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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang im stationären Alltag mit Mobbingopfern



Pünktchen
17.11.2006, 17:46
Hi

ich möchte hier ein nicht so erfreuliches Thema ansprechen. Ich habe im Kollegenkreis ein ehemaliges Mobbingopfer. Nun ist es in letzter Zeit vermehrt zu kleineren Zwischenmenschlichen Crashes gekommen auf Station, doch diese Woche hat es sich zugespitzt und böse eskaliert.

Ich kenne mich selbst und weiss wo meine Fehler lagen bzw noch liegen, doch hat jemand Tipps was man bei solchen Menschen beachten sollte. Es ist wirklich in der Zusammenarbeit eine schwere Gratwanderung. Man will an einem Fall mitarbeiten, aber sobald man etwas sagt in Richtung Differentialdiagnosen oder eine andere Meinung zur Therapie hat, fässt derjenige das als persönliche Kritik auf und bricht psychisch vom Selbstwertgefühl zusammen. Aber nichts sagen geht doch auch nicht? Ich weiss der Ton macht die Musik, aber der Ton war immer angemessen.




Gruss
pünktchen

agapi
17.11.2006, 17:50
Drängt sich die Frage auf, ob sie wirklich ein Mobbing-Opfer war, oder ob sie bei der letzten Arbeitsstelle auch so empfindlich war. Kritik muss doch jeder einstecken.

Wie siehst du das denn, du kennst sie jetzt doch schon ein bisschen: Ist das frühere Mobbing glaubwürdig?

Auf jedenfall ist das 'ne heiße Kiste, die vielleicht noch im Beisein aller mit dem Chefarzt besprochen werden sollte.

Pünktchen
17.11.2006, 18:05
Die Frage ist ja auch eher für mich persönlich. Gar nichts mehr sagen und den Informationsaustausch über Patienten auf Station geringer zuhalten, halte ich für falsch. Aber wie kommuniziert man mit ihr am besten. Ich kann schlecht als Anfängerin einer Ärztin vor dem Facharzt: hast du gut gemacht und damit ihr Ego stützen. Da hören eindeutig meine Kompetenzen auf.




Auf jedenfall ist das 'ne heiße Kiste, die vielleicht noch im Beisein aller mit dem Chefarzt besprochen werden sollte.

Das geschieht schon!

Doktor_No
17.11.2006, 19:27
sachliche kritik muss man einstecken können, wenn dann jemand alles persönlich nimmt würde ich im ernstfall auf einem gespräch mit dem chef bestehen, denn es kann nicht sein, dass solche kommunikationsprobleme die qualität, effizienz und struktur der arbeit beeinträchtigen.
mein chef hat bspws. ein kommunikationsseminar mit einer externen fachfrau veranstaltet, um solche dinge besser zu erkennen und zu klären. alle teilnehmer waren begeistert.

philinchen9
18.11.2006, 09:43
Ich würde sagen, dass Du sachliche Kritik durchaus versuchst anzubringen aber auf jeden Fall immer wieder darauf hinweisen, dass Du es nicht persönlich meinst und alles auf der Sachebene bleibt. Oft hilft auch (so jedenfalls meine Erfahrung) ala dummer Student zu fragen "also ich weiß das jetzt nicht so genau, weil ich noch nicht so lange dabei bin, aber könnte es auch das und das sein?" Also ihm oder ihr quasi das Gefühl geben, du würdest von ihr lernen wollen. Natürlich nicht, wenn der Chef o.ä. daneben steht... der fragt sich dann vielleicht, ob er einen Famulanten eingestellt hat.

Ist auf jeden Fall sehr tricky, das kann ich dir nachfühlen. Viel Erfolg!
philine

Evil
18.11.2006, 17:44
Sei Du selber, Ehrlichkeit und Offenheit bringen da am meisten.
Ich würd von vorneherein klarstellen, wie ich was meine, das hat für die Kollegin zudem den Vorteil, daß sie immer weiß, woran sie bei Dir ist. Solang Du dabei nicht ausfallend oder beleidigend wirst, kannst Du so doch eigentlich nix falschmachen, oder?

Und wenn sie damit nicht umgehen kann, sollte sie sich vielleicht in Therapie begeben... wenn sie durch ihre Erlebnisse so aus der Bahn geworfen ist..