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hennessy
29.08.2007, 20:12
ich bin mir sicher, dass es Kollegen gibt, die sowohl wesentlich mehr, als auch weniger verdienen, also sind diese Zahlen Schall und Rauch. Es müßten immer auch die Rahmenbedingungen genannt werden, die zu den Zahlen geführt haben. Anderenfalls werden Äpfel mit Birnen verglichen. Vor allem nutzt die Bekanntgabe von Ergebnissen vor Steuern gar nichts. Allein dadurch werden die tatsächlichen Summen extrem verzerrt. Niemand kann sich daraus ein authentisches Bild machen.

Monas_Pseudo
29.08.2007, 21:12
ich bin mir sicher, dass es Kollegen gibt, die sowohl wesentlich mehr, als auch weniger verdienen, .Yep, da bin ich mir auch ganz sicher.

primus
29.08.2007, 21:54
Vor allem nutzt die Bekanntgabe von Ergebnissen vor Steuern gar nichts. Allein dadurch werden die tatsächlichen Summen extrem verzerrt. Niemand kann sich daraus ein authentisches Bild machen.

dann eben ein entzerrtes bild: nach abzug von steuern und sozialabgaben verbleibt ein verfügbares einkommen von ca. 5000/monat.
es wäre naiv anzunehmen, EIN niedergelassener könnte hierzu substantielle angaben machen.
klüger wäre es mal das kzbv jahrbuch zu bemühen.
zu bedenken ist ferner folgendes (tendentiell):
im westen verdient man mehr als im osten
im süden mehr als im norden
in einer mehrbehandlerpraxis mehr denn als einzelkämpfer
als spezialist mehr denn als allrounder
ganz so einfach ist die sache sicher nicht - DAS zahnarzteinkommen gibt es nur in der statistik und die ist lediglich ein grober richtwert.
während der eine später ums nackte überleben wird kämpfen müssen, schaffts der andere zum einkommensmillionär - statistik hin oder her.

Monas_Pseudo
29.08.2007, 22:23
DAS zahnarzteinkommen gibt es nur in der statistik und die ist lediglich ein grober richtwert.
Und etwas anderes hat hier auch keiner behauptet.


klüger wäre es mal das kzbv jahrbuch zu bemühen.Dort stehen schon mal ein paar Auszüge daraus:
http://www.praxisbewertung-praxisberatung.de/aktuelles-bwl-statistik2005.htm

Präpmaus
30.08.2007, 19:56
ich bin mir sicher, dass es Kollegen gibt, die sowohl wesentlich mehr, als auch weniger verdienen, also sind diese Zahlen Schall und Rauch.

Richtig. Man braucht auch nur ein Standardlehrbuch von BWL bzw. VWL in die Hand zu nehmen um nachzulesen inwieweit die Einkommen bei verschiedenen Berufsgruppen vom Durchschnitt abweichen (z.B. VWL von Samuelson).
Am höchsten ist diese Abweichung bei selbstständigen Ärzten bzw. Zahnärzten, am geringsten bei Beamten. Aber auch da gibt es Ausnahmen: Nach drei Stunden Vorstellungsgespräch wird eine Lehrerin zur Bildungsministerin befördert ;-)

hennessy
30.08.2007, 20:12
Richtig. Man braucht auch nur ein Standardlehrbuch von BWL bzw. VWL in die Hand zu nehmen um nachzulesen inwieweit die Einkommen bei verschiedenen Berufsgruppen vom Durchschnitt abweichen (z.B. VWL von Samuelson).
Am höchsten ist diese Abweichung bei selbstständigen Ärzten bzw. Zahnärzten, am geringsten bei Beamten.
leider geht das anscheinend nicht in manche Köpfe rein.

actin
30.08.2007, 20:54
ich bin mir sicher, dass es Kollegen gibt, die sowohl wesentlich mehr, als auch weniger verdienen, .. Solange Du zu den Ersteren gehört, musst Du Dich doch über diesen Thread nicht so aufregen. ;-)

hennessy
31.08.2007, 11:14
Solange Du zu den Ersteren gehört, musst Du Dich doch über diesen Thread nicht so aufregen. ;-)
Hallo actin,
ich rege mich auch nicht über den fred auf, sondern über manch einen Teilnehmer. Aber ist schon wieder gut.
lg
hennessy :-winky

yzBastian
12.09.2007, 10:12
300k bezahlt ein freiberuflicher Zahnarzt in 6 - 10 Jahren zurück, auch unter den heutigen Bedingungen.

Stolperte gerade über diese Angabe und möchte mich nur gesondert dazu äußeren: Das möchte ich sehen! :-))

Zum einen ist es heute gar nicht mehr zwingend üblich, als Herr Dr.med.dent. so einen KRedit zu erhalten. Die Zeiten sind eigentlich vorbei und man muss schon gute Zahlen vorlegen können.
Angenommen, man hat so ein Darlehn. Laß dir doch bitte mal die monaltichen Tilgungen bei 300.000 EUR auf 10 Jahre ausrechnen. Bedenke dabei, dass der Umsatz konstant sein muss bzw. sogar steigen sollte und du auch noch leben möchtest! ;-)

Also kurzum, die Zahl ist illusorisch.

jabba666
12.09.2007, 18:39
Stolperte gerade über diese Angabe und möchte mich nur gesondert dazu äußeren: Das möchte ich sehen! :-))

Zum einen ist es heute gar nicht mehr zwingend üblich, als Herr Dr.med.dent. so einen KRedit zu erhalten. Die Zeiten sind eigentlich vorbei und man muss schon gute Zahlen vorlegen können.

Also kurzum, die Zahl ist illusorisch.
eine frage hätte ich:wie soll man denn VOR der praxisgründung zahlen vorlegen,was sind denn das für zahlen?

McZahnAG
12.09.2007, 19:04
eine frage hätte ich:wie soll man denn VOR der praxisgründung zahlen vorlegen,was sind denn das für zahlen?

Gar nicht und deshalb gibt es auch keinen Kredit in Höhe von 300.000 Euro.
Bei einer Übernahme läuft es dann natürlich wieder ganz anders.

hennessy
13.09.2007, 07:14
Gar nicht und deshalb gibt es auch keinen Kredit in Höhe von 300.000 Euro.

Doch!
Es geht auch bei Neugründung.
Die Apotheker- und Ärztebank (und vllt auch andere Banken) besitzen eine Software, die aus verschiedenen Kenndaten (z.B. Zahnarztdichte, Bevölkerungsstruktur, finanzielle Eigenleistung, Räumlichkeiten etc.) das erforderliche Umsatzgefüge erstellt, dieses mit den zu erwartenden Zahlen in Verhältnis stellt und entsprechend einen Kreditrahmen errechnet.
Leider hat sich gezeigt, dass die Daten nicht immer zuverlässig dann auch mit den tatsächlichen Gegebenheiten korrelieren und daraus resultierten auch bereits finanzielle Schieflagen der Kollegen.

Präpmaus
13.09.2007, 22:44
Zum einen ist es heute gar nicht mehr zwingend üblich, als Herr Dr.med.dent. so einen Kredit zu erhalten. Die Zeiten sind eigentlich vorbei und man muss schon gute Zahlen vorlegen können.
Angenommen, man hat so ein Darlehen. Laß dir doch bitte mal die monaltichen Tilgungen bei 300.000 EUR auf 10 Jahre ausrechnen. Bedenke dabei, dass der Umsatz konstant sein muss bzw. sogar steigen sollte und du auch noch leben möchtest!

Vom Umsatz kann man leider nicht leben, nur vom Gewinn ! Dies verwechseln noch immer viele Zahnärzte... Ein Darlehen von 300.000 Euro ist schon ziemlich happig, wenn dann noch eine Schieflage bei den privaten Finanzen (Verlust mit Immobilie(n) oder Aktien) hinzukommt, das war`s dann. :-nix


Die Apotheker- und Ärztebank (und vllt auch andere Banken) besitzen eine Software, die aus verschiedenen Kenndaten (z.B. Zahnarztdichte, Bevölkerungsstruktur, finanzielle Eigenleistung, Räumlichkeiten etc.) das erforderliche Umsatzgefüge erstellt, dieses mit den zu erwartenden Zahlen in Verhältnis stellt und entsprechend einen Kreditrahmen errechnet.
Leider hat sich gezeigt, dass die Daten nicht immer zuverlässig dann auch mit den tatsächlichen Gegebenheiten korrelieren und daraus resultierten auch bereits finanzielle Schieflagen der Kollegen.

Diese Bank vergibt so gerne Kredite, dass man (fast) sein ganzes Berufsleben verschuldet ist....

primus
14.09.2007, 10:16
Vom Umsatz kann man leider nicht leben, nur vom Gewinn ! Dies verwechseln noch immer viele Zahnärzte...

Diese Bank vergibt so gerne Kredite, dass man (fast) sein ganzes Berufsleben verschuldet ist....

umsatz von gewinn zu unterscheiden mag vielleicht den hier postenden vorlesungsbankdrückern schwerfallen, doch bestimmt nicht den niederlassungswilligen resp. niedergelassenen zahnärzten. was für ein blödsinn!

dass die apo-bank bei der kreditvergabe etwas großzügiger verfährt ist ein großes glück für die zahnärzte, denn sonst wäre die finanzierung für so manch einen ein unüberwindbares problem! wenn du mit deinen kreditwünschen bei der hausbank vorsprichst, wirst du lediglich zur erheiterung der bankfuzzis beitragen - mit ihrer hilfe kannst du kaum rechnen.

dass andererseits manch einer den hals nicht vollkriegt und glaubt, er müsse als neuling mit seiner praxisausstattung das angebot der konkurrenz überbieten und sich den allerneuesten schnickschnack anschafft - ist die dummheit des einzelnen. hochmut kommt vor dem fall. da haben die kredithaie aber nix mit zu tun.

batal
14.09.2007, 10:55
Also bei ner Summe von 300k würd ich höchstens von berufslebenslanger Verschuldung reden, wenn ich Arbeitnehmer mit nem dauerhaften Nettoeinkommen von <2000 wäre.

Die Dimensionen in einem Unternehmen sind glaub ich etwas anders. Ich kann leider nicht von Arztpraxen berichten, allerdings dürften sich die nicht so sehr von Unternehmen in der Gastronomiebranche unterscheiden.

Ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber ich versteh nicht so ganz wieso die 300k so problematisch zu bekommen sein sollen. Klar wirste ausgelacht, wenn du direkt nach dem Studium ankommst und nen Kredit in der höhe willst, aber normalerweise arbeitet man ja auch ne Weile um das nötige Eigenkapital ranzuschaffen.
Und man macht sich denke ich ja auch Gedanken wo man ne Praxis aufmacht (Stichwort Potentialanalyse).

hennessy
14.09.2007, 20:17
wie schon gesagt:
als niederlassungswilliger Jungkollege bist Du mehr oder weniger auf Hilfe von "Spezialisten" angewiesen, i.e. Banken, Dentaldepots, Finanzierungsgesellschaften etc.
Die führen dann auch eine mehr oder weniger gute Analyse durch und es kommt ein Kreditvolumen heraus, das es zu finanzieren gilt. Leider klappt das nicht immer so gut, die vorausberechneten Umsätze/Gewinne lassen sich durch so viele Inponderabilien beeinflussen, dass es manchmal zur Kaffeesatzleserei wird.
Der Gelackmeierte ist dann aber nicht die Bank oder die schicken Gesellschaften, sondern in erster Linie der Kollege. Der hat nun u.U. ein lebenslanges Problem.
Eine gesunde Portion guten Menschenverstandes hat schon so manches hochdotierte Computerprogramm oder geschniegelte krawattentragende Finanzdienstler ersetzt.

Präpmaus
14.09.2007, 21:27
"umsatz von gewinn zu unterscheiden mag vielleicht den hier postenden vorlesungsbankdrückern schwerfallen, doch bestimmt nicht den niederlassungswilligen resp. niedergelassenen zahnärzten. was für ein blödsinn!"

In der Theorie ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn evident. Da jedoch bei selbständigen Zahnärzten häufig private Überentnahmen erfolgen, wird der tatsächliche Gewinn meist zu niedrig eingeschätzt. Folglich sind die Steuernachforderungen überraschend hoch, falls dann noch private Fehlinvestionen (geschlossene Schiffs- oder Immobilienfonds) dazukommen, ist die Insolvenz da. Habe gerade einen solchen Fall in der Nachbarschaft miterlebt: Alleine die Laborschulden belaufen sich auf 120.000 Euros (selbstverständlich bei etlichen verschiedenen Laboren). Die Kollegin ist mittlerweile unbekannt verzogen...

hennessy
14.09.2007, 21:54
In der Theorie ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn evident. Da jedoch bei selbständigen Zahnärzten häufig private Überentnahmen erfolgen, wird der tatsächliche Gewinn meist zu niedrig eingeschätzt. Folglich sind die Steuernachforderungen überraschend hoch, falls dann noch private Fehlinvestionen (geschlossene Schiffs- oder Immobilienfonds) dazukommen, ist die Insolvenz da. Habe gerade einen solchen Fall in der Nachbarschaft miterlebt: Alleine die Laborschulden belaufen sich auf 120.000 Euros (selbstverständlich bei etlichen verschiedenen Laboren). Die Kollegin ist mittlerweile unbekannt verzogen...

Privatentnahmen tauchen in der BWA nicht auf und sind deshalb steuerlich nicht relevant.
Dein Beispiel trifft, denke ich, auf die Mehrheit der Zahnärzte nicht mehr zu.

Plotin
15.09.2007, 09:34
Der Gelackmeierte ist dann aber nicht die Bank oder die schicken Gesellschaften, sondern in erster Linie der Kollege. Der hat nun u.U. ein lebenslanges Problem.
Wenn der Kollege Insolvenz anmeldet, hat auch die Bank ein Problem. Die sieht dann nämlich kein Geld mehr von dem Kollegen. Insofern sind Kredite nicht nur für den Kreditnehmer riskant. (Link (http://tinyurl.com/yvjmps))

hennessy
15.09.2007, 18:44
Wenn der Kollege Insolvenz anmeldet, hat auch die Bank ein Problem. Die sieht dann nämlich kein Geld mehr von dem Kollegen. Insofern sind Kredite nicht nur für den Kreditnehmer riskant. (Link (http://tinyurl.com/yvjmps))
es muss ja nicht gleich Insolvenz sein. Meistens ist es ja eine gehörige Überschuldung, die oftmals das gesamte Berufsleben andauert. Und wenn man sich die derzeitigen Preise ansieht, die bei einem Praxisverkauf erzielt werden können, kann einem Angst und Bange werden.