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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : statistisch oder experimentell?



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-=claudio=-
19.04.2007, 12:10
hey leute!
ich bin jetzt im 1. klinischen und will mich jetzt so langsam um eine doktorarbeit bemühen, stehe jedoch vor dem problem, dass ich nicht weiss, ob ich eine statistische machen soll, die ja mit weniger zeitaufwand verbunden ist, oder eine experimentelle, die mit mehr zeitaufwand verbunden ist! würde gerne mal wissen, wie wichtig die dr-arbeit an sich für das spätere berufsleben ist! sprich, ob eine statistische nicht so angesehen ist wie eine experimentelle und ob es dadurch eventuell probleme geben könnte bei einer bewerbung an bestimmten kliniken, eventuell auch im ausland!
vielen dank euch schonmal!

hennessy
19.04.2007, 12:37
kommt darauf an, welche Karriere Du anstrebst.
Je weiter Du hinaus willst, umso anspruchsvoller sollten Deine Arbeiten sein.
Falls Du später "nur" eine Praxis aufmachen/übernehmen oder in Gemeinschaft gehen willst, spielt die Diss keine Geige.
gruß hennessy

Leijona
21.05.2007, 11:58
überleg dir mal, ob es themen gibt, die dich so richtig "anfixen"...
welche organe oder krankheitsgebiete?
hat dir das experimentieren in biochemie oder physiologie spass gemacht?
stehst du mit zellen und pipetten generell auf kriegsfuß?
arbeitest du gerne praktisch oder sind dir akten und computer lieber?
findest du krankheitserreger spannend?
horche in dich hinein: welche naturwissenschaft lag dir am meisten?
beispiel physik: dann bietet sich nuklearmedizin, radiologie, strahlentherapie an.
magst du ELISAS, western blots, antikörper etc?
oder kannst du mit labors und zellkulturen gar nix anfangen?
möchtest du mit patienten zu tun haben, ihnen zb eegs legen oder klinische tests mit ihnen machen?

insgesamt ist es für den späteren werdegang nicht so wichtig, in welchem gebiet du doktorarbeit machst. den meisten geht es nur um den titel. selbst die profs haben oft in total anderen gebieten promoviert, als sie nun tätig sind.

das wichtigste ist, dass dir die arbeit spass macht, sonst kann man sich in frustphasen nicht so gut motivieren.

es gibt arbeiten die nur 2, 3 monate dauern. oder 2 jahre. entweder nebenher oder freisemester. es gibt arbeiten wo du selbst kreativ werden musst oder arbeiten wo du nur dein pensum abarbeitest.

das wichtigste ist auf alle fälle, dass du deine doktorarbeit zu ende bringst....

bist du bereit ein freisemester zu nehmen? dann bietet sich dir zb die möglichkeit, über eine forschungskooperation im ausland zu promovieren. eine freundin von mir hat das wahrgenommen und hat das wohl spannenste halbe jahr ihres lebens....

also, horche erstmal in dich hinein welche fächer dir am meisten zusagen und dich am meisten begeistern.
dann rennst du einfach zu den entsprechenden instituten bzw erstmal zu deren websiten und guck dir an, welche themen die so haben.

dann frag die verantwortlichen welche arbeiten sie so haben und lass dir schildern was du da zu tun hättest.
ich denke dann wirst du merken,was dir zusagen würde und was nicht!!

Hez
22.05.2007, 13:44
Dränge mich mal mit einer Frage in den thread ein, die aber zum Thema passt.
Stimmt es,dass statistische Arbeiten nicht mehr anerkannt werden?
Ich arbeite an einer und mir wurde dieses Gerücht zugetragen und nun habe ich Angst. :-(

Jedenfalls kann ich jedem nur raten, eine statistische Arbeit zu machen. Außer, man will wirklich Forscherkarriere machen.

LG

Flemingulus
22.05.2007, 14:01
Dränge mich mal mit einer Frage in den thread ein, die aber zum Thema passt.
Stimmt es,dass statistische Arbeiten nicht mehr anerkannt werden?
Ich arbeite an einer und mir wurde dieses Gerücht zugetragen und nun habe ich Angst. :-(


Eine a priori Ablehnung statistischer Arbeiten würde wohl dazu führen, dass an der betreffenden Uni die Rate an Dr-Arbeiten drastisch in den Keller geht... ;-)

Und ansonsten steht in Eurer Promotionsordnung soweit ich das gesehen hab, nix über die genaue Art einer Arbeit, aber immerhin findet man da:




[...]

Voraussetzung für die Benotung "rite" ist, daß die dem/der Doktorand/in zur Verfügung gestellten Materialien eine methodisch einwandfreie Bearbeitung erfahren haben und sich eine wissenschaftliche kritische Diskussion anschließt.

Voraussetzung für die Benotung "cum laude" ist die selbständige Sammlung von Beobachtungsgrundlagen oder selbständige Erarbeitung der zur Verfügung gestellten Beobachtungsgrundlagen, die über die Wiedergabe - auch in aufgeschlüsselter Form - hinausführt.

[...]



Und diese beiden Anforderungsprofile sind m. E. mit einer statistischen Arbeit durchaus zu erfüllen.

Hez
22.05.2007, 14:10
Oh, Dankeschön! Auf die Idee, mal in die Promotionsordnung zu sehen, hätte ich auch selber kommen können. :-blush Danke! :-)
Aber ich sehe, das wird dann nur ein "rite".

Flemingulus
22.05.2007, 14:21
Och mit der Note wär ich mal nicht zu pessimistisch, wenn Dein Dr-Arbeits-Chef sich entsprechend einsetzt, kann da auch mehr rauskommen. Na aber letztlich isses, wenn man nicht grad die große Forschungskarriere anstrebt, nicht sooo relevant, welche Note bei rauskommt, hauptsache man hat das Teil in der Tasche. :-top

(Etwas anders siehts höchstens aus, wenn man an einer Unistelle gleich mit Karacho durchstarten möchte und beim Chef als forschungsfokusierter Nachwuchsstar antreten will. Aber selbst Chefs die nachts von Impact Faktoren träumen, brauchen ja auch noch ein paar Leute, die den Klinikbetrieb am Laufen halten ;-) )

Hez
22.05.2007, 14:24
Ich hatte vor dieser DA mal eine experimentelle angefangen, von der ich m ir sehr viel erwartete. Also mindestens Summa cum laude mit Publikationen in allen Fachzeitschriften und den Nobel-Preis. :-)) Das ging dann gründlich in die Hose und aus Zeitmangel (und Frustration) habe ich diese statistische begonnen. Mein Forschdrang ist erstmal besiegt, aber hoffentlich ist meine Karriere damit nicht vollständig im Eimer. Aber deine Worte geben mir Hoffnung. :-)

Flemingulus
22.05.2007, 14:32
Ich hatte vor dieser DA mal eine experimentelle angefangen, von der ich m ir sehr viel erwartete. Also mindestens Summa cum laude mit Publikationen in allen Fachzeitschriften und den Nobel-Preis. :-))


Ich entsinne mich... schade, dass Du damals an den falschen Betreuer geraten bist :-?


Mein Forschdrang ist erstmal besiegt, aber hoffentlich ist meine Karriere damit nicht vollständig im Eimer. Aber deine Worte geben mir Hoffnung. :-)

Na in erster Linie kommts ja immer noch drauf an, nachher seine Patienten vernünftig zu behandeln (im doppelten Wortsinn).

So und wo ist jetzt das Phrasenschwein?

Egal... jednfalls viel Glück mit der Karriere (und viel Spass dann auch mit dem schicken Auto ;-) )

Hez
22.05.2007, 14:45
Egal... jednfalls viel Glück mit der Karriere (und viel Spass dann auch mit dem schicken Auto ;-) )

Hach ja... mein Auto... :-love Danke :-)

Leijona
31.05.2007, 14:48
na claudio, schon irgendwelche ideen oder anderweitige vorstöße ? ;-)

Aigner
25.06.2007, 17:16
Hallo,
stehe nun auch vor dem Problem: statistisch oder experimentell!!!

Ich bin im 1. klin. Semester und habe zwei Themen in meiner näheren Auswahl:

1. klinisch/statistisch: geht über AICDs (interne Defis) und deren (mögliche) Fehlfunktionen. Dauer noch nicht gesteckt, Thema erst recht wage umrissen

2. experimentell/klinisch: Stammzellen im peripherem Blut. klingt auch sehr interessant, mit internationalem Labor usw. Methodik steht; Dauer min. 2 Semesterferien Vollzeit und das Semester dazwischen 2-3 Tage.

Meine Fragen:

-wie wichtig ist es wirklich eine anspruchsvolle Arbeit zu schreiben?

-ist i.d.R. das 2.klin Semester so, das man 2 Tage die Woche an seiner Diss arbeiten kann, ohne, dass das Studium allzu viel Schaden nimmt?

-bleibt dann noch genügend Zeit für Famulauren, lernen und für einen selbst?

Bitte antwortet recht zügig, da ich mich bald bewerben muss...

lg,
Nico

jule17
25.06.2007, 21:20
Hm, wie dein Stundenplan im nächsten Semester aussieht, ist ja von uni zu uni sehr verschieden. Bei uns war das 6. schon recht voll. Zwei Semsterferien und 2-3 Tage pro Semster ist natürlich nicht wenig und nebenbei schon sehr zeitintensiv. Würde sagen schaffbar, aber anstrengend und viel Zeit für dich und Freizeit bleibt da nicht. Wie sähe es mit einem Freisemster aus?
Was du für ne Arbeit machst, hängt natürlich davon ab, wo es für dich hingehen soll. Willste richtig forschen später, ist was experimentelles quasi pflicht, sonst spielt das keine so große rolle.
Würde eher auf Betreuung, Spaß am Thema, etablierte Methoden etc. achten, wenn du nicht in die Wissenschaft willst.
Nun ja, hoffe, dass hilft dir etwas weiter

Aigner
26.06.2007, 08:33
danke schonmal.

tja, wo ich hinmöchte, kann ich nciht so genau sagen! Auf jeden Fall möchte ich direkt als Arzt am/mit Patienten arbeiten. Forschung höchstens nebenbei in einer Arbeitsgruppe vielleicht...
Möchte aber eher eine Karriere im Krankenhaus direkt anstreben. Ein Ober-/Chefarzt forscht doch in der Regel auch nicht wirklich, oder? Wie funktioniert das? Haben die denn alle eine experimentelle Diss. gemacht?

Duncan84
26.06.2007, 09:55
Ich hab ne ähnliche Frage, also stell ich sie dreisterweise mal hier ;)

Ich steh demnächst auch vor der Entscheidung eher experimentell oder statistisch? Ich will später mal nicht in die große Forschung, aber auf jedenfall gerne in nen großes Krankenhaus oder vl sogar an die Uni-Klinik. Mit etwas Forschung nebenher kann ich mich vl sogar anfreunden, ist aber nicht mein direktes Ziel.
Welche Art Arbeit muss ich da machen, um mirs nicht unnötig schwer zu machen, später so nen Stelle zu bekommen?
Gibts nicht irgendwas zwischen statistisch und experimentell? Auf ne rein statistische hab ich nämlich eigentlich auch kein Bock. Selbst wenns nur nen paar Monate dauert: nur Akten wälzen, oh je ;)
Experimentell hab ich ja grundsätzlich nix dagegen, aber ich will auf keinen Fall dafür nen Freisemester nehmen und alle Semesterferien sollten dafür auch nicht draufgehen. Und da is dann wohl auch der Knackpunkt. Das dürfte mit ner experimentellen nicht vereinbar sein. Oder gibts da auch kleinere Arbeiten?

Leijona
26.06.2007, 11:53
nur Akten wälzen, oh je ;)
Experimentell hab ich ja grundsätzlich nix dagegen, aber ich will auf keinen Fall dafür nen Freisemester nehmen und alle Semesterferien sollten dafür auch nicht draufgehen. Und da is dann wohl auch der Knackpunkt. Das dürfte mit ner experimentellen nicht vereinbar sein. Oder gibts da auch kleinere Arbeiten?

es gibt sehr wohl auch kleinere experimentelle arbeiten (aber genau hingucken, normal ufert was experimentelles aus!!) aber um semesterferien opfern kommst du idr trotzdem nicht drumrum.
eine alternative wären klinische arbeiten, wo man patienten befragt oder untersucht oder vermisst.
das wäre vielleicht was für dich.

Zoidberg
26.06.2007, 11:58
es gibt sehr wohl auch kleinere experimentelle arbeiten (aber genau hingucken, normal ufert was experimentelles aus!!) aber um semesterferien opfern kommst du idr trotzdem nicht drumrum.
eine alternative wären klinische arbeiten, wo man patienten befragt oder untersucht oder vermisst.
das wäre vielleicht was für dich.

ich vermisse meine auch schon :-(( :-(( :-(( :-(( :-((
kooooommt wieeeeeeeeder!!! SOFORT!

Leijona
26.06.2007, 13:24
ok, ich habs geahnt...
extra für zoidberg: "vermesst" :-)) :-))
ich meinte damit alles mögliche zwischen laborwerten, eeg, körperlicher untersuchung, befragung etc.

Mamica
27.06.2007, 15:48
Mal nur so als Randbemerkung: es gibt nicht nur die Möglichkeiten statistisch oder experimentell, man kann auch in Geschichte der Medizin schreiben, das ist dann wirklich weder das eine noch das andere. Dafür muss man halt Spaß haben an historischer Arbeit (Recherchen oder was übersetzen, je nachdem, was man kann). Wie überall gehts da auch kürzer oder länger, meine Arbeit ist jetzt etwas ausgeartet und ich hab im Endeffekt ein Freisemester dafür gebraucht (hab aber auch ein Kind und konnte nur arbeiten, wenn er in der Krippe war).

jule17
27.06.2007, 19:15
Vielleicht würde ich mir dann was klinisch-experimentelles suchen, also irgendwie Patienten untersuchen und eventuell Proben (Blut, Sputum, irgendwas) im Labor "bearbeiten" oder so was in der Art. Ist nicht NUR Labor und Forschung, aber auch nicht NUR Statistik... So was in der Art halt oder was anderes, wo du Patienten prospektiv untersuchen kannst. Großes Problem (spreche da aus eigener Erfahrung) - die Rekrutierung.... Aber jede Arbeit hat ja seine Tücken :-?