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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Niederlassungsberatung: Ich rate davon ab, Arzt in Deutschland zu werden



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Weltbester_Karlsson
28.11.2007, 18:12
@medi-learn-Redaktion:
Hier sind zwei Zitate aus den Ärzteblattforen. Eure Folgerungen daraus könnt Ihr selbst ziehen:
@medi-learn-Redaktion:
Hier ruft jemand nach Zensur! Also bitte reagieren, bevor dieses Forum dem "organisierten Widerstand" zum Opfer fällt. :-))

@Monas_Pseudo
Ich sehe Deinen Beitrag jetzt mal als vorübergehenden Anflug von Paranoia. Es ehrt mich in gewisser Hinsicht, dass Du meine Beiträge hier scheinbar als Versuch wertest dieses Forum für den Aufbau eines "organisierten Widerstands" zu instrumentalisieren. Scheinbar stoßen sie also auf ein gewises Interesse und nicht auf taube Ohren. Aber glaub mir, meine Motive sind redlich. Ich versuche lediglich, wie so viele andere, mir eine Meinung zu bilden durch Diskussion mit Leuten, die ebenfalls Medizin studieren oder schon fertig sind mit ihrer Ausbildung. :-keks

Weltbester_Karlsson
28.11.2007, 18:17
Im 9. Semster und "kein bisschen schlauer", aber trotztdem schon eigene Erfahrungen damit gemacht, wie schwer es ist, sich mit einem Geschäftspartner über lange Jahre gut zu verstehen. Respekt.
Richtig, denn es gibt auch ein Leben vor dem Medizinstudium. Und das endete in meinem Fall nicht, wie wahrscheinlich bei den meisten hier, mit dem Abitur, sondern setzte sich zunächst mit dem Erlernen eines Berufs und anschließender Ausübung desselben fort.

Monas_Pseudo
30.11.2007, 16:24
@Karlsson: Wenn es mir um Zensur gegangen wäre, hätte ich keinen Beitrag gepostet, sondern einfach die Beitragsmeldefunktion (schönes Wort für 'Petzen' ) benutzt.

Ich habe nicht nach Zensur gerufen, sondern wollte die Forenbetreiber und -user davor warnen, sich hier von einigen Demagogen für deren Zwecke instrumentalisieren zu lassen.

Ehemaliger User 20130505
02.12.2007, 20:15
Ich halte es schon für legitim, in einem Medizinstudentenforum davor zu warnen, leichtgläubig in die Niederlassung zu gehen. Das aber anhand des Krollschen Pamphlets zu machen, war meiner Meinung nach der falsche Weg. Man hätte als Aufhänger für eine solche Warnung zum Beispiel diesen Bericht über einen jungen Radiologen (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=57076) nehmen können.
An seinen Problemen waren nicht die GKV und die KV schuld, sondern er hatte sich einfach vor dem Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis nicht genügend über die Praxis informiert.

Hellequin
02.12.2007, 22:04
Man hätte als Aufhänger für eine solche Warnung zum Beispiel diesen Bericht über einen jungen Radiologen (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=57076) nehmen können.
An seinen Problemen waren nicht die GKV und die KV schuld, sondern er hatte sich einfach vor dem Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis nicht genügend über die Praxis informiert.
Inwieweit man sowas für eine allgemeingültige Warnung für eine Niederlassung hernehmen kann, ist eine ganz andere Sache. Das man sich, bevor man was von derartiger persönlicher Tragweite unterschreibt, mal das "Kleingedruckte" anschauen sollte, ist doch eigentlich eher selbstverständlich oder? Gilt doch bei allen anderen Vertragsdingen im täglichen Leben genauso.

Ehemaliger User 20130505
02.12.2007, 22:24
Eine grundsätzliche Warnung vor der Niederlassung rechtfertigt so ein Fall nicht. Und eine generelle Warnung davor, Arzt in Deutschland zu werden, rechtfertigt er sowieso nicht. :-))

So ein Fall zeigt eben, dass man sich vor Vertragsabschluss gut informieren muss - wie immer im Leben.
Bei Einstieg in die nächste Gemeinschaftspraxis hat es ja geklappt.

Ich weiß auch von einem Fall einer sehr lukrativen Gemeinschaftspraxis, in der ein Partner plötzlich einen großen Betrag privat entnommen hat und unauffindbar verschwunden ist. Die Bank hat dem betrogenen Partner die Möglichkeit gegeben, weiterzuarbeiten und die Schulden im Laufe von zwei Jahren abzuarbeiten. Der Praxis geht es inzwischen wieder sehr gut.

Aber solche Probleme sind nicht die Regel. Die meisten Gemeinschaftspraxen, die ich kenne, funktionieren ganz gut.


Gilt doch bei allen anderen Vertragsdingen im täglichen Leben genauso.Das hab ich beim Lesen auch gedacht. Bevor ich eine Immobilie kaufe, informiere ich mich auch sehr sorgfältig und lese dann den Kaufvertrag genau durch, bevor ich unterschreibe.

Edit. vom 7.12.2007:


Für mich weitere Indizien dafür, dass in unserem schönen Land eine antiärztliche Grundstimmung herrscht. Und daran sind nicht nur so schräge linke Vögel ;-) wie Monitor, Panorama und Frontal21 beteiligt, sondern sogar die FAZ:;-)

Hier ist ein Artikel, den die FAZ anlässlich des Protesttags ("Streiks") der Niedergelassenen im Januar 2006 veröffentlicht hat:
Banken relativieren Klagen der Ärzte (http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc%7EE959775813541445DA016381243B5B6E8%7EATpl%7EE common%7EScontent.html)

condorito
03.12.2007, 16:35
Nja, wenns danach geht,könnte man das auch beliebig fortsetzen:
Ich warne davor,in Deutschland eine Chefarztstelle anzutreten.
Ich warne davor, in Deutschland eine universitäre Karriere anzustreben.
usw.

Erstmal eigene Erfahrungen sammeln, und das heißt nicht ein paar klinische Semester. Sich in diesem Stadium um mögliche Niederlassung gedanken zu machen,halte ich für nicht wirklich sinnvoll. In den meisten Fällen fehlt die Möglichkeit, die vielen Meinungen,die so durch den Cyberspace oder ähnliches schwirren, auch richtig einordnen zu können.
Kein Vorwurf, konnte ich und ich denke die meisten anderen auch nicht während des Studiums.
Im Endeffekt bleibt es eh jedem selbst überlassen,ob und in welcher Form er ärztlich tätig sein will. Eine genaue Analyse des status quo sollte,wie bereits gesagt, Vorraussetzung sein, dürfte sich allerdings imho von selbst verstehen.

Vorweihnachtliche Grüße.

tarumo
15.12.2007, 20:24
Nochmal zur Taxidiskussion: der KBV-Vize Hellmann hat letztes Wochenende geäußert, daß Ärzte zukünftig nebenher Taxi fahren werden und froh sein dürfen, wenn sie einen erfolgreichen Kollegen (zB einen MVZ-Geschäftsführer oder KV-Vorstand mit einem Jahresbrutto mit 200.000, Anm. von mir) fahren dürfen.
Da es sich bei der KV um die Umsetzungsinstanz staatlicher Vorgaben handelt, ist schon mal ersichtlich, welches Schicksal uns von höherer Stelle zugedacht ist.
Und bevor jetzt wieder die Vergleiche mit anderen Akademikern kommen: ein Jurist mit vollem Wartezimmer fährt ganz sicher kein Taxi nebenher....

Derma
18.12.2007, 12:57
Und so funktioniert die Querfinanzierung durch Privatpatienten:

Ich habe seit über einem halben Jahr ein Druckgefühl in einem Ohr, als ob der Druckausgleich im Mittelohr nicht funktionieren würde, und manchmal auch auch ein leicht schmerzhaftes Stechen im Trommelfellbereich. Andere Beschwerden habe ich nicht (weder im HNO-Bereich noch sonstwo). Hatte schon seit Jahren keine Atemwegsbeschwerden mehr. Nicht mal einen Schnupfen.

Nachdem ich nun monatelang vergeblich darauf gehofft hatte, dieses Druckgefühl würde von selbst wieder verschwinden, war ich also letzte Woche deswegen beim HNO-Arzt. Der hat zweimal mit einem Otoskop in den Gehörgang bzw. auf das Trommelfell gesehen: Einmal, als ich normal geatmet habe und dann nochmal, während ich ein Valsalvamanöver gemacht habe. Danach hat er gesagt, der Druckausgleich funktioniere nicht, weil die Eustachische Röhre zu sei und mir ein Rezept für Nasonex ausgestellt.

Gestern ist die Rechnung gekommen:

Ziffer 1 Beratung: 10,72 €

Ziffer 5 Symptombezogene Untersuchung: 10,72 €

Ziffer 1418 Endoskop. US der Nasenhaupth. u./O. d.Nasenrachenraums: 24,13 €

Ziffer 1415 x2 Binokularmikr. US des Trommelfells u./o.d. Paukenhöhle: 24,40€

Diagnose: Tubenmittelohrkatarrh bds., Rhinitis

Ziffer 1418 hat nicht stattgefunden. Er hatte keinen Blick in meinen Nasen- und Rachenraum getan. Weder mit noch ohne Endoskop.

Eine Rhinitis hatte ich schon seit mindestens fünf Jahren nicht mehr.

Mit dem zweiten Ohr habe ich keinerlei Probleme; vor allem nichts, was dort auf einen Tubenmittelohrkatarrh schließen lassen könnte. Davon abgesehen hat am zweiten Ohr keinerlei Untersuchung stattgefunden.

Doktor_No
18.12.2007, 16:08
dann wirst du wohl weder 1415 noch 1418 bezahlen, oder?

Derma
18.12.2007, 16:36
Bei "1415 x2" bin ich mir noch nicht sicher. Er hat zwar nur in ein Ohr reingesehen, dafür aber zweimal einen Blick auf das Trommelfell dieseses einen Ohrs geworfen: einmal vor dem Valsalvamanöver und einmal während des Valsalvamanövers. Ob das 1415 X2 rechtfertigt? ;)

Doktor_No
18.12.2007, 19:56
binokular bedeutet aber bds...

Derma
18.12.2007, 20:53
Unter einer binokularmikroskopischen Untersuchung des Trommelfells stelle ich mir vor allem keine Untersuchung mit einem Otoskop vor, denn das hat nur ein "Okular".

Eine binokularmikroskopische Untersuchung des Trommelfells hätte mit einem Binokularmikroskop (http://fp-www.med.uni-jena.de/hno/binary/skripte/ohr2.pdf) ( z. B. wie dort auf Seite 4) durchgeführt werden müssen.
Ich denke auch, dass weder die 1415 noch die 1418 in der Rechnung stehen dürfte.

Was ich an dieser Rechnung auch nicht verstehe: Wofür steht da eigentlich die Rechnungsposition 5 (symptombezogene Untersuchung)? :-nix Ich hätte ja das Reingucken mit dem Otoskop so bezeichnet, und eine andere Untersuchung hat nicht stattgefunden.:-nix

Doktor_No
19.12.2007, 06:19
das wiederum würde ich bezahlen, diese ziffer wird immer abgerechnet. "guten tag, was kann ich tun?" "ich hab ohrschmerzen!" "okay, ich guck mal eben rein, tut das andere auch weh?" und zack: symptomenbezogene untersuchung!

Peter_1
19.12.2007, 15:30
Moin Derma,

will ja nicht unken, aber das hättest Du mein Hausarzt um die Ecke billiger und genauso gut gehabt.

Derma
19.12.2007, 15:54
Hi Peter, das hätte ich sogar zum Nulltarif haben können: Dass der Druckausgleich nicht funktioniert, hab ich schon vorher gewusst, denn das hatte ein Freund bereits vorher bei einem Blick durch das Otoskop festgestellt.:-))

hennetschi
02.02.2008, 19:51
Liebe zukünftige Kollegen,

vor der Entscheidung, in der heutigen Zeit Arzt zu werden, habe ich großen Respekt. Es ist die gleiche Achtung, die mir zuteil wurde, als ich diesen Schritt nach der ersten Ankündigung als kleiner Junge von 4 Jahren dann als 30jähriger vollzog.

Herr Kroll hat lediglich allgemeinverständlich, aber unter großer Anspannung ganz ehrlich und für SIe geschrieben, wie es um die Medizin in Deutschland bestellt ist. Ich kann es nicht so recht verstehen, daß man sich hier in diesem Forum dermaßen verzetteln kann.

Wenn Sie wirklich glauben, mit IgeL und anderem suggerierten Humbug zurechtzukommen, dann wird das ein Fiasko. Das Patient-Arzt-Verhältnis wird einen irreparablen Tiefpunkt erleben.

Zur Veranschaulichung meines Credos verweise ich immer gerne auf den von mir höchst geschätzten Paracelsus.

Abschließend bitte ich freundlich um Entschuldigung, daß ich wohl etwas störend aufgetreten bin, aber als mittlerweile 50jähriger Kinderarzt weiß ich, was Kinder brauchen;-)

Doktor_No
02.02.2008, 20:24
das stört mal überhaupt gar nicht:-)) wenn sie dieses forum mal etwas eingehender durchforsten, werden sie viele threads vorfinden, in denen diese "verzettelung" stattgefunden hat/stattfindet. viele nutzer, viele meinungen... dazu kommt noch, dass es eben in der grossen mehrzahl von studenten frequentiert wird, daher ist die realitätskenntnis oftmals ein wenig unterrepräsentiert...
dieser thread hatte sich ja im dezember mehr oder weniger totgelaufen, ich finde das ist kein schlechter ansatz ;-)

ich denke, wir alle freuen uns über mehr postings von ihnen!!!!

hennetschi
02.02.2008, 20:36
Ja, das ist dann wohl so. Es macht Spaß, dieses Forum zu durchforsten. So etwas gab es zu meiner Zeit ja leider nicht.

Meine Beiträge sollten allerdings auf Inhalt, nicht auf Jux untersucht werden;-)

Vielleicht kann ich dem einen oder anderen etwas unter die Arme greifen. Meldet Euch, wenn Ihr Fragen an einen alten Kinderarzt habt, okay.

Aber in diesem Thread sollte doch eigentlich das Schreiben von Dr. Kroll besprochen werden. Lest es einfach noch einmal langsam und gründlich durch. Es sollte auch bedacht werden, daß ich es hätte auch schreiben können, auf jeden Fall unterschreiben kann. Basta;-)

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende

rate mal
02.02.2008, 23:21
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