Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marburger Bund
Man kann sich selbstverständlich gegen alles versichern.
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist das Beispiel mit dem Studenten und der Injektion. Meines Wissens ist auch dann der Arbeitgeber bzw. der Träger der Einrichtung verantwortlich und haftbar, wenn etwas mit den z.B. Auszubildenden, Studenten oder im Falle einer niedergelassenen Praxis mit den Helferinnen passiert. Egal, ob sich der Arzt vorher überzeugt hat, dass es gekonnt wird. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren.
Es steht in der Via medici 1/2006, ich weiß nicht, in wie weit ich hier zitieren darf, daher: es geht um einen Studenten, der bei einer i.m.-Injektion vergessen hat, zu aspirieren und daher i.a. injiziert.
Es steht darin, dass grundsätzlich der delegierende Arzt verantwortlich ist, gleichzeitig aber auch der Student als "Verrichtungsgehilfe" Schadensersatz und Schmerzensgeld zahlen muss -> Übernahmeverschulden. Allerdings ist man in diesem Fall (famu) über die Uni versichtert, wäre dies privat, dann nicht.
LG,
Ally
alley_cat75
29.03.2007, 11:08
Nein, es ist eben kein Unfug.
Ganz ehrlich, wieviele Studenten kennst Du, die für Behandlungsfehler privat haftbar gemacht wurden? Wenn man grob fahrlässig handelt (wie in dem Artikel der Fall), dann hilft Dir auch die Berufshaftpflicht nicht weiter. Das ist wie beim Autofahren - alle haben eine Haftpflicht für ihren Wagen. Fährst Du betrunken oder bewusst in ein anderes Fahrzeug, kann die Versicherung die Schadensbegleichung verweigern (Kleingedrucktes!).
... muss man auch als Student haften, wenn man einen Fehler bei einer Tätigkeit macht, ... Außerdem ist ja auch eine Privathaftpflicht dabei.
Primär haftet die Uni bzw. die Klinik, in der Du famulierst oder PJ machst. Eine normale Privathaftpflicht haben garantiert Deine Eltern schon bei Geburt für Dich abgeschlossen. Die haftet ebenfalls für verlorene Schlüssel.
Lange Rede, gar kein Sinn: selbstverständlich kannst Du soviele Versicherungen abschließen, wie Du für richtig hälst. Für mich war die eben als Studentin Unfug. Es soll ja Leute geben, die ihren Hintern für 10 Mio. Dollar versichern. Man muss ja nicht immer alles nachmachen. :-))
Blaumeise
29.03.2007, 11:20
Ich habe diverse Famulaturen und Praktika in Nordamerika gemacht und immer war die Haftpflichtdeckung der Heimatuni völlig ausreichend.
1.also nur um das richtig zu verstehen:
wenn ich jetzt z.b. nach Kanada will und zwar an ein kleineres Krankenhaus(kein Lehrkrankenhaus so viel ich weiss) und das selber irgendwie organisiert kriege (nicht über DFa o.ä.) oder auch wie in meinem Fall auch nach Polen- nur mal angenommen-
dann reicht es aus bezüglich der Versicherung denen eine Bescheinigung von der Uni vorzulegen?(Abgesehen von den Bewerbungsschreiben und einer eigenen auslandsversicherung)..und die akzeptieren das?
Das wäre ja toll und doch nicht so abschreckend..
2.wenn ich das richtig verstanden habe, ist man ja im MB umsonst drin als student und bekommt die Versicherung(berufshaftpflicht und Prvathaftpflicht)auch inkusive?Weiss das jemand genau?
Wenn dem so wäre, dann ist ja nicht verkehrt dort einzutreten..und später kann man immer noch austreten.
Mfg Meise
Relaxometrie
29.03.2007, 12:03
Hallo Blaumeise,
dieses Thema ist einfach nur furchtbar!!!
Man will sich informieren, erntet hilfreiche und blöde Kommentare und hinterher ist man trotzdem genau so schlau wie vorher :-((
Was ich besonders schlimm finde, ist die Tatsache, daß sich jeder halbwegs verantwortungsbewusste Student mit dem Versicherungsthema früher oder später auseinandersetzt und guten Willens ist, dann aber durch den Wust an Informationen völlig im Chaos versinkt. Der eine sagt hü, der andere hott, selbst das Nachfragen an offiziellen Stellen bringt keine Klarheit, weil man auch dort widersprüchliche Informationen bekommt.
Kurzum: irgendwann hat man das Gefühl, etwa Verbotenes zu wollen. Dabei möchte man sich einfach nur gegen wesentliche Risiken absichern.
Ich bin nach dem Physikum Mitglied im Marburger Bund geworden, und es hat mir genau NULL gebracht. Zwar wollte ich mal die angebotenen kostenlosen Versicherungen abschließen, aber das wäre auch über einen zwischengeschalteten Versicherungsmakler gelaufen, der mir genannt wurde.
Zum Glück habe ich dann von einer Kommilitonin einen Versicherungsmenschen genannt bekommen, der auf dem Medizinermarkt tätig ist, aber erträglich sein sollte. Über diesen Menschen habe ich dann auch ein kostenloses Versicherungspaket abgeschlossen. Das andere war mir zu anonym. Klar kann auch meine Variante im Schadensfall versagen, aber mit einem vor Ort tätigen Ansprechpartner fühle ich mich wohler, als mit einer Versicherung, die ich über die Vermittlung der Marburger Bundes und nur über Telefon- und Briefkontakt abgeschlossen hätte.
Des weiteren wirst Du Dich bestimmt auch irgendwann mit der Frage: MLP? Horbach? u.s.w. auseinandersetzen. Es ist eine never-ending-story!
Wenn Du aber jetzt erstmal eines dieser komischen kostenlosen Pakete abschließt (vorzugsweise nicht bei MLP :-wow ), oder zumindest eine Berufshaftpflicht (denn Privathaftpflicht hast Du wahrscheinlich schon), dann hast Du bis ans Ende Deines Studiums schonmal Ruhe. Damit sparst Du Dir viel Zeit und Energie, die andere damit verschwenden, hundert Jahre lang die vermeintlich richtige Taktik ausfindig zu machen.
Blaumeise
29.03.2007, 13:40
dieses Thema ist einfach nur furchtbar!!!
Man will sich informieren, erntet hilfreiche und blöde Kommentare und hinterher ist man trotzdem genau so schlau wie vorher :-((
Was ich besonders schlimm finde, ist die Tatsache, daß sich jeder halbwegs verantwortungsbewusste Student mit dem Versicherungsthema früher oder später auseinandersetzt und guten Willens ist, dann aber durch den Wust an Informationen völlig im Chaos versinkt. Der eine sagt hü, der andere hott, selbst das Nachfragen an offiziellen Stellen bringt keine Klarheit, weil man auch dort widersprüchliche Informationen bekommt.
:-meinung ja genau...ich beschäftige mich mit dem Thema erst seit neuestem..weil vorm Physikum..wofür? aber hab die schn.. jetzt schon voll.Abgesehen davon, dass ich bei solchen Themen wie Versicherung, Finanzen etc. eh auf Kriegsfuss stehe :-(( naja..aber da muss man ja irgendwie durch und deswegen geb ich nicht auf. ich hoffe in 1/2 Jahren bin ich schlauer und später als ärztin hab ich gute Berater ;-)
Vielen Dank für deine Einschätzung.Ich denke, bevor ich nicht noch mehr Meinungen (im Privatumfeld) auch dazu gehört habe, mach ich da erst mal gar nichts(berufshaftpflicht).
so wies aussieht..ist eine Privathaftpflicht eh das wichtigste..ob man nun studiert oder nicht.
Gruss Meise
hennessy
29.03.2007, 13:45
Hallo Blaumeise,
frag doch mal Deine Fachschaft. Vielleicht haben die bereits Erfahrungen gesammelt.
gruß hennessy
Ganz ehrlich, wieviele Studenten kennst Du, die für Behandlungsfehler privat haftbar gemacht wurden? Wenn man grob fahrlässig handelt (wie in dem Artikel der Fall), dann hilft Dir auch die Berufshaftpflicht nicht weiter. Das ist wie beim Autofahren - alle haben eine Haftpflicht für ihren Wagen. Fährst Du betrunken oder bewusst in ein anderes Fahrzeug, kann die Versicherung die Schadensbegleichung verweigern (Kleingedrucktes!).
Nein, ich kenne selbst keinen Studenten bei dem das so ist, möchte aber auch nicht die Erste sein, die ich kenne... Warum soll mein denn nicht so ein kostenloses oder zumindest sehr günstiges Angebot annehmen? Schaden kann es m.M. nach nicht. Ich fühle mich mit meiner Versicherung auf jeden Fall sicherer.
Und ganz ehrlich: ich würde bestimmt eher mal bei einer i.m.-Injektion das Aspirieren vergessen (einfach, weil ich es viel seltener mache) als betrunken Auto zu fahren. Und in meiner letzten Famu hat sich der Arzt noch nicht mal davon überzeugt, ob ich sowas kann, sondern nur gefragt, ob ichs schonmal gemacht habe.
Ich für mich finde es also einfach angenehm, so eine Versicherung im Rücken zu haben. :-)
LG,
Ally
hennessy
29.03.2007, 14:31
wie ich bereits mal ausgedrückt habe: Man kann sich gegen alles versichern lassen. Und wenn Du Dich dabei besser fühlst, warum nicht. Es ist Deine Kohle. Denn bei den vergleichsweise günstigen Beiträgen wird es ganz sicher nicht bleiben.
gruß hennessy
Denn bei den vergleichsweise günstigen Beiträgen wird es ganz sicher nicht bleiben.
gruß hennessy
Du, ich bezahle noch dieses Jahr (und zwar die z.Zt. gültigen günstigen Beiträge) und im PJ und den beiden ersten Assistenzjahren ist es dann sowieso umsonst. :-)) Ich zwinge ja keinem meine Meinung auf, sondern finde die Versicherung einfach für mich persönlich angebracht. Ich freue mich, wenn man mir viel zutraut und ich im KH viel machen darf, weiß aber auch, dass ich noch nicht perfekt bin. Übung macht halt den Meister! Und mir gibts dabei halt ein gutes Gefühl...
LG,
Ally
DocOliver
29.03.2007, 16:15
... ich bezahle noch dieses Jahr ... und im PJ und den beiden ersten Assistenzjahren ist es dann sowieso umsonst.
Was bitte ist umsonst? Die Berufshaftpflicht für Ärzte? Da hat man Dir aber einen gewaltigen Bären aufgebunden. Als Student kannst Du Dich in der Tat kostenfrei versichern (wobei das ja über die Mitgliedsbeiträge des Marburger Bundes geregelt wird), danach nicht mehr. Für die Ärzteverbände ist es kein Problem, Studenten kostenlos zu versichern - für Fehler kommen nämlich Uni und Lehrkrankenhaus auf. Oder warum glaubst Du, zahlt die Uni Gelder an die PJ-Kliniken? Versicherungen können beruhigen, aber spätestens wenn Du als Arzt Geld verdienst, wirst Du Dir sehr genau überlegen, wem Du das Geld in den Rachen wirfst und wem nicht.
Relaxometrie
29.03.2007, 18:18
im PJ und den beiden ersten Assistenzjahren ist es dann sowieso umsonst
Welche Versicherung biete denn für die ersten beiden Assistentenjahre eine kostenlose Versicherung an? Und was ist da genau versichert?
Welche Versicherung biete denn für die ersten beiden Assistentenjahre eine kostenlose Versicherung an? Und was ist da genau versichert?
Die ist nicht wirklich kostenlos, es war bei mir bei Vertragsabschluss so, dass der Hartmannbund dann quasi für die drei Jahre die Beiträge für mich übernimmt. Ich habe den Vertrag leider gerade nicht hier, sonst könnte ich mehr dazu sagen... Und nein, man hat mir keinen Bären aufgebunden, ich weiß, was ich unterschrieben habe.
LG,
Ally
Die ist nicht wirklich kostenlos, es war bei mir bei Vertragsabschluss so, dass der Hartmannbund dann quasi für die drei Jahre die Beiträge für mich übernimmt. Ich habe den Vertrag leider gerade nicht hier, sonst könnte ich mehr dazu sagen... Und nein, man hat mir keinen Bären aufgebunden, ich weiß, was ich unterschrieben habe.
LG,
Ally
Genau die Versicherung habe ich auch :-)
Relaxometrie
29.03.2007, 20:36
Und nein, man hat mir keinen Bären aufgebunden, ich weiß, was ich unterschrieben habe.
Das mit dem Bären habe ich auch nicht vermutet.
Aber so tolle Kommentare, wie
Was bitte ist umsonst? Die Berufshaftpflicht für Ärzte? Da hat man Dir aber einen gewaltigen Bären aufgebunden.
zeigen mal wieder, daß dieses Thema kaum ohne Emotionen und ohne rechthaberische Besserwisserei zu diskutieren ist.
Aber trotzdem noch eine Überlegung:
Wenn der Hartmannbund die Versicherungskosten der ersten 2 Assi-Jahr übernimmt, mußt Du ja Mitglied im Hartmannbund werden. Und das ist doch nach dem Studium nicht mehr kostenlos. Lohnt sich der Deal trotzdem?
alley_cat75
29.03.2007, 21:08
Wenn der Hartmannbund die Versicherungskosten der ersten 2 Assi-Jahr übernimmt, mußt Du ja Mitglied im Hartmannbund werden. Und das ist doch nach dem Studium nicht mehr kostenlos. Lohnt sich der Deal trotzdem?
Wie großzügig vom Hartmannbund, die 65 Euro Berufshaftpflicht/Jahr von den eingenommenen 120 Euro Jahresbeitrag zu bezahlen. :-wand
@Oli :-winky und *zweimalzuzwinker*
Relaxometrie
29.03.2007, 21:22
Wie großzügig vom Hartmannbund, die 65 Euro Berufshaftpflicht/Jahr von den eingenommenen 120 Euro Jahresbeitrag zu bezahlen.
Wenn die Zahlen so stimmen, ist es wirklich eine überlegenswerte Sache, und ich verstehe nicht, warum man sich mit dem Kopfandiewandklatschsmilie darüber lustig machen muß.
Vielleicht wird bei dem Angebot ja sogar noch mehr, als die alleinige Berufshaftpflichtversicherung bezahlt?
Ich mag zwar solche Verquickungen "werden Sie hier Mitglied, und bekommen Sie dann das-und-das kostenlos" nicht. Aber es ist ja nicht immer und überall nur Betrug dahinter. Bei dem Angebot, die ersten beiden Jahresbeiträge zu zahlen, wüsste ich auf jeden Fall mal nicht, was daran übel sein sollte.
Ob ich es mache, ist 'ne andere Frage, aber warum man sich so darüber ereifern muß? Naja, wer's braucht :-nix
alley_cat75
30.03.2007, 06:51
Wenn die Zahlen so stimmen, ist es wirklich eine überlegenswerte Sache, und ich verstehe nicht, warum man sich mit dem Kopfandiewandklatschsmilie darüber lustig machen muß.
:-blush Ja, ich entschuldige mich ja schon. Wir reden ja hier auch über läppische Beträge. Aber wie gesagt, 65 Euro Jahresbeitrag für Berufshaftpflicht + Privathaftpflicht (um Deine Frage zu beantworten) vs. ca. 120 Euro Mitgliedsbeitrag finde ich schon einen Unterschied. Zumal man sonst von der Mitgliedschaft nicht wirklich etwas hat. Meine Meinung: wer sich engagieren will, soll eintreten und bekommt günstige Versicherung obendrein. Wem es nur um die Versicherung geht, sollte sich selbst einen Anbieter suchen. :-meinung
DocOliver
30.03.2007, 08:38
Hi Alley, don`t waste your time. :-meinung Wenn es nicht immer wieder gutgläubige Leute geben würde, wären Versicherungsvertreter und Berufsverbände schon längt ausgestorben. Gerade während des Studium bringen Marburger Bund und Co. keinerlei Pluspunkte. Ist nur gut für`s Ego, als cand. med. bereits Mitglied seiner Kaste sein zu dürfen.
Relaxometrie
30.03.2007, 10:12
Meine Meinung: wer sich engagieren will, soll eintreten und bekommt günstige Versicherung obendrein. Wem es nur um die Versicherung geht, sollte sich selbst einen Anbieter suchen. :-meinung
Das unterschreibe ich :-)
Alter Thread, aber das Thema bleibt ja aktuell. Eintreten oder nicht? Gibt es dazu irgendwelche neuen Erkenntnisse?
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