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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Trinkgeld" vom Patienten



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Gersig
10.11.2007, 17:02
Irgendwie ist es trotzdem ein komisches Gefühl, Geld dafür anzunehmen.Wieso? Die Kohle ist ja nicht für das OP-Ergebnis, sondern für die Gesamtperformance, und die scheint gut gewesen zu sein :-top

dasUti
10.11.2007, 17:03
Ich mache grade FSJ im Klinikum - ich darf selbst gar nichts annehmen, dafür musste ich irgendsoeinen wisch unterschreiben. Ich darf nur dinge an die kaffeekasse weiterleiten oder für die station etc... naja... ich glaub ich käme mir eh komisch vor, was anzunehmen, auch wenn die leute dann wirkliche ein bisschen geknickt sind, wenn mans nicht annimmt

Schimmelschaf
10.11.2007, 17:04
Hab von nem schwerkranken Patienten kurz vor seinem Tod zu meinem Geburtstag 100CHFr. bekommen, habs auch in die Trinkgeldkasse von der Station gesteckt. Von anderen Patienten kam auch immer wieder was. Oft wars Geld und Schokki, aber auch Konfi, Wein/ Schnaps, etc.

Angina
10.11.2007, 17:25
Im Pflegepraktikum wollte mir ein Patient dem auf dem Weg zur Toilette alles daneben gegangen ist 10 Euro für das wegputzen geben. Er hat sich so sehr geschämt. Mir war es dann peinlich, dass es ihm so peinlich war. Auf noch viel peinlicheres drängen und bitten das Geld doch endlich anzunehmen, habe ich es dann genommen und in die Kaffee-Kasse getan.
Später allerdings habe ich das bereut... ich hätte es entweder nicht nehmen oder behalten sollen.
Zu der Zeit haben die Schwestern uns Praktikanten "Waschmaschinen" genannt und sich bei jeder Drecksarbeit auf dem Absatz umgedreht um jemanden von uns (Praktikanten, Schülern, FSJ-lern) zu rufen.

xFreakx
10.11.2007, 18:02
"Waschmaschinen" lol... das ist ja krass. War bestimmt 'ne gute Atmosphäre auf der Station.... :-))

flok
10.11.2007, 18:17
Während dem Pflegepraktikum habe ich so 30 Euro pro Woche bekommen, aber in die Kaffekasse gepackt, denn daraus wurde immer das gleichlautende Getränk, umfangreiches Frühstück und die Haribobox für die ganze Station (Ärzte, Schwestern und Studenten) finanziert. Behalten hätte ich aber auch OK gefunden. Bei Ärzten ist Trinkgeld natürlich total unüblich (und insofern eine gemeinsame Kaffekasse eine gute Sache :) Da bedankt sich ein zufriedener & freundlicher Patient dann ab und an evtl. mit Ess-und Trinkbarem.

Bakerdude
11.11.2007, 02:27
Ich mache grade FSJ im Klinikum - ich darf selbst gar nichts annehmen, dafür musste ich irgendsoeinen wisch unterschreiben. Ich darf nur dinge an die kaffeekasse weiterleiten oder für die station etc... naja... ich glaub ich käme mir eh komisch vor, was anzunehmen, auch wenn die leute dann wirkliche ein bisschen geknickt sind, wenn mans nicht annimmt

Lass dich nicht veräppeln. Hab als Zivi auch so nen Wisch unterschreiben müssen und das Geld trotzdem behalten, wenn ich es für angemessen gehalten habe. Würd' mich glatt interessieren, ob nicht die Schwestern das auch unterschreiben müssen und von denen steckt es auch nicht jede in die Kasse!
Jedenfalls hast du's dir sicher verdient, sonst würde dir der Patient es ja nicht geben wollen. Und überhaupt hat man es als FSJlerin ja noch schlechter als die ZIVIs, wir haben ja zumindest Essen und Anfahrt bezahlt bekommen, oder hat sich da mittlerweile was verbessert? Finde also, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.
Übrigens geben viele der Patienten ja sowieso noch mal was extra für die Kaffeekasse...

dasUti
11.11.2007, 14:35
@ Bakerdude

also beim FSJ ist es so, dass man ja im Prinzip kein Gehalt kriegt, sondern ein Taschengeld - sonst wärs ja nicht mehr "freiwillig" und dazu eine Wohn- und Verpflegungspauschale. Kindergeld bekommt man weiter. Trotzdem ist es nicht so viel - ohne Kindergeld halt 300 Euro. Wer noch zu Hause wohnt, für den ist das vllt. viel - ich hab eine eigene Wohnung nehmen müssen, weils zu weit zum Bahnfahren ist, d.h. es reicht, aber ist nichts, wo man sich viel leisten kann... naja - ich habe ja das Glück auf einer echt guten Station zu sein. Mit netten Schwestern, Ärzten etc. da find ich es nicht so schlimm das Geld in die Kaffeekasse zu geben. Ich glaube frustrierender wärs, wenn ich die Leute nicht leiden könnte =)...
Naja - und der Dank des Patienten, das weiß man ja eh immer, ist an einen selbst gerichtet =)))

Bakerdude
11.11.2007, 14:49
Mit "freiwillig" hast du natürlich völlig Recht. Hätte es damals nur anständig gefunden wenn das Klinikum den FSJlern zumindest das Essen gestellt hätte. Gerade weil die ja alles freiwillig machen...

:-dafür

Dr. Jekyll
12.12.2007, 23:45
verdammt, irgendwas mache ich falsch... ich habe noch nie geld von patienten bekommen und auch keine geschenke. vielleicht sollte ich mir einen neuen wonderbra zulegen??? :-party

vielleicht solltest du den BH mal ganz weg lassen....

ACP
13.12.2007, 08:53
wenn es nur kleine Beträge sind kann man das ruhig mal einstecken. Ansonsten sind die Patienten meistens auch sehr geknickt. Eine "Kollegin" von mir hat von einer älteren Dame mal 50 Euro angenommen das fand ich dann schon ziemlich krass. Bei sowas hätte ich nen schlechtes gewissen aber solange es nur 5 Euro oder so sind. Und so gesehen man bekommt in so vielen Berufen nen Trinkgeld und die Schwestern nehmen ja auch immer alles an und immerhin verdienen die auch nciht schlecht...

Strodti
13.12.2007, 09:34
ich will auch mal meinen Senf dazu geben:
1. Pflegekräfte dürfen natürlich auch nichts annehmen. Selbst die Kaffeekassen sind mehr oder weniger schwarz... gerade wenn man sich die Kassen auf so manchen Privatstationen anschaut, wird einem schon ganz komisch. Diese Station können dann teilweise zur Weihnachtsfeier auch nach Hamburg ins Musical fahren und danach schick essen gehen. Aus der "Kaffee"kasse ;-)

2. Als Praktikant habe ich das auch in meine Tasche fallen lassen. Die meisten Praktikanten sind doch bei den Stationsfeierlichkeiten eh nicht dabei, also haben die auch nichts davon. Dazu suchen sich die Patienten schon aus, wem sie wieviel geben.

3. Die Grenzen sind fließend... mein "Highscore" waren einmal 150 Euro. Eine Kollegin und ich haben im RTW Dienst einen Patienten reanimiert und eben auch lebend ins Krankenhaus gefahren. 4-5 Wochen später hat die Ehefrau diese hohe Summe auf der Wache gelassen. Seit dem steht ein neuer Kickertisch in der Wache.
In meiner Pflegeausbildung hat mir ein Pat. mal einen Satz Winterreifen angeboten, er hatte eine Werkstatt. Das konnte ich selbstverständlich nicht annehmen.
Aber die 5-10 Euro eines fast-entlassenen Pat. zeigen ja eher den Dank und die Zufriedenheit mit der Pflege/Behandlung. Das hat auch nichts mit Korruption zu tun.

Andi G. Schütze
17.12.2007, 16:34
Hm.. ja, während meines Zivis ham die Patienten mir auch mal was geschenkt, ein paar Euro hier und ein paar Euro da. Krönung war aber sicherlich die Torte von nem Bäckermeister für die ganze Intensivcrew, nachdem er es irgendwie geschafft hat ne knappe Stunde Reanimation zu überstehen und keine irreversiblen hypoxischen Hirnschäden davongetragen hat.
Achja, da ich in meiner letzten Famulatur vor allem inner Notaufnahme war und so die Patienten nicht wirklich lange gesehen hab, hat mir der Chefarzt von den Internisten (zum Ausgleich?) ne Tafel Schokolade geschenkt...

Master Tom
25.12.2007, 16:21
Gewissensbisse? Hatte ich noch nie, steck ein was du in die Hände bekommst. Ist die Station okay, dann ab in die Kaffeekasse, anonsten klopf es auf n Kopf und denk beim nächsten Bier an Patient XY. :-dance

Ehemaliger-User-13092010
04.01.2008, 01:18
Oh ein Geschenk nicht annehmen.. ist fast wie eine Beleidigung, von daher nehme ich immer an. Ob das zur Kaffekasse wandert oder ich es selbst behalte, entscheide ich von Situation zu Situation.