Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Kinder-Ecke
Hm, erklären und EMLA Pflaster hast du sicherlich schon gemacht? Dann fällt mir wenig ein, bei Jungs kann man manchmal an die Männlichkeit appellieren :-D Ne, da wird er dann wohl oder übel festgehalten werden müssen.
Elena1989
15.03.2016, 21:14
"Meine" Kinder sind da auch eher weniger begeistert. Natürlich gibts vorher EMLA Pflaster und Erklärungen. Und bei Kindern bei denen es schon zu erwarten ist, dass es schwieriger wird nehme ich dann eben genug Leute mit. (Das klingt jetzt so als hätte ich das schon 1000 mal gemacht. Dem ist nicht so. ;-) )
Aber ewig diskutieren bringt auch nichts. Freiwillig ist super, aber wenn das nicht geht, geht's halt nicht. Und bisher wurde mir danach auch recht flink verziehen ;-)
Hab hier direkt auch noch mal eine fachliche Frage: Wie ist es denn mit der Therapie bei latenter Hypothyreose? Muss man da therapieren? Keine Symptome, Routinekontrolle bei 10 jährigem Jungen, TSH bei 5,5 ng/ml, (ich glaube das war die Einheit), Referenzbereich bis 4,1, fT3 und fT4 normal.
LG
Elena
Relaxometrie
15.03.2016, 21:42
Gibts Tipps, wie man kleine Knirpse freiwillig zur Blutentnahme bringen kann? Ich hab gerade einen 7 Jährigen, der sich weigert.
Wenn es die erste Blutentnahme überhaupt ist, ist es ja verständlich, wenn ein Kind Angst hat, oder sich weigert.
Wie wäre es, wenn das Kind erst einmal zugucken darf, wenn einer anderen Person (im Notfall halt einem Elternteil als Versuchskaninchen/Anschauungsobjeket) Blut abgenommen wird?
Natürlich nur, wenn diejenige Person nicht ängstlich ist und als Vorbild dienen kann.
Oder ist das vergebene Mühe und bringt letztlich nichts?
Worum geht denn die BE? Ist sie ein Muss? Dann wäre freiwillig zwar schön, aber wenn nicht, muss es anders gehen.
@Elena: Ist der Patient dick? Schau mal hier: http://www.springermedizin.de/schilddruesenerkrankungen-im-kindes--und-jugendalter/5747934.html Kannst du das sehen?
Elena1989
15.03.2016, 22:01
@anneki: nein, kann leider nur die Zusammenfassung lesen.
Der Patient ist sehr schlank. Hatte vorhin schon einmal gefunden, dass bei Adipositas das TSH erhöht sein kann, aber das trifft hier ja eher nicht zu.
Bekommst du die MoKi? Dann kannst du die von letztem Juni raussuchen oder dich auch dort anmelden.
Hier ein Zitat:
Neben der Anwendung des altersgerechten Normalbereichs muss bei der Beurteilung der TSH-Werte unbedingt berücksichtigt werden, dass die Grenze des Normalbereichs eine rein statistische Größe darstellt und dass ein erhöhter TSH-Wert per se keine Krankheit anzeigt. Die meisten Kinder mit leicht erhöhtem TSH-Wert weisen eine genetische Variante ihres Regelkreises auf. Der höhere TSH-Wert im Blut führt hierbei zu den individuell notwendigen und zentral einregulierten T4- und T3-Werten und ist nicht als pathologische Größe anzusehen. Daneben gibt es intraindividuelle Schwankungen des TSH-Werts, die eine zeitweise, physiologische Erhöhung bedingen. In einer großen israelischen Studie an 3500 Kindern mit leicht erhöhten TSH-Werten normalisierten sich im Spontanverlauf von 5 Jahren 75 % der erhöhten Werte ohne Intervention. Nur 0,7 % der Kinder entwickelten eine manifeste Hypothyreose mit erniedrigter T4-Konzentration [26]. Diese Daten machen deutlich, dass bei einem isoliert erhöhten TSH-Wert vor einer Substitutionstherapie immer eine Verlaufskontrolle erfolgen sollte. Ein stabiler, nichtansteigender TSH-Wert zeigt dann für das Individuum ausreichende T4- und T3-Konzentrationen an. Dies gilt, wie weiter oben bereits erwähnt, auch für die TSH-Erhöhung bei einer Hashimoto-Thyreoiditis, bei der die autoimmun-bedingte Schwäche der Schilddrüse durch die leicht erhöhten TSH-Werte kompensiert wird.
Für den ganzen Artikel kannst du mir deine Emailadresse schicken, wenn du magst.
Elena1989
15.03.2016, 22:11
Cool, danke!!!!:-top
Relaxo, das ist zwar eine schöne Idee, aber in der Tat praktisch nicht umsetzbar. Die erste Blutentnahme ist häufig auch gar nicht so schlimm wenn die Eltern (und man selbst) da keinen Aufstand drum machen. Hat man bei der ersten aber keine Zeit für EMLA wird die zweite meist weniger schön ;-)
Ich sehe es aber auch wie Elena: Ruhig erklären und aufs Kind eingehen ist wichtig, aber wenn der Wicht einfach große Angst hat, dann ist es für alle Beteiligten besser wenn man es rasch mit Festhalten hinter sich bringt.
Zum TSH: ist bei uns bei Kindern leider immer mal wieder erhöht (Labor?). Bei unauffälligen freien Werten empfehlen wir die Kontrolle beim Kinderarzt.
Zur Blutentnahme beim 7jährigen: wenn Zeit ist, also z.B. das eigene Kind, vorher genau erklären was und warum, auch, dass es ein bisschen weh tut, ggf. Emla. In einer Notfallsituation ebenfalls erklären, dann aber bei weheigen Patienten mit starken Schwestern schnell hinter sich bringen.
LG
Ally
Das mit den Vorbildern habe ich in der Kinderarzt Famulatur auch versucht. Mama und großer Bruder haben das mit dem Pieksen vorgemacht, immer extra betont wie überhaupt garnicht schlimm das alles ist. Genutzt hat es null, ich hatte keine Chance den zum Stillhalten zu bewegen. Nach ca. 15 Minuten kam dann die Ärztin und hat kurzen Prozess gemacht. Und 2 Sekunden nach dem Pieks sagt der Kleine "Das war ja gar nicht schlimm" und es gab ein kollektives Facepalm vom Rest der Anwesenden :D
Warum bestimmt man denn ohne Klinik ein TSH? Das klingt hier so, als würde alle Nase lang bei Kindern der Wert bestimmt werden, wenn er dann ohne Klinik auffällig ist, zucken alle mit den Schultern? Verstehe ich nicht. Oder ist das so ein "ist immer so und im Standardlaborkreuz dabei" Dingen?
Ich benutze in der Praxis fast kein Emla, weil es alles verzögert und ich immer wieder Kinder gehabt habe, die sich reinsteigern in der Einwirkzeit. Wenn alles zügig ohne große Vorankündigung geht, sagen die fast alle, dass es gar nicht so schlimm war.
Ich habe mir mal einen Trick abgeguckt, den ich gerne zur Ablenkung benutze. Erstens sage ich, dass gleich ein Pieks kommt und der weh tut, weil es einfach nur ehrlich ist und stimmt. Dann bekommen sie eine Aufgabe, mir zu sagen, wie doll es weh tut. Wenig=Gras, etwas mehr=Busch, doll=Baum und wenn es ganz furchtbar ist, sollen sie Baum schreien. Meistens sind sie vom Überlegen so abgelenkt, dass sie erst gar nichts und dann Gras sagen.
Und ich sage nochmal, dass Schreien und Weinen erlaubt ist, aber der Arm still bleiben muss, damit ich es nur einmal machen muss.
Warum bestimmt man denn ohne Klinik ein TSH? Das klingt hier so, als würde alle Nase lang bei Kindern der Wert bestimmt werden, wenn er dann ohne Klinik auffällig ist, zucken alle mit den Schultern? Verstehe ich nicht. Oder ist das so ein "ist immer so und im Standardlaborkreuz dabei" Dingen?
Genau sowas ist das!
Echt, habt ihr das häufig abgenommen? Bei uns war es in der Neuropädiatrie dabei und noch bei den Diabetikern und adipösen, aber sonst kann ich mich nicht dran erinnern. Und bin auch nicht gut im interpretieren der Ergebnisse, Nachteil der Uni Ausbildung ;-)
Wann macht ihr denn die Schilddrüsen Hormone mit?
Ich bin ja auch in der Neuropädiatrie, hier wird es etwa bei jedem dritten Kind bestimmt. In unserer Allgemeinpädiatrie nur sehr selten.
LG
Ally
Moonchen
16.03.2016, 16:59
Treten bei euch zufällig grade auch gehäuft Kinder mit hochfieberhaftem Infekt und Myositis auf? Wir haben gerade 4 Kinder stationär, alle nen hochfieberhaften Infekt der am Abflauen war (von den Symptomen her hätte man auf Grippe tippen können), die dann nicht mehr laufen wollten weil die Beine so weh taten und dann alle ne deutlich erhöhte CK.. Sehr mysteriös..
Schorsche
16.03.2016, 17:20
Eine Myositis im Rahmen einer Influenza ist nicht soo selten - habt ihr Virusnachweise gemacht? Der Spontanverlauf ist relativ rasch, in der Regel kommt es binnen 7 Tagen zu einer Normalisierung der CK...
Das ist gar nicht so selten. In allen Jahren habe ich immer einige Kinder damit gesehen bei Influenza, bishin zum Verlust der Lauffähigkeit und CKs in 4stelliger Höhe.
TSH wurde in den Kliniken oft als Standard mitbestimmt. Wir bestimmen es zur J1 mit.
Hier war gerade eine 7-jährige mit Influ B Nachweis, die keine 24h nach Aufnahme wegen Beinschmerzen intubationspflichtig wurde und Katecholamin-Bedarf hatte, mit ner CK von über 200.000. Inzwischen zur Dialyse verlegt...
Puh, das ist heftig. Berichte mal, wie es ausgeht. War das eine vorher völlig gesunde?
Sie war vor 1 Jahr schonmal hier mit damals Infl A und Myositis, aber deutlich entspannter und nur auf peripherer Station. Damals wurde alles mögliche abgeklärt in Richtung Immundefekt, aber nichts gefunden. Ist sonst gesund und normal entwickelt. Mal schauen ob wir mitkriegen wie das weitergeht.
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