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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstveröffentlichung der Diss als Fachartikel



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FerroX
14.01.2007, 15:52
Ich stehe jetzt kurz davor eine experimentelle Doktorarbeit anzunehmen und hab mich dementsprechend in der letzten Zeit an der Uni etwas umgehört. Dabei kam raus, daß die Biochemiker/Physiologen sehr damit werben, daß sie ihren Doktoranden unter anderem eine Erstveröffentlichung ihrer Doktorarbeit in Form eines Fachartikels mit ihnen als Hauptautor zusichern. Einer der dortigen Mitarbeiter betonte immer wieder wie wichtig das sei, auch in Bezug auf die Benotung der Diss. Angeblich wäre es kaum möglich ohne Erstveröffentlichung in die höheren Notenbereiche reinzukommen.

Ich bin jetzt allerdings in einem anderen Institut gelandet, das Thema gefällt mir und Betreuung, Arbeitsklima und Ausstattung scheinen wirklich sehr gut zu sein. Ich bin jetzt nur etwas skeptisch geworden, schließlich will man sich ja keine 2 Jahre Arbeit machen um dann von vorneherein einige Noten nicht bekommen zu können.

Wie wichtig würdet ihr das einschätzen? Ist das überhaupt üblich, daß man selber als Hauptautor veröffentlicht? Und spielt das in der Benotung dann wirklich eine so große Rolle?

Evil
14.01.2007, 15:59
Wenn Du summa cum laude erreichen willst, brauchst Du in der Tat einen veröffentlichten Artikel. Und Veröffentlichungen als Erstautor sind für Doktoranden durchaus üblich (der Erstautor ist normalerweise der, der sich die ganze Arbeit gemacht hat, und der letztgenannte ist der Institutchef ;-)).

Manche Universitäten bieten in ihrer Promotionsordnung darüberhinaus die Möglichkeit, besagten Artikel als Dissertation einzureichen und wollen außerdem nur noch eine kurze Einleitung, das gilt jedenfalls für Bochum.

davemed
14.01.2007, 17:53
Hier in Lübeck ist eine Veröffentlichung Pflicht für summa und magna cum laude. Ob als Erst- oder Zweitautor, ist allerdings nicht festgelegt.
So wie ich das bisher gesehen habe, sind Veröffentlichungen schon gar nicht so selten, aber eine Erstautorenschaft ist eher die Ausnahme

Tombow
14.01.2007, 18:00
Würde Veröffentlichungen als Erstautor nicht als die Ausnahme sehen. Bei meinem Doktorvater haben fast alle Doktoranden, die ich im Laufe der Jahre erlebt und betreut habe, mindestens ein Paper als Erstautor veröffentlicht.

eatpigsbarf
14.01.2007, 19:39
Es kommt eben ein bißchen auf den Betreuer und/oder Doktorvater an: generell gilt eigentl. schon, wer die Hauptarbeit der Versuche übernimmt und wer sich dann hinsetzt und den Artikel schreibt, hat eigentlich schon den Anspruch, als Erstautor zu gelten. Allerdings gibt es einige Wissenschaftler, die für ihre Habilitation noch Erstautorenschaften benötigen, dementsprechend also gar nicht unbedingt wollen, daß der Doktorand noch viel mehr als die eigentl. Promotionsarbeit schreibt. Wenn Deine Betreuer allerdings schon genug zusammenhaben oder genug Projekte am Laufen haben, daß sie auch ohne genau Deine Arbeit zur benötigten Anzahl der Erstautornschaften kommen, sollte so ein Erstautorenschaft überhaupt kein Problem darstellen. Grade, wenn auch Du dazu bereit bist, dich hinzusetzen und ein Paper zu schreiben.

Inwiefern ein Paper für dich wichtig ist, kannst nur Du alleine entscheiden. Wenn Du definitiv wissenschaftl. Karriere an einer Uniklinik machen willst, dann würde ich mich schon mal im Laufe der Arbeit nach einer Möglichkeit zum Paperschreiben umhören. Ich würde allerdings nicht eine für mich interessante Abreit ablehnen, nur weil Dir nicht sofort im Erstgespräch eine Erstautorenschaft bei möglicher Veröffentlichung angeboten wurde. Oft kommt sowas im Laufe des Projekts zustande, hängt auch davon ab, wie die Ergebnisse Deiner Arbeit so aussehen (denn viele vergessen, daß keine negative Ergebnisse auch Ergebnisse sind).
Wenn Du die experimentelle Arbeit nur machst, um Dir für die Zukunft nichts zu verbauen, dann ist eine Erstautorenschaft sowieso nicht ganz so wichtig. Und auch mit einer Erstautorenschaft ist ddie Benotung der Dr.-Arbeit mit "summa cum laude" hinterher ganz gewiß nicht zwingend... Sie ist an vielen Unis einfach nur eine Voraussetzung, um überhaupt für diese Not in Frage zu kommen.

brain2k1
20.01.2007, 16:57
In Essen muss man für eine 1+ (summa cum laude) einen Artikel selbst verfasst haben und dementsprechend als Erstautor drüberstehen. Für eine 1 (magna cum laude) genügt es als Zweitautor über einer Veröffentlichung zu stehen.

Dr. Hyde
22.01.2007, 22:28
ist nicht magna cum laude = 2 und
cum laude = 3 ?

oder bin ich besser, als ich dachte :P

brain2k1
23.01.2007, 12:50
Hier ein Auszug aus Wikipedia:

* summa cum laude – 'mit höchstem Lob'

In den meisten Promotionsordnungen wird die Arbeit mit der lateinischen Bezeichnung summa cum laude als „hervorragende Leistung“ bezeichnet und numerisch als „0,5“ oder „0,7“ ausgedrückt. Die Note wird in den meisten Fächern nur selten vergeben.

* magna cum laude – 'mit großem Lob'

Bezeichnung als eine besonders anzuerkennende Leistung; numerische Angabe mit „1,0“.

* cum laude – 'mit Lob'

Bezeichnung als eine den Durchschnitt übertreffende Leistung; numerische Angabe mit „2,0“.

* rite – 'ausreichend'

Bezeichnung als eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht; numerische Angabe mit „3,0“.

* non rite oder insufficienter – 'ungenügend' (durchgefallen)

Bezeichnung als eine an erheblichen Mängeln leidende, insgesamt nicht mehr brauchbare Leistung; numerische Angabe mit „4,0“.

Dr. Hyde
24.01.2007, 00:04
§ 7
Gesamtnote
Nach Abschluss des Verfahrens setzt der Promotionsausschuss die Gesamtnote fest. Diese errechnet sich aus dem Durchschnitt der Note der Dissertation und der mündlichen Prüfung. Dabei zählt die Note der
Dissertation doppelt. Die Gesamtnote lautet bei einem Durchschnitt

bis 1,5 summa cum laude,
über 1,5 bis 2,5 magna cum laude,
über 2,5 bis 3,5 cum laude,
über 3,5 rite.

LINK (http://www.med.uni-muenchen.de/de/promotion/Promotionsordnung.pdf)




Die Benotungen lauten:

Ausgezeichnet summa cum laude
Sehr gut magna cum laude
Gut cum laude
Genügend rite
In diesen Fällen gilt die Prüfung als bestanden.


LINK (http://www.uni-hamburg.de/studienberatung/posto/promo_fb_sozialwissenschaften.pdf)

scheint unterschiedliche Meinungen zu geben :)

nmachine
31.01.2007, 12:51
Promotionsordnung Frankfurt/Main:

Die Noten lauten:
summa cum laude mit Auszeichnung 0
magna cum laude sehr gut 1
cum laude gut 2
rite genügend 3

Die Ziffern dienen als Berechnungsgrundlage und erscheinen nicht in der Promotionsurkunde. Ergeben sich bei der Gesamtziffer Bruchteile, so wird bei Werten bis einschließlich 0,50 die bessere Note, bei Werten darüber die schlechtere Note gegeben. Eine Ausnahme hiervon bildet das Prädikat "summa cum laude", welches nur erteilt werden soll, wenn die Gesamtnote 0,0 ist.

Kriterien:

Voraussetzung für die Benotung mit ..summa cum laude" ist über die selbständige Sammlung bzw. Erarbeitung von Beobachtungsgrundlagen hinaus eine originäre, selbständige Leistung des/der Doktorand/in entweder in der Problemstellung oder in der Methodik, die einen wesentlichen Beitrag zu neuen Erkenntnissen bedeutet. Apparativer und zeitlicher Aufwand dürfen nicht allein als Bewertungskriterien herangezogen werden. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse - mit der Promovendin/dem Promovenden als Erstautorin bzw. Erstautor - in einer international hochrangigen Zeitschrift des Fachgebietes, aus dem die Dissertation stammt, ist ein wesentliches Kriterium für die Vergabe des Prädikats.

Quelle/Link (http://www.med.uni-frankfurt.de/dekanat/promo/download/promo_ord_2004.pdf)

apple
14.02.2007, 15:12
Werden die 3 Noten der Gutachten eigentlich zusammengezählt und dann durch drei gerechnet und ergeben dann die Note, d.h. sind alle 3 Gutachten gleichwertig ?

apple
14.02.2007, 17:07
Hab`s schon in der Promotionsordnung gefunden :-)

Ulle
28.02.2007, 14:00
Im Moment erscheinen auch immer mehr Paper mit einer geteilten Erstautorenschaft - nur leider schweigen sich dazu die Promotionsordnungen recht gerne aus.

Im Prinzip ist es auch alles Blödsinn und starr konzipiert, aber so läuft es nunmal mit Promotions- und Habilitationsverfahren. Sucht Euch eine Doktorarbeit, wo das gesamte Umfeld und das Thema Euren Wünschen entspricht, das lohnt sich viel eher als letztendlich ein Erstautoren-Paper im Tageblatt usbekischer Immunologen. Und die Note der Doktorarbeit ist eh egal.

muxxx
28.06.2009, 00:15
Sorry für das Ausgraben eines so alten Themas, aber ich hätte da auch eine Frage:

Ist es wirklich so üblich, dass Doktoranden Erstautoren werden? Bislang habe ich so die Erfahrunge gemacht, dass man das nur mit sehr hohem eigenem Beitragen and der Arbeit schaffen kann. Habe da nämlich eine super Arbeit in Aussicht, allerdings nur mit Aussicht auf Zweitautorenschaft, aber sonst sehr guten Bedingungen.

Und wie war das bei euch? Habt ihr nach eurer Arbeit nochmal was veröffentlich, ich meine noch im Studium?

Gersig
28.06.2009, 00:38
Verhandlungssache :-meinung Eine Erstautorenschaft ist nett, wichtig ist vor allen Dingen, überhaupt nen Artikel zu haben, auf dem man draufsteht (damit der Gutachter schreiben kann "...zeigt die Veröffentlichung in einem renommierten Journal die hohe Güte der wissenschaftlichen Arbeit") :-top

SynC
06.12.2010, 13:55
Mal ne dumme Frage: Ist der Zweitautor nun der zweite genannte Autor in der Autorenliste oder derjenige, der ganz am Ende steht? Habe von Kommilitonen gehört, dass für die Promotion nur eine Nennung an allererster oder allerletzter Stelle nützlich ist. Dabei steht in unserer Promotionsordnung, dass Zweitautoren ne Chance auf eine Magna haben.

Keenacat
06.12.2010, 14:17
Habe von Kommilitonen gehört, dass für die Promotion nur eine Nennung an allererster oder allerletzter Stelle nützlich ist.

Quark. ;) Der letzte Autor in der Autorenliste hat keinen Sonderstatus und ist häufig z.B. der Institutsleiter (und nicht selten garnicht direkt an der Arbeit beteiligt). Während ich zugebe, dass es in der Tat nützlich ist, Institutsleiter zu sein, brauchen die in der Regel nicht mehr zu promovieren.
Zweitautoren sind die, die gleichberechtigt nach dem Erstautor aufgeführt werden. Dabei hat sich im naturwissenschaftlichen Bereich eingebürgert, das grob nach absteigendem Anteil an der Arbeit zu machen (daher der Institutsleiter o.ä. am Schluss).

SynC
06.12.2010, 14:46
Danke für deine Antwort. Ich hätte zu folgender Aussage von dir noch eine Frage:


Zweitautoren sind die, die gleichberechtigt nach dem Erstautor aufgeführt werden.
Das heißt, die Zweitautorenschaft muss in der Publikation extra als gleichberechtigt bezeichnet werden? Oder ist das automatisch so?

Flemingulus
06.12.2010, 15:30
Der letzte Autor in der Autorenliste hat keinen Sonderstatus und ist häufig z.B. der Institutsleiter (und nicht selten garnicht direkt an der Arbeit beteiligt). Während ich zugebe, dass es in der Tat nützlich ist, Institutsleiter zu sein, brauchen die in der Regel nicht mehr zu promovieren.
Zweitautoren sind die, die gleichberechtigt nach dem Erstautor aufgeführt werden. Dabei hat sich im naturwissenschaftlichen Bereich eingebürgert, das grob nach absteigendem Anteil an der Arbeit zu machen (daher der Institutsleiter o.ä. am Schluss).

Das stimmt so wie Du das sagst teilweise schon, teilweise aber auch nicht.

Es ist richtig, dass der Letztautor häufig der Chef ist und dass er häufig nicht direkt an der Arbeit beteiligt war. Hingegen stimmt es nicht, dass die Letztautorenstelle die unbedeutendste ist - im Gegenteil die letzte Stelle in der Autorenliste ist in den Biowissenschaften und der Medizin genauso "cool" wie die erste Stelle. Der Rang der Positionen ist gewissermaßen umso niedriger je "mittiger" die Position ist (1. = letzte Position, 2 = vorletzte Position (wenn nicht korresponiderender Vorletzter), 3 = vorvorletzter usw.). Für eine Habilitation bzw. eine posthabilitatorische Karriere braucht man i. d. R. Letztautorpositionen.

Vgl. auch hier (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=868043&postcount=18). :-) Generell springen schon auch für Medizindoktoranden mal Erstautorenschaften raus - aber meist nicht bei den richtig hochrangigen Papern (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Rico
06.12.2010, 15:33
Der letzte Autor in der Autorenliste hat keinen Sonderstatus und ist häufig z.B. der Institutsleiter (und nicht selten garnicht direkt an der Arbeit beteiligt). Der Letztgenannte ist der sog. senior author und in der Tat in der Regel der Chef der Forschungsgruppe. Die senior-Autorenschaften sind bei der Habil dann wichtig.

Zweitautoren sind die, die gleichberechtigt nach dem Erstautor aufgeführt werden. Eben nicht! Ein Zweitautor ist nicht gleichhberechtigt mit dem Erstautor, nur dann wenn hinter beiden namen ein Sternchen o.ä. steht und weiter unten dann irgendwo erklärt wird "* have contributed equally."
Das ist dann aber eine geteilte Erstautorenschaft, die Arbeit hat dan quasi zwei Erstautoren.
Der Zweitautor ist hirarchisch eine Stufe niedriger, hat irgendwie zu der Studie beigetragen aber nicht die Hauptarbeit beim Anfertigen des Papers geleistet.