwachheiten einfallen.

Ach und übrigens...ich bin ein Wessi und froh in Leipzig studieren zu dürfen!

Epsilon
02.08.2002, 21:40
Vielleicht bepi... sich der Typ auch gerade vor lachen, weil er in ner
10 qm Bunde sitzt und ihm die Haare bis zum Hintern reichen...
oder gibts so Leute echt?!

Dr.Dolor
02.08.2002, 21:44
Original geschrieben von Epsilon
Vielleicht bepi... sich der Typ auch gerade vor lachen, weil er in ner
10 qm Bunde sitzt und ihm die Haare bis zum Hintern reichen...
Coole Theorie, Epsilon. Da hätten seine Kommentare sogar Stil - frei nach dem Motto: "Deine Armut kotzt mich an" auf einem uralt-VW-Käfer :-)

frodo
03.08.2002, 12:10
Das an der Börse angelegte Geld sollte seinem Anleger eigentlich ein bißchen egal sein, denn er kann es genauso gut verdoppeln wie halbieren. Das ist absolut logisch und sollte wirklich jedem klar sein, ist es aber beeindruckenderweise nur den wenigsten. Genauso klar ist auch, daß es kein ständiges Wirtschaftswachstum geben kann, da ja schon heute der mitteleuropäische Durchschnittsmensch den ganzen Tag ständig am konsumieren ist und die Wirtschaftsunternehmen zu 90% sinnlosen Schrott produzieren. Daß das irgendwann nicht mehr steigerungsfähig ist, ist auch vollkommen logisch.
Das eigentlich traurige ist nur, daß man als linksextremistischer Kommunist bezeichnet wird, wenn man diese Dinge mit dem gesunden Menschenverstand betrachtet.
Und an Malocherdoc: hast du schon mal darüber nachgedacht, wo eigentlich unser Wohlstand herkommt? Wir sind es doch, den Menschen in Afrika, Südamerika und anderswo in der Welt auf der Tasche liegen.

Lion
03.08.2002, 13:23
Klar Frodo, jeder der an der Börse Geld investiert, sollte wissen, daß es auch schnell weg sein kann.
Trotzdem kotzen mich diese kleinbürgerlichen, hirnlosen Sprüche (toll wenn der Aktienmarkt am Boden ist) ebenso an wie das überflüssige rumgeprahle (mein Haus, mein Auto,...).
Jemand, der wirklich Geld hat, hat es nicht nötig darüber zu sprechen. Es sei denn es handelt sich um einen neureichen Schnösel, der mit Prada Schühchen abends in die Disco geht, weil er sonst a.g. seines Gesichts wohl nicht reinkommen würde.
Jedenfalls hat es jemand, der einen hohen Lebensstandard gewöhnt ist, nicht nötig über eine monatl. Summe von 3000€ zu diskutieren, geschweige denn sich dafür zu rechtfertigen.
Also ich halte diesen Thread für ziemlich lächerlich.

hobbes
07.08.2002, 23:35
Na ja, so lange jemand nicht in Optionen investiert hat, handelt es sich ja immer noch um Buchverluste und nicht um Realverlust. Ausser man habe verkauft; davon würde ich aber dringend abraten.

Den angeblich mittellosen Börsenfeinde rate ich: Kauft jetzt Aktien, jetzt ist die Chance da, und flucht nicht in ein paar Jahren über die blöden reichen Aktionäre.

Ich habe mein - nicht beziffert werden wollendenes Vermögen - investiert und fühle mich dabei moralisch nicht schlecht, sondern ausserordentlich gut. Ich stelle hiermit mein Kapital innovativen Köpfen zu Verfügung, die damit Arbeitsplätze schaffen und nebenbei Geld verdienen. Was soll daran schlecht sein.

Es ist interessant, wer alles auf die Börse und den Kapitalismus flucht. Meist verstehen solche Kritiker leider sehr wenig von unserer Gesellschaft. Schade.

07.08.2002, 23:58
Warum soll man nicht in Optionen investieren? Schon mal was von Put-Optionen gehört, mit denen sich auf fallende Kurse setzen läßt? Das war in der letzten Zeit genau das Richtige. Ich hatte gerade erst kürzlich mit einer fünfstelligen Summe in Put-Optionen auf MLP-Aktien investiert, als diese noch bei 32 Euro standen. Verkauft habe ich dann bei einem Aktienkurs von 9 Euro. Bei einem ordenlichen Hebel, den dieser nette Schein hatte, lag der Ertrag nahe der sechstelligen Euro-Bereiche. Soviel zu den Optionen.

Jens

hobbes
08.08.2002, 00:23
Freut mich für dich Jens. Ich habe auch schon mit Optionen verdient (und auch verloren). Ich würde sie eben wegen des doch ordentlichen Risikos nicht jedwelchem empfehlen. Dafür muss man sich schon etwas mit der Börse auskennen und v.a. die notwendige Risikobereitschaft mitbringen.

Lava
09.08.2002, 08:10
@Hobbes: Du meinst also, wir sollten uns freuen, dass wir auf der Gewinnerseite des Systems stehen?

hobbes
09.08.2002, 12:31
Ich verstehe nicht was du meinst. Bitte ausführen.

frodo
14.08.2002, 21:07
Hi Hobbes,

wie schon gesagt, unsere Gesellschaft funktioniert so, daß unser Wohlstand auf Basis von Armut, Hunger und Elend in vielen Ländern dieser Welt steht. Und das finde ich einfach nicht fair, und schon gar nicht menschlich. Das ist der Punkt, den viele Kritiker herausstellen. Du scheinst das ja in Ordnung zu finden...

17.08.2002, 11:49
Hi Frodo,
:-))
große Worte. Aber Du brauchst garnicht in die große weite Welt sehen. Es steht nicht nur "unser Wohlstand auf Basis von Armut, Hunger und Elend in vielen Ländern dieser Welt", wie Du sagst, sondern auch der Wohlstand des Arztes auf Basis der Ausbeutung des gesetzlichen Krankenkassensystems.

frodo
18.08.2002, 19:33
Ein großes Problem in unserem medizinischen Versorgungssystem ist in meinen Augen die Möglichkeit, sich privat zu versichern...
Ich gebe Dir vollkommen recht, daß einige Ärzte hier viel zu viel verdienen, aber einige kämpfen auch ums Überleben! Wie kann ein niedergelassener Arzt in Bayern für die gleiche Leistung mehr als doppelt soviel verdienen wie ein Arzt in Mecklenburg???
Das meiste Geld frißt das System allein durch seine Bürokratie, Unmengen fließen an Pharmakonzerne und Biotechnologie-Unternehmen - glaub mir, wenn das Geld für Ärzte gerechter verteilt wäre (eingeschlossen auch die Einhaltung der Arbeitszeiten, also mehr Stellen), wäre das relativ in Ordnung.

Lion
19.08.2002, 13:40
Jaaaa, es lebe der Kommunismus. :-))

Wählt doch einfach die PDS. :-???

hobbes
01.09.2002, 00:25
Lieber Frodo

Armut, Hunger und Elend gibt es auch in Kuba und China und gab und gibt es auch in Russland. Also hat dies offensichtlich zumindest nicht nur mit unserem System zu tun. Vielmehr bin ich der Auffassung, dass wir durch das durch die Gesellschaft erwirtschaftete BSP und die ansehnlichen Steuer- und Sozialabgaben gut in der Lage sind die Armut, dem Hunger und dem Elend in unseren Ländern zu bekämpfen.

Wenn du mir den Vorwurf machst, ich fände Armut, Hunger und Elend in Ordnung, dann müsstest du mir den Zusammenhang mit dem Investieren in Aktien noch erklären. Ansonsten ist deine Behauptung zwar eine gängige Meinung, jedoch haltlos.

:-peng