PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Haldol - Teufelszeug oder Geschenk des Himmels?



Seiten : 1 [2] 3

milz
08.06.2007, 00:40
Wie dem auch sei. Wirkung und Nebenwirkung dieses Neuroleptikums stehen in keinem Verhältnis zueinander. Jedenfalls in keinem ausgewogenem.
Patienten dienen deshalb nach wie vor als Versuchskaninchen.

Woher nimmst du eigentlich deine Kompetenz? Ich will dir nicht zu nahe treten, aber deine Beiträge sind ziemlich unqualifiziert.

Wie oben schon gesagt wurde, es kommt auf die Indikation an. Ein Medikament ist nur so gut wie der, der es verordnet.

Aenima-constructa
08.06.2007, 00:49
Ja. Indikationen müßen aber auch erst ausgependelt werden. Man weiß ja nicht sofort, auf welche Menge der Betreffende anspricht.
Wenn Überbelegung herrscht (kommt vor...), dann wird die Indikation gerne mal erhöht, um den Patienten gewissermaßen "gefügig" zu machen!

Oder simpel. Abzuschießen. Diese Verhältnisse wurden doch längst aufgeklärt und daher kann man nicht so tun, als seien das alles böhmische Dörfer.

Totgepflegt und Abgezockt war bestimmt kein Fantasyroman.

milz
08.06.2007, 01:14
Bei akuten Psychosen ist Haldol Gold wert.

Aenima-constructa
08.06.2007, 01:25
Vielleicht kurzfristig. Langfristig kenne ich nur Fälle der Unverträglichkeit!
Es gibt Medikamente, die richten mehr Schaden als, als das sie im positiven Sinn wirken. Es gibt einfach keine positiven Rückmeldungen.

Rico
08.06.2007, 06:56
Ja. Indikationen müßen aber auch erst ausgependelt werden. Man weiß ja nicht sofort, auf welche Menge der Betreffende anspricht. Der Begriff "Indikation" ist Dir schon klar, oder?
Der hat mit "Dosisfindung" nämlich mal gar nix zu tun...

Aenima-constructa
08.06.2007, 15:17
Hmm, aber eine Indikation ist meistens der Beweggrund für die Anordnung einer Dosis. Ansonsten wäre es eine Kontraindikation.

SidVicious
08.06.2007, 17:23
Vielleicht kurzfristig. Langfristig kenne ich nur Fälle der Unverträglichkeit!
Es gibt Medikamente, die richten mehr Schaden als, als das sie im positiven Sinn wirken. Es gibt einfach keine positiven Rückmeldungen.
Vor allem in der Medizin ist es ausgesprochen wichtig klar und eindeutige Stellung zu einem Thema zu beziehen. Vor allem Aussagen wie: immer und nie sind genau das was man braucht um später ausgewogen entscheiden zu können.
Man sollte sich am besten immer auf hören-sagen beziehen und am besten auch immer eine mögliche "Göttliche" Kraft in allem suchen. Die meisten Studien sind sowieso immer falsch und von den Pharma-Konzernen gesteuert. Auch alternative Informationsquellen, wie etwas das Arzneimittel-Telegram sind dringend als Informatiosnquelle zu vermeiden. Wenn man doch mal Informationen über Krankheiten und UAWs braucht, so gebe man einfach den Namen bei google ein und die erste oder zweite Seite gibt mit sicherheit den objektiv richtigen weg der Therapie
So stellst du sicher, dass du jedem Patienten die notwendige und immer beste Therapie anbieten kannst.

lala
08.06.2007, 17:46
Bei akuten Psychosen ist Haldol Gold wert.
:-meinung
Seit ich täglich mit hochpsychotischen und zum Teil dadurch fremdaggressiven Patienten "arbeiten" muss weiß ich das genauso so zu schätzen. Es gibt kein anderes hochpotentes Neuroleptikum, dass du in der akuten Psychose i.m., i.v. oder oral geben kannst mit gleichem Erfolg. Und die Nebenwirkungen lassen sich meist gut behandeln bzw. durch raschen Wechsel auf Atypika (sobald der Patient behandlungswillig und compliant ist) vermeiden.

Rico
08.06.2007, 17:47
Hmm, aber eine Indikation ist meistens der Beweggrund für die Anordnung einer Dosis. Ansonsten wäre es eine Kontraindikation.Nicht ganz. Das Gegenteil von "Indikation" ist nicht "Kontraindikation", sondern "keine Indikation". :-notify
Eine Kontraindikation ist ein Grund, eine Therapie nicht zu machen, für die aber eine Indikation besteht.
Beispiel:
Wenn ich jetzt ohne Kopfschmerzen zu haben ein Aspirin nehmen würde, dann bestünde "keine Indikation", aber auch keine "Kontraindikation", d.h. es würde nix Schlimmes zu erwarten sein, wenn ich es doch nehme.
Bei jemandem mit einer schweren Nierenschädigung, der einen Infekt hat hingegen könnte durchaus auf Grund des Antibiogramms eine Indikation für ein nephrotoxisches Antibiotikum bestehen, auf grund des Nierenleidens besteht aber auch eine Kontraindikation.

alex1
10.06.2007, 19:34
Haldod ist sehr gut in der Tat.

Bei psychotischen Patienten wirkt es exzellent, interessanterweise vor allem bei Patienten mit Hirnmetastasen besser als andere Neuroleptika oder Benzos.

Darüber hinaus ist niedrig dosiertes Haldol auch bei Übelkeit hilfreich.

dmtec
11.06.2007, 02:47
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28644

schon gelesen? Gehirnschäden durch Haloperidol

Hellequin
11.06.2007, 11:44
Gehirnschäden durch Haloperidol
bei Behandlung von Methamphetamin-Überdosierungen.
Sprich eine Wechselwirkung, keine Nebenwirkung.

Evil
11.06.2007, 15:53
Wobei ich bei akut psychotischen Omas mittlerweile mit Atosil bessere Erfahrungen gemacht habe.

Rumpelstilzchen
11.06.2007, 16:14
Promethazin kann man geben, aber da ist bei den UAW Obacht geboten, vor allem wegen der anticholinergen Wirkung.

Evil
11.06.2007, 16:38
aber da ist bei den UAW Obacht geboten
Schlauberger, das gilt bei jedem Medikament ;-)

alex1
11.06.2007, 19:58
Mit Atosil habe ich bei psychotischen Opas schlechte Erfahrungen gemacht.
20 Tropfen Atosil-> kein Erfolg
Nach 60 min nochmal 30 Tropfen Atosil-> Randalle.

Hilfe brachte zum Schluss eine Ampulle Diazepam.

Und das alles bei einem 85jährigen mitten in der Nacht. Grausam...

Evil
11.06.2007, 20:38
Siehste, genau das ist mir mit Haldol passiert: 10 mg Diazepam und anderthalb Ampullen Haldol haben die randalierende alte Dame (3 Schwestern saßen auf ihr!) nicht im mindesten beeindruckt, nach einer weiteren Ampulle Atosil war sie zahm wie ein Lamm.
Gefallen tut mir sowas ja absolut nicht, aber wenn jemand akut psychotisch ist...

SidVicious
11.06.2007, 21:49
10 mg Diazepam
vllt hatte sie sich auch einfach an das Diazepam gewöhnt.

Rico
11.06.2007, 23:41
oder sie hat paradox auf Benzos reagiert... machen alte Leute ja gerne.
Is mir einmal passiert (und mußte es im Dienst natürlich auch noch ausbaden), seither kriegt keiner über 60 mehr von mir ein Benzo...

Evil
12.06.2007, 18:08
Das war keine paradoxe Reaktion auf Diazepam (das hab ich in der Anästhesie mal ziemlich heftig erlebt, das war anders), denn sie war schon vorher völlig gaga... das Valium brachte nur rein gar nix. Und Benzos hatte sie vorher auch nicht in der Medikation.

Das war so eine Nacht mit Wetterwechsel... da drehen die Leute häufiger mal am Rad :-nix