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wanci
21.10.2007, 18:43
Die TU München macht ihre Vorklinik auch schon seit geraumer Zeit mit der LMU zusammen, deshalb kann man das eh nicht sehen.

Die besten Ergebnisse hatte das letzte Mal übrigens Düsseldorf...

@astrophys: Mehr SWS.

Gersig
21.10.2007, 18:49
Warum immer so pessimistisch? Ich find's super...schaden wird's der Lehre sicher nicht und wie man weiss: Nomen est omen.Sehe ich auch so! :-meinung

Plotin
21.10.2007, 19:30
Heidelberger Medizinstudenten sind Spitze beim Physikum (http://www.uni-heidelberg.de/presse/news07/2710medstu.html)

Präpmaus
21.10.2007, 19:39
"Die TU München macht ihre Vorklinik auch schon seit geraumer Zeit mit der LMU zusammen, deshalb kann man das eh nicht sehen.

Die besten Ergebnisse hatte das letzte Mal übrigens Düsseldorf..."

"Eliteförderung" soll hervorragende Arbeit in Lehre und Forschung belohnen und der Zusammenhang mit den Ergebnissen in der ersten ärztlichen Prüfung (Physikum) kann am Besten im Einzelfall (Fach und Studienort) nachvollzogen werden. Leichte Abweichungen im Durchschnittswert im Gesamtergebniss sind weniger aussagekräftig als grosse Abweichungen in Einzelfächern.

Da man in unserem Pseudorechtsstaat Nullnummern untern den Profs (Gameboy statt Lehre, geschönte oder gefälschte Forschungsergebnisse) wegen des Beamtenstatus nur schwerlich rausschmeissen kann, bleibt nur der Ausweg die motivierten und qualifizierten zu fördern...

Meridion
22.10.2007, 00:32
Ihr seid mir echt zu hardcore :-))

Wenn Harvard soviel Geldmittel zur Verfügung hat wie alle BaWü Unis zusammen und damit exzellente Mediziner für exzellent verdienende Privatpersonen in exzellent ausgestatteten Elite-Hospitälern exzellent versorgt (während die HIV+en auf den Straßen verrotten) ist mir das völlig egal...

Aber hauptsache Milliarden in die international prestigeträchtige Spitzenforschung gepumpt für völlig sinnfreie Penisneid-Projekte. Und nebenher die Studenten in die Studienkredite treiben, sich strikt weigern, mit den Studiengebühren allgemeinbegünstigende Maßnahmen zu finanzieren (zB mal Semesterticket für alle, oder Internet für alle, oder Essen umsonst, IRGENDWAS, was mir einfach mal so beim Student-Sein zugute kommt)... und als hübschen I-Punkt die Lehre einfach laufen lassen. Erinnert mich an die Killerspiele, und die Alkopop-Verbote, die Oberstufen-Reformen und die Mehrwertsteuer. Wenn im Auto "Deutschland" die Ölwarnleuchte angeht, einfach hübsch Krepp-Band drüberkleben; Problem gelöst.

Spitzenmäßige Nummer, zeigt nur, wohin das Modell steuert... Aber das rächt sich, mach ich jede Wette, über kurz oder lang :-meinung

Meridion

KingLoui
22.10.2007, 11:41
Spitzenforschung ist das einzige, was uns in Zukunft noch gegen die sowieso schon vorherrschende Übermacht der Amerikaner und Chinesen hilft uns zu behaupten. Aber du hast natürlich vollkommen Recht, die Finanzierung des Semestertickets wäre natürlich auch eine ganz hervoragende Investition in die Zukunft gewesen. :-nix

Sardokar
22.10.2007, 18:57
Also bei nem durchschnitt von 500T€ Forschungsgelder / Professor sind 25 Mille wirklich nicht viel....

Meridion
22.10.2007, 19:37
Ein kurzer Blick auf das, was ich geschrieben habe, offenbart:

Beim Semesterticket gings um die Studiengebühren. Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Ich zahle 500 Euro Studiengebühren, warum? - Was de facto gefördert wird sind punktuelle Angebote und Projekte die dann Geld verschlingen und von denen otto-normal-Student keinen Cent sieht. Studiengebühren sollten aber, wenn überhaupt erhoben, gefälligst den Studenten zugute kommen. Und zwar allen.
Was mir gegen den Strich geht ist die Ungleichverteilung dabei, und da kann man auch wunderbar die Brücke zur Exzellenzinitiative schlagen. Das Weihnachtsgeld für die Beamten ist nicht da, das Schienennetz wird abgetreten und hunderte Strecken gekürzt. Aber Millionen Euro für Science-Netzwerke und Graduierten-Schulen, die macht man mal eben locker. Um im Prestige-Wettkampf mit den USA und China mithalten zu können, um bei der Informationsglobalisierung auf dicke Hose machen zu können. Jetzt erzählt mir sicher einer "klar, das kommt dann am Ende ja ganz Deutschland zugute." Und ich sage: Freilich, nur zu welchem Preis. Ansetzen sollte man gefälligst dort, wo Not am Mann ist, und dabei kann man die gesellschaftliche Leiter weeeeeeeeeeeeit runterklettern. Bei genauem umschauen zeigt sich flott, wo der Hase im Pfeffer liegt. 16-jährige Kids, deren entwerteter Hauptschulabschluss sie in die Arbeitslosigkeit entlässt. 45-jährige Bürokauffrauen, die 20 Jahre überbrücken müssen, weil sie nirgends mehr reinkommen. Pendler, die 18 km zur Arbeit müssen und von 1200 netto im Monat 350 Euro Benzin zahlen... aber natürlich, Mobilität ist heutzutage wichtig, absetzbar oder bezahlbar aber leider nicht... tragisch...

Willkommen im Neo-Liberalismus - Schwimm, wenn Du das nicht autodidakt gelernt hast, ersauf am besten, Nicht-Schwimmer kosten uns nur Geld...

:-wow
Meridion

Hardyle
26.10.2007, 17:23
Ansetzen sollte man gefälligst dort, wo Not am Mann ist, und dabei kann man die gesellschaftliche Leiter weeeeeeeeeeeeit runterklettern. Und dann wären wir den Chinesen und Amerikanern auch noch weit voraus, denn die haben das bis heute noch nicht erkannt! Aber ob unsere Politker das schon wissen? ...

@Meridion: Super Beitrag! Hätte man nicht besser ausdrücken können!


________edit:________
Hier nochmal ein Beitrag: http://www.studis-online.de/HoPo/art-690-eliteuni2007.php

Kroetenkopf
28.10.2007, 03:55
ich verstehe sowieso nicht, wieso man für "spitzenforschung" "eliteunis" und "exzellenzinitiativen" braucht. in erster linie mangelt es den forschern an geld und an flexiblen organisationsstrukturen und nicht an staatlichen ziel vorgaben. außerdem leuchtet mir nicht ein was genau "themen von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher relevanz", die es zu bearbeiten gilt, sind und wie ein komitee festlegen soll, was "spitzenforschung" ist, bevor die ergebnisse da sind? wissenschaft ist unberechenbar und eine zuordnung spitzenforscher = spitzenergebnis nach dem prinzip kopfpauschale ist müssig. das klappt ja noch nichtmal im sport richtig. außerdem hat diese initiative ein total falsche bild von forschung. forschung soll eben genau nicht zu einer anwendung führen. für die produktentwicklung gibts schließlich die freie wirtschaft. was da als fortschritt und "dynamisierung" verkauft wird ist eigentlich nur ein herumdoktern an symptomen. natürlich eignet sich diese ganze schlagwortprügelei in den medien wunderbar um davon abzulenken, dass die förderung im zuge der exzellenzinitiative auf 4 jahre begrenzt ist und dass es in der lehre von vorne bis hinten an geld fehlt. im zugehörigen wiki artikel findet man dann zitate wie:„Erstmals haben viele Hochschulen die eigenen Stärken und Schwächen analysiert und eine Gesamtstrategie für die Zukunft entworfen.“ das sagt eigentlich alles :-keks