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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenzarzt in niedergelassener Praxis



kamikaze9119
31.10.2006, 15:31
Was hält Ihr von Arbeiten als Assistenzarzt bei einem niedergelassenen Kollegen - Innere Medizin?. Auch wenn es nur für 1 Jahr ist, sollten junge Kollegen bzw. Anfänger nicht besser in einer Klinik anfangen?

Doktor_No
31.10.2006, 17:36
warum denn nicht so herum? deine defizite werden dir sicher schnell aufgezeigt, und dann gehst du daran, diese zu beheben, ob in klinik oder praxis. und dein "senior" wird dir schon beine machen in der hektik des praxisgeschehens. und wenn er jemanden ohne klinikerfahrung einstellt, wird er wissen, dass manches noch nicht so sitzt.

Ex-PJ
31.10.2006, 19:31
Arbeiten in der Praxis kann man durchaus machen. Zusätzlich zu dem von Dr. No gesagten solltest Du aber berücksichtigen, daß Du in der Praxis (fast) keine Dienste machst / machen darfst, Du hingegen in der Klinik nach einer Einarbeitungszeit (z.B. 6 Wochen oder 3 Monate) aber für Dienste, die oftmals anstrengend sind, eingeteilt wirst.
--> Mit (aufreibenden) Diensten verdienst Du in einem Monat in der Klinik etwa das Doppelte :-) von einem Praxisassistentengehalt (was der Inhaber ja auch irgendwie locker machen muß), bist aber dafür durchschnittlich an 2 Wochenenden im Krankenhaus :-(( .

Stefy
31.10.2006, 20:49
....oder fast..nach meinem AiP habe ich eine fast 1,5jährige Familienpause eingelegt und habe dann in Teilzeit in einer internistischen Praxis als Assistenzärztin angefangen...Klar, der Anfang war hart, ich mußte quasi über Nacht ad hock Entscheidungen treffen, das Ultraschallgerät bedienen können, mich mit Versicherungsschreiben und Attesten rumschlagen , die Abrechnungsziffern auswendig können und dann noch jeden Patienten zufrieden stellen ,der aber lieber "zu Herrn Doktor wollte " und nicht zu mir :-?
Ich fühle mich heute, nach einem Jahr sicher, kann das EKG soweit beurteilen,Sono Abdomen und Schilddrüse sind auch kein Thema,Impfschemata und Reiseimpfberatungen kann ich im Schlaf und den Umgang mit schwierigen Patienten, die doch regelmäßig immer wieder in der Praxis auftauchen ist mittlerweile auch zu machen. Ich bin von 5 Tagen 3 alleine in der Praxis und habe natürlich keine Dienste, was sich sicher in meinem mikrigen Gehalt zu Buche schlägt,aber mit einem Kleinkind zuhause würde ich momentan mir keine andere Situation wünschen wollen....Ich habe sicher andere Dinge in diesem Jahr in der Praxis gelernt, als ein Kollege in der Klinik, aber vielleicht habe ich ja dadurch später in der Klinik auch den ein oder anderen Vorteil.....und wenn nicht, dann war es trotzdem eine lehrreiche Zeit...

LG Stefy

kamikaze9119
31.10.2006, 21:26
ist es danach nicht etwas schwieriger sich in eine Klinik zu bewerben? Schließlich lernt man viele Sachen in der Praxis nicht wie in der Klinik...zB. Infusionstherapie, Notfallversorgung...Insulineinstellung...

Doktor_No
31.10.2006, 21:34
also wenn du in einer int. praxis nicht die insulineinstellung lernst, dann ist was faul...
und notfälle hast du da auch genug. die gehen ja gern erstmal mit infarkt zum hausarzt usw.

beatle
31.10.2006, 23:08
Das trifft sich wunderbar - zu diesem Thema wollte ich nämlich auch eine Frage stellen :-top :

Ich arbeite seit 1/2 jahr als Assi in eine Klinik (Innere), im Moment kotzt mich aber der Klinikalltag so an, dass ich überlegt habe, viell. erstmal in eine Praxis als Assi zu gehen, ich stelle mir das jedenfalls nicht ganz so stressig vor.
Zufällig habe ich jetzt auch ein Angebot vorliegen.
Meine Frage ist also auch, ob man diesen Schritt - von der Klini in die Praxis - schon nach 1/2 Jahr wagen kann/sollte, und wie die Möglichkeiten sind, danach wieder in eine Klinik zu kommen ?

Was würdet Ihr tun ? Bitte, bitte, bitte viele Tips und Meinungen :-lesen

Relaxometrie
31.10.2006, 23:12
Was würdet Ihr tun ? Bitte, bitte, bitte viele Tips und Meinungen :-lesen
Norwegen?
Schweden?
Schweiz?
England?
Schottland?
Irland?

beatle
01.11.2006, 06:36
Norwegen?
Schweden?
Schweiz?
England?
Schottland?
Irland?

Tja - davon mal abgesehen - ich würde im Moment noch ganz gerne in heimatlichen Gefilden bleiben.

Also, bessere Idee ?

kamikaze9119
01.11.2006, 10:56
geht mir auch so. Meint Ihr, ich soll die Stelle in der Praxis annehmen? Würde ich später Probleme haben, mich in eine Klinik zu bewerben?

Stefy
01.11.2006, 11:49
ist es danach nicht etwas schwieriger sich in eine Klinik zu bewerben? Schließlich lernt man viele Sachen in der Praxis nicht wie in der Klinik...zB. Infusionstherapie, Notfallversorgung...Insulineinstellung...
Also, Insulineinstellungen haben wir wöchentlich..... ;-) , Infusionen auch und wie Dr No schon erwähnt hat, der Pat. kommt mit Herzinfarkt oder Lungenembolie erstmal liebend gerne zum Hausarzt..(kommt zwar kaum noch die Treppe rauf und mega Schmerzen, aber soooo schlimm isset auch nicht. ;-) schon klar...).Wenn wir beim Sono Abdomen Auffälliges sehen, schicken wir den Pat. entweder ( nach Laborparameterkontrolle)gleich zum Radiologen oder in die Klinik,aber neulich haben wir eine Pat mit Sturzsenkung, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme und katastrophalen Laborwerten ins KH geschickt, die kommt dann nach 1 Nacht wieder raus, Laborwerte wohl wieder ok, bis auf CRP und erhöhte Senkung und beim Sono Abdomen hätte man eine Raumforderung an der re Niere gesehen....Wir sollen bitte schön die Laborwerte kontrollieren, und wegen der Raumforderung ein CT Abdomen in die Wege leiten.....Ok, alles klar... :-nix

Klar habe ich in Praxis keine Reanimation , aber langweilig ist es sicher nicht und lernen kann man trotz allem ne Menge...Sicher andere Dinge , als im KH , aber ich mache mir mal keine Gedanken,wenn ich mich in der Klinik bewerben werde...


LG Stefy