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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geld für Famulatur???



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catgut
24.11.2006, 16:31
ganz ehrlich, kann ich mir nicht vorstellen das du die aufgaben einer ausgebildeten dgks vollständig übernommen hast bzw. dann auch qualitativ gleichwertig erfüllt hast, als kppraktikant - es sei denn du hast schon eine ausbildung in diese richtung gemacht.
überhaupt hört man das hier ziemlich oft - "ich habe im kpp ja sowieso alles gemacht was das pflegepersonal so macht und überhaupt gleich die ganze station allein geschmissen". bitte :-)) könnt ihr ja nicht ernsthaft selbst glauben, oder?

Du hast es doch selbst gesagt, bzw. wer lesen kann ist klar im Vorteil: ich bin vorgebildet, d.h. habe bereits eine entsprechende Ausbildung hinter mir. Natürlich kamen die Pfleger nicht am ersten Tag zu mir und sagten: "Hey, mach mal." Ich hab Stück für Stück gezeigt, was ich kann und hab dann jeden Tag mehr machen dürfen. Und das war dann halt alles. Abgesehen von den QM-Schulungen, die ich natürlich schwänzen durfte...

WaWa
24.11.2006, 17:13
Also, ich fand es ka im KPP schon besch..., dass sogar der Zivi bezahlt wurde, der deutlich weniger zu tun hatte als ich, und dass ich die Arbeit einer normalen Pflegekraft voll erfüllt habe (weil ich ja schon "vorgebildet" bin und daher nicht so viel Einarbeitungszeit brauchte). ICh sag nicht, dass ich das nicht gerne gemacht habe, aber man kommt sich schon irgendwann ausgenutzt vor. Da stimmt halt das Gleichgewicht nicht mehr.
Blöde Frage - wenn du schon 'vorgebildet' warst - warum musstest du das KPP dann noch machen? Wurde dir das dann nicht angerechnet?

alley_cat75
24.11.2006, 18:15
Hallo alle miteinander,

lerne gerade für`s Abschlußexamen und muss hier mal ein wenig "mitstänkern".

Geld für Famulatur oder gar KPP? :-dagegen Wie der Herr Kollege schon meinte, ist man mehr Lernende(r) als Helfende(r). Wenn es anders läuft - beschweren. Das PJ ist dann schon eher bezahlungswürdig und wer es ohne Geld ein Jahr nicht aushält, geht eben in die Schweiz oder in irgendeine Provinzklinik, die mittlerweile 350 Euro inkl. Kost und Logis bezahlen.

Ansonsten, und jetzt kommt meine Stänkerei, sollte Ihr Euch mal vor Augen halten, was den Staat das Medizinstudium pro Student kostet - nämlich satte 150.000 Euro. Kein Scherz, keine Übertreibung. In anderen Ländern zahlt der Student diese Summe selbst. Ich erinnere nur an Amerika, wo ein Arzt ein Leben lang seine Studienkosten bei der Bank abstottern muss.

Ich bin in 6 Jahren Studium ohne Kredit, Bafög und Hungern ausgekommen. Habe nämlich einfach nebenbei gearbeitet und dennoch gute Noten und keine Extrarunden gehabt. Also, mal ein wenig zusammenreissen und keine Absurditäten fordern. In anderen Studiengängen müssen auch kostenfreie Praktika absolviert werden. Da heult auch keiner rum. :-winky

Solara
24.11.2006, 19:14
Blöde Frage - wenn du schon 'vorgebildet' warst - warum musstest du das KPP dann noch machen? Wurde dir das dann nicht angerechnet?

Weil sie Tierarzthelferin gelernt hat - da wird's glaub ich ein wenig schwierig mit der Anrechnung als KPP :-)) !


@ catgut

Argument: Zivi wird bezahlt - der ist ja auch dienstverpflichtet - sei froh, dass Mädels das nicht auch noch machen müssen ...!!

Praktika gehören nun mal zum Studium, sei es Medizin, Maschinenbau, Bio, Lehramt oder sonst was, dazu - und werden nicht bezahlt.

Was mir ein bisschen sauer aufstösst, ist die Sache mit dem PJ - ist schließlich vergleichbar mit den Referendariaten der Juristen oder Lehrer, die werden ja auch (zwar miserabel, aber immerhin) entlohnt - warum wir nicht??

Famulatur und KPP ist dazu da, erste Einblicke zu bekommen und Erfahrungen sammeln zu können, die Lehre überwiegt den Nutzen für die Krankenhäuser bei weitem, also ist eine Bezahlung IMO nicht angezeigt!

Des weiteren schließe ich mich Ally an :-dafür (hab ja auch die Hälfte nochmal wiederholt ;-) )!

alley_cat75
24.11.2006, 19:49
PJ - ist schließlich vergleichbar mit den Referendariaten der Juristen oder Lehrer, die werden ja auch (zwar miserabel, aber immerhin) entlohnt - warum wir nicht??



Stimmt, irgendwie unfair. Aber wer Juristen kennt, will mit denen nicht tauschen. Die haben meist etlich viel Lehrlauf vor ihren Examina und auch vor dem Refendariat, bis sie einen Platz erhalten. In der Zeit hätten wir schon zweimal PJ gemacht. Mein Bruder und meine Schwägerin haben Jura studiert - trotz Refendariat hatte ich im PJ mehr Geld in der Tasche! Aber grundsätzlich ist das mit dem bezahlten Refendariat wirklich absurd, zumal sich Juristen nach bestandenem 2. Staatsexamen ja auch arbeitslos melden bzw. das Refendariat beliebig verlängern können. Hat meine Schwägerin getan, weil sie schwanger war... Einfach Bescheinigung von Kanzlei und Kohle kassiert. :-(

Naja, dafür habe ich den erfüllerenden Job. :-love

Ex-PJ
24.11.2006, 22:14
Zitat von Solara:
'Praktika gehören nun mal zum Studium, sei es Medizin, Maschinenbau, Bio, Lehramt oder sonst was, dazu - und werden nicht bezahlt.'

:-dagegen

'Was mir ein bisschen sauer aufstösst, ist die Sache mit dem PJ - ist schließlich vergleichbar mit den Referendariaten der Juristen oder Lehrer, die werden ja auch (zwar miserabel, aber immerhin) entlohnt - warum wir nicht??'



Irrtum! Praktika in anderen Studiengängen werden (wenn auch schlecht) bezahlt!
Z.B. hat mein Cousin vor ca. 6 Jahren für ein Werks- /Produktionspraktikum für sein Maschinenbaustudium (hat auch fast nur interessiert dabeigestanden, denn er durfte ja nichts kaputtmachen und die Produktion nicht aufhalten) ca. 450 DM für einen Monat bekommen!
Nur in der Medizin soll alles umsonst sein! Das ist der Skandal, der sich im PJ und auch danach fortsetzt (z.B. ständige mehrseitige Anfragen der Krankenkassen, die zusätzlich unentgeltlich zur normalen Arbeit zu beantworten sind).

mozartkugel
24.11.2006, 22:29
Du hast es doch selbst gesagt, bzw. wer lesen kann ist klar im Vorteil: ich bin vorgebildet, d.h. habe bereits eine entsprechende Ausbildung hinter mir. Natürlich kamen die Pfleger nicht am ersten Tag zu mir und sagten: "Hey, mach mal." Ich hab Stück für Stück gezeigt, was ich kann und hab dann jeden Tag mehr machen dürfen. Und das war dann halt alles. Abgesehen von den QM-Schulungen, die ich natürlich schwänzen durfte...

ja, würde mich dann nur noch interessieren warum du kpp machen musstest wenn du doch schon ne ausbildung in dieser richtung hast :-))

das mit der tierarzthelferin nehm ich jetzt mal als scherz :-keks

Solara
24.11.2006, 22:38
@ EX-PJ

Okay, ich frage meinen Cousin (ebenfalls Maschinenbauer ;-) ) wie es denn so bei ihm war ...!!

Noch andere Studiengänge, in denen Praktika bezahlt werden ...??
Lehrer bekommen nix, BWL bekommen nix, Juristen ebenso wenig ...

Und: Kliniken sind halt meist keine Wirtschaftunternehmen, die großartige Gewinne einfahren - wer sollte also das Praktikum zahlen? Die Klinik? Der Staat?

Es zwingt uns/euch niemand dieses Studium zu machen; das weder KPP, Famulatur noch PJ in Deutschland bezahlt werden, war von vornherein klar, bisher hatten wir wenigstens den Genuss keine Studiengebühren zu zahlen, Ally hat ja den Vergleich mit USA gebracht.

Wen das so umtreibt, dass es für nix Geld gibt, möge sich bitte politisch engagieren, bloß vom Aufregen tut sich nämlich nix.


Das ist der Skandal, der sich im PJ und auch danach fortsetzt (z.B. ständige mehrseitige Anfragen der Krankenkassen, die zusätzlich unentgeltlich zur normalen Arbeit zu beantworten sind).

Da magst du Recht haben - die Bezahlung des PJ's hatte ich bereits erwähnt und über das danach sind wir uns einig ;-) !

wobster
25.11.2006, 02:32
Eine vergleichbare Studentengruppe sind die Pharmazeuten, die nach 4, nicht 5, Jahren Studium auch ein praktisches Jahr absolvieren das mit etwa 500 Euro monatlich bezahlt ist. Ein Skandal; nicht das die Pharmazeuten bezahlt werden, sondern das die Bezahlung der Mediziner ausbleibt.
Einstellungen wie die von Solara helfen sicherlich nicht weiter, und es ist sehr fraglich wieso deutsche Studenten in z.B. dem Hartmannbund es nicht geschafft haben eine Bezahlung für das PJ zu erreichen. Das Famulaturen unbezahlt sind ist doch in Ordnung, aber ein volles Jahr Arbeit im Krankenhaus ohne Bezahlung ist völlig inakzeptabel und eine Situation die geändert werden muss. Sind die deutschen Medizinstudenten wirklich so schlecht organisiert, dass sie sich so vorführen lassen?

alley_cat75
25.11.2006, 06:15
Mein Mann hat hat Bauingenieurswesen studiert und für keines seiner Praktika auch nur einen Cent erhalten.

Ich bleibe bei meinem Standpunkt, dass es absolut erträglich ist, als PJler nichts zu erhalten. Die Amis müssen trotz astronomischer Studiengebühren fast täglich ihre praktischen Stunden in der Klinik absolvieren und werden auch nicht bezahlt - vielleicht einfach mal über den eigenen Tellerrand hinaus schauen, um zu sehen, wie gut es einem geht. Das hat nichts mit unorganisierten Studenten oder gar Lethargie zu tun, sondern ist eine Frage des Anstands und vor allem der realistischen Sichtweise. Ich engagiere mich im Hartmannbund, jedoch für bessere Arbeitsbedingungen fertiger Ärzte - finde ich wichtiger.

Rico
25.11.2006, 06:38
Sind die deutschen Medizinstudenten wirklich so schlecht organisiert, dass sie sich so vorführen lassen?Es gab ja scheins mal den großen PJ-ler-Streik in den 70ern für einen Ausbildungsvertrag und -vergütung. Ging wohl ein paar Wochen, dann war alles trotzdem beim alten. :-nix

Ich fand früher eine kleine Bezahlung für PJler auch nicht schlecht, andererseits bin ich im PJ so oft heimgeschickt worden bei schönem Wetter oder bin früher gegangen weil nix los war.
Und wie wir da mal so quasi mit der versammelten PJ-ler Mannschaft am Strand lagen ist uns mal aufgegangen, daß so eine kleine "Aufwandsentschädigung" uns wahrscheinlich mehr schadet als nützt:
Einerseits würde man natürlich in dem Moment, in dem man Geld kriegt sämtliche Subventionen verlieren - in unserem Fall damals wie oben bereits erwähnt - im Gegenwert von knapp 240€. Mal ausgehend von 500€ PJler-Lohn wäre dann die Hälfte schonmal wieder weg.
Und dann kommt ja erschwerend hinzu, daß man eben nicht guten Gewissens mal mal früher gehen kann, wenn man dafür Geld bekommt, denn das Lehrkrankenhaus würde natürlich mit Recht sagen: Wenn wir den Jungs und Mädels schon 500€ zahlen, dann sollen die gefälligst auch ihre 8,5h hier absitzen.
Dazu noch die ganzen inoffiziellen Sachen, die so unter der Hand gelaufen sind, immer unter dem Motto "is schon okay, ihr kriegt doch eh kein Geld dafür": Wer seine Doktorarbeit mal intensiv beackern mußte konnte in den meisten Abteilungen bei uns im Haus recht problemlos mal ne Woche daheimbleiben. Im Winter hat die komplette PJler-Mannschaft ne Woche freigekriegt zum Skifahren - jeweils ohne dafür Fehltage nehmen zu müssen. :-top

Unter'm Strich würde man also für 250€ im Monat (= 8,30€/Tag = 98cent (!) Stundenlohn) sämtliche studentlische Privilegien verschenken.
Ich glaube vor die direkte Wahl gestellt würde ich mich gegen die "Vergütung" entscheiden. :-meinung
Aber es gibt sicherlich auch Häuser in denen die zu verlierenden PJler-Privilegien nicht so reichlich gesäht sind, da mag sich das eher lohnen.

actin
25.11.2006, 09:20
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alley_cat75
25.11.2006, 16:34
... andererseits bin ich im PJ so oft heimgeschickt worden bei schönem Wetter oder bin früher gegangen weil nix los war.

Stimmt, ich durfte auch meist eher gehen, wenn alles soweit erledigt war. Weihnachten/Neujahr bekam ich 10 (!) Tage frei ohne Anrechnung auf meine Fehl- oder Studientage. Meine Doktorarbeit habe ich auf Station in ruhigen Stunden zu Ende geschrieben.

Dennoch habe ich, wie ich finde, eine exzellente Ausbildung während des PJs genossen. Fühlte mich nie ausgebeutet und durfte auch mal doofe Fragen stellen. Kollegen und Chefs wussten meinen Fleiss wohl gerade deshalb zu schätzen, weil ich kein Geld dafür bekomme. Eine super Gelegenheit, sich eine Stelle zu ergattern!

Solara
25.11.2006, 20:05
Einstellungen wie die von Solara helfen sicherlich nicht weiter, und es ist sehr fraglich wieso deutsche Studenten in z.B. dem Hartmannbund es nicht geschafft haben eine Bezahlung für das PJ zu erreichen. Das Famulaturen unbezahlt sind ist doch in Ordnung, aber ein volles Jahr Arbeit im Krankenhaus ohne Bezahlung ist völlig inakzeptabel und eine Situation die geändert werden muss. Sind die deutschen Medizinstudenten wirklich so schlecht organisiert, dass sie sich so vorführen lassen?

Klär mich bitte auf, aber was sag ich denn anderes als du ;-) ??

Zu den anderen Studiengängen und deren Praktika:

Heute: Thema Jura :-))
Praktika innerhalb des Studiums sind verpflichtend (3 Stück) und werden nicht bezahlt
Referendariat (wird bezahlt) ist zumindest in Bayern ohne Wartezeit, man kann halt irgendwo landen, aber man bekommt sofort einen Platz.

Die Lehrer und Maschinenbauer folgen :-) !

actin
25.11.2006, 22:16
...........................

RubinRot
26.11.2006, 09:32
Es Stimmt natürlich, das Lehrer auch Praktikas machen müssen, für die sie nicht bezahlt werden, aber sie müssen eine wesentlich geringere Anzahl davon absolvieren. Wenn man mal rechnet wie lange ein Medizinstudent umsonst in einem Krankenhaus arbeitet finde ich das schon ziemlich krass.
Für KPP Geld zu bekommen finde ich nicht angebracht, über Famulaturen kann man sich streiten, aber ich finde für das PJ sollte man irgendeine Form von "Aufwandentschädigung" erhalten, selbst wenn man noch Lernender ist macht man trotzdem eine Menge anfallender Arbeiten, die der jeweilige Artz nicht machen muss.
Und die Qualität der Betreuung ist leider doch sehr stark vom jeweiligen Krankenhaus abhängig, als ich KPP gemacht habe, waren nur PJs uf der Station, die die Tage runter gezählt haben, weil ihnen niemand wirklich Wissen vermittlen wollte und sie den größten Teil des Tages damit verbracht haben im kleinen Kämmerchen Briefe zu schreiben!