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Tapsi
22.04.2007, 19:17
Ich brauch ganz dringent eure Hilfe!
ich habe im Moment in der Schule (Fachgymnasium für Gesundheit)
das Thema EKG. Kann mir vielleich jemand erklären, was die unipolare Extremitätenableitung nach Goldberger ist und wie sie funktioniert?
Außerdem verstehe ich nicht, warum der Arzt, wenn er ein EkG schreibt, 12 verschiedene Linien sieht und was sie bedeuten. :-nix
(Brauche die Infos für eine Hausaufgabe)

Danke für Eure Hilfe! :-))

mundl2
22.04.2007, 19:36
http://de.wikipedia.org/wiki/EKG

Monty
22.04.2007, 19:45
Ähm, ich habe die Vermutung, dass das zu weit führen wird. Wenn man irgendwas am EKG verstehen will, dann hängt da als Rattenschwanz die ganze Herzphysiologie dran. Weißt du darüber denn was?

Allgemein werden Spannungsvektoren gemessen, die durch Spannungsänderungen am Herzen entstehen. Eine unipolare Ableitung misst Potentialdifferenzen nicht zwischen zwei Punkten am Körper sondern eines Punktes gegen 0 (bzw. bei Goldberger gegen zwei zusammengeschaltete Ableitungen zur Signalverstärkung).

Die tatsächliche räumliche Erregungsausbreitung über den Herzmuskel bildet zu jedem Zeitpunkt einen Summenvektor, der die Ausbreitungsrichtung widerspiegelt. Diesen Vektor zeichnet man mit dem EKG komponentenweise auf (soll heißen, der Gesamtvektor der Erregung zeigt irgendwo hin, die Komponenten, die in Richtung Fuß zeigt, wird von der Elektrode am Fuß gemessen, zeigt der Gesamtvektor stark in Richtung der Elektrode, dann gibt's einen großen positiven Ausschlag, zeigt er weg einen negativen).

Die 12 Linien kommen dadurch zustande dass üblicherweise 3 bipolare Ableitungen nach Eindhoven, 3 (pseudo)unipolare nach Goldberger und 6 unipolare Brustwandableitungen nach Wilson aufgezeichnet werden. Letztere erweitern das ganze quasi um eine neue Ebene, die mehr oder weniger senkrecht zu den Extremitätenableitungen (Eindhoven, Goldberger) steht.

Siehe Wikipedia!

Tapsi
22.04.2007, 20:43
Hallo!!!
Danke für deine schnelle Antwort :-top


Weißt du darüber denn was?
In der Schule hatte ich schon fast alles Wichtige zum Thema Herz gelernt(glaube ich jedenfalls)
Wir haben uns wochenlang mit der Anatomie, Funktion, Erregungsleitung und Krankheiten des Herzens beschäftigt! Außerdem haben wir gelernt, wie eine normale EKG Kurve aussehen sollte.

ovis
23.04.2007, 05:19
Hallo!

Zum Verständnis der Bedeutung von Ausschlägen in Eindhoven- (I, II, III) und Goldberger-Ableitungen (aVL, aVR, aVF) kannst du dir auch mal den Cabrera-Kreis anschauen. (google mal danach)

Er repräsentiert die Erregungsausbreitung in der Frontalebene; ein positiver Ausschlag dort bedeutet also Erregung in die enstsprechene Richtung, ein negativer in die Gegenrichtung. Die Amplitude gibt an, in welchem Winkel der Erregungsvektor zum gedachten Cabrera-Vektor steht; parallel gibt die höchste Amplitude, 90° keine (und 180° eine negative, wie gesagt).

Die Wilson-Ableitungen geben Auskunft über Ströme in Richtung der Brustwand.

Wenn ihr schon Herzphysiologie gemacht habt, müsstest du ja wissen, was die Zacken ungefähr bedeuten, oder? Ganz kurz: Ausschlag repräsentiert Erregungswanderung, Strich bedeutet keine Erregungswanderung (also alles oder nichts erregt - "isoelektrisch")

P-Welle: repräsentiert Vorhoferregung (zuerst rechts, dann links); positiv in I, II, aVL, aVF (siehe Cabrera), tw. biphasisch in Brustwandableitungen und III
Dauer bis 0,1s

PQ-Zeit: Passage durch den AV-Knoten + His-Bündel; im EKG isoelektrisch
Dauer 0,2s, mitunter länger bei AV-Block

Q-Zacke: Kammerdepolarisation, zuerst im linken Tawaraschenkel - die Kammer wird also von links nach rechts erregt. Erscheint deshalb z.B. in aVR als positive Zacke.

R-Zacke: weiter geht's ... das gesamte Kammermyokard wird depolarisiert, und zwar richtung Herzspitze und zum dickeren linken Ventrikel hin. Je nach Lagetyp des Herzens erscheint z.B. in aVR ein mehr oder weniger großer negativer Ausschlag.

S-Zacke: Ausdruck des Abschlusses der Kammerdepolarisation von der Herzspitze zurück in die Areale der Herzbasis, die zuletzt erregt werden. Erscheint entgegengesetzt zur R-Zacke in der entsprechenden Ableitung.
Dauer QRS: 0,1s

ST-Strecke: gesamtes Kammermyokard erregt ... isoelektrisch.

T-Welle: Ausdruck des Nachlassens der Erregung im Kammermyocard (Repolarisation). Erscheint gleichsinnig zur R-Zacke, was mir immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, weil es ja eigentlich das "Gegenteil" davon ist.
Es werden aber die zuletzt erregten Areale als erste repolarisiert, somit ist es der umgekehrte Vorgang in umgekehrter Richtung (minus mal minus gibt plus oder so ähnlich :-) ).

Hoffe, ich hab nicht irgendwo daneben gegriffen ... schon ziemlich spät heute.

Viele Grüße,
ovis

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23.04.2007, 12:38
Ansonsten überleg doch mal ob du ein Physiologie-Buch bspw. "Intensivkurs Physiologie" von Hick kaufst/schenken läßt. Da ist das prima erklärt und wenn du eh häufiger solche Themen bearbeitest vielleicht ganz hilfreich :-top

Schädelspalter
23.04.2007, 17:16
Oder nutzt die Internetseite www.grundkurs-ekg.de :-party

Tapsi
24.04.2007, 15:08
Danke, Ihr habt mir echt weiter geholfen. :-top
Ich hoffe, ich kann mir das alles bis morgen merken
(schreibe u.a. darüber eine Arbeit)!