PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Basilaristhrombose - Reha



Puschel05
23.03.2007, 21:38
Hello!

Man sagt ja generell dass nach einem ischämischen Infarkt ausgelöst z.B durch eine Thrombose vorgeschädigte Nervenzellen wieder spontan heilen können(kurze Zeit nach Schlaganfall)
Meine Frage: Der Blutstrom muss dann doch aber wieder gewährleistet sein, also die Thrombose muss aufgelöst worden sein, sonst können sich die Zellen doch gar nicht regenerieren bzw. neue Nervenzellen bilden, oder?

Ein PAtient in der Verwandschaft hatte eine Basilaristhrombose, eine Thrombolyse über Katheter war erfolglos, da das Blutgerinsel schon zu fest war, und außerdem 2 cm lang.

Meine Frage ist konkret: Ist eine Reha überhaupt möglich wenn das Blutgerinsel weiterhin in der A. Basilaris sitzt? Bringt sie überhaupt was, z.B um den Schluckreflex wieder herzustellen?
Der Patient ist ja im Moment Locked-in.

Wäre echt toll wenn mir jemand einige Infos geben könnte. Eigentlich könnte man denken, kein Sauerstoff, da kein Bluttransport in der Pons, kein Zellwachstum, lediglich der obere Teil des Stammhirns wird noch versorgt (vom Großhirn aus), aber die Pons dann anscheinend nicht.

LG

Puschel

Lava
27.03.2007, 11:30
Eine Reha ist bei neurologischen Patienten IMMER sinnvoll. Das Hirn findet irgendwie einen Weg, Dinge zu kompensieren... bei so extremen Sachen wie Basilaristhrombose werden sicher Residuen bleiben, aber eine gewisse Verbesserung ist immer drin. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass neuro(chirurgische) Patienten entweder sterben oder sich wieder halbwegs verbessern. In der Neurologie sieht's etwas anders aus mit den vielen schleichend degenerativen Veränderungen...

Puschel05
27.03.2007, 12:10
@ Lava: danke herzlich für die Antwort. Ich hoffe auch das die REhabilitation etwas postiv beisteuert, allerdings haben die meisten Kliniken so gut wie keine ERfahrung mit Locked-In-Patienten gemacht und daher ist noch nicht sicher welche Therapien am besten helfen.
Aber verwunderlich ist ja schon mal das Überleben selbst bei einer Basilaristhrombose bei einer Letalität von über 90%.
Also vielleicht wirds ja noch zu Verbesserungen kommen.

Lg
Puschel

Lava
27.03.2007, 14:46
Es gibt doch speziell neurologische Rehazentren! Aber wahrscheinlich ist das Überleben wirklich so selten, dass es nicht viele Erfahrungen gibt :-? Ich weiss nur, dass wir in der NCH immer ALLE in Reha geschickt haben. Auch Patienten, wo ich mich gefragt habe, was das noch bringen soll... also solche, die eigentlich tief komatös waren :-nix Neuro ist einfach so unberechenbar, dass man (fast) immer alles versucht. Das sind jedenfalls meine persönlichen Eindrücke.

Puschel05
28.03.2007, 16:22
ja, die gibt es. nur muss man ersteinmal eine Überweisung vom Arzt bekommen, und die fordern von einem Locked-In-Patienten einiges. Der arme muss jetzt erstmal warten und atmen lernen.

Moorhühnchen
28.03.2007, 22:26
Nur so als Hinweis:
Letze Woche kam eine Art Dokumentarfilm auf 3sat.
Gedreht hat ihn eine Künstlerin, die mit einem Cellisten verheiratet ist. Als sie zusammen in New York waren, um dort einen Vertrag zu unterschreiben, erlitt der 31jährige auch eine Basilaristhrombose - der Film zeigt seinen Weg über die nächsten 5 Jahre nach dem Ereignis und heißt "Am seidenen Faden" (http://www.stroke-info.de/index2.html)

Die Frau zeigte hier schonungslos den Weg von der Intensivstation zurück ins "Leben", mit allen Rückschlägen, so daß man manchmal lieber wegschalten möchte... am Ende hat er sich wieder recht gut erholt, im Abspann spielt er sogar wieder Cello.
Trotzdem ist sein Weg wohl eher die Ausnahme. :-keks

Puschel05
30.03.2007, 11:47
@ Moorhühnchen: ja, davon habe ich schon gehört. Es gibt auch ein Buch dazu. ÜPberhaupt es gibt einige Schicksale mit Locked-In, auch der Physiker aus dem Buch Locked-In-Gefangen im eingenen Körper.
Du hast bestimmt recht, es ist wohl eine Ausnahme und trotzdem was entscheidet darüber ob neue Nervenstränge gebildet werden oder nicht. Es gibt ja keine sichere Therapie.

:-nix

LG

Eagle1
16.06.2010, 19:45
hallo,

entschuldige, dass ich gerade hier so reinplatze, aber mein Vater hat kürzlich auch eine Basilaristhrombose erlitten. Und liegt nun im Locked-in.

Wie geht es deinem Familienmitglied, wie läuft die Reha? Kannst du mir evtl. Tipps geben, oder deine Erfahrungen schreiben?

Das wäre wirklich super.

Liebe Grüße