Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Ich kam ähnlich wie Schorsche mit 4 Jahren auf unsere große Neo-/Päd-ITS, war ganz am Anfang der AA-Zeit auf der Neo-Nachsorgestation gewesen. Vor allem profitiert man für die Päd-ITS-Kinder von allgemeinpädiatrischer Erfahrung (hättest du eine gemischte ITS?), in der Neo stehen alle anfangs recht blank da, aber es fällt den erfahreneren Assistenten doch deutlich leichter. Es sind regelmäßige "Kleinigkeiten" wie Ultraschall und PVKs-Legen, die man besser außerhalb der Level-1-Neo zum ersten Mal macht.
Aktuell, aus der Sicht des Neonatologen, kann ich hier mit motivierten Assistenten anfangs ihrer Ausbildung auch sehr gut arbeiten, aber leichter tun sich die anderen. Und wir haben hier noch 24/7 einen (fast-fertigen oder schon geprüften) Neonatologen im Haus, da müssen unsere Assistenten auch nachts weniger alleine überbrücken. Die psychische Belastung der frühen Spät- und Nachtdienste alleine auf der ITS für junge Assistenten sollte man m.E. nicht unterschätzen.
Also: Gehen tut es und wenn du keine andere Option hast in die Kinderheilkunde einzusteigen, dann ergreife sie. Aber es wird schon ein herausfordernder Einstieg werden.
Jule-Aline
13.06.2018, 11:14
Schorsche: Wie meinst du das,dass die Teams/Pflege anders tickt ?
Ich bin gespannt was Schorsche dazu sagt, aber mal meine Meinung: Die Pflegenden auf einer Neo-Intensiv sind eine ganze Spur "protektionistischer" gegenüber neuen Ärzten als man das auf einer Normalstation erlebt. Sie stellen dich mehr auf die Probe und "stellen sich mehr vor ihre Kinder" wenn sie denken, dass ein neuer Arzt wenig Ahnung hat (was ja am Anfang total normal ist!).
In gewissen Grenzen ist das gut und in Ordnung, wir müssen nur auch immer mal wieder unsere jüngeren Kollegen in Schutz nehmen.
Schorsche
13.06.2018, 18:22
Bei der Pflege hat ein ganzer Teil noch die Fachweiterbildung Intensivpflege gemacht, die "Älteren" machen die evtl. fehlende Weiterbildung durch Erfahrung wett. Das führt in unserer Klinik dazu, dass einige Diskussionen deutlich mehr auf Augenhöhe geführt und Entscheidungen häufig gemeinsam getroffen werden oder schwierige Gespräche gemeinsam geführt werden; das Mehr an Kompetenz wird eben auch als ein Mehr an Wertschätzung und Respekt eingefordert. Dementsprechend hat man es als Anfänger richtig schwer, weil es neben einem Erfahrungsgefälle dann auch ein deutliches Wissensgefälle gibt - zurecht wird man dann nicht richtig ernst genommen. Bei einigen muss man sich Wertschätzung dann erst verdienen. Das Thema verdienen ist dann der dritte "ungünstige" Punkt, der einem vorgehalten werden kann. Allen ist klar, dass der Assistent am Ende des Monats wahrscheinlich mehr in der Tasche hat als der Intensivpfleger - dennoch muss oder will oder kann letzterer dem Anfänger den Ar*** retten. Das mit dem "auf die Probe stellen" habe ich auch erlebt, zum Glück tut das niemand auf Kosten der Kinder.
Ich habe damals direkt in der Neo angefangen (großes Haus, Level I Neo, hatte vorher nur wissenschaftlich gearbeitet). Klar war es hart, aber ich glaube nicht, dass es mir in der Allgemeinpäd weniger bange gewesen wäre in den ersten Diensten. Vermutlich hatte ich aber auch Glück mit der Einarbeitung und sowieso wollte ich schon immer Neo machen. Ich bin jetzt im letzten WEiterbildungsjahr und werde nach der FA-Prüfung zurück in die Neo gehen.
Ich denke, wichtige Voraussetzung ist, dass man grundsätzlich Lust auf Intensivmedizin hat und eben keine Berührungsängste. wäre eine Hospitation möglich? Bei Interesse kann ich gern noch mehr erzählen :-) Aber wür mich war es damals genau der richtige Weg und ich würde es immer wieder so machen.
Steht eigentlich der Mond gerade irgendwie komisch? Hatte gestern in meinem Nachtdienst im kleinen, eher ländlichen Haus 2 suizidale Mädels... Beides gut gegangen, aber doch von der Fallzahl eher selten bei uns...
Es gibt bald Zeugnisse...
Moonchen
31.07.2018, 20:24
Geht einer von euch zufällig auf den Kongress nach Bad Orb im Oktober?
Da schließe ich mich gleich mal an....
Geht einer zur DGKJ Repetitorium in Gießen im November?
Und ansonsten: Was empfehlt ihr denn so an Literatur für die FA Prüfung? Ich hab ja nicht mehr so lange und dachte, man müsste vielleicht doch mal anfangen.... :-oopss:-blush
Ich hab folgendes Problem und ich hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.
Ich bin im 3. WBJ in der Päd in einem kleinen Haus.
Gerne möchte ich Päd.Intensiv/Neo und Kardio machen. Wir sind nur als Level 2 Neo. D.h. ich habe noch nie ein Kind unter 1kg in der Erstversorgung oder in der Weiterversorgung auf Station betreut. Kardiologische Erkrankungen kenn ich eigentlich nur aus Büchern.
Und Kardio haben wir auch nicht. Eigentlich haben wir nur Neo zu bieten. Aber das machen wir schon recht gut, finde ich..
Eventuell habe ich die Möglichkeit in ein größeres Haus zu wechseln. Level 1 mit Kinderchirurgie (aber kein Herzzentrum).
Die großen Uni-Klinik bzw. –like Kliniken wollen nur im 4. WBJ oder noch besser FA für die Weiterbildung nehmen. Daher fällt diese Option leider aus.
Würdet ihr für die letzten 2 Jahre in ein Level 1 Zentrum wechseln und den FA machen um anschließend in ein größeres Zentrum zu gehen oder würdet ihr in dem kleinen Haus bleiben und erst dort den FA machen und dann wechseln..
Ich dachte, bevor ich zu einem Maximalversorger wechsle, wäre es doch sinnvoll vorher nochmal im Kleinen (knapp 50 Neos unter 1500g/a) in die Neointensiv zu wechseln? Ein OA hat mal gemeint, in diesen Häusern kann man kein Neo lernen, man muss schon in eine Uni-Klinik.
Was denkt ihr..?
Ich finde es per se nicht schlecht, mehr als eine Klinik von innen gesehen zu haben.
Mir persönlich hat das viel gebracht.
Ich schließe mich epeline an. Wenn das dein Ziel ist, würde ich eher in die Richtung gehen.
Da schließe ich mich gleich mal an....
Geht einer zur DGKJ Repetitorium in Gießen im November?
Und ansonsten: Was empfehlt ihr denn so an Literatur für die FA Prüfung? Ich hab ja nicht mehr so lange und dachte, man müsste vielleicht doch mal anfangen.... :-oopss:-blush
*nerv nerv*
Möchte besonders der 2. Frage noch mal Nachdruck verleihen, ehe das ganz untergeht ;-)
@Neo-Weiterbildung: Ich würde mich schon vor dem Facharzt in ein Level-1-Zentrum bewegen. Ob das nun Uni oder nicht ist, ist relativ egal. Ich persönlich glaube allerdings schon, dass ein größeres Zentrum die bessere Wahl ist - einfach, weil man die kleinen Kinder häufiger zu Gesicht bekommt. Bei der Hospitation solltest du versuchen herauszubekommen wie früh du auch als Assistent / Jung-FA an die kleinen Wochen herangeführt wirst. Ich glaube aber stark, dass du auch schon mit 3 Jahren Erfahrung problemlos einen Job im großen Level 1 finden wirst. Die Stellenanzeigen sind anders geschrieben, aber so viele FA / 5.-Jahres-Assistenten gibt es nicht, die sich darauf bewerben. Und jede Level1 muss ihre Schichten besetzt bekommen...
@FA-Prüfung: Ich fand den "Therapie der Erkrankungen des Kinder- und Jugendalters" super. Einfach nur bestimmte Therapie- / Diagnostik-Schemata daraus. Lern für dich selbst - für die Prüfung an sich hätte von uns keiner lernen müssen.
aschenputtel1977
07.08.2018, 15:58
@epeline: Ich hatte die MoKi und die Duale Reihe. Dazu die aktuellen Leitlinien für die großen Themen: Asthma, NG-Screening, Bauchschmerz-Diagnostik, Zoeliakie etc.
zur FA-Prüfung: Ich habe mit dem Mayatepek gelernt, der aber damals schon alt war. Und mit dem Intensivkurs Pädiatrie von Muntau, dazu die MoKis der letzten 12 Monate.
zu Bad Orb: Da war ich noch nie, weil es immer ungünstig liegt. War da schon eineR und fand es gut?
Bisher habe ich für Herbst nur das Consilium live in Bonn eingeplant. Irgendwie mache ich immer alles und viel zu viele im Frühjahr und habe dann ewig keine Lust und Kraft mehr und mache den selben Fehler im Folgejahr wieder.
Moonchen
07.08.2018, 19:14
@Facharztprüfung: ich hatte es so gemacht dass ich mir je nach "Unterthema" (also Neuro, Kardio, Gastro,..) überlegt habe welche wichtigen Krankheitsbilder es da gibt und dann geguckt ob es dafür in den letzten 5 Jahren in der Moki entsprechende Artikel gab - fand die oft besser zusammengefasst und beschrieben als im Lehrbuch. Ansonsten hab ich auch viel mit Altprotokollen gelernt.
@Hauswechsel/Neo: Ich finde einen Hauswechsel vorm Facharzt auch keine schlechte Idee. Ich würde da glaube ich gar nicht so sehr auf die Fallzahlen (solange die sich im Rahmen von mind. 40/Jahr bewegen) als vielmehr auf das restliche Haus an sich gucken -wie ist die Einarbeitung, wieviel darf man selbst machen (schallen und Co), wieviele Fachärzte gibt es noch auf Station von denen man was lernen kann, wie ist das Dienstmodell, wie lange muss/soll/kann ich auf Intensiv bleiben usw.
@Bad Orb: Da das direkt an meiner Heimatstadt ist bin ich da quasi jedes Jahr :-oopss Ich muss sagen dass ich es die letzten Jahre sehr gemischt fand - die "medizinischen" Themen und Seminare fand ich eigentlich meistens recht gut und praxisnah. Dafür gab es für meinen Geschmack in den letzten Jahren viel zu viel Sozialpädiatrie mit Geschwafel, was einem für den Arbeitsalltag nichts bringt (zumindest mir im Krankenhaus/Notfallambulanz nicht). Wobei sie jetzt den Kongress ja etwas umstrukturiert haben und dieses Jahr zumindest laut Heft nur "richtige" medizinische Themen dabei sind; von daher habe ich mal die Hoffnung dass es ganz gut wird :)
Wo gibt's denn Altprotokolle für sowas?????
Schorsche
08.08.2018, 12:33
@ Facharztprüfung: ich habe - einfach um einen Überblick über alle Themen zu haben - das Berner Datenbuch einmal durchgearbeitet und bei Interesse oder „großem“ Thema die Leitlinien gelesen; die Mokis wurden eigentlich schon während der Weiterbildung mehr oder weniger konsequent gelesen. So ging‘s dann ganz gut, obwohl...
@ Hauswechsel: ...ich ein gutes Jahr vor der FA-Prüfung an ein mittelgroßes Haus in eine Abteilung mit Level1-Neo und päd. Int + Schwerbrandverletzte gewechselt habe. Ich habe auch erst knapp vier Jahre Allgemeinpädiatrie gemacht, um dann zum Ende auf die Neo zu wechseln. Eine Uni wollte mich nicht haben, bzw. könnte mir trotz Personalmangel nicht in Aussicht stellen, kurzfristig auf die Intensiv zu wechseln, und so bin ich eigentlich jetzt ganz glücklich: Facharzt in Regelzeit durchgezogen, schon das erste Jahr Neoweiterbildung rum und jetzt ein unbefristeter Vertrag (siehe phantastisch-Thread). Am Anfang war es wirklich ungewohnt, jetzt habe ich mich gut eingelebt und mache eine ganze Menge selbst bzw. unter Anleitung (dann eigentlich so ziemlich alles, gestern war gut was los: ein 800g-Kind intubiert, ein 1000g-Kind erstversorgt, eine OP-Vorbereitung mit „verdrahten“ bei einem Neugeborenen). Könnte irgendwie schlechter laufen. Für die Feld-Wald-Wiesenneo > 24 SSW tuts nach meiner Auffassung ein Haus mit über 50 Kindern unter 1500g, wenn du dich natürlich an der untersten Grenze der Lebensfähigkeit austoben möchtest, musst du an ein Haus, wo es das ganze Team macht und will. Ich hatte vor der Facharztprüfung etwas Sorge, weil viel von der allgemeinpädiatrischen Denke im Dunst der Vergangenheit verschwindet, das ging dennoch aber ganz gut.
@Schorsche
Was heißt denn‘obwohl‘? War die Prüfung so schwer oder so unangenehm?
Moki, Mundtau, Awmf Leitlinien und ich war auf einem Repetitorium. Das Skript ist super!
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