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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Partei steht für Ärzte?



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schüler
28.08.2002, 17:16
Hallo, ich bin ein Erstwähler der Medizin studieren will. Politisch bin ich eigentlich recht up-to-date, allerdings fiel mir gerade die folgende Frage ein:
Welche Partei setzt sich eigentlich besonders für Mediziner ein? Welche sollte man aus beruflichen Gesichtspunkten nicht wählen?

28.08.2002, 17:57
keine setzt sich für uns ein. spielt aus der sicht keine rolle

eva_luna
28.08.2002, 18:29
hihi, vor der frage stehe ich gerade auch... wähle ich rot bzw. grün, bleibt die liebe ulla am ende gesundheitsministerin und denkt sich noch mehr müll aus; wähle ich schwarz bzw. gelb blüht uns der seehofer, auf dessen mist das alles ja zuallererst gedieh. kein wunder, dass man da politikverdrossen wird! *g*

viele grüße
eva_luna

28.08.2002, 19:12
Jaja, die Wahl..........ich bin auch leicht verwirrt. Nachdem ich wochenlang dachte, daß ich ungültig wählen werde, um wenigstens bei der Wahlbeteiligung mitgezählt zu werden, wird es immer wahrscheinlicher, daß mich eine gewisse Stoiber-Westerwelle-Antipathie doch noch dazu treibt, wählen zu gehen, um das Allerschlimmste zu vermeiden. Aber Ulla-chen ist schon auch nicht verachtenswert übel. Trotzdem werde ich wohl.......naja, ich will hier ja nicht direkt sagen, was ich wählen werde, aber CDU/FDP jedenfalls nicht.

Gruß
Bettina

28.08.2002, 19:13
Für einen Mediziner kommt unter keinen Umständen die SPD oder die Grünen in Betracht. Folgendes Interview mit Dr. Stoiber, in dem er die Verfehlungen von Rot-Grün im Gesundheitswesen aufzeigt, macht deutlich, daß die CDU/CSU die beste Wahl ist:


Dr. Edmund Stoiber
Mehr Wettbewerb und Flexibilität fürs Gesundheitswesen
Der Kanzlerkandidat der CDU im Gespräch mit der Marburger Bund Zeitung

Der Bundestagswahlkampf 2002 geht in die heiße Phase. Der Kanzlerkandidat der Union, Dr. jur. Edmund Stoiber, stellte sich den Fragen von Athanasios Drougias, Leiter des Marburger Bund Hauptstadtbüros, für die Marburger Bund Zeitung.

Frage:? Bundeskanzler Gerhard Schröder will das Thema Gesundheitsreform in den Mittelpunkt des Bundestagswahlkampfes stellen. Glauben auch Sie, dass das Thema "Gesundheit" zu einer der zentralen Auseinandersetzung der Parteien wird?

Dr. Stoiber: Die Modernisierung unseres Staates ist eine der zentralen und der großen Aufgaben der nächsten Zeit. Strukturelle Reformen im Gesundheitswesen werden dabei sicher eine große Rolle spielen. Rot-Grün hat in den letzten Jahren den Grundzusammenhang zwischen sozialer Stärke Deutschlands, funktionierenden sozialen Sicherungssystemen und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ignoriert. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass Wohlstand und soziale Sicherheit erwirtschaftet werden müssen. Ohne mehr Wirtschaftswachstum können wir keine der gesellschaftlichen Herausforderungen bewältigen. Ohne wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gibt es keine soziale Sicherheit und keine soziale Gerechtigkeit. Ein starker und leistungsfähiger Staat und starke und leistungskräftige soziale Sicherungssysteme kommen nicht vom Stillstand und von der Arbeitslosigkeit, sondern nur von mehr Wachstum und mehr Beschäftigung.

Frage:? Im Gesundheitswesen geht es drunter und drüber. Defizite, Beiträge und Lohnnebenkostensteigen steigen unaufhaltsam. Gleichzeitig sind Patienten, Versicherte und Ärzte immer unzufriedener. Was hat die Bundesregierung falsch gemacht?

Dr. Stoiber: Die Bundesregierung und die sie tragenden Koalitionsparteien sind nach wie vor dem Gedanken verhaftet, immer mehr Sozialbürokratie könne alles richten. Wesentliche Bausteine der Selbstverantwortung, wie Kostenerstattung und Beitragsrückgewähr wurden bei Regierungsübernahme abgeschafft oder eingeschränkt. Die Leistungserbringer wurden in kollektive Budgets gepresst. Das konnte und kann nicht funktionieren. Die deprimierenden Folgen sind für jedermann erkennbar: Schröder und Rot-Grün haben den von Horst Seehofer 1998 übergebenen Überschuss von rund 500 Millionen Euro zu einem Defizit von rund 2,8 Milliarden Euro 2001 verwirtschaftet. Der Beitrag stieg von 13,6 Prozent auf rund 14 Prozent mit weiter steigender Tendenz. Auch das erste Quartal 2002 haben die gesetzlichen Krankenkassen mit einem Defizit von 800 Millionen Euro abgeschlossen. Die Versorgung der Patienten und Pflegebedürftigen verliert an Qualität, Ärzte und Pflegepersonal sind vielfach überlastet. Es gibt eine ausufernde Sozialbürokratie bei steigenden Beitragssätzen. Nach einer erst kürzlich veröffentlichten Untersuchung sind 68 Prozent der Patienten der Meinung, dass sich ihre medizinische Versorgung verschlechtert hat. Es wird beklagt, dass ambulante Operationen an gesetzlich Versicherten aufgrund der Budgetierung ins nächste Quartal verschoben werden. Um es auf den Nenner zu bringen: Die Bundesregierung hat in der Gesundheitspolitik alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.

Frage:? Mit welchen gesellschaftspolitischen Leitlinien geht der Kanzlerkandidat Dr. Edmund Stoiber in den Bundestagswahlkampf?

Dr. Stoiber: Wir wollen ein Gesundheitswesen, das dem medizinischen Fortschritt verpflichtet bleibt und das allen Versicherten unabhängig von deren Einkommen, Alter, Art der Krankheit oder Familienstand zugute kommt. Das Grundproblem der Gesundheitspolitik in Deutschland, gleichzeitig eine leistungsstarke und solide finanzierte medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern, kann nur durch eine Strukturreform gelöst werden, die den Patienten als mündigen und eigenverantwortlich handelnden Bürger in den Mittelpunkt stellt. Wir treten für ein freiheitliches Gesundheitssystem ein. Das heißt: menschliche Zuwendung statt Bürokratismus, freie Arztwahl statt Staatsmedizin, Therapiefreiheit statt Listenmedizin, Wettbewerb statt Eigenversorgung. Wir wollen mehr Effizienz in der Krankenversicherung, um sie dauerhaft finanzierbar zu halten. Dabei muss der solidarische Ausgleich zwischen jungen und alten, gesunden und kranken Menschen, Beziehern niedriger und höherer Einkommen sowie zwischen Alleinerziehenden und Familien als tragendes Element der sozialen Krankenversicherung erhalten bleiben.

Frage:? Bundeskanzler Schröder wirft Ihnen Entsolidarisierung vor, in dem Sie das Gesundheitswesen mit Wahlleistungen und Selbstbehalten nur für junge und gesunde Versicherte attraktiver machen würden. Alte, Kranke und Behinderte blieben dabei außen vor.

Dr. Stoiber: Das ist doch einfach falsch. Richtig ist, dass Rot-Grün die Gesundheitspolitik nicht in den Griff bekommen hat. Die gesundheitliche Versorgung verschlechtert sich. Den Patienten werden zunehmend Leistungen und Arzneimittel verweigert und bestimmte Behandlungen nur nach längeren Wartezeiten angeboten. Wir beenden diesen Irrweg in die Zwei-Klassen-Medizin. Wir wollen ein Gesundheitswesen, das dem Einzelnen auch eine größere Wahlfreiheit über den Umfang ihres Versicherungsschutzes gibt. Die Versicherten sollen selbst entscheiden können, ob sie den bisherigen Versorgungsumfang beibehalten, zusätzliche Leistungen erhalten oder bei gleichzeitiger Beitragsermäßigung Leistungen abwählen oder einen Selbstbehalt übernehmen wollen.
Mehr Wettbewerb und Flexibilität eines zu starren Vertragssystems zwischen Kassen und Leistungserbringer werden helfen, die strukturellen Defizite des Gesundheitswesens zu beseitigen, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern und die Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Dienste zu erhöhen.

Frage:? Nach mehr als 100 Jahren Bismarck bezeichnen viele Politiker eine grundlegende Reform der gesetzlichen Krankenversicherung mit mehr Eigenverantwortung als Anschlag auf das Solidarsystem. Wie wird eine neue Bundesregierung unter Kanzler Stoiber vor dem Hintergrund des demografischen Problems, des kostenintensiven medizinischen Fortschritts und neuer Einkommensarten dieses Tabuthema anpacken?

Dr. Stoiber: Durch die zurückgehenden Geburtenraten, die erfreuliche Steigerung der Lebenserwartung und den wachsenden medizinischen Fortschritt ist unser Gesundheitssystem in der Tat in eine schwierige Lage geraten. Bei allen notwendigen Strukturveränderungen werden wir aber darauf achten, die "soziale Balance" zu halten.

Frage:? Das Gesundheitswesen gilt als "Joblokomotive" und wichtiger Wirtschaftsfaktor, der durch staatliche Bremsklötze (z. B. Budgets) in seiner Entwicklung blockiert wird. Welche Weichenstellungen werden Sie vornehmen, um den Arbeitsmarkt auch in der Branche des Gesundheitswesens zu modernisieren?

Dr. Stoiber: Der Gesundheitssektor hat in der bundesdeutschen Volkswirtschaft in der Tat eine beeindruckende Größenordnung erreicht. Mehr als 250 Milliarden Euro geben die Deutschen insgesamt im Jahr für ihre Gesundheit aus, privat und über ihre Krankenkassen. Nicht in der Automobilindustrie, in der chemischen Industrie oder gar in der New Economy sind die meisten Menschen beschäftigt, sondern im Gesundheitssektor. Das Gesundheitswesen ist der mit Abstand größte Beschäftigungsmotor in Deutschland. Allein die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bieten mehr Arbeitsplätze als jeder Industriezweig in Deutschland. Zusammen mit den Zahnärzten beschäftigen sie rund eine Million Menschen in ihren Praxen. Insgesamt arbeiten etwa 4,2 Millionen Menschen direkt oder indirekt im Gesundheitswesen.
Wir müssen einen Weg finden, wie wir das Versorgungsniveau der Bevölkerung auf der einen Seite und die Wachstumsdynamik dieses Sektors auf der anderen Seite aufrecht erhalten können. Wir müssen den Mut aufbringen umzusteuern: Weg vom überbordenden Bürokratismus, weg vom kontraproduktiven Budgetdenken, weg von der Gängelung der Ärzte und Bevormundung der Patienten und hin zu mehr Freiheit und Verantwortung aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Dies ist eine schwierige Gradwanderung, aber sie wird gelingen.

Herr Dr. Stoiber, herzlichen Dank für das Gespräch.

Dr.Dolor
28.08.2002, 21:38
Schlimm genug, dass ich diesen Unfug schon im Printmedium lesen musste, aber jetzt kann ich mir das Gesülze auch noch von Jens_24 im Forum unter die Nase reiben lassen *nerv*

Die politische Entscheidung sollte im Interesse des Landes gefällt werden, nicht aufgrund evtl. daraus resultierbarer persönlicher Vorteile im Beruf! Sowas ist nämlich egoistisch, kleinkariert und extrem kurzweilig.

Gruss, Daniel.
PS:@ Jens_24 Das ist meine persönliche Meinung und spiegelt nicht die Meinung von Medi-Learn.net oder dem Moderator-Team wieder!

28.08.2002, 23:28
@Dr.Dolor: gut gebrüllt, Löwe

28.08.2002, 23:57
@ Dr. Dolor

Schön, daß Dich das nervt. Vielleicht bist ja selbst Du noch irgendwie belehrbar, je häufiger man Dich mit den Fakten konfrontiert, auch wenn ich das nicht recht glauben mag, wenn ich Deine Artikel zu politischen Themen lese.
Speziell hier geht es um die Frage, welche Partei den Ärzten am meisten nützt. Daneben, daß Ärzte von der CDU/CSU am meisten erwarten können, ist diese auch in praktisch allen anderen Politikfeldern überlegen, sodaß Deine Argumentation mit dem Interesse des Landes nicht stichhaltig ist. Die CDU/CSU ist die Partei, die für das Land als Ganzes am besten ist. Sie ist selbst der SPD in der Sozialpolitik und den Grünen in der Umweltpolitik weit voraus. Insbesondere, wer immer noch grün wählt, muß doch schon sehr naiv und verblendet sein, wenn er nicht erkennt, daß diese Partei überhaupt nichts geleistet hat, nichteinmal in der Umweltpolitik.
Fazit: Wirklich wählbar ist nur die CDU/CSU, insbesondere wenn einem die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, eine Verbesserung der Bildung, wirtschaftlicher Aufschwung und die Umwelt wichtig sind. Daneben ist vielleicht noch die FDP wählbar, wenn man die Gewichte besonders auf die Wirtschaft und Bildung legt. Aus ärztlicher Sicht ist beides gut. SPD sollte man nur wählen, wenn man eine hohe Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Stillstand und eine desolate Bildungssituation wünscht. Außerdem, wenn man leistungsunwillig ist und auf die Ausnutzung des Solidarsystems setzt. Die Grünen kommen eigentlich nur für Leute in Frage, die wünschen, daß in Deutschland alles den Bach runter geht oder, die sehr dumm und naiv sind und sich blenden lassen. Insbesondere gibt es scheinbar immer noch ein paar naive Leute, die die Grünen als Partei der Umwelt ansehen, obwohl das Gegenteil doch sehr offensichtlich ist.

noodles
29.08.2002, 08:40
LoL wenn ich das schon höre "erwarten" da brauch ich garnicht mehr weiterzulesen......
Man kann sich nur noch auf eins verlassen, dass alles irgendwie so weitergeht wie bisher, mit dem einen oder dem anderen, das ist total gleich, denn viel wird sich nicht ändern.
Ausserdem scheiss ich drauf was an Parteipropaganda in den letzten Wochen usw. veröffentlicht wird, denn da weiss doch jeder das alles schön weiss schwarz(gut böse) geredet wird um eine Lösung ach so einfach erscheinen zu lassen. Das einzige was zählt sind Geschehnisse der Vergangenheit und da hat die SPD weiss Gott weniger scheiss verzapft als unsere verkappte Royalistenfraktion!

Festus
29.08.2002, 09:47
Also nach dem was rot-grün die letzten Jahre gebracht hat, was kann da noch schlimmeres passieren ?

frerehugi
29.08.2002, 21:50
@Festus: Ja, kann!!! Z.B. dass ein ehemaliger Vorstandschef von Jenoptik Wirtschaftsminister wird...ein Mensch, der 1,8 MILLIARDEN Euro an Zuschüssen von der Treuhand und dem Land Türingen bekommen hat, wovon gute 750 Millionen ausdrücklich zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei Carl-Zeiss-Jena und Zulieferbetrieben bestimmt waren; ein Mann, der die 30 000 Beschäftigten bei Carl-Zeiss-Jena auf rund 1200 reduziert hat, d.h. jeden Arbeitsplatz dort mit 650 000 Euro subventioniert hat (er hat kleine High-Firmen im Westen aufgekauft...sollte er natürlich nicht, die Arbeitsplätze sind in den 1200 enthalten) und dann noch die Bodenlosigkeit besitzt, sich nach so einer miserablen Bilanz als "Cleverle" und "Wirtschaftswunder des Ostens" bezeichnen zu lassen!
Aber zurück zum Gesundheitswesen: hab ich da von Onkel Eddi nur Privatisierung (sprich der Markt regelts selbst) gehört, oder war in dem ellenlangen Interview auch irgendwo ein akzeptabler Lösungsansatz? Nebenbei...ich bin mir ziemlich sicher, dass irgendwann zwischen 1982 und 98 ein Demograph (oder auch mehere) zum Onkel Helmut gekommen sind und im die Bevölkerungsentwicklung und die daraus resulterenden Konsequenzen gesteckt haben!

michiwolfskin
30.08.2002, 14:20
Original geschrieben von Jens_24
Die CDU/CSU ist die Partei, die für das Land als Ganzes am besten ist. Sie ist selbst der SPD in der Sozialpolitik und den Grünen in der Umweltpolitik weit voraus.

@ Jens_24:

Wie weit die CDU/CSU den Grünen in der Umweltpolitik wirklich voraus ist, davon konnte ich mich in den letzten 2-3 Jahren überzeugen:
Vielleicht sagt den meisten hier das Thema 'Temelin' nichts, darum hier eine kurze Erklärung. Vor ca. 20 Jahren begann die damalige Tschechoslowakei im Dreiländereck CZE-AUT-GER mit dem Bau eines Atomkraftwerkes. Nach dem Zerfall des Ostblocks und der Aufteilung der Tschechoslowakei in die beiden Staaten Tschechien und Slowakei ging der tschechischen Regierung bald das Geld aus, der Fertigbau des AKW lag zunächst auf Eis. Nach 8 Jahren Stillstand ging es dann weiter mit dem Bau, durch die Unterstützung der in dieser Branche zum damaligen Zeitpunkt führenden US-Firma. Nach ein paar Jahren Weiterbau des AKW, Konkurs der amerikanischen Baufirma. Es war natürlich schon abzusehen, dass bei einer evtl. Fertigstellung des AKW seine russische Technik (übrigens eine 'Verbesserung' des Tschernobyl Reaktor-Typs) schon veraltet sein würde. Und vor ein paar Jahren geschah dann das Unglaubliche. Ein sehr namhafter deutscher Elektrokonzern, dessen heutiger Name e-on (im e-on Betriebsrat sitzen übrigens fast ausschließlich bekannte Unions-Politiker) ist, gab die nötige Finanzspritze um Temelin fertigzustellen, mit dem Ziel billigen Strom aus Tschechien zu importieren und damit eine tickende Bombe nahe der deutschen Grenze zu verantworten.
In den letzten 3 jahren erreichten die Proteste der deutschen u. österreichischen Bevölkerung dieser Region einen Höhepunkt. Schließlich kam es unter der Teilnahme von Bundesumweltminister Jürgen Trittin, dem bayerischen Umweltminister Dr. Werner Schnappauf und einigen Regionalpolitikern zu einem Gipfeltreffen bezgl. Temelin in der ansonst politisch so schwarzen Stadt Passau. Während Jürgen Trittin versprach sich für die Bevölkerung einzusetzten und dies auch bei den kommenden Treffen mit den tschechischen Staatsministern (leider vergeblich) tat, versuchte CSU-Mann Schnappauf doch allen Ernstes die Bedrohung Temelin kleinzureden und mit allen Mitteln zu verteidigen und zu rechtfertigen. Sein damaliges Verhalten kann man natürlich nur verstehen, wenn man weiss, wie die CSU u. die bayer. Staatsregierung die Machenschaften rund um Temelin involviert ist.
Ich möchte hier nicht die Umweltpolitik der derzeitigen Bundesregierung schön reden (es gab da ja auch einige Skandale, vgl. Giftmüll etc.), aber wenn Jens_24 sagt, die Union sei Vorreiter auf dem Gebiet der Umweltpolitik, dann ist das einfach Schwachsinn.

Michi

P.S.: Temelin ist nun dank e-on (incl. CSU) seit ca. 2 Jahren in Betrieb, es gab schon zahlreiche Störungen, so dass das AKW im Schnitt alle 2 Wochen notabgeschaltet werden muss.

Christoph_A
30.08.2002, 18:34
Also,jetzt mal wieder weg von den Stachelschweinen und Temelin und wieder hin zur Gesundheitspolitik. Und da kann einem schlecht werden. Seehofer war schlecht, Fischer noch schlechter und Schmidt schlägt dem Faß den Boden aus. Die Frau rudert mal hier und mal dort hin (siehe Studienreform),versucht es,allen recht zu machen und erreicht dadurch gar nix. Ist irgendwie die Wahl zwischen Pest und Cholera, wobei das Unionsprogramm noch einen Hauch besser ist. Wobei ihre Gesundheitspolitik sicher keine Offenbarung ist.

LPB
30.08.2002, 23:24
Original geschrieben von noodles
Das einzige was zählt sind Geschehnisse der Vergangenheit und da hat die SPD weiss Gott weniger scheiss verzapft als unsere verkappte Royalistenfraktion!

:-meinung

Warum rühren alle eigentlich immer in der Vergangenheit rum? Das geht mir allmählich auf die Senkel! Anstatt sich um die Probleme von Morgen zu kümmern, hab ich das Gefühl, alle sind nur mit Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Keine Partei hat die Unschuld gepachtet und die, die meinten haufenweise Moralin zu verspritzen, hats dann selber erwischt.
Aber um beim Thread zu bleiben: ich finds so oder so verwunderlich, wer alles manchmal (Fach-)Minister werden kann. Nichts gegen Frau Schmidt, aber wie soll eine Lehrerin die Probleme unseres Gesundheitssystems meistern oder zumindest ansatzweise lösen? Und unterm Strich sieht es doch heute eher schlechter aus als noch vor vier Jahren. Ich weiß, wo ich am 22. mein Kreuzchen machen werde (und das zum Glück nicht bei A, B, C, D oder E :-)) ). Auf jeden Fall nicht bei rot oder grün, denn denen traue ich es nicht zu, daß sie es schaffen, entscheidende Reformen auf den Weg zu bringen geschweige denn zukunftstaugliche Ideen oder auch mal Visionen zu entwickeln, die uns hier voran bringen.

Sebastian1
31.08.2002, 13:54
Ich muß sagen, daß man zwar eigentlich nicht nach Personen sondern nach Parteiprogrammen wählen sollte, aber dieses Mal ist mir der Kandidat der CDU/CSU dermaßen zuwider, daß mir eigentlich nur zwei Alternativen zum wählen bleiben: SPD oder eine Splitterpartei, die nicht über 5 % kommt, um wenigstens nicht durch nichtwählen den Anteil für die radikalen Parteien zu erhöhen. Die Grünen sind innerparteilich so zerstritten, daß sie keine Alternative sind - außer einigen wenigen Personen haben sie nicht viel zu bieten, FDP wäre eine Stimme für eine letztendliche schwarz-gelbe Koalition und CDU/CSU ... sorry, aber allein deren Art und Weise, die Zuwanderungspolitik im Wahlkampf zu thematisieren, gefällt mir nicht. Da wird Wahlkampf auf dem Rücken unserer ausländischen Mitbürger betrieben, und das finde ch ziemlich übel.

Nunja, zum Glück haben wir ja eine Demokratie, also kann imemr noch jeder für sich entscheiden :-) und das ist auch gut so...

Gruß,
Sebastian

Festus
31.08.2002, 14:00
Die CDU hat angefangen ein Thema zu enttabuisieren, welches in anderen Ländern schon seit Jahren realistischer behandet wird.

Wacht auf, das Zuwanderungsgesetz war nur ein Wahlkampfzug: Auf einen Schlag 2 Millionen neue Rot-Grün Wähler !

frerehugi
31.08.2002, 14:15
:-dagegen Wie war das mit der deutschen Vorreiterrolle?
Nur weil sich der Rest der Welt nationalistisch verhält, muss Deutschland das nicht zwangsläufig auch tun!

Christoph_A
31.08.2002, 20:11
Das ist keine Frage des Nationalismus,sondern der Logik. Erklär mal den 4Mio. Arbeitslosen die arbeitsmarktpolitische Notwendigkeit von 2Mio. zuwanderungswilligen Ausländern. Außerdem finde ich es durchaus unschön,daß einem Deutschen,sobald er die zuwanderung begrenzen will,von gewissen Kreisen sofort die "Nazikeule" um die Ohren gehauen wird. Festus hat,wieder einmal, recht-das Thema gehört enttabuisiert und genauso rational abgehandelt,wie anderswo auch. :-meinung

Rugger
31.08.2002, 20:42
Ohne Zuwanderung wird es hier schon bald ganz schön leer werden... Prognose: 65 - 70Mio. Einwohner im Jahr 2050. Zumal Zuwanderer und Arbeitslose zumeist gar nicht um die gleichen Jobs konkurrieren! Desweiteren: ohne Zuwanderer sähe es im sozialen Bereich und im Niedriglohnsektor ganz schön übel aus... Außerdem: Zuwander helfen unserem Sozialversicherungssystem: die BRD musste keine Ausbildung finanzieren, trotzdem zahlen sie kräftig in die Sozialversicherungen ein...
Fazit: Zuwanderung ist notwendig und wichtig. Wo ich aber doch noch was ändern würde (und haltet mich jetzt bitte nicht für reaktionär!): Sprachkurse müssen zur Pflicht werden!! Wer die Sprache nicht beherrscht, kann nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, isoliert sich selbst und minimiert seine Möglichkeiten & Chancen drastisch! Und da sollte man den nicht- deutsch- sprechenden Migranten im eigenen Interesse in den Allerwertesten treten!!!
Was die "Keulen"- Diskussion angeht: nach so manchen Äußerungen nimmt man der Union nunmal nicht mehr alles so unvoreingenommen ab. Ich halte so einige Unionspolitiker für zumindestens latent ausländerfeindlich. Habe die Tage eine interessante Doku zu den Krawallen in Rostock- Lichtenhagen gesehen, wo die Union durch ihre unselige Asyldiskussion noch ordentlich Benzin ins Feuer gegossen hat. Viele Aussagen sind nicht zurückgenommen und auch nicht von den Parteioberen (von denen heute noch so einige ganz oben dabei sind, Schäuble z.B.) gerügt worden. Sorry, aber für mich wird die Diskussion von Seiten der Union nicht wirklich unbelastet geführt!

Rugger

frerehugi
31.08.2002, 23:03
:-dafür Voll und ganz meine Meinung! Die Sprache ist das A und O! Leider gibt es immer noch sehr sehr wenig Deutschkurse mit wirklich qualifiziertem Personal, die, gemäß dem Fall die Regierung schafft irgendwann die rechtliche Grundlage und verpflichtet zu Deutschuntericht, in der Lage wären "Alltagsdeutsch in Wort und Schrift" zu unterrichten. Ausserdem brauchen wir bundeseinheitliche Maßstäbe!