PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was motiviert Dich nicht zu resignieren?



Seiten : 1 [2] 3

Kackbratze
27.11.2007, 05:06
Geld, das Renomee, Geld und Arbeit die zumindest noch von Vielen geschätzt wird (womit wir wieder bei Renomee sind).

Dieses "Sezieren" oder "anderen helfen wollen" habe ich in meiner Jugend nicht praktiziert.
Im Krankenhaus steht auch meine Person an erster Stelle, schließlich gibt es nur 2 Arten von Problemen:
1. Meine
2. die der Anderen

Und da man (egal in welchem Beruf) ziemlich schnell merkt, dass andere Leute auch nur die eigenen Probleme wirklich interessieren, ist es am Besten, man sorgt sich als erstes um sich selber.
Oje, jetzt bin ich einer dieser Egomanen, die im Arztberuf nicht das Heil des Patienten als höchstes Gut jeden Abend mit ins Bett nehmen.

Schade, es ist nunmal ein Beruf indem man Geld verdienen will und muss (wer davon überrascht ist, muss noch an der Uni sein ;-) ) . Wer umsonst arbeiten will und dabei sozial sein will, kann im Tierheim aushelfen, die suchen immer jemanden...

little_lunatic
27.11.2007, 08:06
seh ich ähnlich funkel.

diese hokus pokus lila wunderland traumberuf altruist gerede... ich denke wer wegen sowas einen beruf ergreift wird früher oder später mal ziemlich hart auf dem arsch landen.

ich will an meiner arbeit spaß haben und am ende des monats ein + im konto stehen haben. ich arbeite leidenschaftlich gerne im medizinischen bereich und lern jeden tag neus dazu was mich fasziniert. doch jeder beruf hat negative seiten aber solange die positiven überwiegen ist's doch gut. davon abgesehen will ich eigentlich nicht viel außer endlich am meer wohnen. (paziiiiifik... :-love) und wenn sich das kombinieren lässt: daumen hoch :-top

ich denke eine bodenständige "motivation" ist unbezahlbar. letztlich ist und bleibt es ein job. dienstleistung für die man geld bekommt. ohne glücksbärchen und wehende kittel und "lassen sie mich durch ich bin arzt"

condorito
27.11.2007, 08:09
Wieso nicht resignieren?
Der Beruf macht mir immer noch Spaß,trotz der ganzen Wdirigkeiten,die schon in epischer Breite diskutiert wurden.
Außerdem hatte ich eh nie ein ausgeprägtes Helfersyndrom und "Arztsein ist Berufung" halte ich für ein ziemlich sinnbefreites Argument.

Weltbester_Karlsson
27.11.2007, 10:16
Und da man (egal in welchem Beruf) ziemlich schnell merkt, dass andere Leute auch nur die eigenen Probleme wirklich interessieren, ist es am Besten, man sorgt sich als erstes um sich selber.
Full ACK :-top

Schade, es ist nunmal ein Beruf indem man Geld verdienen will und muss (wer davon überrascht ist, muss noch an der Uni sein). Wer umsonst arbeiten will und dabei sozial sein will, kann im Tierheim aushelfen, die suchen immer jemanden...
Vielleicht täuscht mich mein Eindruck auch, doch Menschen mit dieser Grundeinstellung scheint es gerade in diesem Beruf überdurchschnittlich viele zu geben.

Weltbester_Karlsson
27.11.2007, 10:17
Wieso nicht resignieren?
Der Beruf macht mir immer noch Spaß,trotz der ganzen Wdirigkeiten,die schon in epischer Breite diskutiert wurden.
Außerdem hatte ich eh nie ein ausgeprägtes Helfersyndrom und "Arztsein ist Berufung" halte ich für ein ziemlich sinnbefreites Argument.

Dann scheinst Du zu der Minderheit zu gehören, die sich in dem Beruf wohlfühlt. Denn die Botschaft "Arztsein bedeutet geradewegs seinem persönlichen Burn-Out entgegen zu hechten für eine vergleichsweise lausige Bezahlung" schrie mir bisher aus zig verschiedenen Threads hier und in anderen Foren entgegen.

Christoph_A
27.11.2007, 10:19
Schließ mich da meinen Vorrednern an-das ist nun mal die Sache, die ich am besten kann und es ist legitim, daß ich damit mein Geld verdiene-ohne Pathos, ohne Helferkomplex, ohne Gottstatus. Andere fahren Taxi, arbeiten als Techniker oder backen Pizza- und ich bin eben Arzt.
Und ich erachte es auch als legitim, daß ich mir, wie jeder andere Arbeiter auf diesem Globus auch, bestmögliche Bezahlung und Arbeitsmöglichkeiten suche und, wenn ich die nicht bekomme, Druck ausübe, sie zu bekommen. Ohne Moralkeule, ohne " Sie sind aber dem hippokratischen Eid verpflichtet ( das geistert immer noch durch die Medien, war letztens von RTL tierisch beeindruckt )".
Und, was viele Gutmenschen in diesem Beruf immer nicht kapieren, das wurde in Scrubs mal so nett formuliert: "The patient is the one with the disease".

zweistein
27.11.2007, 10:31
Dann scheinst Du zu der Minderheit zu gehören, die sich in dem Beruf wohlfühlt. Denn die Botschaft "Arztsein bedeutet geradewegs seinem persönlichen Burn-Out entgegen zu hechten für eine vergleichsweise lausige Bezahlung" schrie mir bisher aus zig verschiedenen Threads hier und in anderen Foren entgegen.Welch ein Glück, dass es in diesen Foren auch Heilsbringer wie Dich gibt, die sich berufen fühlen, ihre vom Schicksal so hart gebeutelten Kollegen aus ganz und gar altriustischen Motiven aus dem Tal der Finsternis zu führen.

Miss
27.11.2007, 10:55
Ich habe mich auch für die Medizin entschieden, weil mich Physiologie und Pathologie des Menschen sehr interessieren und weil ich nicht irgendwo als taxifahrende Biologin mein Dasein fristen, sondern auch am Menschen arbeiten wollte.
Oh ja, und ich weiß, wovon ich rede (gerade noch mal die Kurve bekommen ;-) aber ich kenn sie zuhauf, die arbeitslosen Biologen, natürlich abhängig von der Spezialisierung). Und ich freu mich schon, daß es ne Reihe von Aspekten gibt, die mir an dem Beruf (noch) Spaß machen, neben denen, die mich tierisch annerven, aber das gibt es wohl in fast allen Berufen. Und für mich lieber so, als den ganzen Tag im Büro :-meinung

(Obwohl, vielleicht gehe ich auch in die Wirtschaft und verdiene Millionen :-)) :-)) )

alley_cat75
27.11.2007, 12:22
das ist nun mal die Sache, die ich am besten kann und es ist legitim, daß ich damit mein Geld verdiene - ohne Pathos, ohne Helferkomplex, ohne Gottstatus.

Danke für diesen Beitrag. Warum muss es im Leben immer für alles und jeden einen guten Grund geben? :-dagegen Keiner ist dazu berufen, Klos zu putzen oder LKWs zu fahren. Und wir sind einfach nur Ärzte. Find ich gut, denn ich kann auch nichts anderes.

Evil
27.11.2007, 13:18
Für mich überwiegen die Aspekte, die motivieren, gegenüber den Nachteilen.

Resignieren bringt eh nix, wenn man unzufrieden ist, muß man selber was ändern, und wenn es nur die eigene Situation ist.

Weltbester_Karlsson
28.11.2007, 08:16
Welch ein Glück, dass es in diesen Foren auch Heilsbringer wie Dich gibt, die sich berufen fühlen, ihre vom Schicksal so hart gebeutelten Kollegen aus ganz und gar altriustischen Motiven aus dem Tal der Finsternis zu führen.
Du fragst nach meinem Motiv diese Umfrage zu starten? Ich möchte herausfinden wieso sich Mediziner und angehende Fachärzte derart ausbeuten lassen, wie man es in allen Foren immer wieder liest. Ob da wirklich was dran ist, kann ich nicht beurteilen, da ich noch im Studium stecke. Und ob die Info stimmt, dass mittlerweile etliche Assistentenstellen in den Kliniken nicht besetzt sind, weil sich niemand dafür findet, weiß ich auch nicht. Sollte aber beides zutreffen, ergibt sich für mich ein Widerspruch, dessen Auflösung ich mir mit der Umfrage erhoffe.

rate mal
28.11.2007, 09:28
....Und ob die Info stimmt, dass mittlerweile etliche Assistentenstellen in den Kliniken nicht besetzt sind, weil sich niemand dafür findet, weiß ich auch nicht.... Das frage ich mich allerdings auch, wenn ich diese Zahlen sehe:

Stationär tätige Ärzte in der BRD:

1990 118 000
1991 121 000
1992 124 000
1993 125 000
1994 129 000
1995 133 000
1996 135 000
1997 135 000
1998 136 000
1999 137 000
2000 139 000
2001 142 000
2002 144 000
2003 146 000
2004 146 000
2005 147 000
2006 148 000

Quelle: Guckst Du dort: www.bundesaerztekammer.de (http://www.bundesaerztekammer.de)

Jense
28.11.2007, 10:17
.....

DrSkywalker
28.11.2007, 10:19
Das frage ich mich allerdings auch, wenn ich diese Zahlen sehe:

Stationär tätige Ärzte in der BRD:

1990 118 000
1991 121 000
1992 124 000
1993 125 000
1994 129 000
1995 133 000
1996 135 000
1997 135 000
1998 136 000
1999 137 000
2000 139 000
2001 142 000
2002 144 000
2003 146 000
2004 146 000
2005 147 000
2006 148 000

Quelle: Guckst Du dort: www.bundesaerztekammer.de (http://www.bundesaerztekammer.de)


Kann man diese Zahlen mal diskutieren? Woran liegt der deutliche Anstieg? Wird der Trend fortgesetzt?

zweistein
28.11.2007, 10:41
Was für eine Blödsinnsumfrage. :-meinung

Nichts anderes zu tun?


Jense



P.S. Ist das das neue Pseudonym von MATZE_XXL?Ich tippe bei Karlsson eher auf einen Klon des Users tarumo.

MatzeXXL
28.11.2007, 13:17
Was für eine Blödsinnsumfrage. :-meinung

Nichts anderes zu tun?


Jense



P.S. Ist das das neue Pseudonym von MATZE_XXL?

Mist, ertappt ;-)
Jense, wie ist es in der Radiologie? Gefällts dir?

Relaxometrie
28.11.2007, 20:42
Kann man diese Zahlen mal diskutieren? Woran liegt der deutliche Anstieg? Wird der Trend fortgesetzt?

Die Diskussion dieser Zahlen interessiert mich auch.
Meine Ansicht dazu:

Es werden immer mehr medizinischen Leistungen nachgefragt und erbracht.
Wieviel Medizin sich eine Volkswirtschaft leisten möchte, ist Geschmacksache.
Welche Leistungen sinnvoll und welche überflüssig sind, ist eine andere Diskussion, die meiner Ansicht nach den Rahmen dieses Threads sprengt.
Diese Steigerung an medizinschen Leistungen soll aber kostenneutral erbracht werden, und das ist das, was den Streß und die widerlichen Arbeitsbedingungen schafft.
Wir leisten uns momentan mehr Medizin, als wir zu zahlen bereit sind. Ausbaden sollen es die im Gesundheitssystem beschäftigten, und zwar alle Bereiche: Pflege, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter u.v.a.m..

actin
28.11.2007, 21:07
Welche Leistungen sinnvoll und welche überflüssig sind, ist eine andere Diskussion, die meiner Ansicht nach den Rahmen dieses Threads sprengt. Ich finde schon, dass das Thema Rationierung in eine solche Diskussion rein gehört.

LasseReinböng
28.11.2007, 21:10
Stationär tätige Ärzte in der BRD:

1990 118 000
1991 121 000
1992 124 000
1993 125 000
1994 129 000
1995 133 000
1996 135 000
1997 135 000
1998 136 000
1999 137 000
2000 139 000
2001 142 000
2002 144 000
2003 146 000
2004 146 000
2005 147 000
2006 148 000

Quelle: Guckst Du dort: www.bundesaerztekammer.de (http://www.bundesaerztekammer.de)

Ich habe den Eindruck, der angeblich so eklatante Ärztemangel ist eher eine Übertreibung mancher Ärztevertreter, z.B. des Marburger Bund. Hält man sich auch den Trend der Kliniksschließungen in Deutschland vor Augen, so ist es wirklich fraglich, ob wir tatsächlich auf eine zunehmende ärztliche Unterversorgung zusteuern.

Relaxometrie
28.11.2007, 21:21
Ich habe den Eindruck, der angeblich so eklatante Ärztemangel ist eher eine Übertreibung mancher Ärztevertreter, z.B. des Marburger Bund. Hält man sich auch den Trend der Kliniksschließungen in Deutschland vor Augen, so ist es wirklich fraglich, ob wir tatsächlich auf eine zunehmende ärztliche Unterversorgung zusteuern.

Kannst ja mal morgen mit mir auf meine Station gehen.
23 suchtkranke Patienten auf der geschlossenen Station liegen dort.
Wenn Du das alleine gemanged kriegst, und die Patienten sich abends halbwegs gut versorgt fühlen, die Aufnahmediktate fertig sind, und die Entlassungsbriefe auch alle diktiert sind, darfst Du sagen, daß bei uns kein Ärztemangel herrscht.

Wir sind "normalerweise", was an fast keinem Tag vorkommt, mit 3 Ärzten dort (zwei volle Stellen und eine 75%-Stelle).
Morgen bin ich, mit 3 Wochen Berufserfahrung, die einzige Ärztin auf der Station, wenn über Nacht kein Wunder passiert, und plötzlich Kollegen wieder auftauchen.
Das bedeutet für mich, daß ich 90% der Patientenwünsche nach Information und Gesprächen abschmettern muß und nur das ganz konkret Dringendste erledigen kann. Mit jeder kommenden Neuaufnahme (vielleicht sogar per PsychKG??? Verwaltungsakt ohne Ende) wird die Zeit, in der ich mich den anderen Patienten widmen kann, immer geringer.
Die Patientenversorung bei uns ist aufgrund des Zeitmangels schlecht!