Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wegen welcher Beschwerden kommen Eure Patienten nachts in die Notfallambulanz?
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Ehemaliger User 20130505
26.01.2012, 12:56
Also: Es ist ein knöcherner Bandausriss. Ich soll Tag und Nacht eine Orthese tragen und mich damit normal bewegen. Operiert würde so etwas nicht. Früher habe man den Fuß/das Gelenk eingegipst, heute nähme man diese Orthesen. Die Prognose sei sehr gut.
Ehemaliger User 20130505
26.01.2012, 17:43
naja, wenns doch etwas mehr als eine Bandverletzung ist, sprich eine Fraktur (und auch damit sind Leute schon laufend in die NA gekommen, übrigens auch ein oder zwei Tage nach dem Trauma) dann kann so etwas auch in Fehlstellung verheilen und das macht langfristig meistens nicht so viel Freude (und dem Orthopäden ne volle Sprechstunde ;-))- .
Eve, damit hattest Du mich gestern Abend überzeugt und ich hab mich danach sofort mit einem Taxi in die Notfallambulanz bringen lassen, also wenigstens nicht um Mitternacht, sondern etwa um Viertel vor Neun. ;-)
Heute früh war ich zwecks Weiterbehandlung bei einem niedergelassenen Unfallchirurgen.
eine freundin von mir hat nun ein auf ewig versautes sprunggelenk...
allerdings wars da die ärztin in der notaufnahme, die quasi durch die blume meinte, sie solle sich nicht so anstellen (nach blickdiagnose aus 3m entfernung) und sie mit schiene heimschickte.
nunja, wochen später mrt wegen immer noch bestehender schmerzen... siehe da: knöcherner bandausriss, syndesmosen-beteiligung....
meinung von mehreren orthopäden und uch: zu spät zum operieren.
Heißt das also: Bei knöchernem Bandausriss mit Syndesmosenbeteiligung muss operiert werden, bei knöchernem Bandausriss ohne Syndesmosenbeteiligung nicht?
Eve, damit hattest Du mich gestern Abend überzeugt und ich hab mich danach sofort mit einem Taxi in die Notfallambulanz bringen lassen, also wenigstens nicht um Mitternacht, sondern etwa um Viertel vor Neun.
Also nicht mehr innerhalb der regulären Arbeitszeit (was der Fall gewesen wäre, wenn Du direkt hingefahren wärst), sondern während der Notfalldienstbereitschaft. Tolle Leistung. Aber immerhin regnet es bei Dir nicht in den Hals rein :-top
... Die Prognose sei sehr gut.
Naja, ob da noch was zu retten ist? Ich befürchte DER Zug ist abgefahren...
... oder meintest Du den Fuß?
SuperSonic
26.01.2012, 19:04
Köstlich, diese Geschichte samt Beiträgen... ;-)
Ehemaliger User 20130505
26.01.2012, 19:07
... oder meintest Du den Fuß? Wie kommst Du darauf? Ich meinte natürlich das Wetter.
dreamchaser
26.01.2012, 19:32
Gut, dass du nicht in meiner Notaufnahme warst....die Aussage mit "ich war ja nicht um Mitternacht da, sondern schon um viertel vor neun" ist genauso blöd wie "ich habe bei Ihnen noch Licht gesehen, da bin ich mal vorbeigekommen". Wenn die Sache Mittags passiert ist (und, da du wohl nicht selbstständig denken kannst, schon mittags hier der Rat erfolgte dich ärztlich vorzustellen), und die Vorstellung dann mal am späten Abend erfolgt (und viertel vor neun ist genauso sch... wie Mitternacht), dann ist das frech (denn du wusstest ja, das du dich ärztlich vorstellen musst und hast absichtlich abgewartet!).
und hier noch erzählt, dass du dann am nächsten tag gehst und natürlich nicht nachts ^^
Leute, jetzt ist aber mal gut. :-) Ich denke, Chris hat daraus gelernt, dass man sich bei nichtalltäglichen Verletzungen gern mal (und zwar sofort) unfallchirurgisch vorstellen kann. Ändern kann er es jetzt nicht mehr und als er sich dann nach den Postings hier gestern abend Sorgen gemacht hat, konnte der die Zeit auch nicht mehr zurückdrehen.
Gute Besserung, Chris!
LG
Ally
MissGarfield83
26.01.2012, 22:17
Heißt das also: Bei knöchernem Bandausriss mit Syndesmosenbeteiligung muss operiert werden, bei knöchernem Bandausriss ohne Syndesmosenbeteiligung nicht?
Kann man so nicht sagen :) Das hängt immer von der Stabilität des Gelenkes, der Art des Bruches und anderen Faktoren ab was operiert werden muss und was nicht ...
Heißt das also: Bei knöchernem Bandausriss mit Syndesmosenbeteiligung muss operiert werden, bei knöchernem Bandausriss ohne Syndesmosenbeteiligung nicht?
'N knöcherner Bandausriss an sich ist wurscht. Bei vielen Leuten finde ich im Röntgen alte knöcherne Bandausrisse und wenn ich frage, ob sie schonmal was am Sprunggelenk hatten, gucken die einen an wie ein Auto. Insbeondere Fußballer knicken ja häufiger mal um und gehen halt nicht immer zum Arzt.
Bezüglich Syndesmose: eine OP Indikation besteht, wenn sowohl die vordere als auch die hintere Syndesmose gerissen sind. Das sind nämlich die beiden Bänder, die die Sprunggelenksgabel zusammenhalten. Wenn die gerissen sind, geht die Gabel jedesmal auseinander, wenn du belastest. Wird das nicht vernünftig behandelt, gibt das ganz schnell ne Arthrose. Bei einer isolierten Ruptur der vorderen Syndesmose muss nicht unbedingt operiert werden, soweit ich weiß. Mein alter Chef hat's trotzdem gemacht, wie mein neuer dazu steht, weiß ich nicht. Syndesmoseverletzungen ohne begleitende Fraktur sind jetzt nicht soooo häufig. Übrigens kann man die vordere Syndesmose ganz gut schallen. Wenn dort ne Klinik vorhanden ist und ich die Syndesmose im Schall nicht sicher darstellen kann, gibt's ein MRT. :-)
Generell ist es bei Distorsionsverletzungen so, dass die Schwellung nach ein, zwei Tagen erstmal schlimmer wird. Deswegen kommen halt viele erst abends in die Notaufnahme, auch wenn sie vormittags schon umgeknickt sind. Ob wirklich was gebrochen ist, wissen die Patienten eigentlich häufig selbst ganz gut. Viele merken ein deutliches Krachen oder Knacken und meistens können die dann auch wirklich nicht mehr drauftreten auf den Fuß. (Außer bei Basisfrakturen des 5. Mittelfußknochens, die können häufig noch ganz gut drauf laufen). Wenn es jetzt allerdings schon 2Uhr nachts ist, bringt es einen auch trotz Fraktur nicht um, wenn man ein paar Schmerztabletten einwirft, hochlagern und kühlt und morgens zum Arzt geht. :-D Ich weiß, manche kliniken operieren OSGs sofort. Wir nicht. Außer natürlich offene Frakturen, Luxationsfrakturen oder sonstige gruselige Weichteile, die nach Fixateur schreien.
Ehemaliger User 20130505
28.01.2012, 14:24
Vielen Dank für Deine Erklärungen, Lava. :-top
'N knöcherner Bandausriss an sich ist wurscht. Bei vielen Leuten finde ich im Röntgen alte knöcherne Bandausrisse und wenn ich frage, ob sie schonmal was am Sprunggelenk hatten, gucken die einen an wie ein Auto. Insbeondere Fußballer knicken ja häufiger mal um und gehen halt nicht immer zum Arzt.
Wenn ich die Röntgenaufnahme nicht selbst gesehen hätte, hätte ich vermutlich nicht geglaubt, dass da ein knöcherner Ausriss ist. Der Uch hat gesagt, das Band habe ein dünnes schalenförmiges Knochenstück „mitgenommen“. Darüber war ein schmaler Spalt zu sehen.
Der UCh hat mir versichert, das wachse normalerweise wieder zusammen. Früher habe man dazu eingegipst, heute nähme man Orthesen.
Bei vielen Leuten finde ich im Röntgen alte knöcherne Bandausrisse Dazu hab ich ein paar vermutlich ganz blöde Fragen: Was siehst Du da genau? Sind das geheilte knöcherne Bandausrisse und Du erkennst an den Bildern, dass da mal ein solcher Ausriss war, oder sind das Fälle, in denen das abgerissene Fragment noch zu sehen ist? Dann sollte aber das Band nicht mehr richtig funktionieren und der Patient müsste das bemerken. Außerdem sollte das abgetrennte Knochenfragment dann doch nekrotisch werden. :-nix
Anders gefragt: Wächst das Knochenfragment, das das Band mitgerissen hat, normalerweise tatsächlich wieder an?
Hm, ich habe jetzt noch keinen Patienten mit knöchernem Bandausriss nachuntersucht. ;-) Anhand der vielen Röntgenbilder mit alten Bandausrissen würde ich sagen, dass diese schalige Absprengung nicht anwächst. Die bleibt einfach da und rundet sich mit der Zeit ab. Frische und alte knöcherne Ausrisse kann man so auch unterscheiden. Das Band an sich inseriert sich wieder irgendwie dort, wo es ausgerissen ist. :-nix Theoretisch besteht auch das Risiko einer chronischen Instabilität des OSG, aber sowas hab eich noch nicht oft gesehen und wenn, waren das eher Menschen, die dazu veranlagt waren (überall lockere Bänder).
Ehemaliger User 20130505
01.02.2012, 14:40
Hm, ich habe jetzt noch keinen Patienten mit knöchernem Bandausriss nachuntersucht. ;-) Anhand der vielen Röntgenbilder mit alten Bandausrissen würde ich sagen, dass diese schalige Absprengung nicht anwächst. Ich konnte mir das eigentlich auch nicht vorstellen, aber ich hatte mir beim niedergelassenen UCH extra das Bild zeigen lassen und nachgefragt. Er hat gesagt, das wachse wieder an.
[...]Das Band an sich inseriert sich wieder irgendwie dort, wo es ausgerissen ist. Morgen habe ich einen Kontrolltemin. Soweit ich das verstanden habe (es ging alles sehr schnell), soll da nochmal geröngt werden. Dann werde ich nochmal nachfragen, ob das Knochenfragment tatsächlich wieder anwachsen soll oder ob sich das Band eher eine neue Insertionsstelle suchen wird..
Theoretisch besteht auch das Risiko einer chronischen Instabilität des OSG, aber sowas habe ich noch nicht oft gesehen .... DAS könnte ich mir leichter vorstellen als Anwachsen des Knochenfragments, aber alle Ärzte mit denen ich bisher wegen der Sache zu tun hatte, waren sehr optimistisch.
Hm, nochmal röntgen ist ja irgendwie auch schwachsinnig. Was soll sich an dem Bild geändert haben? Entscheidend ist, ob das Gelenk nach 6 bis 8 Wochen stabil ist. :-nix
BTW, hab heute mal wieder ne Schulter reponiert. erster Versuch Hippokrates - ging nicht. Dann mal Kocher versucht - ging noch viel schlechter (wahrscheinlich hab ichs falsch gemacht :-blush) . Dann nochmal Hippokrates und schups war se drin. Und dank Ketanest/Dormicum erinnert sich die Patientin an gar nichts :-))
Wegen nem leichten Ziehen im Hals, das seit 5 Wochen besteht und nun seit 1 Uhr GAAANZ AKUT geworden ist. um halb 5. Hat nicht zu besonders viel Freundlichkeit meinerseits geführt ;)
Kurze Frage: Verordnet man normalerweise bei einer Schnittwunde Antibiotika?
In diesem Fall Brotmesser, Bereich distale Phalanx Zeigefinger, über 2 cm (quer verlaufend) ohne Fransen; in der Notaufnahme bin ich damit nach "Nähfrist" aufgeschlagen. Ich wundere mich ein bisschen; meinem übelst verdreckten Heckenscherenmassaker am Ringfinger und weiteren Schnittwunden wurde nie mit Antibiose entgegnet.
EDIT:
Danke, WackenDoc! :-)
WackenDoc
22.02.2012, 17:32
Wenn´s keine Infektionszeichen gibt oder das Schneidewerkzeug besondere Risiken birgt, dann mach ich sowas nicht.
Kann man frische und alte Ausrisse tatsächlich im Röntgen differenzieren? Dachte immer, dazu bräuchte man ein MR...laut Lehrbuch ist es auch so, dass scheinbar eher bei Jüngeren, die möglichst bald wieder belasten wollen, operativ behandelt wird. Wenn man sich die Zeiträume der Ruhigstellung dann allerdings durchliest, so fragt man sich halt dann doch, wie groß der Zeitvorteil dann tatsächlich ist...
Was ich immer so erschreckend bei den "alten" Verletzunge finde sind die Wirbelkörperfrakturen bei Osteoporose; gruseliger Gedanke, dass einem ein Wirbel bricht ohne dass man es merkt...
WackenDoc
23.02.2012, 06:39
Ja, man kann das im Röntgen sehen. Ob man operiert, oder nicht, hängt von der Lokalisation, vom Alter und noch gefühlten 1000 anderen Gründen ab.
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