Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dipl. med. od. Dr. med. ???
zweistein
25.11.2007, 21:07
Wobei ich grade genau da drinstecke: Zwischen Ende des Studiums mit Examen, beantragen der Approbation und Verteidigung der Diss. Ein Anruf bei unserem Promotionsbüro ergab im übrigen, dass die die Approbation haben wollen. Das Examenszeugnis reicht denen nicht.Das war mMn eine falsche Auskunft.
Wenn die Approbationsurkunde die Voraussetzung für die Ausstellung der Promotionsurkunde wäre, hieße das, dass Du in der Approbationsurkunde noch nicht 'Dr. med. Sebastian ....' genannt werden dürftest.
Ja schon, aber man darf sich vor Abschluss des Studiums trotzdem nicht Dr. med. nennen,
Das habe ich auch nie behauptet. Für mich heißt abgeschlosse, dass ICH nichts mehr machen muss. Wann ich dann die Urkunde kriege, ist mir wurscht.
Sebastian1
26.11.2007, 17:48
Das war mMn eine falsche Auskunft.
Wenn die Approbationsurkunde die Voraussetzung für die Ausstellung der Promotionsurkunde wäre, hieße das, dass Du in der Approbationsurkunde noch nicht 'Dr. med. Sebastian ....' genannt werden dürftest.
Das mag sein. Werd ich aber eh nicht, da ich sonst in den wenigen Tagen zwischen mündlicher Prüfung und Zuteilung der Approbation ohnehin die Verteidigung nicht terminiert bekomme. Und Bochum gehört zu den Unis, bei denen auch die Verteidigung erst nach Abschluss des Studiums möglich ist.
Wie wäre das denn dann für mich, wenn ich mein Staatsexamen in Chemie und Sport (incl. Sportmedizin) fertig habe? Hätte ich die Möglichkeit den Doktortitel vor Abschluss des Medizinstudiums zu führen? Vielleicht auch als dr der Humanbiologie/Biochemie? Aber dann dürfte man sich nach dem Studium wohl nicht mehr Dr. med. nennen? Ob das überhaupt ein Patient merkt?
Fragen über Fragen...
Ist echt witzig über sowas nachzudenken...
In Köln gibts noch so nen komischen Dr. rer. med. Kann man als Naturwissenschaftler oder Mediziner mit 8 Semestern machen und schon im Studium dann führen...
Moin,
Promotion und Approbation haben definitiv nichts miteinander zu tun! Vorraussetzung für das Führen des Dr.Titels ist ein abgeschlossenes Studium und eine abgeschlossene Promotion. Hieraus folgt im Gegensatz zu Österreich: nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland hat man keinen Titel (kein Dipl. med., kein Dr. med., kein irgendwas), eine Tatsache die vielen nicht bekannt ist! Vorraussetzung für die Approbation ist neben dem abgeschlossenem Studium die deutsche Staatsbürgerschaft und ein Zeugnis über die gesundheitliche Eignung als Arzt. Es bekommt auch somit nicht jede/r "automatisch" die Approbation nach dem Hammerexamen, z.B. bekommt man nur eine "Berufserlaubnis" wenn man nicht dt. Staatsbürger ist (auch wenn man hier studiert und abgeschlosssen hat). Vor ein paar Jahren bekam man die Approbation erst nach dem "AiP" also 18 Monate nach Beendigung des Studiums (davor gab es eine "vorläufige Berufserlaubnis"). Kurzgefasst: nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland hat man keinen Titel und auch nicht notwendigerweise die Approbation (= Erlaubnis zur ärztlichen Berufsausübung). Die Approbation bekommt man wenn man sie beantragt und die Vorraussetzunegn erfüllt sind, sie kann übrigens auch wieder entzogen werden (im Gegenstz zu den best. Staatsexamina). Den Dr. med. darf man nach dem Studium führen wenn man denn promoviert hat, unabhängig von der Approbation.
Nebenbei kann ich mir nicht vorstellen das man in Köln oder sonstwo einen Dr. vor dem Abschluß eines Studiums führen darf! Meines Wissens gibt es bis auf die "Dr. h.c." (=ehrenhalber->keine Promotion) keinerlei Doktortitel von deutschen Universitäten ohne abgeschlosssenes Studium. Schreiben kann man während des Studiums, einreichen und ggfs. auch Kolloquium ablegen (je nach Promotionsordnung) vielleicht auch noch (als Besonderheit des Med.-studiums!), führen darf man den Dr. mit Sicherheit erst nach Abschluß eines Studiums.
Grad nochmal nachgelesen und festgestellt: du hast Recht, hatte das wohl immer falsch verstanden. Man muss irgendetwas nat.-wissenschaftliches studiert haben, dass mindestens acht Semester (daher die Zahl) dauert und 2 Jahre in der Medizin gearbeitet haben.
Nachzulesen hier. (http://www.medizin.uni-koeln.de/dekanat/dateien/dr_rerum_medicinalium.pdf)
Und man muss nicht nur irgendwas Naturwissenschaftliches studiert haben, sondern das Studium auch mit einem Diplom abgeschlossen haben. In der Chemie bedeutet das etwa ein Jahr unbezahlte Vollzeitarbeit an einem experimentellen Thema und dann Zusammenschreiben der Diplomarbeit. Ingesamt kommt man dann auf fünf bis sechs Jahre Studium bis zum Dipl-Chem.
Erst nach der Diplomprüfung kann man sich einen Doktorvater und eine Doktorarbeit suchen, die dann nochmal zwei bis drei Jahre experimentelle Vollzeitarbeit an der Uni bedeutet. (War zumindest bei uns so.)
Bei Euch in Köln kann man seine Doktorarbeit als Naturwissenschaftler anscheinend nicht nur an einem naturwissenschaftlichen Institut machen, sondern auch bei den Medizinern. Finde ich interessant. So etwas gabs bei uns nicht.
SuperSonic
28.11.2007, 22:19
Bei Euch in Köln kann man seine Doktorarbeit als Naturwissenschaftler anscheinend nicht nur an einem naturwissenschaftlichen Institut machen, sondern auch bei den Medizinern. Finde ich interessant.
Das ist ja gerade der "Witz" der entsprechenden Doktortitel wie Dr. rer. biol. hum. (Humanbiologie), die man als Nichtmediziner an einer medizinischen Fakultät erwerben kann - allerdings wird man damit sowohl von einem Dr. med. als auch von einem Dr. rer. nat. mitunter belächelt, weil man weder Mediziner noch "vollwertiger" Naturwissenschaftler ist.
Gruß,
SuperSonic
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