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Cassy
30.10.2007, 19:40
*wachrüttle* Hallo, gehts hier mal wieder weiter??? Ich bin doch jetzt so lernbegierig :-))

Tombow
18.11.2007, 10:51
-Reaktivier-
@Zoidberg:
Habe ich genauso gemacht. In der neurologischen Untersuchung regelrechter Hirnnervenstatus, , Eudiadochokinese, FNV und KHV zielsicher, seitengleich, keine Paresen, MER seitengleich lebhaft, keine pathologischen Reflexe, keine Wurzeldehnungszeichen. Patient weigerte sich partout aus dem Bett aufzustehen, daher zuerst keine Stand- und Gangprüfung möglich. Internistisch orientierend kräftiger EZ bei gutem AZ, übriger Status regelrecht. EEG und SEPs machen wir esrt einmal nicht, haben wir da irgendeine Rationale dafür?


Chorea, Hemiballismus und Dystonien Allesamt kein Anhalt für eins der genannten.

Und weiter?

Alles wird gut
12.12.2007, 14:38
Schon mal nen Tinnitus gehabt oder Gehörverlust beklagt? Infekte in letzter Zeit gehabt? Zeckenstich?
Wie hoch ist denn eigentlich der BZ. Ist der Patient evtl. exsikiert.

Tombow
16.12.2007, 15:43
@AWG: nichts von den oben genannten. Patient nicht exsikiert, BZ im guten Normbereich, anamnestisch und klinisch kein Anhalt auf stattgehabte Hypo/Hyperglykämie.

Sebastian1
16.12.2007, 16:36
Denk ich völlig falsch, wenn ich in so eine Richtung wie Vestibularisparoxysmie denke?

Tombow
16.12.2007, 16:49
Denk ich völlig falsch, wenn ich in so eine Richtung wie Vestibularisparoxysmie denke?

Und was machen wir, um das zu prüfen?

Sebastian1
16.12.2007, 17:15
Nunja, du bzw der Uchi hatte ja erstmal die Armbewegung beschrieben, die muss ja aber noch lange nicht im Vordergrund stehen. Kurze Übelkeit, das gefühl von Schwarzsehen und die Armbewegung ggfs als Ausgleichsbewegung - sein könnte sowas.
Die Stand/Gangprüfungen hat er ja nun abgelehnt, die wären sicherlich trotzdem sinnvoll, wenn auch bei einer Paroxysmie nicht unbedingt zielführend. Dann natürlich Dix-Hallpike-Manöver und kalorische Nystagmusprüfung. Zum letztlichen Beweis am ehesten MRA um die Affektion nachzuweisen, aber man will ja den letzten Schritt nicht vor dem ersten tun. Ich habs ja nur mal so in den Raum geworfen ;)

Tombow
16.12.2007, 20:23
So ungefähr machen wir's. Schnappen uns die Frenzel-Brille und machen mit dem Patienten die Lagerungsprobe...0,5..0,7..0,8..1,0 Sekunden...und schon setzt ein schöner Nystagmus ein und der Patient beginnt zu schreien. Zum Glück auf türkisch, will garnicht wissen, was er mir an den Kopf geknallt hat. Glaube, wenn es ihm nicht so übel gewesen wäre, wäre er mir an die Gurgel gegangen. Während er noch vom Schwindel mehr oder weniger immobilisiert ist schnell eine Ampulle MCP aufziehen und spritzen. Was sich etwas schwieriger gestaltet, da wieder das "Trockenschwimmen" einsetzt. Auf Nachfrage, was er tut, gibt der Patient an, er wolle sich irgendwo festhalten.

Und was machen wir nun weiter?

Sebastian1
17.12.2007, 20:57
Den Patienten analgosedieren :-))
Positive Lagerungsprobe? In der Form, dass man daraus auch einen BPLS sicher diagnostizieren kann? (also keine Paroxysmie oder Neuritis?)
Wenn BPLS: Anleitung zur eigenst. Durchführung des Epley-Manövers, ggfs. Verordnung von Antivertiginosa, ab nach Hause. Dem Patienten klarmachen: "Unangenehm, aber harmlos und geht vorbei".

Tombow
17.12.2007, 21:24
Den Patienten analgosedieren :-))
Das war in der Situation echt angebracht :-)) Weiß nicht, ob der Schwindel so schlimm war oder ob nicht ein Anflug von Morbus mediterraneum dabei war, auf alle Fälle, Analgosedierung täte gut.


Positive Lagerungsprobe? In der Form, dass man daraus auch einen BPLS sicher diagnostizieren kann?
Ja. Richtig lehrbuchmäßig!


Wenn BPLS: Anleitung zur eigenst. Durchführung des Epley-Manövers, ggfs. Verordnung von Antivertiginosa......"Unangenehm, aber harmlos und geht vorbei".
Für eine selbständige Anleitung war er nicht zugänglich. Und von dem Versuch eines Befreiungsmanövers an Ort und Stelle noch weniger begeistert. Da blieben mir nur die Antivertiginosa und dem chirurgischen Kollegen Krankengymnastik empfehlen (die KGs können ja die ganzen Manöver auch), wenn der Patient sich beruhigt hat. Den letzten Teil habe ich dem Patienten erklärt, hatte aber das Gefühl, davon wollte er nix wissen.

Sebastian1
17.12.2007, 21:38
Joar, für nen BPLS hätte ich ne etwas eindeutigere Anamnese erwartet (typischerweise bekommt man die ja), aber schon nett zu sehen, was draus wird, wenn der Patient halt gegen einen zu arbeiten scheint: keine vernünftige Untersuchung ergibt keine vernünftige Diagnose.
Ich war von den BPLS-Patienten, die ich gesehen habe, meist ziemlich beeidruckt. Aber grade deshalb lässt sich mit der Theorie dahinter, der Kenntnis der Manöver und Diffdiagnosen und einer Frenzelbrille meist eine "nette" Diagnose gut stellen. Nett deshalb, weil's den Pat. ja meist bescheiden geht und man Ihnen das "unangenehm aber harmlos mitteilen kann".
Auf die Paroxysmie wäre ich in der Praxis allerdings deutlich nach dem BPLS gekommen, da zum einen wesentlich seltener, zum anderen hörte sich das hier im Thread aber irgendwie nach einer nicht so alltäglichen Schwindelform an.
Also, MRT/MRA kann man sich da sicher zunächst schenken (um es dann durchzuführen, wenn die Symptomatik bei glaubhaft konsequent durchgeführten Lagerungsmanövern persistiert).