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helime
26.09.2006, 12:41
Hallo

wie haltet ihr es im klinischen Teil mit dem Besuch von Vorlesungen?
Wenn man alle VL besuchen möchte und noch die Kurs macht,kommt man doch kaum noch zum Lernen bzw. Nebenjob?

Wie handhabt ihr das?

helmut

haemoglobinchen
26.09.2006, 23:58
Ich hab nur am Anfang den Fehler gemacht, hochmotiviert jeden Morgen um 6 aufzustehen und zur Vorlesung zu marschieren ... mittlerweile hab ich in so einigen Fächern (gute) Klausuren geschrieben, ohne je was von Vorlesung gehört zu haben ... funktioniert genauso gut wie in der Vorklinik. Fachschaftsskripte, Altfragen & co rules!
Und wenn doch mal ne Vorlesung gut sein sollte ... nicht's wie hin! Kommt selten genug vor ... aber lässt sich ja zu Semesteranfang mal austesten.
Momentan hab ich ja noch den Vorsatz, zur Innere-Vorlesung zu gehen ... ist schließlich nen wichtiges Fach ... wird wahrscheinlich drauf hinauslaufen, dass spätestens ab der 4. Woche in der Zeit ein wichtiges Buch lese ...

HorstHützel
27.09.2006, 12:08
Kann ich mich nur anschliessen.

Im Unterschied zur Vorklinik ist es wirklich erstaunlich, dass man viele Vorlesungen WIRKLICH nicht braucht (z.B. 3 Vorlesungen zur Sklerodermie...gähn) und trotzdem (Vorlesungsfolien, Skript und Co. sei dank) ziemlich gute Klausuren schreibt.

Seien wir mal ehrlich: die meisten Dozenten (grad die der kleineren Fächer)geben sich für Klausuren nicht grad große Mühe und der Schwierigkeitsgrad schwankt deshalb auch von Basiswissen bis Facharztprüfung (und somit auch bei fleissigstem Vorlesungsbesuch nur schwer bestehbar).

Mein Tipp: 2-3 Wochen aussondieren, sich die interessanten (ist ja an jeder Uni anders) rauspicken und beim Rest den inneren Schweinehund siegen lassen und das schlechte Gewissen mal abstellen. Man ist ja nicht mehr im Kindergarten und kann sehr gut selbst entscheiden, was man hören möchte und was nicht.

Gruß,
HH

Yersinia I.
27.09.2006, 19:56
Ähm... vielleicht ist es nicht unbedingt vernünftig, das eigene Wissen und Können an Klausurergebnissen, noch dazu MC-Fragen, zu messen.

Mensch Leute, Ihr lernt für das Leben! Nicht für die Klausuren!
Das interessante an Vorlesungen ist doch die aktive Teilnahme, heißt, Kontakt zum Dozenten suchen, ihm Löcher in den Bauch fragen, die Patienten auszufragen und zu untersuchen, die er mitbringt.

Ein Buch stellt Euch keine Fragen und gibt Euch keine Antworten. Ein (guter) Dozent schon. Und wenn der Dozent nicht gut ist - SAGT WAS! Jede Veranstaltung ist evaluationspflichtig. Jeder (gute) Dozent ist für Kritik empfänglich - wenn sie konstruktiv ist. Eine Vorlesung kann etwas ganz Persönliches sein.

HorstHützel
27.09.2006, 23:40
Man kann ja durchaus Interessensschwerpunkte setzen.
Und man hat doch das gute Recht nicht jedes Thema/Fach
interessant finden zu müssen. :-meinung

War doch in der Vorklinik und vorher in der Schule nicht anders, oder ?

Wäre zwar in der Tat schön mit jedem Dozenten anschliessend noch
über die Qualität seiner Vorlesung zu diskutieren. Aber sein wir doch mal
ehrlich: Wer macht das denn nach jeder Vorlesung ?? Selbst, wenn: es gibt sie, diese Dozenten, die absolut kritikresistent sind und auch nach der x-ten Vorlesung ihre 100 Powerpointfolien stur durchklicken. Irgendwann halt nur noch vor 15 Leuten.

Und das mit der Evaluationspflicht mag ja stimmen. Aber leider hat die noch nicht wirklich praktische Relevanz. Da müssen erst einige Semester Studiengebühren ins Land gehen. Leider.

gruß,
HH

shockrocker
27.09.2006, 23:51
ich mach das meistens vom dozenten abhängig. am anfang vom semester geh ich eigentlich überall hin und nach ner weile und auch mit den semestern wenn man die dozenten dann mal kennt, weiß man ja welche gut sind und welche nicht.

gibt aber auch fächer wie innere zb oder chirurgie, wo ich meistens hingehe, ich lern sachen meistens leichter, wenn ich sie schon mal gehört habe - so skripte durchblättern und dann im buch nachlesen is nich so mein ding :-nix

gruß
shockrocker

Yersinia I.
30.09.2006, 09:33
Rein statistisch gesehen - ich weiß natürlich, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt - merkt man sich 10% von dem, was man liest, 30% von dem was man hört und 50% von dem, was man hört und sieht. Das spricht schon mal für Vorlesungen. Außerdem ist man daheim immer irgendwie abgelenkt, oder? :-)

Insgesamt glaub (und hoff) ich aber, dass die "Vorlesung" im klassischen Sinne ein Auslaufmodell ist und durch Kleingruppenunterricht abgelöst wird, bzw. was ich auch sehr cool fand, ist "Blended Learning": Bei dieser Unterrichtsform beliest man sich vor der Kleingruppenarbeit über die theoretischen Grundlagen mit Hilfe von Arbeitsmaterial im Web, und in der Gruppenarbeit folgen Diskussionen, praktische Übungen etc. Auf diese Weise haben (theoretisch) alle die gleichen Grundlagen (wie bei Vorlesung), der einzelne ist aber zeitlich flexibel (wie bei Buchlernen).
Fakt ist aber, dass ja doch nicht alle vorbereitet sind und doch wieder Teile der Gruppenarbeit für "Wissensvermittlung" bei draufgehn :-(

PS: Natürlich bleibt es jedem einzelnen vorbehalten, Schwerpunkte zu setzen - dafür gibt es schließlich Wahlpflichtfächer - und ich gebe zu, es gibt tatsächlich grottenschlechte Dozenten, aber auch die Vorlesungen von sehr guten Dozenten sind oft peinlich leer. Und eine gewisse medizinische Allgemeinbildung auch in Fächern, die weniger mit der eigenen Fach zu tun hben, wäre schon nicht schlecht. Schließlich haben auch chirurgische Patienten mal ein internistisches, neurologisches, ... Problem, das man erstmal erkennen muss, bevor man ein Konsil anfordert. Und das mit den Konsilen ist auch nicht immer oder nicht immer zeitnah möglich.

LaraNotsil
30.09.2006, 09:56
Rein statistisch gesehen - ich weiß natürlich, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt - merkt man sich 10% von dem, was man liest, 30% von dem was man hört und 50% von dem, was man hört und sieht. Das spricht schon mal für Vorlesungen. Außerdem ist man daheim immer irgendwie abgelenkt, oder? :-)

Da bin ich definitv ne Ausnahme. Ich merke mir Sachen, die mir ein Prof oder Dozent in der VL mitteilt, nämlich maximal zu 5% und die restlichen 95% entstehen zu Hause in Heimarbeit :-lesen Ich kann mir das Geschwafel am frühen Morgen nämlich nur sehr schwer anhören. Das geht in das eine Ohr rein und aus dem anderen Ohr wieder raus.
Zumal ich was meine Lernerei in den eigenen vier Wänden angeht sowieso sehr konsequent bin. Da wimmel ich sogar Leute am Telefon ab, weil ich mich von allem und jedem gestört fühlte.
Aber anders als in Ruhe und Frieden klappt das Lernen bei mir nicht :-nix

Ich gehe zwar in den ersten ein oder zwei Wochen immer zu den Vorlesungen hin, um mir mal anzuschauen, ob vllt doch was Sinnvolles dabei ist, aber das passiert selten. Wenn dann aber doch mal was durch meine müden Ohren dringt, das mich wirklich begeistert (die Kli-Che-Vorlesung im 1. Klinischen war genial; sehr lustig und informativ :-top ), dann geh ich da auch brav hin.

Letztendlich bin ich der Meinung, dass es eh nichts bringt, zu jeder Vorlesung zu laufen.
Außerdem muss man sich ja nu net jeden Schund anhören. Und Schund gibt es auch bei den Vorlesungen. So traurig das auch ist.
Student sollte also selektieren lernen, was gut ist und was nicht, was ihm etwas bringt, und was das nicht macht.
Dann bleibt auch immer noch genügend Zeit für andere Dinge.

Gersig
30.09.2006, 10:02
Also ich versuche, möglichst viel an Vorlesungen mitzunehmen, das erspart mir sehr viel Nachbereitung zuhause. Und wenn man ein bisschen die Ohren spitzt, merkt man, wo die klausurrelevanten Schwerpunkte liegen. Wenn es jedoch ganz grottig ist, zieh ich den Schleudersitz und lande in der Cafete :-)

haemoglobinchen
30.09.2006, 14:31
tja, die nebenwirkung, wenn ich mich doch mal ne zeitlang zu total ätzenden vorlesungen quäl, ist bei mir meistens, dass meine motivation, mich zu hause damit zu beschäftigen, gegen null geht, weil's mir sowieso schon zum halse raushängt ... deswegen mag ich mir vielleicht durch die vorlesung ein paar prozent behalten ... da zu hause dann aber nicht mehr viel dazu kommt, recht uneffektiv.
ach ich hab die ganze vorklinik ohne vorlesungen überstanden, würd sagen, dass es mir nicht geschadet hat (und den patienten wohl auch nicht), also kann's in der klinik auch nicht so schlimm werden ... :-lesen :-lesen :-lesen

Ehemaliger-User-13092010
01.10.2006, 13:48
Rein statistisch gesehen - ich weiß natürlich, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt - merkt man sich 10% von dem, was man liest, 30% von dem was man hört und 50% von dem, was man hört und sieht. Das spricht schon mal für Vorlesungen. Außerdem ist man daheim immer irgendwie abgelenkt, oder? :-)
wenn so etwas nur bei allen gleich wäre...ich schätze, dass so etwas nicht mal bei den meisten Menschen zutrifft...Ich kann mir z.b. auch ein Geschwafel sicherlich nicht 3 mal besser merken, als wenn ich etwas lese, ist eher umgekehrt.


Also ich mach das so: praktische Vorlesungen versuche ich hinzugehen. z.b. neurolog. untersuchungskurs. Dann wähle ich mir bestimmte Fächer heraus, die für mich später wichtig sein werden können. Das sind Immunologie (Doktorarbeit), Chirurgie und Pädiatrie (spätere Facharzt in dieser Richtung?). Insgesamt bin ich auch der Meinung, dass wir in der Klink viel weniger für andere Lernen als für uns selbst, im Gegensatz zur Vorklinik. Denn die Klausuren sind ja nicht soo dramatisch schwierig und abschreiben geht auch meistens. Also sehe ich Vorlesungen mittlerweile viel mehr als ein Angebot etwas zu lernen als Zwang etwas zu lernen, sonst kommt man nicht durch.

Yersinia I.
01.10.2006, 21:12
Sorry, das kam von mir wohl härter rüber, als es gemeint war. Sache ist die, dass ich mich in meinem Job sehr, sehr, SEHR mit Studis rumärgern muss, die null Grundlagenwissen haben (weder aus Vorklinik noch aus Klinik), und wenn ich dann mal vorsichtig frage, ob dieses oder jenes nicht Stoff von Vorlesungen war, erhalte ich oft die Antwort, "och, Vorlesungen, nö, geh ich nie hin, daheim lernt sich's besser", und dann denk ich mir, aha... und wenn ich dann einen Studi (realer Fall! Zustand nach 6. klinischem Semester; vager Wunsch, später Internist zu werden) frage, wie er einen Herzinfarkt grundsätzlich behandeln würde, und er mich groß anguckt und sagt: "Adrenalin spritzen... oder?", dann kommt mir das Essen hoch! Und dann denke ich mir, "Oh Gott! Die armen Patienten! Ich hoffe, ich werde NIE krank!!"

Davon abgesehen sind die Leute, die Vorlesungen halten, ja oft auch diejenigen, die sich die Klausuren ausdenken... ;-)

haemoglobinchen
01.10.2006, 23:07
Tja, aber meinst du tatsächlich, besagter Studi könnte dir das sagen, wenn er in der Vorlesung gewesen wäre? Scheint das Interesse wohl nicht so vorhanden zu sein und ohne Interesse merkt sich's so schlecht ...

bine-heike
02.10.2006, 12:46
hallo ihr lieben,

ich muss auch zugeben, dass ich ein schlechter vorlesungsgänger bin, bei mir bleibt da einfach fast nix hängen...
wenn die vls gut sind, bin ich auch da...grad patho fand ich ziemlich gut ...war auch fast in allen vls....bei mibi war ich nur zur einführung, wir haben die vl-folien auf cd bekommen....bin deswegen in der prüfung, die mündlich war, nicht schlechter rausgekommen als wenn ich die vl besucht hätte....
bei mir bleibt auch auf dauer dann mehr hängen, wenn ich das nachts zu hause mache und nicht früh in der vl ;) nachts merkt sichs besser bei mir *g*

LG heike

Doctöse
02.10.2006, 14:55
@bine-heike: Bin auch so ein Nachtlerner :-))

Ich war schon in der Vorklinik nicht so der Vorlesungsfan. In der Klinik hab ich mir die einzelnen Vorlesungen mal angeschaut und mich dann entschieden, wo ich hingehe und wo nicht. Was früh morgens lief, war wegen nächtlichem Lernens und mangels Motivation, schon vor 6 Uhr das Haus zu verlassen, um pünktlich zu sein eh tabu :-D
Und wenn da jemand zig Powerpoints einfach nur durchknipst und abliest, hab ich davon herzlich wenig. Die meisten Folien gabs als Download, bzw. haben einige findige Leute sie in der Vorlesung abfotografiert und über den Semesterverteiler verschickt :-))
Werde nächstes Semester auch erst mal schauen, was gut ist und dann entscheiden, welche Vorlesungen ich besuche. Werden sicher mehr werden, als letztes, da die Pendelei bald wegfällt :-)

tine74
02.10.2006, 15:20
Hm, ich überleg die ganze Zeit, wie es bei mir war... (ist ja jetzt schon 5 Jahre her...).

Aber wir hatten relativ wenige GROSSE Vorlesungen, meistens waren 4 Klinikgruppen oder so zusammengefaßt (und das waren dann eben 30 - 40 Leute), die eine "kleine" Vorlesung hatten, und die war auch meistens Pflicht.
Große Vorlesungen waren Innere (die war trotzdem Pflicht, Anwesenheit wurde sporadisch kontrolliert), Patho, Päda und Neurologie (auch Pflicht) und das wars glaub ich auch schon weitgehend....
... oder ich war beim Rest einfach nicht da :-oopss .

Aber das System mit kleinen Pflichtveranstaltungen war zwar sehr stressig, aber auf alle Fälle lehrreich (obwohl ich in der Vorklinik auch kein Vorlesungsbesucher war), denn da konnte man explizit nachfragen oder Themen durchsprechen gemeinsam und eben auch Patienten untersuchen... dieses System scheint ja aber fast eine Ausnahme zu sein, wenn ich das hier so höre....