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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich bin doch sooooo unwissend....



judithchen
23.11.2006, 19:06
Hi Leute,

ich hab nur mal ne generelle Frage:

Ich bin jetzt im 7. Semester und irgendwie fühl ich mich so absolut nichts-wissend. Ging Euch das ähnlich? ICh meine, man hat schon viel gehört und war auch fleißig in den (interessanten) Vorlesungen, aber effektiv wars eher nicht.
In der Vorklinik haben wir ja noch schön gelernt auf die Klausuren (z.B. Physio den Hick von vorne bis hinten), aber jetzt haben wir irgendwie so Alibiklausuren, z.B. Innere waren 20 Fragen, die mehr oder weniger schon bekannt waren...
Vielleicht gehts ja auch erst im 8. mit den Querschnittsbereichen so richtig los, denn die meisten Fächer lassen sich ja nicht in einem Semester abhandeln, aber irgendwie grauts mir schon vor dem Examen...

Ich wäre für Tipps und Aufmunterungen dankbar...

Eure ahnungslose Judith :-???

Gipfelstuermer
23.11.2006, 19:23
du bist mir sympatisch...auf dem boden geblieben...

ist alles ok bei dir -das ist normal!!! :-blush

Lava
23.11.2006, 19:33
Was meinst du, wie ich mich jetzt im PJ fühle! Alles hat man mal irgendwo gehört, aber so richtig was wissen tut man irgendwie nicht. :-D

Moorhühnchen
23.11.2006, 19:53
Oh, ich bin seeeehr beruhigt!!! :-party
Als ich heute bei meinem HA war, fragte er mich, ob ich schon gehört hätte, wie viele im neuen Hammerexamen durchgefallen wären.
Ich antwortete Nein und daß ich das auch gar nicht wissen wolle, weil das Ganze bei mir ja noch knapp 2 Jahre Zeit hat.... (insgeheim würde es mich jetzt doch brennend interessieren - also, wer weiß es?)

Dann hab ich mir den Rest des Tages Gedanken gemacht... Unsere komischen Abschlußklausuren (in FFM) könnte man auch locker bestehen, wenn man gar nichts lernt - gelernt hab ich in den letzten beiden Semestern nur, damit das Gewissen Ruhe gibt...
Besonders die Fächer, die mich weniger interessieren (zB. Chirurgie, Uro, HNO oder jetzt Derma), haben unter dieser Tatsache enorm gelitten - in Innere hab mir hin und wieder was angeschaut - das einzige Fach, das mich nach wie vor in seinen Bann zieht, ist die Neuro....

Entsprechend sieht es auch mit meinem Wissen aus: Ich schätze, im Chirurgie-Tertial werde ich mich nächstes Jahr im PJ absolut blamieren und in Innere nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Wahlfach Neuro? Naja, mal schauen...

Hab neulich zu einer Freundin, die ihre Ausbildung als Bürokommunikationskauffrau gerade abgeschlossen hat, gemeint "Ich fühl mich so unheimlich dumm!".
Sie hat mich etwas schief angeschaut und gemeint "Das ist nicht Dein Ernst - Du studierst doch Medizin!!!" :-notify

Bambi1984
23.11.2006, 20:07
Jippie ich bin nicht allein :-)
Man lernt zwar schon für die Klausuren, aber irgendwie hab ich dann im nächsten Semester doch wieder das Gefühl, ich weiß nix...

Liebe Grüße

Doctöse
23.11.2006, 20:37
Dieses mysteriöse Unwissen ist nichts außergewöhnliches. Während man in der Vorklinik meistens wirklich ranklotzen mußte, da sonst der studientechnische Exitus drohte, wird einem in der Klinik öfter mal der ein oder andere Schein (oder viele) nachgeschmissen. Ich habe das meiste auch in den Famulaturen gelernt, bzw durch tierische Begeisterung für ein Fach (z.B. Uro :-)) ). Angst vor dem Examen hab ich aber nicht. Fragt mich in 2 Jahren nochmal :-))

schnitter
01.12.2006, 21:53
Ich bin gerade im Blockpraktikum und hauptsächlich kümmern sich die PJler um uns... Ich bin völlig erschrocken...wie soll ich in nur einem Jahr soweit sein das ich arme Blockstudenten betreue. Das Geheimnis ist nicht das Wissen, sondern die Ausstrahlung und das geschickte Einsetzen von dem bischen was du weißt. Ist nämlich dann, wenn du es einem "jüngerem" erklären sollst doch meist viel mehr als du denkst.
Wenn du vorm Prof sprichst biste nervös und klein und alles sit sch.... Versuch mal das selbe Thema einem 7. Semester oder noch kleiner zu erklären und schon stehste drüber.

die chondropathia
01.12.2006, 23:10
Ich habe das meiste auch in den Famulaturen gelernt, bzw durch tierische Begeisterung für ein Fach (z.B. Uro :-))

Hey,ein Kollegin in spe! Willkommen!!! :-top :-)

onT: Dieses Gefühl bleibt immer - und das ist gut so. Es hilft, den Bodenkontakt zu wahren - zuweilen mit dem Gesicht zuerst. :-blush

MHH-BJ
03.12.2006, 09:37
Hallo Leidensgenossen,
auch vielen Studienfreunden und mir geht es so wie Euch !!!! Wir haben gerade am Freitag unser Medizinstudium nach neuer AO erfolgreich beendet, sprich sind keine "AZUBIS" mehr sondern endlich "GESELLEN" und wie heißt es so schön im Handwerk "die Praxis lehrt" und ihr werdet sehen (bereits im PJ, Famulaturen und Assizeit) die Dinge und Erfahrungen bleiben hängen, zum einem weil man ein Bild (Person, Fall) vor Augen hat und weil die Fehler die wir alle machen werden (die immer dazu gehören!!!!) uns im Gedächtnis bleiben. Und keine BANGE davor, Fehler sind nun mal menschlich und wir sollen daraus lernen.........
Außerdem arbeiten wir im Team (andere Famulanten, PJler, Assis, OAs, CAs) und haben damit meistens jemanden zum nachfragen und als Unterstützung!!!
Klingt vielleicht blöd, " aber is doch so" :-)

Ich wünsche Euch Allen und mir eine lehrreiche, gute und angenehme Praxis ("Gesellenjahre") mit netten Team-Kollegen auf dem Weg zum "Meistergrad" (Facharzt)
Gruß aus Hannover

judithchen
05.12.2006, 12:21
Hi Leute,

ich bedanke mich ganz herzlich für Euren Zuspruch, es hilft...

Jetzt kann ich beruhigt vor mich hin "dummen", es wird... :-sleppy

Also nochmal danke, danke, danke....

Judith aus Halle

eatpigsbarf
14.12.2006, 13:22
Das Nette ist, es wird auch hinterher, also mit Abschluß des Studiums, nicht besser :-P. Ich kam mir in meinem ersten Dienst vor, wie ein Kindergartenkind, daß jetzt von heute auf morgen man ein Diktat schreiben soll. War ganz prima.
Ich glaub, das Wichtigste ist, daß man a) weiß, wo und wen man fragen kann, b) weiß, wann man fragen MUSS und c) trotz Unwissen in gewisser Weise Kompetenz ausstrahlt.
Der Rest erledigt sich dann irgendwie, denn man kann ja wirklich immer fragen.

judithchen
20.12.2006, 10:43
Hi Leute,
ich danke Euch nochmals recht herzlich, jetzt kann ich ja gemütlich in die Weihnachtsferien gehen... :-party

ICh wünsche Euch Allen ein besinnliches und wunderschönes Weihnachten!

Bis denne

Judith :-angel

Yersinia I.
31.01.2007, 11:33
Da ja <90% unseres Berufsalltags aus Routine besteht, ist es von Wert, wenn man sich schnell in neue Situationen (neue Station etc.) einarbeiten kann. Dann verliert sich die anfängliche Unsicherheit schnell.

Und selbst Ober- und Chefärzte stehen noch gelegentlich vor Situationen, die sie überfordern! Und auch die fragen, wenn sie gut und reflektiert sind, gelegentlich Kollegen um Rat.

haemoglobinchen
10.02.2007, 23:06
Mein Problem ist eigentlich eher, dass man so viel Detailkram weiß (wenn man denn gerade für ein Fach gelernt hat, so wie ich jetzt für Innere und sich dann z. B. mit ANCAs, ANAs und ich weiß nicht was auskennt), aber das wirklich Wichtige für die Praxis geht einem dabei verloren (kreuzchen setzen tut man ja im klinischen Alltag dann eher weniger ...). Ich krieg diese ganzen Puzzlestücke einfach noch nicht so zusammen, dass man das Wissen irgendwie mal koordiniert bei einem Patienten anwenden könnte... irgendwie frustrierend, denn eigentlich sollte man doch viel mehr für die Praxis lernen, oder? Das stört mich einfach total am Studienaufbau ...
Mal ganz abgesehen davon vergesse ich das ganze Gelernte einfach viel zu schnell wieder ...
Für die ganzen kleineren Fächer, naja, da geht's mir einfach nur ähnlich wie euch, es wird minimal gelernt, um die Klausuren zu bestehen, was meistens nicht all zu schwer ist ... aber frag mich bloß keiner was zu Auge, HNO oder Derma ... obwohl, die Klausurergebnisse dürften eigentlich stimmen *g* ...