PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verstehendes Lernen ?



Seiten : 1 [2]

Grübler
07.07.2007, 22:08
Wie siehts denn bei euch mit POL-Unterricht aus? Das verknüpft echt gut, und die Lernleistung, die man da an den Tag legt ist wirklich beeindruckend. Nur weil man sieht, dass es einen Sinn hat ;-)

Meridion
07.07.2007, 23:19
Halt, langsam, PoL?

Ich erinnere mich da an sechs unvergleichlich nutzlose Mini-Seminare irgendwann zwischen dem ersten und dem zweiten Semester. Abends von 18 Uhr nochwas bis kurz vor Kino...

Also das war mein einziges Erlebnis problemorientierten Lernens. Heidelberg eben *g*... Wie schon andernorts geschrieben wurde verbringt man hier wenn man möchte zwei Tage in der Woche an der Uni, der Rest ist Selbst-Arbeit...

Meridion

wanci
08.07.2007, 11:01
Und damit fahr und fuhr ich in Biochemie-Prüfungssituationen leider richtig gut. Was macht Reagenz XY in Schritt X in Reaktion Z? Wie heissst das Enzym, was Reaktion 7 in Weg 2 einleitet? Wieviele TM-Domänen hat Fusionskomplexprotein A?...

Dann gibt es da wohl wirklich ziemlich große Unterschiede zwischen den Unis. In unserer BC-Klausur geht eher darum, Diagramme zu interpretieren, irgendwelche Störungen des Säure-Basen-Haushalts zu diagnostizieren und irgendwelche einfachen Reaktionsgleichungen aufzuschreiben. Außerdem gibts halt noch so einige Grundsatzfragen, aber nach TM-Domänen fragt da keiner. Und vom Citratzyklus müssen wir auch nur das Prinzip lernen, Einzelreaktionen sind egal.

Ich frage mich zwar, ob das so eine gute Physikumsvorbereitung ist, aber finde es sehr angenehm. Man hat das Gefühl etwas zu verstehen;)

Meridion
08.07.2007, 11:43
Kannst Du bei uns 100% vergessen... Teilweise hab ich das Gefühl, es wird einfach davon ausgegangen, dass so "banales" Zeug wie "was machen die Fusionsproteine an der Synapse" klar sind...

Meridion

Giant0777
08.07.2007, 12:37
Also für Greifswald kann ich nur sagen, dass es kaum klappt eine Klausur zu bestehen, wenn man den Stoff "nur" verstanden hat. Es werde Details abgefragt, die sich leider nicht durch das Verständnis herleiten lassen. Am Anfang tat ich mich sehr schwer damit, etwas zu lernen, was ich nicht verstanden habe. Fand das auch recht nutzlos, weil man solche Dinge ja auch schnell wieder vergisst und diese so später nichts nutzen!

Mit dieser Taktik fällt man aber leider durch ( fast ) jede Klausur. Seit ich einfach nur noch auswendig lerne und die Systematik eher hinten anstelle, bestehe ich die Klausuren immer mit 80%-90%. Und nach der Klausur vergesse ich dann auch ganz schnell wieder, was ich mal gelernt habe...

Eigentlich doch wurscht, ab wann der Innenstreifen und der Aussenstreifen im Nierenmark los geht, oder?! Naja, sehr bedenktlich :-dagegen

Grübler
08.07.2007, 13:09
Aber das IMPP fragt doch auch kein Verständnis ab - was nützen mir als Uni Studenten, die alles vom Prinzip her verstanden haben, aber die Mainzer Fragen nicht beantworten können?

Muriel
08.07.2007, 13:14
Für die Examina nützt das im schriftlichen Teil sicherlich nichts oder wenig, da hast du Recht, aber man sollte bedenken, dass nach dem Examen noch ein auszuübender Beruf steht^^ ok, da sind aber die klinischen Sachen wohl doch einen Tacken wichtiger als die vorklinischen, wobei auch da nicht alles vollkommener Blödsinn ist, spätestens in Pharma ist man froh, wenn man ein bisschen auch verstanden hat, was die da in BC von einem wollten :-)

Meridion
08.07.2007, 19:27
Der Punkt ist aber doch. Die Sachen, die man verstehen KANN sind superflott gelernt...

Grad Beispiel Niere, das Prinzip Filtration, Sekretion, Konzentration, Rückresorption lernt man aus nem Kurzlehrbuch ohne Vorwissen an einem Nachmittag, das ist logisch, das ist systematisch, das geht schnell. Die restlichen fünf Nachmittage kann man dann damit verbringen zu lernen, welche AQPs in welchen Teilen der Niere vorkommen, warum der Na/K/2Cl Transporter grade Na/K und ZWEI Chlorid transportiert... Und das hat AUCH ne Systematik, nur ist sie meistens 5 Level komplizierter als das "Grundprinzip" und es ist effizienter sich einfach die Tatsachen reinzuschaufeln...

Die vergisst man dann zwar wieder, AAAABER, diesen Schmorres mit von wegen

"ist doch klar, weil die Pore hat ja X Angström Durchmesser und ein Wasser in der Bindung bla bla und dem Dipol Charakter hat pro Milisekunde ne Wahrscheinlichkeit XYZ dem Diffusionsgradienten zu folgen und deshalb KANN es ja gar nicht anders sein als dass sie X TM-Domänen hat, weil mit Y TM-Domänen würden wir ja gar keine Pore bekommen, die günstig genug wäre für Flow XZ"

, den Schmorres schnall ich dann schon, wenn er mir mal erzählt wurde und ich behalt ihn vielleicht auch nen tacken länger, aber ganz ehrlich? - Ich hab die Logik ob ihrer biochemischen Tiefe trotzdem wieder vergessen. Für diese Art Verständnis bewegt man sich einfach zu wenig in der Materie; das is was für Biochemiker und das ist auch gut so...

Meridion

nnlglmpp
09.07.2007, 00:03
Ach, das liebe Auswendiglernen. Am Anfang, wenn noch Zeit ist, lern ich schon auf Verständnis. Aber kurz vor Prüfung dann doch schnell nochmals alles Reinchaufeln, was geht. Sicher ist sicher. :-dance

derAnda
09.07.2007, 09:47
, den Schmorres schnall ich dann schon, wenn er mir mal erzählt wurde und ich behalt ihn vielleicht auch nen tacken länger, aber ganz ehrlich? - Ich hab die Logik ob ihrer biochemischen Tiefe trotzdem wieder vergessen. Für diese Art Verständnis bewegt man sich einfach zu wenig in der Materie; das is was für Biochemiker und das ist auch gut so...

Meridion

Eben. Es gibt viele Gelegenheiten mit Verständnis beim Lernen Zeit zu sparen, aber mann kommt auch oft an Punkte bei denen man mit einfach auswendig Lernen viel schneller ist.

Gichin_Funakoshi
15.07.2007, 16:16
Na Klasse... Dieser Thread hat mich ganz schön desillusioniert. :-?
Meine Stärken waren immer die Naturwissenschaften, allerdings nur aus dem Grunde, weil ich sie VERSTANDEN habe. Sicherlich habe ich dazu relativ lange gebraucht... Ich kann einfach nicht fassen, dass es jetzt genau anders rum gehen wird. Verrückt... :-keks