Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie viel verdient man in der Arztpraxis?
Gallilei
26.11.2014, 19:32
Die Region spielt da ja eigentlich keine Rolle bei den Tarifverträgen. Ja und genau, weil es ja im Prinzip dem Gehalt eines Anfängers entspricht, bin ich doch etwas... hm... pikiert. Auf der anderen Seite verdient eine kleine Kinderarztpraxis auch nicht das, was viele andere Fachrichtungen nach Hause tragen. Ich werde dort die letzten paar Monate meiner Weiterbildung machen und der Schritt dient mir dazu, das Praxisleben kennenzulernen für die spätere Planung, wie es nach dem FA weitergehen soll. Sollte es dort in dieser Praxis langfristig weitergehen, müsste man dann sicherlich neu verhandeln. Danke für Deine Antwort.
Chris Be
26.11.2014, 20:29
Schau mal hier, vielleicht ist da was für dich dabei: http://www.lass-dich-nieder.de/angebote/foerdermoeglichkeiten.html
Kinderärzte werden glaub nur in manchen Gegenden gefördert (evtl selbst noch mal googlen), aber Allgemeinmedizin ist teilweise recht gut gefördert, sodass die Praxis dein Gehalt über die Förderung aufstocken kann. Strebe ich selbst auch an, aber bei mir dauerts noch ein paar Jährchen.
Hat noch jemand da Angaben, die er machen kann? Im letzten Weiterbildungsjahr soll ich für 40h 4000€ brutto bekommen. Da ich alleinstehend ohne Kinder in nicht allzu teurer Gegend bin, ist das schon ok, da für mich der Aspekt, aus der Klinik mit Diensten etc. herauszukommen, wichtiger ist als das Gehalt. Aber das sind ja schon deutliche Einschnitte und ich wollte mal wissen, was ich realistischerweise mal nach einigen Monaten ansprechen könnte.Im aktuellen Rundschreiben der Bezirksärztekammer Südwürttemberg (Link zum Rundschreiben (http://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/05kammern/50sw/10service/15rundschreiben/73.pdf), Seite 8) ist ein Artikel zur angemessenen Vergütung von Weiterbildungsassistenten drin. Die schlagen es so vor:
1. Durchschnittsgehalt aus TV-Ä und VKA für das entsprechende Weiterbildungsjahr ermitteln.
2. das Ergebnis ist bezogen auf 41h/Woche (Durchschnitt aus 42h TV-Ä Unikliniken und 40h VKA, also davon 8,3% abziehen um auf 38,5h zu kommen, was einer Vollzeitstelle entspricht wie sie in der Weiterbildungsordnungen gefordert ist. Und fertig ist das angemessene Gehalt. Im Artikel ist auch eine entsprechende Tabelle, da kommt man dann auf 3778 bis 4853€ brutto je nach Weiterbildungsjahr.
Außerdem steht drin, dass das Gehalt nicht mehr als 20% unter dem so ermittelten Gehalt liegen darf, weil das sonst nach arbeitsgerichtlicher Rechtsprechung sittenwidrig sei.
Wegen der "umfangreichen Förderung" ist bei Allgemeinmedzinern aber eher der auf 38,5h berechnete Mittelwert zu zahlen als das um 20% reduzierte Gehalt.
Im letzten WBJ wäre man bei 40h übrigens bei ca. 5170€, abzüglich 20% wären das 4136€, somit wären die vorgeschlagen 4000€ arbeitsrechtlich sittenwidrig. :-notify
Gallilei
11.12.2014, 19:12
Oh Danke! Dass es so etwas gibt, war mir gar nicht bewusst. Das bedeutet wohl, ich sollte doch noch mal ein Gespräch führen. Ich kann so etwas ja gar nicht gut...
Die Frage ist allerdings, ob Du in der Praxis wirklich 38,5h die Woche arbeitest. Das wird zwar der Weiterbildung wegen so bescheinigt, aber ob da wirklich soviel Wochenarbeitszeit ist... das sollte bei den Gesprächen berücksichtigt werden.
Die Frage ist allerdings, ob Du in der Praxis wirklich 38,5h die Woche arbeitest. Das wird zwar der Weiterbildung wegen so bescheinigt, aber ob da wirklich soviel Wochenarbeitszeit ist... das sollte bei den Gesprächen berücksichtigt werden.
Diese Aussage kann ich sehr unterstreichen. Bin auch nicht der Typ, der gern um Gehalt feilscht - ging da aber auch nur um ein halbes Jahr Kinderheilkunde in der Praxis für den Facharzt Allgemeinmedizin.
Mehr Fortbildungstage, freiere Gestaltung der Arbeitszeiten bzw. andere Verhandlungsmasse, die den Praxisinhaber nicht merklich mehr kosten, aber dir am Ende viel bringen.
Dadurch war das Arbeiten auch recht entspannt. Zumal ja auch die Möglichkeit besteht durch andere Tätigkeiten deutlich mehr dazuzuverdienen (Ärztlicher Notdienst)
Gallilei
14.12.2014, 19:12
Hm, es ist geplant, dass ich Montag bis Freitag von halb acht bis eins und Montag, Dienstag und Donnerstag von zwei bis sechs fest dort sein werde. Zudem fallen unentgeltliche KV-Dienste an. So dass man insgesamt schon von einer wirklich vollen Stelle ausgehen kann. Ich habe am Montag noch mal ein Gespräch.
Unentgeltliche KV-Dienste? Soll das ein Witz sein?
unentgeltliche KV Dienste? No way! Nicht machen, da würde ich nachverhandeln. Ansonsten: Tarifgehalt wie komm. Krankenhäuser, entweder echte 40h Vollzeit, wenn dies nicht bezahlbar seitens des Arbeitgebers, dann Verhandlung über weniger Wochenstunden (damit auch weniger Gehalt, das ist fair).
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