Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abkürzungen im Krankenhaus
"Jetzt kommt die Herzgiftspritze!"
Erinnert verdächtig an den von Patienten gebräuchlichen Ausdruck "Rückenmarkspritze"...nur, wenn ich das höre, kriege ich jedesmal Pickel am A....
Gibt wohl kaum eine andere Untersuchung, um der unter Laien soviel Gerüchte, Halbwissen und Ammenmärchen kursieren, wie die LP (womit wir wieder bei einer gebräuchlichen Abkürzung wären, nämlich die für Lumbalpunktion)
@Tasso: nicht aufregen.
Solche Aeusserungen ueber "M. Bosporus" aka "M. mediterraneus" ruehren oft daher, dass die Aerzte nicht entsprechend ausgebildet wurden und dann nicht wissen, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollten, was dann in Frust und solchen Beitraegen endet.
Wenn man dann um etwas mehr Differenziertheit bittet, wird einem unterstellt, man sei krankhaft "politisch korrekt" etc. und der Angesprochene faehrt aus der Haut.
In anderen Laendern ist dieses Phaenomen auch bekannt, nur versucht man da durch entsprechende Schulung von Aerzten und Schwestern, anders damit umzugehen.
@Fino:
Bin der letzte, der am Patienten rumhantiert, ohne zu erklären, was und wieso ich tue. Aber erkläre mir bitte per PM, was man bei einem Patienten mehr tun kann, außer ihm vorher zu sagen, man wird jetzt Blut abnehmen/Braunüle legen/eine LP machen und erklären, daß es wehtun wird oder unangenehm ist?
@Tasso: nicht aufregen.
Solche Aeusserungen ueber "M. Bosporus" aka "M. mediterraneus" ruehren oft daher, dass die Aerzte nicht entsprechend ausgebildet wurden und dann nicht wissen, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollten, was dann in Frust und solchen Beitraegen endet.
Wenn man dann um etwas mehr Differenziertheit bittet, wird einem unterstellt, man sei krankhaft "politisch korrekt" etc. und der Angesprochene faehrt aus der Haut.
In anderen Laendern ist dieses Phaenomen auch bekannt, nur versucht man da durch entsprechende Schulung von Aerzten und Schwestern, anders damit umzugehen.
Ja,ich bin mir sicher,dass meine Kritik in der Sache berechtigt ist.
Ich warne davor,dass sich dieser Stereotyp bildet.Es ist quasi eine Bauanleitung für einen Stereotypen.
Ich will dich nicht ärgern Tombow und ich unterstelle dir nichts böses.
Ich denke,dein Beitrag ist einfach gefährlich.Wenn du das nicht so siehst,haben wir eine sachliche Ausseinandersetzung.
Ich habe übrigens deinen Beitrag mehrmals gelesen,leichtfertig habe ich nicht drauf los geschrieben.
Wenn ich auf der Gefühlsebene geschrieben habe,dann um dir die Wirkung deines Beitrages auf mich zu verdeutlichen.
Ich halte es für falsch,nicht dumm,nicht böse,nicht rassistisch,nicht kleinkariert,sondern einfach sachlich falsch diese Begriffe anzunehmen und zu akzeptieren,dass es signifikant viele so beschriebene Patienten unter den Südeuropäern gibt.
Wenn ich das nicht für wichtig halten würde,hätte ich keine Kritik geübt.
Und in der Sache bin ich nach wie vor überzeugt,dass hier Einspuch wichtig und notwendig ist.
Aber die Idee mit dem besonders wehleidigen Patienten ist an sich nicht schlecht...
Wenn man nun statt einem Patienten aus dem Mittelmeerraum einfach einen Mann aus Deutschland nimmt? Vielleicht einen, bei dem man überhaupt nicht auf die Idee kommen würde, dass er vielleicht wehleidig ist?
Da unser (fiktives) Krankenhaus ja nur 500m von der Reeperbahn entfernt liegt, könnte man doch zum Beispiel irgendeine Kiezgröße mit Lappalie einliefern.
Ein Zuhälter, der sich z.B. die Hand geklemmt oder in den Finger geschnitten hat und jetzt jaulend auf dem Behandlungstisch sitzt...
Je länger ich drüber nachdenke, desto reizvoller wird die Idee...
LG,
Eva
@Tasso: Wie gesagt:
1. Bei keinem Patienten komme ich auf dem Gedanken, es könnte sowas sein, ohne vorher alles andere (und gefährlichere) ausgeschlossen zu haben. Und alle Kollegen tun genauso. Also ist dien Vorwurf, das wäre eine Bauanleitung für Stereotypen, meines Erachtens nach nicht haltbar.
2. Der Zustand ist ubiquitär verbreitet, nur häufiger bei Südländern zu sehen
3. Solange diese Kondition beobachtet (und das nicht nur von mir, sondern von jedem, im Krhs arbeitet) und festgestellt wurde, hat der Begriff seine Daseinsberechtigung.
4. Solche Patienten können sehr oft so frustrierend und undankbar sein.
5. Diese "Krankheit" erfordert oft an sich unnötige Therapieinterventionen. Und sowas mag ich einfach nicht.
Weiter können wir uns gerne per PM unterhalten.
@Eva255: die Idee ist nicht schlecht. Und leider habe ich ein Paar exemplarische Fälle erlebt, einer davon fast genauso, wie du es in Gedanken hast.
gossenschlampe76
01.10.2007, 12:50
Ich denke,dein Beitrag ist einfach gefährlich.
Wenn du mal vom 6. Wartesemester in das 6. klinische Semester kommst, dann wirst du sehen, dass sich diverse Vorurteile in der klinischen Realitaet immer und immer wieder bestaetigen, politische Korrektheit hin oder her.
Doktor_No
01.10.2007, 13:08
gibt es denn noch deutsche kiezgrössen???? :-))
@dr. no
Ich kenn zwar keine persönlich - aber in Hamburg St. Pauli läuft bestimmt noch so der eine oder andere vielbeschäftigte Zuhälter rum...
LG,
Eva
mezzomixi
02.10.2007, 02:45
Von denen dürften inzwischen aber die wenigstens deutsch sein :-))
Christoph_A
02.10.2007, 10:05
@ Tasso: Will ja jetzt nicht belehrend wirken, aber wenn Du mal ein paar Jahre und v.a. Nächte in nem Akuthaus verbracht hast, dann wirste feststellen, daß Tombow mit seiner Aussage da nicht unbedingt unrecht hat. Nix nervt mehr, als rumheulende Jammerlappen, außer nachts rumheulende Jammerlappen. Ich hab kein Problem damit, nachts aufzustehen und nen Notfall zu versorgen. Aber, wenn einer um 3 Uhr morgens mit 10 Mann hoch in meine Notaufnahme getragen wird und mir da die Bude zusammenplärrt, daß er jetzt einen Infarkt hat ( was an und für sich schon ne Entwarnung ist, die richtig Kranken in der Kardiologie schreien nimmer rum ), sich dann aber weigert, ne Blutentnahme zu bekommen, weil das soooo schlimm ist, daß der Schmerz gar nicht mehr so im Vordergrund steht und am besten noch die ganze Verwandtschaft durcheinander auf mich einlabert, dann sag ich dem schon ganz gerne, was er mich jetzt grad mal kann.
Und leider tritt das oben beschriebene nun mal zehnmal häufiger bei Südeuropäern als bei Deutschen auf. Ist jetzt nicht rassistisch sondern meine persönliche, sicherlich subjektive Erfahrung.
P.s.: Back to topic=> ne nette Abkürzung ist auch der berühmte Morbus Bahlsen für die Dementen ;-)
Grüß dich,Christoph.
Ich habe eine schlimme Befürchtung.
Erst wollte ich es nicht wahrhaben,deswegen habe ich mir auch die Haare gefärbt und der Existens von "Morbus Mediterraneus" widersprochen.
Aber es lässt sich nicht mehr leugnen:
Ich bin "Berufsausländer".
Mir ist nämlich schon wieder eine Situation eingefallen,in der ich als Patient eine Ausseinandersetzung mit Krankenhauspersonal hatte.
Jetzt mal im ernst:Was hälst du/was haltet ihr von folgendem Erlebnis.
Ich war nach einem übermütigigen Sprung Nachts umgeknickt und hatte mir eines der Aussenbänder am Mittelfuß gerissen. Ligamentum fibulotalare anterius
oder aber auch das Lig. talocalcaneum laterale,wie auch immer.
Weil es mir unangenehm war,den Krankenwagen zu rufen,bin ich quer durch das Industriegebiet gehoppelt,bis ich endlich an eine Strassenbahnstation kam,an der ich ~1 Stunde auf die Bahn wartete.
Als ich nun endlich im KH angekommen war,musste ich mich bei der Nachtschwester dafür Rechtfertigen,dass ich weder Chipkarte noch 10 Euro dabeihatte.Sie erweckte den Anschein,dass eine Untersuchung so nicht möglich wäre. Sie fragte mich,ob ich jemanden anrufen könnte,der die Karte vorbeibringt.Um 5 Uhr morgens!!
Ich versuchte,im Stil eines "offenen Dialoges" herauszufinden,warum sie so abweisend war.Sie sagte,ich hätte so eine "fordernde Art".
Jetzt wurde ich sauer und lauter.Sie drohte mir damit,den Sicherheitsdienst zu rufen und ich entschloss mich,diesen Puff zu verlassen.
In der Nähe,gab es noch ein anderes KH.
Ich war diesmal noch freundlicher(ich bin vorher auf keinen Fall unfreundlich gewesen!) und bemüht das Fehlen meiner ****** Chip-Karte und der ****** 10 Euros auch mit möglichst viel Sympathie und Entschuldigend zu vermitteln.
Diese Schwester war in ihrer Art freundlicher und brachte mich in einen Untersuchungsraum,wo sie sich den Fuss anschaute.Sie zögerte aber,den Arzt zu wecken und ich wurde auch unsicher,ob wir das machen sollten.Ich hatte eine Schwellung und bei Ruhigstellung leichte Schmerzen.
Sie schien sich davor zu fürchten den Arzt deswegen zu wecken und ich verließ auch dieses KH,nachdem sie mir einen Verband machte, mir P.E.C.H (Pause,Eis,Compression,Hochlagerung)riet und am nächsten Tag zum Arzt zu gehen.
Am nächsten Tag habe ich die gelben Seiten nach einem griechischen Orthopäden durchsucht und einen etwas ausserhalb Frankfurts entdeckt.
Auch die Fahrschein-Zuschläge,die S-Bahn Fahrten, und der anschliessende Fußweg hatten mich nicht davon abgehalten,zum Landsmann zu gehen.Ich kann mich auch genau daran erinnern,dass ich mir sagte,"egal warum das in den Krankenhäusern alles so abgelaufen ist,ich will einfach nur ohne Streitereien untersucht und behandelt werden.Deswegen gehe ich jetzt einfach zu einem Landsmann,dann ist ein fremdenfeindlicher Hintergrund schon mal ausgeschlossen".
LG
Tasso
Christoph_A
02.10.2007, 15:28
Hallo Tasso.
Erst mal freut es mich, daß Du anscheinend einen kompetenten Arzt gefunden zu haben scheinst.
Was das Verhalten der Nachtschwester angeht, so kannst Du sicher sein, daß sie in meiner Ambulanz für so ein Verhalten einem offensichtlich Verletzten gegenüber was auf die 10 gekriegt hätte.
Verstehe bloß nicht, worauf Du jetzt hinaus willst,da der von Dir geschilderte Fall von einem M.mediterrane ja doch abweicht und einfach die Blödheit einer minderbemittelten deutschen Notaufnahmeschwester offenbart. Die is aber nicht irgendwie rassistisch oder fremdenfeindlich motiviert, sondern einfach als Geburtstrauma zu betrachten.
Was das ganze mit der Wehleidigkeit einer gewissen Patientengruppe zu tun hat, ist mir ziemlich schleierhaft.
Liebe Grüsse,
Christoph
Es könnte doch sein,dass a)Die erste Schwester,als sie mich sah,sofort dachte:"Mist,da werde ich schon geweckt und es ist auch noch ein Südländer!Bestimmt,hat er Morbus Mediterraneus"
und/oder b)die zweite Schwester,die den Arzt nicht wecken wollte,sich dachte:"Naja,es ist doch bekannt,dass die Jungs 'n bisi Wehleidiger sind,es wird schon nichts schlimmes sein".Denn eigentlich hätte sie doch den Arzt wecken müssen,oder?
Ich will mit der Geschichte noch etwas anderes verdeutlichen,nämlich wie ich mich für kurze Zeit radikalisierte.
LG
Tasso
PS: Viggo,Braunüle= Venenverweilkanüle
Christoph_A
02.10.2007, 15:53
Naja, ich glaube Du interpretierst da jetzt aber ein bisschen viel in den Vorfall, nicht alles, was in ner deutschen Klinik schiefläuft ist fremdenfeindlich motiviert. Viel wahrscheinlicher sehe ich das nicht bösartig motiviert begründet, sondern einfach in einer Fehleinschätzung der Gesamtsituation.
Aber jetzt lassen wir diese Diskussion hier, das geht langsam weit off topic!
PS: Viggo,Braunüle= Venenverweilkanüle
ha-Ha! Gewusst wie! :-)) :-)) :-))
Christoph_A
04.10.2007, 15:10
Weitere Stilblüten, die mir noch eingefallen sind:
Glücksmilch = Propofol
Vitamin H = Haldol
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