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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schlechte Noten



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alley_cat75
19.02.2007, 15:53
Hab auch schon von diversen Chefs gehört, dass man mit ner "guten" Doktorarbeit eher Eindruck macht als mit guten Noten.

Das hast Du richtig gehört. Kaum ein Chef gibt etwas auf PJ-Zeugnisse, denn es ist allgemein bekannt, dass die entweder von den PJlern selbst verfasst oder Standardvordrucke sind. Und die MC-Kreuz-Begabung sagt wenig über die Fähigkeiten als Arzt aus. Meinem Chef waren wissenschaftliche Arbeit und Auslands- bzw. allgemeine klinische Erfahrungen wichtig. Meine sehr gute Note hat ihn in keinster Weise beeindruckt. :-nix

KingLoui
19.02.2007, 16:01
Das mit der Beurteilung nach der Doktorarbeit finde ich aber noch bescheuerter, das hat ja nun wirklich nichts mit der Qualifikation als Arzt zu tun. Also wenn ich Chefarzt bin werde ich sicher nicht darauf achten wie viele Jahre irgendwer an einer Ach-so-tollen Dokorarbeit gesessen hat.

-milka-
19.02.2007, 16:06
da mus ich zustimmen, Doktorarbeit sagt über Arzt Qualifikation rein gar nichts aus. Es stimmt aber, dass man mit einer guten Dr.Arbeit an den Unis punkten kann. Da hier wissenschaftliches arbeiten gefordert ist macht das auch Sinn. Chefs an peripheren Häusern interessiert eine Dr.Arbeit meistens weniger.

haemoglobinchen
20.02.2007, 22:08
naja, auf jeden fall sollte man aufgrund von klausurnoten nicht an seiner fähigkeit als späterer arzt zweifeln. ob irgendwas wichtiges und elemantares, was du auch für die anwendung am patienten brauchst, hängen bleibt bei dir, merkst du ja selber. ob du nun diesen ganzen kreuz-kleinscheiß weißt (waren diese antikörper jetzt ANAs oder ANCAs oder doch die anderen da ...) interessiert deinen patienten reichlich wenig, hauptsache du kannst ihn behandeln. und die details darf man als fertiger arzt ja auch ruhig mal nachschlagen ...
ich hab dieses semester scheinbar nen klasse los gezogen, aber es erwarte bloß keiner, dass ich von hno, augo geschweige denn derma irgend eine ahnung hätte ... ganz egal, was die noten sagen ...
das kommt bei dem ein oder anderen chef mit sicherheit auch so an.

-milka-
21.02.2007, 09:15
ähm,naja...ganz so unwichtigist dieser "Kleinscheiß" nicht. Man sollte schon wissen welche Antikörper man bestimmt wenn man den Verdacht auf eine Autoimmunkrankheit hat. Klar, wenn man plastischer Chirurgoder so wird muss man das alles nicht wissen aber für einige Fächer sind die sogenannen Spitzfindigkeiten überaus wichtig.

Papagei
21.02.2007, 09:47
Hallo, :-angel
noch mal danke für die vielen Antworten!!!
@Stromer: Naja, Uni und Abitur-der Vergleich ist ein Witz.
Für mein erstes Anatomie-Testat habe ich ungefähr so viel gelernt, wie für das ganze Abitur.
Ich lerne immer, unter Druck (da natürlich am besten, weil ich dann alles Unwichtige aus dem Lernplan rausschmeiße) und auch wenn es gerade keinen Druck gibt.
Man stopft das Wissen eben in sich rein, alles, was geht und hofft, das es für die Klausur reicht. Vier Wochen für Patho und für Mikrobio und für Pharma, das ist schrecklich kurz. Und bis zur Famulatur (wenn man es wissen sollte), hat man alles wieder vergessen. So geht das an der Uni-bei mir jedenfalls-immer: reinstopfen was geht, für die Klausur wieder rauskotzen und dann vergessen.
Obwohl ich weiß, dass man eigentlich nichts vergessen sollte- schließlich sollen wir mal später Menschenleben retten. Oft, wenn ich denke, ich hätte gut gelernt, kommt dann eben doch sowas wie eine vier raus bei der Klausur.
Weil ich bei den MC-Fragen was nicht verstanden oder nicht richtig gelesen hatte, oder weil ich mich verunsichern ließ oder weil... Ehrlich gesagt konnte ich noch keinen richtig plausiblen Grund herausfinden, das ist mir echt zu kompliziert und es bringt irgendwie nichts, ewig Ursachenforschung zu betreiben. Ich lerne lieber weiter, boxe mich weiter durch diesen Dschungel und ab und zu muß man auch Frust abbauen, denn Frust verursacht dieses Studium ganz bestimmt. Aber ich weiß, dass ich Ärztin werden möchte und wenn mich hier in Europa keine Stelle finde, gehe ich eben zu "Ärzte ohne Grenzen" oder so. Engagieren kann man sich immer irgendwo.Ich will nicht Karriere machen, aber ich will irgendwas sinnvolles tun und der Arztberuf ist etwas zutiefst sinnvolles. Sonst hätte ich schon längst aufgegeben.
Liebe Grüße an alle, die geschrieben haben,
der Papagei.

alley_cat75
21.02.2007, 09:50
ob du nun diesen ganzen kreuz-kleinscheiß weißt (waren diese antikörper jetzt ANAs oder ANCAs oder doch die anderen da ...) interessiert deinen patienten reichlich wenig, hauptsache du kannst ihn behandeln. und die details darf man als fertiger arzt ja auch ruhig mal nachschlagen...


Interessante Berufseinstellung. :-wand Ich wünsche Dir für spätere (hast ja zum Glück noch ein paar Semester vor Dir) Bewerbungen recht viel Erfolg. :-top

P.S. Was ist mit Deiner Shift-Taste los? AFK?

Kackbratze
21.02.2007, 09:52
Als plastischer Chirurg muss man andere Sachen beherrschen.
Zum Beispiel die Anatomie oder auch, WARUM sich manche Sachen entwickeln.
Man kann zwar einen Karpaltunnel spalten, sollte aber die Patienten schon darauf hinweisen, weswegen die Probleme da sein könnten...

alley_cat75
21.02.2007, 09:53
Ach, das muss man alles nicht wissen. :-nix Kann man doch nachschlagen. Du hast viel zu hohe Ansprüche, Kackbratze.

Kackbratze
21.02.2007, 10:08
Deswegen werd ich ja auch Chef.
Während andere noch nachschlagen, wie man das wird, hab ich den Posten schon besetzt! :-))

Dr. Pschy
21.02.2007, 10:35
OT: Muss es Klinikchef sein, Kacki? Ioan Holender macht ab 2010 in der Staatsoper nimmer weiter, vielleicht hast ja Chancen :-D

haemoglobinchen
21.02.2007, 10:53
gut, da hast du schon recht. aber erstens darf auch ein arzt ab und an nachschauen, denn das, was häufig abgefragt wird in den klausuren, ist genau das, was in der praxis äußerst selten ist. zweitens war das mit den antikörpern vielleicht auch ein dummes beispiel, aber wenn gefragt wird, wie das veränderte gen für irgendeine ganz seltene krankheit xy heißt und auf welchem chromosom das liegt ... bitte ... wieso nicht ...
in dem fach, was man später machen will und wofür man sich interessiert wird man eh mehr drauf haben als in dem rest. nur ob man von jedem fach nun das komplette facharztwissen parat haben sollte oder muss...

onlineMedikus
21.02.2007, 10:54
Noten? - Das ich nicht lache! Die Uni-Klausuren sind untereinander doch gar nicht vergleichbar. Die eine Uni schreibt 4 Std. lange Klasuren in den OP-Fächern und die andere lässt es bei einer einzigen mündlichen Prüfung gut sein. Das ist u.a. auch ein Grund dafür, dass die Verbände der Medizinstudenten eine Abschaffung dieser dämlichen Regelung ("alle Noten tauchen im Zeugniss auf...etc.") fordern. :-dafür
Also wegen der Noten in der Klinik würde ich mir an deiner Stelle keine Sorgen machen ...auch die Physikums-Note hat wohl keine Aussage-Kraft. Beim "Hammerexamen" wäre ich allerdings etwas vorsichtiger, da hier schon eine etwas größere Vergleichbarkeit (im Bezug auf das klinische "Wissen") existiert. Wobei man den im Hammerexamen abgefragten Stoff auch getrost zu den Akten legen kann...vieles was dort gefragt wurde war wohl auch Schwachsinn.

Fazit: Lass dich von den Noten nicht verrückt machen. Konzentriere dich auf dein Studium und sieh zu, dass du möglichst was dabei lernst. Das ist für deine Zukunft viel wichtiger als irgendeine "Zahl", die in deinem Zeugniss steht. :-meinung

MfG
onlineMedikus

alley_cat75
21.02.2007, 11:00
nur ob man von jedem fach nun das komplette facharztwissen parat haben sollte oder muss...

Das muss man selbstverständlich nicht. Wird doch in den Klausuren auch gar nicht verlangt! Aber spätestens im PJ wirst Du merken, dass auch fundierteres Wissen in anderen Fachbereichen zu einem guten Arzt dazu gehört. Patienten stellen fragen oder gehen gern auch mal erst zum falschen Arzt. Der Internist/Chirurg sollte Ahnung von gynäkologischen Erkrankungen haben, denn oft genug wird er genau mit solchen konfrontiert. Stickwort: akutes Abdomen.

Bezaubernde Jeannie
21.02.2007, 11:20
Mann, das hört sich fast so an, als ob das Medizinstudium nicht wirklich was wäre, was man später für die Praxis gebrauchen könnte :-D
Das die Vorklinik-Noten später niemanden merh interessieren ... schön und gut ... und nachvollziehbar, aber wenn die klinischen Klausuren auch alle für die Katz sind, wo lernt man denn dann die wirklich relevanten Sachen? :-nix

Duncan84
21.02.2007, 11:41
wo lernt man denn dann die wirklich relevanten Sachen? :-nix
Muss man auf ner Party aufschnappen...

Kackbratze
21.02.2007, 12:49
Es reicht, wenn man Wikipedia bedienen kann.
Da steht zwar nicht das, was richtig ist, aber dass, was der medial gebildete Patient hören will...

0815doc
21.02.2007, 19:28
Ok, manche Aussagen hir drin finde ich dann schon wieder...
hmm...
sagen wir so: Wolltet Ihr zu solchen Kollegen kommen? Ich nicht!

Bezaubernde Jeannie
21.02.2007, 19:49
Muss man auf ner Party aufschnappen...

Achso, jetzt ist alles klar ... am besten noch nach 10 Bier, damit man auch den richtigen Grad an Aufmerksamkeit erreicht :-party



Es reicht, wenn man Wikipedia bedienen kann.
Da steht zwar nicht das, was richtig ist, aber dass, was der medial gebildete Patient hören will...

Ich dachte, Du willst Chefarzt werden ... :-oopss

Kackbratze
21.02.2007, 19:53
Es geht doch Nichts über fein dosierte Ironie, die vom Gegenüber nicht wahrgenommen wird. :-meinung