Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Organspenden gegen Geld?
mezzomixi
25.12.2006, 17:52
Wie wäre es mit einer solchen Regelung:
Nur wer sich verbindlich und unwiderruflich bereit erklärt hat, nach seinem Tod als Organspender zu dienen, darf bei Bedarf selbst ein Spenderorgan bekommen?
verbindlich & unwiderruflich? für wen? und ab wann?
Egal, wie man zur Transplantationsmedizin steht: Transplantationen sind technisch
möglich und deshalb könnte im Prinzip jeder einmal plötzlich vor der Frage stehen, ob er die Organe eines verstorbenen Angehörigen freigeben will oder nicht. Außerdem könnte im Prinzip auch jeder einmal vor der Frage stehen, ob er sich ein fremdes Organ implantieren lassen will.
Ich lehne Organtransplantationen aus verschiedenen Gründen ab. ( Begründen will ich das hier nicht.)
Wer jedoch bei Bedarf ein fremdes Organ annehmen würde, müsste IMHO auch bereit sein, nach seinem Tod als Spender zur Verfügung zu stehen.
Das Verfahren könnte ich mir etwa so vorstellen: Jeder Erwachsene wird verpflichtet, eine Erklärung darüber abzugeben, welche seiner Organe nach seinem Tod für Transplantationen verwendet werden dürften. Diese Erklärungen müssten in einem offiziellen Register (z. B. beim Einwohnermeldeamt oder was weiß ich) erfasst werden. Nur wer in diesem Register als potenzieller Spender stünde, sollte bei Bedarf Anspruch auf ein Spenderorgan haben .
Eine solche Regelung fände ich wesentlich besser als die Widerspruchsregelung, die zur Zeit in Österreich und der Schweiz praktiziert und auch hierzulande von einigen gefordert wird.
Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfen dort auch gegen den Willen von Angehörigen Organe entnommen werden,falls man zu Lebzeiten nicht ausdrücklich (schriftlich?) widersprochen hat.
Da fände ich es besser, jeden aufzufordern, sich mit dem Thema zu beschäftigen und dann eine Erklärung über seine Einstellung dazu abzugeben, anstatt bei allen, die nicht widersprochen haben, ein stillschweigendes Einverständnis vorauszusetzten. Im Grunde wäre mein Vorschlag nur eine modifizierte Widerspruchsregelung. Wer sein Widerspruchsrecht wahrnähme, verlöre gleichzeitig sein 'Recht' auf das Organ eines anderen.
Man müsste bei einem solchen Verfahren allerdings sicherstellen, dass niemand, der jahrelang sein Widerspruchsrecht wahrgenommen hat, sich plötzlich zum Spenden bereit erklärt, weil er selbst in absehbarer Zeit ein Spenderorgan brauchen wird.
Unwiderruflich müsste die Zustimmung übrigens nicht unbedingt sein. Allerdings sollte jemand, der seine Zustimmung widerrufen hat, auch kein Spenderorgan mehr beanspruchen dürfen.
http://www.sueddeutsche.de/,ra2m4/panorama/artikel/685/114571/
Älterer Link (aus dem Jahr 2002) zum Thema 'Organe gegen Geld':
http://www.uni-essen.de/pressestelle/juli2002/seite9/eine_heftige_diskussion_mit_viel.htm
Kleiner_Medicus_w
18.05.2007, 09:52
http://www.sueddeutsche.de/,ra2m4/panorama/artikel/685/114571/
das ist wirklich "krank" und kaum zu glauben. wieso hat das so schnell niemand gemerkt? ich versteh das nicht. wie kann ein arzt nur so abgebrüht sein? und sowas erhält das bundesverdienstkreuz.
:-kotz
Noch ein Link zum Thema Lebendspende:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2002/02/11/026a0701.asp
zweistein
05.02.2008, 21:02
Das ist ein Beitrag von "Synosoph" aus einem "entarteten" Thread über das Zweik(l)assensystem in unseren Krankenhäusern. Ich hatte in dem anderen Thread keine Lust mehr, darauf einzugehen, aber ich finde, hier passt er sehr gut:
15.01.2008, 14:26
synosoph
Auch die Brüche im medizinischen Bereich sind nur Syptome einer umfassenderen, weltweiten Krise. Eine Ursache für diese Krise ist die immer weiter ausufernde Kapitalorientierung unseres Lebens. Im medizinischen Sektor sollte, wie Dörner ausführt, der Schwächste, nicht der Stärkste Vorrang haben. Mittlerweile verkehrt das Gesundheitswesen sich aber immer mehr zu einem Markt. Selbst Ärzte untergraben häufig das System mit ihrer Habgier. Was in der Finanzwelt noch Ruhm verspricht, sticht im sozialen Leben allerdings tief ins Mark.
Desweiteren gilt auch hier: In einer immer weiter denationalisierten Welt, können Probleme nicht mehr national gelöst werden, solange es an globalen Standards fehlt. Würden wir in Deutschland auf private Spitzenmedizin verzichten, käme es zu einem Patiententourismus in andere Länder. Indien bietet heute schon gezielt solche Dienstleistungen für reiche ausländische Privatzahler. Siehe z.B. hier (http://www.tourism-watch.de/dt/46dt/46.medizintourismus/).Und hier ist eine ganz aktuelle Sache über illegalen Handel mit Nieren in Indien, die Leuten teilweise gegen ihren Willen netnommen worden sind:
Indien fahndet nach dem Nierenhändler «Dr. Horror»
Illegale Transplantationen von Nieren haben in Delhi die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Doch der Organhandel ist in Indien weit verbreitet. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/indien_fahndet_nach_dem_nierenhaendler_dr_horror_1 .664823.html
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.