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Blondi
09.01.2008, 20:07
Zuerst einmal: Keine Panik!

Jeder hat so sein Fach, mit dem er so überhaupt nicht klarkommt. In der Vorklinik war das bei mir Anatomie (Physik hatte ich als Leistungskurs und kein Fach abgewählt, so dass das der einzige Sprung ins komplett kalte Wasser war) und jetzt ist es Mikrobio, teilweise auch Pharma. Manchmal denke ich, etwas vergessen zu haben, bevor es überhaupt meine grauen Zellen erreicht hat; scheinbar ist der Lösch- effektiver als der Speichermechanismus. Und genau dann, wenn man unmotivierter und unmotivierter wird, nimmt auch die Konzentration gerade da ab, wo man sie am meisten braucht. Die Stimmung sackt ab, und das macht es nur noch schlimmer; es endet damit, dass man seine Mitstudenten beobachtet, die scheinbar den ganzen Tag lernen können ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Pause, während man selbst eigentlich nur den Tag verschwendet, weil man hemmungslos ineffizient wird, siehe oben. Ich kenne diesen Teufelskreis. Und trotzdem hat bisher alles geklappt. Alles. Lasst euch das gesagt sein, irgendwie klappt es, auch wenn man nicht versteht wie. Dies ist wohl im Nachhinein ein größeres Rätsel als die Frage, wie man das alles draufkriegen soll, im Vorhinein.

Blondi
09.01.2008, 20:10
Übrigens noch ein Link zu einem ähnlichen Beitrag:

http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?p=595459#post595459

ackerstrasse
10.01.2008, 16:03
Tja, unsere Physiker wollen nicht mehr dass man mit rein auswenig gelerntem Stoff besteht, sonder sie wollen die Pfüfung so machen, dass man nur bestehen kann wenn man das Fach auch wirklich verstanden hat :-((

ja, das problem kenn ich. da wir mediziner in chemie,physik etc ja keine medizin-dozenten haben, sonder fachspezifische dozenten, empfinden die sehr oft ihr eigenes fach am wichtigsten und wollen uns somit zu physikern,chemikern, o.ä ausbilden. das hinkt bei manchen wahrhaftig ein bisschen. kann man leider nichts machen. wir sitzen nunmal am kürzeren hebel :-/

Cassy
10.01.2008, 17:11
Ich bin jetzt, nach gerade einmal einem halbe Semester schon an dem Punkt angekommen dass ich zweife, ob ich das Studium überhaupt schaffen kann. Diese Grundlagen machen mich wirklich noch fertig. Meine Lernmotivation ist eigentlich noch die selbe wie zu Beginn des Semesters, aber funktionieren will einfach nichts :-heul Das frustriert einen wirklich...

Ich muss gestehen: ich sehne mich in letzter Zeit oft zurück zu meinem "alten Leben", in dem ich einfach ne Pflegekraft war, Geld verdient habe und anschließend meine Freizeit genießen konnte. Und was habe ich heute? Nur Lernen, lernen, lernen und überlegen, wie man das Studium am Besten finanzieren könnte :-oopss

PS: wie habt ihr auf z.B. Bio oder Physik gelernt? Nur gekreuzt oder auch Skripte oder Fachbücher gelesen?

agouti_lilac
10.01.2008, 17:22
Hallo Cassy,

mir ging es damals genauso... habe mich in die Pflege zurück gesehnt.
Ich gehe seitdem so an (oder probiere es): "Immer vorwärts, Schritt um Schritt."
Einen Test, ein Testat, eine Klausur abhaken, dann die nächste, nicht immer nur den Berg sehen.

Biologie hab ich mit Altklausuren gelernt, indem ich die Fragen speziell bei Wikipedia nachgeschaut habe; das hat ganz gut geklappt (in kurzer Zeit).

Ich bin kein guter Lerner... aber wichtig ist es, Psychohygiene zu betreiben (jaja, die Schwesternausbildung lässt grüßen :-D)... mal den teuren Cocktail statt immer nur Spezi, sich mal was gönnen, mal Freunde treffen,... sonst kriegt man einen Vogel hier im Studium... Kopf hoch!!

Cassy
10.01.2008, 17:28
@ agouti_lilac: ich danke dir für deine aufmunternden Worte. Leider sind die Klausuren jetzt so gelegen, dass sie alle geballt innerhalb weniger Tage vorkommen, da sieht man leider schon das Gebirge vor sich :-(

Wenn ich nur nicht ständig das eben Gelesene sofort wieder vergessen würde...

Doctöse
10.01.2008, 17:36
In meiner Magdeburger Verzweiflung habe ich Dinge, die ich mir nicht gut merken konnte mit einem dicken roten Stift auf Din A3 Papier geschrieben und die Blätter überall im Zimmer aufgehangen.
Irgendwann musste ich auch mal mein Lernumfeld wechseln. Krasseste aber effektivste Massnahme: Habe damals geduscht und währenddessen war der kleine Silbernagl an der Wand festgetaped :-)) :-oopss Lustigerweise weiss ich das noch genau, was ich während des Duschens gelesen habe :-nix

Etwas weniger ausgefallen, aber auch effektiv: Dinge laut vor sich hin aufsagen. Oder auch was bestimmtes Essen oder irgendwas duftendes in der Nähe haben, wenn man lernt. Damit kann man wunderbar ein paar Verknüpfungen schaffen und das gelesene kommt wieder, wenn man kurz vor/während der Prüfung das Futter oder den Duft hat.

Cassy
10.01.2008, 17:44
Essen ist immer gut :-))

lunascape
10.01.2008, 18:30
@Alle!

Joa, damit lässt sich ja nun schon wa anfangen. Fakt ist, wir sitzen wohl alle im gleichen Boot.....mich erschreckt aber diese völligst unsinnigen Praktika, in denen man mehr damit beschätig ist, nicht rauszufliegen oder sein Testat nicht zu erhalten, als dass man mal versucht Spass und Verständins für die Thematik aufzubringen. Das hat echt nichts mit "Studium" zu tun! Da hat Psychohygiene echt keinen Platz!
Irgendwas bleibt ja immer hängen, aber nicht wenn ich in Physik 3 Stunden lang mir die Birne wundrechne, mit irgendwelchen Formeln, die ich weder nachvollziehen noch behalten kann, nur damit am Ende irgendeine Lösung dem Dozenten vorzuzeigen ist. :-peng :-((
Nutzlos und arg nervenzerrend! Nun, ich werd mich jetzt an Chemie setzen.
K.A., aber hauptsache ich studiere Medizin....hm is klar *zwinker*

MediJulia
10.01.2008, 18:56
Ich bin drittes Semester und habe manchmal auch das Gefühl nicht alles lernen zu können. Ich muss aber sagen, dass ich entgegen der hier scheinbar überwiegenden Meinung nicht nur alles auswendig lerne. Das könnte ich auch gar nicht. Ich brauche um etwas auswendig zu lernen viel länger als wenn ich versuche es zu verstehen. Klar, viele Details muss man einfach lernen, aber gerade Physio und Biochemie kann man auch verstehen. Selbst Anatomie folgt einer gewissen Logik. Schließlich haben sich die (meisten) Anatomen was bei der Namensgebung gedacht, genauso wie es oft einen Sinn gibt, weshalb die Strukturen genau so verlaufen, Aussehen ect. . Bei Anatomie muss ich aber dazu sagen, dass ich im 2. Semester eine richtig gute Dozentin hatte, die von ihrem Fach total begeistert war und man das auch merkte, sodass der Unterricht bei ihr richtig Spaß machte und man Anatomie viel leichter lernen konnte.

Giant0777
10.01.2008, 19:09
Habe damals geduscht und währenddessen war der kleine Silbernagl an der Wand festgetaped :-)) :-oopss Lustigerweise weiss ich das noch genau, was ich während des Duschens gelesen habe :-nix


Das kann ich toppen! Habe mit selbstgeschriebenen Lernkarten beim Baden gelernt, die mir dann aus der Hand ins Wasser gefallen sind und sofort clean waren, weil ich immer mit Füller schreibe! :-heul

@an alle armen 1.Semester: Ansonsten ist es auch nicht das grösste Unglück auf Erden,wenn man mal durch eine Klausur durchfällt. Das sollte sicher nicht immer passieren, aber es schmeisst nicht gleich das ganze Studium. Wir haben im 1.Semester innerhalb von 2 Wochen 9 Klausuren geschrieben und bis auf eine, habe ich sie alle bestanden! Und ich gehöre sicher nicht zu den Einsteins hier! Insofern werdet Ihr alle, die das jetzt durchstehen müssen, auch Eure Erfolge haben !!!

Wartet mal ab, in ein paar Wochen lacht ihr nur darüber!

So und wenns mal gar nicht mehr geht - macht mal einen Tag ne Pause, dass hilft manchmal sehr! :-meinung

Cassy
10.01.2008, 19:14
Das klingt jetzt vielleicht richtig fies, aber ich bin froh dass es den "alten Hasen" unter euch auch mal so ergangen ist und ihr trotzdem noch dabei oder gar fertig seid ;-) Also liegts doch nicht nur an den momentanen Erstsemestern...

Giant0777
10.01.2008, 19:21
Das klingt jetzt vielleicht richtig fies, aber ich bin froh dass es den "alten Hasen" unter euch auch mal so ergangen ist und ihr trotzdem noch dabei oder gar fertig seid ;-) Also liegts doch nicht nur an den momentanen Erstsemestern...
@Cassy: Ihr müsst doch erstmal reinkommen ins dieses eigensinnige Studium! Die Ratschläge hier sind alle aus persönlichen Erfahrungen entstanden und müssen ja nicht automatisch auch für alle anderen gelten. Ich denke, man braucht 1-2 Semester, um seinen Weg zu finden.

Und Krisen hat man dann auch noch dauernd! :-meinung

...z.b. wenn man alle Enzyme der Glykolyse für gleichlautend/-klingend/-aussehend hält....... :-))

Grüsse, Giant

Cassy
10.01.2008, 19:30
Mit fällt es einfach nach so vielen Jahren ohne Lernen einfach so schwer wieder reinzukommen. Für meine Ausbildung war ich äußerst faul, hab nie gelernt (auf`s Examen eigentlich auch nicht) und trotzdem super abgeschlossen...

Muss meine lahmen Gehirnzellen jetzt erst mal wieder in Bewegung bringen, dann hoffe ich dass das schon irgendwie funktioniert.

MediJulia
10.01.2008, 20:35
Hab im ersten auch recht ineffizient gelernt, v.a. Anatomie. Da ich Physikleistungskurs hatte, hatte ich mit Physik, Chemie und Bio weniger Probleme. Habe eben auch Anatomielernen auch erst im 2. Semester gelernt. Jetzt hab ich Neuroanatomie und da muss man auch wieder etwas anders lernen...

Es ist oft auch wichtig mit dem richtigen Buch (für sich) zu lernen und nicht unbedingt nach dem Empfehlungen anderer oder nach dem Preis zu gehen. Jeder wird merken mit welchen Schreibstil, Aufbau, usw. er besser klar kommt. Deshalb nicht immer sofort kaufen. Auch wenn man das Buch schon gekauft hat, lohnt sich manchmal eine Neuanschaffung, wenn man dann doch nicht mit dem Buch klar kommt. Es gibt zur Not ja noch diverse Internetseiten, wo man sie dann wieder los werden kann, wenn man sie nicht mehr benötigt.

Auf jeden Fall nicht entmutigen lassen.