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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium Medizin - würdet Ihr es wieder tun?



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sonjamed
09.07.2008, 21:15
Mich interessiert ja vor allem, wie die Zweitstudies mit der Finanzierung klar kommen.

Ja, mich auch!
:-stud

helicobacter
15.07.2008, 15:37
bin auch´n ingenieur und arbeite derzeit in der IT branche....
ich versuche derzeit im WS unterzukommen!

die finanzierung ist echt genial, da mein derzeitiger arbeitgeber gut mitgespielt hat! das ganze sieht wie folgt aus:

- festes gehalt (nicht wenig für einen studenten!!)
- fester ungekündigter vertrag, quasi nur umstellung auf studentenstatus
- 20 tage bezahlter urlaub
- jahreszeitkonto (oder wie das heisst)
- flexible arbeitszeiten - im sem. minimal 5h pro woche!! (20h vertrag)

das ist schon ganz ok! jeder der in einem festen job steckt sollte sich ggf. mal mit seinem chef über die beruflichen pläne unterhalten!!

allen mitbewerbern -> viel glück im august *bammel*

Seniorscientist
15.07.2008, 20:12
Hi,

also ich habe es wegen meiner Kinder gewagt, Medizin zu sudieren! Ich war zuvor in der F&E Abteilung einer Biotech-Firma tätig. Kurz nach Geburt meiner ersten Tochter teilte man mir mit, dass die fest zugesagte Teilzeitstelle doch nicht möglich sei. Zunächst habe ich mich unglaublich geärgert, denn wenn man länger als ein halbes Jahr pausiert ist man in der Branche raus aus dem Geschäft, doch dann habe ich es als Chance begriffen! Eine Chance, noch mal was Neues zu machen: Pünktlich zu Erstsemesterbeginn kam dann meine 2. Tochter zu Welt! Sie war zwar ein Frühchen und ist daher (?) auch ein wenig kränklich, aber es läuft dennoch mit Kindern und Studium gut! Man muss natürlich Abstriche machen: Eine perfekte Prüfungsvorbereitung oder ein normales Semesterpensum sind bei zwei so kleinen Kindern, einem Mann, der ständig auf Dienstreise ist und einem Haushalt, der zumindest halberwegs geführt sein wil,l einfach nicht drin! Auch Urlaube sind bis auf weiteres gestrichen, aber dafür haben die Kinder eine sehr zufriedene Mutter: Seit dem Studium ist trotz stressiger Momente (Klausurenphase) unser Familienleben deutlich entspannter! Ich bin jetzt 39 und genieße es, in der Kinderpause mein Leben nach der Kinderpause vorzubereiten....
Mein Fazit nach vier Semestern:. Es ist deutlich anspruchsvoller als ich das erwartet habe (Auch als Naturwissenschaftlerin hat man mich wieder ans Lernen gekriegt!), aber es macht unglaublich viel Spaß und ich würde es daher auch jederzeit wieder machen! Dazu kommt, dass ich all die netten Studenten nicht missen möchte...... :-top

M. Cremaster
15.07.2008, 20:40
@Helicobacter: drücke dir die Daumen !!
hab kürzlich auf Arbeit nen Informatiker kennengelernt der ist jetzt fertig (1er Kandidat) und fängt im WS mit Medizin an. War ganz interessant, jmd. persönlich zu treffen der in derselben Situation wie meiner einer vor 2 Jahren ist.


Dazu kommt, dass ich all die netten Studenten nicht missen möchte...... :-top

Allerdings, vor allen die StudentINNEN nicht :-)

Ulle
15.07.2008, 21:46
Ich hab im Erststudium Biologie studiert und die ersten zwei Jahre Medizinstudium waren echt hart - hab immer versucht, nebenbei in Laboren als HiWi zu jobben, es hat aber nie gereicht, so dass meine Eltern einspringen mussten.

Nach dem Physikum hab ich mir dann mal Gedanken gemacht, wieso das eigentlich so sein muss. Natürlich hab ich weniger Zeit als andere, weil man doch ab und an Kurse etc. hat - hab dann beschlossen, mir eine naturwissenschaftliche Doktorandenstelle zu suchen, logischerweise in einem medizinnahen Labor - immerhin verbinde ich Wissen und Denkweisen aus beiden Disziplinen, sowas sollte heute doch begehrt sein. Eine Email geschrieben, in der ich klar formuliert habe, dass ich eine naturwissenschaftliche Doktorarbeit neben dem Studium anfertigen möchte, 30min später (als ich gerade für die nächste Gruppe am formulieren war) eine Antwort bekommen, wann ich denn mal auf ein Vorstellungsgespräch vorbeikommen könnte...

Ich hab dann in einem Labor einen Probestelle für 6 Monate bekommen und nach dieser Probezeit wurde ich zu den Konditionen anderer Doktoranden übernommen (zuvor aber auch schon was bekommen, was aber eher BaFÖG-Satz entsprach) - bei allen Freiheiten, die ich für das Studium brauche. Mein Urlaub nutz ich als Klausurenurlaub, um mich halbwegs adequat vorzubereiten, und auch sonst führe ich kein familientaugliches Leben - aber es macht richtig Spaß, auch wenn ich es meist nur noch zu den Pflichtveranstaltungen schaffe und viel durch die Gegend hetze. Famulaturen werden noch spannend, die bring ich aber auch schon noch unter. Mein PJ muss ich zwar noch finanzieren, im Notfall würden da aber wohl schon meine Eltern wieder einspringen (und im Moment bin ich gerade in einer Art Konsumrausch nach 3 Jahren Pleitegeier - wenn ich endlich anfangen würde zu sparen, wäre das PJ auch kein Thema).

Was ich eigentlich sagen will: ich bereue es nicht, ein Zweitstudium aufgenommen zu haben, auch wenn man es sicher nicht verallgemeinern kann. Aber die Finanzen lassen sich bestimmt immer irgendwie regeln, auch wenn es nicht einfach wird. Selbst wenn Du keinen Plan hast, wie es nach den ersten drei Monaten weitergehen soll, meist findet sich doch noch ein Weg.

Ich werde übrigens wahrscheinlich mit 33 fertig sein und freue mich schon irgendwie auf meinen ersten richtigen Urlaub seit dem Abitur (Exkursionen im Biologiestudium kamen aber Urlaub schon recht nah, muss man wohl ehrlich sagen).

McDreamy
16.07.2008, 13:53
Also ich komm grad von einer Verabredung mit ein paar Freunden in meinem Alter und bin leicht frustriert... die meisten von denen haben kleine Kinder, Haus- und Ausbaupläne, Familienerweiterungspläne, etc.

Irgendwie komm ich mir da jedesmal wie der totale Looser vor, auch wenn das mit Sicherheit von meinen Freunden nicht beabsichtigt ist. Bei Gesprächsthemen wie: "Badrenovierung - italienische oder französische Fliesen?", "Hausausbau - ja wir müssen ja jetzt ein zweites Kinderzimmer einplanen" kann ich einfach nicht mitreden. Das sind meine Freunde von damals, als wir noch gemeinsam studiert haben (Erststudium). Ich könnte jetzt immer noch über Studententhemen wie "Wo gibts das größte Schnitzel" oder "wann mach ich die nächste Prüfung" reden - aber die anderen... sind irgendwie anders jetzt.

Kennt ihr das Gefühl, dass das eigene Leben mit Studium und Neuanfang usw. so vollkommen anders ist als das Leben eurer Freunde, die das "normale" Programm mit Kind-Haus-Hund weiterverfolgt haben? Da hab ich dann immer so GEdanken wie: "Bis ich überhaupt nur über ein Haus nachdenken kann, bin ich 55" oder "Kinder sind bei mir nicht mehr drin" und irgendwie frustriert mich das. Eigentlich bin ich gar nicht so der Typ, der auf solche Dinge so Großen Wert legt. Ich kann gut ohne Haus leben. Ich kann auch gut ohne Kinder leben, aber irgendwie.... kann ich das Gefühl nicht beschreiben. Neid wär der falsche Ausdruck... irgendwie hab ich bei diesen Treffen mit meinen Freunden immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Eigenartiger Weise aber immer nur dann, wenn ich mich mit denen treffe... Sonst kommt mir das eigentlich nie in den Sinn und ich bin super zufrieden mit meiner Entscheidung fürs Med-Studium.

Das einzige was mich in solchen MOmenten tröstet, ist der Gedanke, dass es vielleicht umgekehrt auch so sein könnte und meine Freunde sich denken: "Mann, einmal noch aussteigen und was ganz anderes machen - DAS wärs"....

helicobacter
16.07.2008, 14:12
Also ich komm grad von einer Verabredung mit ein paar Freunden in meinem Alter und bin leicht frustriert... die meisten von denen haben kleine Kinder, ...

welches sem. bist du? in welchem alter hast du angefangen?? uuund was hast du vorher studiert??? :)

McDreamy
16.07.2008, 14:19
4. Sem / 35 / BWL
Und vor dem Med.Studium war ich ca. 7 Jahre berufstätig

feylinia
16.07.2008, 14:59
Ich bin zwar noch keine 35 (27), aber das Gefühl kenne ich schon auch - es gibt genug aus meinem Abijahrgang, die ebenso schon Kinder und Häuschen haben; auch viele, die mit mir studiert haben (wir haben HEX im Frühjahr gemacht) haben schon den ultimativen Plan, was das betrifft. In mir löst sowas eher Panik aus.
Solange es dir gut geht mit deiner Entscheidung ist doch aber alles ok, findest du nicht?
Klar bekommt man vor Augen geführt, was möglich wäre, aber nachdem ich persönlich das nicht will, ist mir das ziemlich egal - ich nehme es mit Staunen zur Kenntnis und freue mich für die glücklichen Familien und an meiner Freiheit! Ich gehe nach solchen Treffen meist erleichtert nach Hause und bin froh, daß ich nicht so ein Leben führe...

M. Cremaster
16.07.2008, 16:01
Irgendwie komm ich mir da jedesmal wie der totale Looser vor, auch wenn das mit Sicherheit von meinen Freunden nicht beabsichtigt ist. [...]


Also ich komm mir bei den Klassentreffen überhaupt nicht als Loser vor ganz im Gegenteil. Wo kommen wir denn da hin wenn du dich als angehender Arzt egal welchen Alters als Loser fühlst sollst weil es dein 2. Beruf ist??



Kennt ihr das Gefühl, dass das eigene Leben mit Studium und Neuanfang usw. so vollkommen anders ist als das Leben eurer Freunde, die das "normale" Programm mit Kind-Haus-Hund weiterverfolgt haben?


Bei mir ist es garnicht so anders. Orientierungslosigkeit ist weit verbreitet. In meinem Abijahrgang gibt es mehr als einen Totalausfall (jahrelang studiert, abbruch, rausgeflogen usw).

Die Zeiten haben sich geändert, was vor 20 Jahren als sicher galt ist heute nur noch ein Stück Papier. fahr morgens mit der S-Bahn mit dem Pendlern in die Ballungsräume und schau in die Gesichter. Frag dich ob es das ist. Reich werden - ein paar wenige vielleicht. Und die beneide ich nicht einmal.

Ich behaupte mal, es war noch nie so einfach wie zur jetztigen Zeit, einen Neuanfang / Umorientierung durchzuziehen. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Sichere Jobs gibt es nicht mehr, und für das verdiente Geld gibt es immer weniger Gegenleistung.



irgendwie hab ich bei diesen Treffen mit meinen Freunden immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Eigenartiger Weise aber immer nur dann, wenn ich mich mit denen treffe...

Weil bei diesen Treffen deren Werte- und Lebensvorstellungen überwiegen. dazu kommt, dass die Leute deines Jahrgangs (1970?) noch die ausklingenden fetten Jahre in der Industrie mitgenommen haben. Da reichen 4, 5 Jahre, um sich soweit gesund zu stoßen dass mal ein guter Grundstock fürs Haus, Auto usw. da ist -> der Rest Kredit -> Glaskugel schau -> Hallo Immobilienkrise USA : schau mal in 10 Jahren aufs Klassentreffen und frag nach Haus und Auto ...

McDreamy
16.07.2008, 16:02
Ich gehe nach solchen Treffen meist erleichtert nach Hause und bin froh, daß ich nicht so ein Leben führe...

An guten Tagen (und das is eh meistens) tu ich das auch. Aber manchmal, da fällt es mir eben etwas schwerer :-))

GGF
16.07.2008, 16:22
Hallo Zusammen,

ich bin (leider) noch kein Zweitstudi, kann aber die Gedanken von McDreamy irgendwie gut nachvollziehen. Hab sogar ein bisschen das Gefühl, ich könnte mich von solchen, eigentlich total überflüssigen Gedanken, auch etwas "runter - ziehen - lassen".

Ich bin jemand der zunächst die Realschule abgeschlossen und dann auf Gym. gegangen ist. Wenn ich meine Freunde besuche, dann haben diese in der Regel schon nach Ausbildung etc. 6 Jahre gearbeitet...

Und ich denke über eine dritte Ausbildung nach :-)

Oh je - :-oopss

Viele Grüße

helicobacter
16.07.2008, 19:10
4. Sem / 35 / BWL
Und vor dem Med.Studium war ich ca. 7 Jahre berufstätig

kenne auch das gefühl....
nur das mich dieses eher zum studium animiert hat ;-)
irgendwann sind die kinder deiner freunde, vermutlich wenn die
selbst mitte 40 sind, aus dem haus. deine stecken dann noch mitten in
der entwicklung .... d.h. du hast länger etwas von deinen kindern & bist u.u.
sogar ein(e) verständnisvollere(r) vater/mutter?!
sieh es so, nur noch 3 jahre bis zum PJ und dann gehts bei dir los
krisensicherer spannender job, ich denk mal das man als mediziner sicher bis
zur rente arbeiten kann ;-) (was mir stetig wichtiger wird)

grüße

der heli

helicobacter
16.07.2008, 19:11
4. Sem / 35 / BWL
Und vor dem Med.Studium war ich ca. 7 Jahre berufstätig

kenne auch das gefühl....
nur das mich dieses eher zum studium animiert hat ;-)
irgendwann sind die kinder deiner freunde, vermutlich wenn die
selbst mitte 40 sind, aus dem haus. deine stecken dann noch mitten in
der entwicklung .... d.h. du hast länger etwas von deinen kindern & bist u.u.
sogar ein(e) verständnisvollere(r) vater/mutter?!
sieh es so, nur noch 3 jahre bis zum PJ und dann gehts bei dir los
krisensicherer spannender job, ich denk mal das man als mediziner sicher bis
zur rente arbeiten kann ;-) (was mir stetig wichtiger wird)

grüße

der heli

MediManu
17.07.2008, 10:22
die geschichten kenne ich auch alle zu genüge. alle reden sie von tollen reisen, dicken autos und schönen wohnungen. ich seh das ganze dann halt immer so: das geld, was die in ihre konsumgüter stecken, investiere ich derzeit in mein studium, was für mich wesentlich mehr bedeutet als eine dicke karre. nur wenn's um's reisen geht werde ich oft etwas nachdenklich. ich würde gerne viel mehr reisen und etwas von der welt sehen. wenn's um dieses thema geht, bekomme ich oft das gefühl, ich würde etwas verpassen. aber noch ein paar jährchen, dann kann man das alles nachholen.

was mir viel mehr zu schaffen macht, ist die einstellung der "arbeitenden" bevölkerung gegenüber studenten. wenn ich oft tagelang an meinem schreibtisch beim lernen sitze bis spät in die nacht sieht das irgendwie keiner. meinen freunde und nachbarn denken dann immer, ich würde faul zuhause rumhängen. wenn ich aber an wochenenden und nachts zum arbeiten gehe solange die anderen pennen, und trotz großer arbeitsbelastung und studienstress wenig geld in der tasche habe, will das keiner wissen! es ist immer noch die allgemeine meinung, dass studenten faul sind und viiiieeeel zeit für parties haben. wenn man dann mal tatsächlich unter der woche auf ner party war und bis mittags schläft, dann erfüllt das natürlich alle klischees. zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass die leistung und der aufwand, den ich täglich erbringe, zumindest momentan nicht richtig gewürdigt wird. es ist meiner meinung nach einfach nur eine frage des respekts, jeden so zu respektieren, wie er eigentlich ist und die lebengestaltung eines jeden zuzulassen, egal ob student oder nicht student.

außerdem möchte ich anmerken bzgl. eurer zweifel, ob das zweitstudium das richtige ist: ich fahre oft an meiner alten arbeitsstelle (bürokomplex) vorbei. dort pilgern immer noch täglich die anzug- und schlipsträger zur mittagszeit in die lokalen bistros und imbiss-buden. alle haben sie den selben öden, gelangweilten gesichtsausdruck wie damals. es kann mir keiner erzählen, dass die ein interessanteres leben führen als ich, egal wie viel geld die haben. es gibt nicht jeder gerne zu, aber viele bewundern mich für meine entscheidung für das zweitstudium. viele würden auch gerne, trauen sich aber nicht. irgendwann ist der zug dann tatsächlich abgefahren. eher weniger wegen des alters, sondern vielmehr wegen zusätzlichen finanziellen verpflichtungen, die ja im laufe des lebens nicht weniger werden. einige würden gerne ihren job aufgeben und mit mir tauschen, wenn ich ihnen von meinen 2-3 verschiedenen nebenjobs erzähle und von den dingen, die ich im studium erlebe. es gibt nur nicht jeder direkt zu.

also, dran bleiben und nicht verunsichern lassen. immer auf sich selbst hören!!! :-top

medijan
17.07.2008, 10:43
@medimanu: TOP-Beitrag

Ich finde auch, dass die Belastung des Studierens viel zu wenig wahrgenommen wird. Ich werde besonders von relativ wohlhabenden Menschen aus meinem Bekannten- und VErwandtenkreis, die früh angefangen haben zu arbeiten momentan fast hingestellt als derjenige, der nur nochmal Lust hat zu studieren und seine Frau zum Geld verdienen ausnutzt. Das sich Vorstellungen vom Leben aufgrund von persönlichen Erfahrungen ändern können wird von solchen Menschen nicht akzeptiert.

jilain
17.07.2008, 10:46
Bedenkt auch, dass ihr mit zwei Studien (was ist die Mehrzahl von Studium? Studiumse? *gg*) wahrscheinlich wesentlich besser ausgebildet seid als viele Andere! Ich finde, dass das einiges wert ist. Ihr (bzw. Wir) habt euch gegen Konventionen vergangener Jahre gestellt. Mich würde es absolut nicht interessieren welche Fliesen meine Freunde für ihr Bad nehmen wollen. Wofür ist das wichtig? Was bringen mir solche Gespräche?

Ich z.B. kenne das alles eher andersherum. Ich bin die Einzige in meiner recht großen Familie die studiert (und dann auch noch nochmal studieren will). Der Gesprächsstoff meiner Verwandten beschränkt sich auf ständiges meckern, darauf kein Geld zu haben, sich sinnlos über irgendwelche Leute aufzuregen die doch eigtl. das eigene Leben gar nicht tangieren etc. . Ich brauche immer einige Zeit um mich darauf einzustellen und bin froh wieder nach Hause zu kommen und mich mit wissenschaftlichen Thematiken auseinander zu setzen. Und denke mir: Okay, ich hätte vllt. schon ein paar Jahre früher im Arbeitsleben stehen und Geld verdienen können, doch so tat und tue ich das was mich fordert, interessiert, mir Spaß macht und wodurch ich mich weiter entwickle. Hingegen sich viele Menschen im "Ach ja, das und das könnte ich auch noch tun, aber das geht ja alles nicht" oder "ach hätte ich mal" verlieren.

Also zieht euer Ding durch und seht dieses "Abheben" positiv! :-top


[Edit] Ich höre auch oft: Studenten haben Zeit und blabla. Da denke ich mir im stillen: "Wohl noch nicht studiert, was?". Manchmal hilft Arroganz auch weiter ;-) Tja, und weil ich zweimal studieren will bin ich jetzt auch "der ewige Student", jaja schlimm schlimm, ich schäme mich ;-) Das ich dann nebenbei arbeiten muss etc. wird vergessen.

M. Cremaster
17.07.2008, 12:31
einige würden gerne ihren job aufgeben und mit mir tauschen, wenn ich ihnen von meinen 2-3 verschiedenen nebenjobs erzähle und von den dingen, die ich im studium erlebe. es gibt nur nicht jeder direkt zu.

also, dran bleiben und nicht verunsichern lassen. immer auf sich selbst hören!!! :-top


Immer auf sich selbst hören, wie wahr.

Oft sind nämlich die komischen Sprüche (die aber selten sind - von den Leuten die sie bringen wusste ich schon vor 10 Jahren was ich von denen halten soll - nämlich garnix - ) nichts anderes als versteckter Neid und Unzufriedenheit mit der eigenen Situation.

Unbekannter
17.07.2008, 14:00
Kann euch allen nur zustimmen. Ich plane auch endlich meinen Traum zu verwirklichen, vielleicht im nächsten Jahr und die Sprüche, "Wie willst du das bezahlen?", "Das ist doch totaler Blödsinn", "Du wirfst deine Zukunft weg", "Denk an die Rente, da fehlen dir die Jahre", "Wieso machst du nicht weiter wie bisher, du kannst doch später mit diesem Job soviel Geld verdienen", "Denk an die Familienplanung", "Was machst du wenn es nicht klappt?", "Du bist verrückt", etc. etc. etc. höre ich nahezu von fast allen denen ich das erzähle und ich könnte diese Auflistung noch Seitenweise weiterführen.

Klar, kann man sagen, lass die mal alle reden, sind ja selber nicht zufrieden. Aber es ist doch nur menschlich, wenn einen das schon zum Nachdenken anregt und außerdem setzt mich das ziemlich unter Druck. Wenn es nämlich aus irgendeinem Grund wirklich nicht klappen sollte, und das kann sicherlich jedem passieren, denn positives Denken ist viel, aber leider nicht alles, dann wird das Gerede wohl endgültig ausufern.
Ist schon alles schwer, gerade der finanzielle Aspekt!

jilain
17.07.2008, 15:13
Hallo Unbekannter,

wenn es nicht klappt, dann hast du ja schon einen Beruf erlernt! Klar hast du womöglich erstmal deinen Job aufgegeben, aber besser probieren als von vorherein aufzugeben! :-)