Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1. Stelle Anästhesie
Bei uns gibt es leider keine wesentliche Einarbeitungszeit .. learning by doing :-) Aber es geht auch so. Wenn jemand aus unserem Haus kommt, dann wissen alle: "Den kannst Du überall hinstellen....", ansonsten hätte er/sie es auch nicht überlebt. ;-))
Nach einer wirklich guten Referenz hörst sich das für mich aber nicht an...
Hmm...vier oder sogar sechs Wochen Einarbeitungszeit klingen ja himmlisch! Ich hatte nach sechs Tagen meinen eigenen Saal (ohne Famulatur- oder PJ-Erfahrung) :-??? Allerdings war immer ein FA/OA "nebenan" im Saal, den ich rufen konnte, was ich auch ständig tun musste...und ohne die nachsichtige und geduldige Anästhesie-Pflege wäre ich vermutlich gestorben vor Angst :-keks
Bzgl. Bücher: Ich finde den kleinen Striebel ganz gut für den Anfang, außerdem hab ich immer die Pocketcards in der Kitteltasche und ich warte auf die Neuauflage des Larsen im Juni :-top
An meiner alten Uni hat man fast von anfang an Nachtdienste mitgemacht, da es dort eine vierte Dienstgruppe gab. Man wurde dafür nachts aber vorerst in der Regel nicht aufgeweckt und ist so an die Dienste herangeführt worden.
Das hört sich ja süß an, man macht Nachtdienste, wird aber nachts nicht aufgeweckt??? Damit man sich schon mal dran gewöhnt, in der Klinik zu schlafen oder was?? :-))
Zwei Wochen Einarbeitung scheinen üblich zu sein. Meine kurze Liaison mit der Anästhesie (10 Wochen) begann auch mit 2 Wochen Einarbeitung (kein PJ, keine Famulatur, nur eine RS-Ausbildung in der Anamnese) - und dann kam das kalte Wasser, und die Nerven lagen bloß. Denn dann hieß es, ganz alleine Patienten am Leben halten, und zuständige OÄ's gab es zwar, aber im entscheidenden Moment hieß es allzu oft "kann grad nicht, mach 'ne schwierige Spinale" o. ä. Nach 8 Wochen Schlaf-, Ess- und Angststörungen habe ich der Anästhesie für immer den Rücken gekehrt und bin jetzt in einem ganz anderen Fach absolut glücklich.
Ähm, das hört sich übel an...so was hätte es bei uns nicht gegeben. Hier hält man viel von Welpenschutz :-)
eingearbeitet wird man bei uns gut 4 Wochen (wenn man PJ auch hier gemacht hat und bekannt ist und als fähig eingestuft wird, dann geht das auch mal schneller), läuft mit und macht dann immer mehr allein, nur halt mit ner Begleitung, der so ein bissl guckt und mal länger Kaffee trinken geht ;-)
Starten tut man dann mit einfachen Sachen: Gyn-Saal (Mammas), MEs, kleinere allgemeinchirurg. Sachen wie Hernien, unfallchirurg. Sachen, meist ASA I bis II Patienten. OPKoordinator plus Gegenstück schwirren immer in Telefonrufweite, wenn irgendwas ist, kommt sofort jemand (das ist super), die lassen einen aber auch machen, wenn sie wissen, daß man sich meldet, falls man ein Problem hat.
Spätdienste nach 7-9 Monaten, chirurg. Dienste nach einem Jahr, Rufdienst ist aber auch zuhause. Es wird darauf geachtet, daß immer ein FA im Haus ist, Intensiv oder GynDienst. Den Gyndienst macht man bei uns erst im 3.WBJ.
(Haben aber auch ne große Geburtshilfe, angeblich viertmeisten Geburten in Dtl., die meisten innerhalb der Stadt :-notify war mir bis vor kurzem auch nicht so bewußt, mir grauts aber schon vor meiner ersten Cito-Sectio, zu der ich aus dem Schlaf gerufen werde...aber die anderen haben das ja auch alle irgendwie geschafft :-oopss)
Ist alles sehr vorsichtig bei uns gestaltet, aber ist eigentlich nett :-) so hat man keine schlaflosen Nächte oder richtig angst, wie schon berichtet wurde. Anfangs hatte ich auch die erfahrenen Hasen an der Seite :-)
Also, der *Larsen* ist für mich auch kein Werk für den Einstieg, dann wirklich eher den kleinen *Striebel*. Man wird sonst total von Wissen erschlagen, daß man auch überhaupt noch nicht anwenden kann :-meinung lieber den Striebel lesen als den Larsen im Regal stehen haben.
A propos *Software Palm/ PDA* Anästhesie: kann da jemand was empfehlen??
A propos *Software Palm/ PDA* Anästhesie: kann da jemand was empfehlen??
Kommt drauf an, welche Art von PDA-Spielen Du für perioperativ favorisierst:-)
Das hört sich ja süß an, man macht Nachtdienste, wird aber nachts nicht aufgeweckt??? Damit man sich schon mal dran gewöhnt, in der Klinik zu schlafen oder was?? :-))
Genau, sowas will ja schließlich auch geübt sein. :-))
Nee im Ernst...Dienste waren dort 24h lang. Man hat natürlich den normalen Tagdienst und dann die weitere Dienstzeit mitgemacht, bis nichts spannendes mehr war. Hatte hier mitunter eigene Aufgaben oder ist bei reinkommenden Notfällen mitgegangen und konnte dann irgendwann schlafen gehen. Natürlich ist man als vierter Dienst, wenn mitten in der Nacht was ist, in der Regel nicht aus dem Bett geholt worden, sondern erstmal der FA und dann ggf. auch der erfahrenere Assi. Den Lerneffekt hat man ja trotzdem, der Dienst besteht ja nicht nur aus den Stunden zwischen 24 und 7 Uhr.
DocSchmitti
04.05.2010, 23:19
sorry, das ist nicht so gemeint. Eher sarkastisch ... ich hätte auch lieber eine strukturierte und gute Ausbildung...
DocSchmitti
04.05.2010, 23:20
Nach einer wirklich guten Referenz hörst sich das für mich aber nicht an...
...soll auch keine sein... ;-)
DocSchmitti
04.05.2010, 23:21
Wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: das klingt ein wenig sehr großkotzig...
sorry, soll nicht großkotzig rüberkommen. Bin eher sarkastisch und würde mich über eine strukturierte und gute Ausbildung auch freuen....
Kommt drauf an, welche Art von PDA-Spielen Du für perioperativ favorisierst:-)
Die Dinger heißen doch auch so, oder?! (Personal Digital Assistant)
Machen Sie sich nur lustig, Herr Kollege :-D
@lara: okay, das macht Sinn. Da kann man mal ein bißchen gucken und üben mit Aufsicht. Du hattest aber nix von 24 h Diensten geschrieben, sondern nur von Nachtdiensten :-)
Leelaacoo
05.05.2010, 14:14
Mal off-topic: (ja, Schande auf mein Haupt...)
Ich finde es echt toll, dass ihr (fast) alle so ne lange Einarbeitung bis zu den ersten Diensten habt...
Ein internistischer Kollege von mir hat in der Inneren angefangen, Haus ohne operative Fächer (ergo keine Anästhesie)...der sollte nach 4 Wochen Nacht- und WoEnddienste machen mit ITS dabei...fand ich unverantwortlich...da gibts auch mal die eine oder andere Notfallintubation oder gar Rea...wieso sind Anästhesisten so vernünftig, ihre Leute gut vorzubereiten und die Internisten - Assis werden auf die Patienten losgelassen, wobei ja gerade die oft schwer krank sind und erfahrener Hände bedürfen....find ich unglaublich...
LG Lee (schämt sich noch für off-topic)
@lara: okay, das macht Sinn. Da kann man mal ein bißchen gucken und üben mit Aufsicht. Du hattest aber nix von 24 h Diensten geschrieben, sondern nur von Nachtdiensten :-)
Ja, das war mir dann im Nachhinein auch aufgefallen. :-))
Crispbread
07.05.2010, 12:59
Ein internistischer Kollege von mir hat in der Inneren angefangen
Das ist mal 'ne Aussage! :-dance
(Sorry Lee, nimms's mir nicht böse, das musste einfach sein :-blush )
Leelaacoo
07.05.2010, 17:21
Das ist mal 'ne Aussage! :-dance
(Sorry Lee, nimms's mir nicht böse, das musste einfach sein :-blush )
Ohhh...böse böse Post-Nachtdienstverwirrung:-wow
LG Lee
Wie handhabt ihr es denn mit der Extubation? Ich habe bei der Vielzahl an Ärzten eine Vielzahl an Arten gesehen und bin dabei noch total unsicher. Lasst ihr den Patienten so lange intubiert, bis er wirklich wach ist, die Hand drücken und die Augen aufmachen kann oder extubiert ihr schon, wenn der Pat. regelmäßig und selbstständig atmet? Irgendwie ist mir wohler dabei, wenn der Patient wirklich wach ist, andererseits ist Husten sicher nicht so toll für viele OP-Ergebnisse (Leistenhernien, Strumen...) und für den Patienten vielleicht auch nicht so angenehm... :-blush Lehrbuch-Ansicht wäre vermutlich eher erstere Variante, aber die meisten Ober- und Fachärzte bei uns extubieren schon viel früher. Vielleicht Erfahrungssache?:-nix
Wie handhabt ihr es denn mit der Extubation? Ich habe bei der Vielzahl an Ärzten eine Vielzahl an Arten gesehen und bin dabei noch total unsicher. Lasst ihr den Patienten so lange intubiert, bis er wirklich wach ist, die Hand drücken und die Augen aufmachen kann oder extubiert ihr schon, wenn der Pat. regelmäßig und selbstständig atmet? Irgendwie ist mir wohler dabei, wenn der Patient wirklich wach ist, andererseits ist Husten sicher nicht so toll für viele OP-Ergebnisse (Leistenhernien, Strumen...) und für den Patienten vielleicht auch nicht so angenehm... :-blush Lehrbuch-Ansicht wäre vermutlich eher erstere Variante, aber die meisten Ober- und Fachärzte bei uns extubieren schon viel früher. Vielleicht Erfahrungssache?:-nix
Ad 1) Ein Patient wird NUR DANN extubiert, wenn er sichere Schluckreflexe hat. Dazu zählt für mich Schlucken und ggf. auch Husten. Bestenfalls sollte er auch kontaktierbar sein, daß kann man aber für manche neurochirurgischen Patienten nicht so ohne Weiteres fordern...
Ad 2) Werden bei Euch im Haus Leistenhernien und Strumen nachbeatmet??? Falls sich die Frage auf den richtigen Zeitpunkt der Extubation direkt post-operativ bezieht: Der Chirurg sollte sein Handwerk schon so gut verstehen, daß Husten oder Niesen nicht sofort zur Re-OP führen... (Kleine Anekdote: Ich war mal als NA bei einer Patientin, die 8 Tage vorher sectioniert worden ist, diese hat, nachdem sie einmal kräftig am Herd "Hatschi" gemacht hat, ihr Meso auf der Herdplatte wiedergefunden...und war ein wenig irritiert:-))
Ad 3) Patienten (bis auf die mit Relaxantienüberhang) erinnern sich in aller Regel nicht an ihre Extubation
Ad 4) Als Facharzt kannst Du ja prinzipiell machen was Du willst, aber als Assistent würde ich nach obigem Schema vorgehen...
Gruß,
Hypnos
Schließe mich da an. Erstmal muß man als Klein-Assi nach diesen Kriterien vorgehen, als OA/ FA kann man dann vielleicht mal eher nach seinem Bauchgefühl gehen ;-)
Extubiert wird eigentlich, wenn ein gewisses Atemvolumen vorhanden ist (ohne Aufforderung am besten, sonst hängt man danach beim Ausleiten mit nem Patienten, der nur auf Kommando atmet), entweder Augen aufmachen oder bspw. Hand drücken oder so was kann. Nur Husten reicht auch nicht als Extubationskriterium, da muß man allerdings abwägen, ob der Tubus den Patienten evtl. vom adäquaten Luftholen abhält.
Und wie gesagt, die sind dann zwar wach, aber noch nicht wirklich wieder da, so daß wirklich die allerwenigsten die Extubation als traumatisch empfinden.
Und klar, es ist weniger schön, wenn nach der Re-Leistenhernioplastie kräftig gegen gehustet wird, aber man veranlaßt den Patienten ja nicht extra dazu, weil man das OP-Ergebnis sabotieren will. Dann versuch ich halt, möglichst früh den Tubus rauszuziehen, aber Husten kann man halt nicht immer vermeiden. Etwas Xylocain i.v. soll ja angeblich auch helfen :-nix hat da sonst noch jemand mit Erfahrungen oder andere Tipps?
Lidocain i.v. kann die reflektorische, vagusvermittelte Bronchokonstriktion duch Atemwegesmanipulationen (zB In-/Extubation) abschwächen, sowohl bei prohylaktischer Gabe (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8887580), als auch als Behandlung bei schon besthender Brochokonstriktion (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17179265).
Den Hustenreflex unterdrücken kann es sicher nicht.
Gruß und schönes WE.
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