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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alternativmedizin/Ganzheitsmedizin!Wie gut ist sie wirklich?



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Hippokrates2
18.01.2008, 22:17
Hallo,

mit diesem thread möchte ich all die ansprechen, die etwas übrig haben für Alternativverfahren und die , die dagengen sprechen!

Ich selbst bin in Ausleitungsverfahren, Neuraltherapie, Reintoxine/Schlangengifttherapie,Grundlagen der Chiropraktik, Zelltherapie ( xenogen), Ozon-/Sauerstofftherapie und in der H.O.T.( Hämatogene Oxidations Therapie) ausgebildet.
Ich finde, das sind super Therapieverfahren, die eine große Indikationsbreite haben und dass sie manchmal ''Wunder'' wirken!

Ich hoffe, wir werden hier eine aufregende Diskussion führen, die letzlich vielen von uns bereichern wird.

Gruß, Hippokrates2

Sebastian1
18.01.2008, 23:30
Ich bin von Natur aus extrem skeptisch, siehe dazu mein Posting im Homöopathiethread. Aber nun gut, man soll ja nicht voreingenommen an die Dinge herangehen.
Aber: Um zu überzeugen, MUSS eine jede Therapieform (ob schul- oder alternativmedizinisch) Ihre Wirksamkeit belegen.
Ich wäre daher dankbar, wenn du mir kurz die (vermuteten) Wirkprinzipien der von dir angewandten Therapieformen erklären würdest nebst einschlägigen Studien (die selbstverständlich üblichen und anerkannten wissenschaftlichen Kriterien entsprechen müssen), welche die Wirksamkeit belegen oder zumindest nahelegen. (Und eine "Lebensenergie weil Energie gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat-Theorie" ist für mich Laienbelaberung, keinesfalls ein Beweis oder statistisch signifikanter Zusammenhang. Daher sieht man das im Zusammenhang mit der Homöopathie zum Beispiel nicht: weil es solche Studienergebnisse auch in Studien mit >40.000 Probanden bisher nicht gibt. Daher und aus der Unnachvollziehbarkeit der gemutmaßten Wirkprinzipien resultiert meine Skepsis.)

Hippokrates2
19.01.2008, 00:02
Ich bin von Natur aus extrem skeptisch, siehe dazu mein Posting im Homöopathiethread. Aber nun gut, man soll ja nicht voreingenommen an die Dinge herangehen.
Aber: Um zu überzeugen, MUSS eine jede Therapieform (ob schul- oder alternativmedizinisch) Ihre Wirksamkeit belegen.
Ich wäre daher dankbar, wenn du mir kurz die (vermuteten) Wirkprinzipien der von dir angewandten Therapieformen erklären würdest nebst einschlägigen Studien (die selbstverständlich üblichen und anerkannten wissenschaftlichen Kriterien entsprechen müssen), welche die Wirksamkeit belegen oder zumindest nahelegen. (Und eine "Lebensenergie weil Energie gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat-Theorie" ist für mich Laienbelaberung, keinesfalls ein Beweis oder statistisch signifikanter Zusammenhang. Daher sieht man das im Zusammenhang mit der Homöopathie zum Beispiel nicht: weil es solche Studienergebnisse auch in Studien mit >40.000 Probanden bisher nicht gibt. Daher und aus der Unnachvollziehbarkeit der gemutmaßten Wirkprinzipien resultiert meine Skepsis.)

Such Dir bitte eine Theraipemethode aus und ich werde Dir versuchen, die Wirkprinzipien zu erläutern!

Sebastian1
19.01.2008, 00:10
Nun, du hast schon mit der Homöopathie begonnen, du hast weitere Verfahren in deinem EIngangspost genannt und möchtest Alternativ/Ganzheitsmedizin im gesamten in einem einzelnen Thread diskutiert wissen. Warum muss ich mir dann was rauspicken? Warum schränkst du dann wieder ein? Weil du selbst merkst, dass das wohl nicht klappen wird? Weil es durchaus Methoden neben der Schulmedizin gibt, die Ihre Berechtigung haben und solche, die direkt gefährdend sind?

Achja, da fällt mir noch ein: Warum nennst du es "Ganzheitsmedizin"? Impliziert das, dass andere Behandlungsmethoden "unganzheitlich" und damit unvollständig sind?

Coxy-Baby
19.01.2008, 08:55
Hallo,

mit diesem thread möchte ich all die ansprechen, die etwas übrig haben für Alternativverfahren und die , die dagengen sprechen!

Ich selbst bin in Ausleitungsverfahren, Neuraltherapie, Reintoxine/Schlangengifttherapie,Grundlagen der Chiropraktik, Zelltherapie ( xenogen), Ozon-/Sauerstofftherapie und in der H.O.T.( Hämatogene Oxidations Therapie) ausgebildet.
Ich finde, das sind super Therapieverfahren, die eine große Indikationsbreite haben und dass sie manchmal ''Wunder'' wirken!

Ich hoffe, wir werden hier eine aufregende Diskussion führen, die letzlich vielen von uns bereichern wird.

Gruß, Hippokrates2

Mann mann mann diese tollen "Therapien" klingen ja so toll und hochtrabend,
daß ich fast versucht bin mein Studium zu schmeißen und mich
von einem ausgebildeten Schamanen/Guru in die Geheimnisse des Heilens
einführen zu lassen.

Aber sag mal Placebos haben doch auch eine große Therapiebreite und
wirken MANCHMAL "Wunder" und sind billiger wäre das nicht die bessere
Alternative??
Oder wie wärs mal mit I.B.O. (Improved Brain Oxygenation) Ja ja auch
ich kann tolle Therapien entwickeln.....

Meine Meinung: 99,9% dieser "alternativen Therapien" dient nur dazu
den armen Leuten die Kohle aus der Tasche zu ziehen und das mag
ich gar net.

Evil
19.01.2008, 10:12
Ich glaube, es wird nicht klappen, besserwisserische Vorkliniker und gläubige Alternativmediziner an einen Tisch zu bringen, deshalb geb ich diesem Thread hier wenig Chancen...

milz
19.01.2008, 10:28
Ich selbst bin in Ausleitungsverfahren, Neuraltherapie, Reintoxine/Schlangengifttherapie,Grundlagen der Chiropraktik, Zelltherapie ( xenogen), Ozon-/Sauerstofftherapie und in der H.O.T.( Hämatogene Oxidations Therapie) ausgebildet.
Da lässt man sich besser zum Trickbetrüger ausbilden. Da weiß man wenigstens was man tut. ;-) Sorry, aber das ist teilweise purer Nepp und wenn Du selbst dran glaubst, dann sei Dir das zugute gehalten, aber Du weißt ja, gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

Der ganze Zoo an Alternativverfahren besteht hauptsächlich aus Therapien, die von der "Schulmedizin" wegen Unwirksamkeit aussortiert wurden oder die es nie geschafft haben, ihre Wirksamkeit nachzuweisen.

Ich bin sehr dafür, dass jeder, der auf Kranke losgelassen wird, ein Medizinstudium zu absolvieren hat (d.h. das Heilpraktikerwesen zu verbieten), damit der Therapeut wenigstens die Chance hat zu erkennen, was er da tut.

McBeal
19.01.2008, 10:31
Ich gebe Dir in dem Punkt Recht, dass ganzheitliche Medizin, also das Sehen des Patienten als "Ganzes" und nicht nur der einzelnen Erkrankungen wichtig ist und besser hilft.
Das fängt allerdings schon ganz schulmedizinisch dabei an, dass ich Nebendiagnosen berücksichtige und Wechselwirkungen von Medikamenten beachte, versuche, den Patienten in der Praxis- oder Krankenhaussituation eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und in mein Denken auch psychiatrische und psychosomatische Diagnosen miteinfließen lasse und die Möglichkeit eines Konsils bzw. der Überweisung zu den Kollegen dieser Fächer miteinbeziehe.

So sehe ich m.M. nach den Patienten auch ganzheitlich und kann ihn doch rein schulmedizinisch und (was noch viel wichtiger ist) mit nachgewiesenermaßen hilfreichen Medikamenten und Therapien behandeln.

LG,
Ally

Coxy-Baby
19.01.2008, 10:56
Ich glaube, es wird nicht klappen, besserwisserische Vorkliniker und gläubige Alternativmediziner an einen Tisch zu bringen, deshalb geb ich diesem Thread hier wenig Chancen...

Ich weiß auch nicht ob es überhaupt möglich ist, alle an einen Tisch zu kriegen,
den dafür gehen ja die Meinungen über "alternative" Behandlungen einfach
zu weit auseinander oder??

Oder darf ich als besserwisserischer Vorkliniker nichts zum Thema sagen??

christo
19.01.2008, 11:55
Gerade die Neuraltherapie ist hochgefährlich. Wo soll ein Heilpraktiker denn bitte das Wissen hernehmen um in der Anatomie so fit zu sein? Praktikas unter Heilpraktikern sind sehr unüblich. Einheitliche Fortbildungssysteme gibt es nicht und werden von der Mehrheit abgelehnt.

Hippokrates2
19.01.2008, 12:31
Mann mann mann diese tollen "Therapien" klingen ja so toll und hochtrabend,
daß ich fast versucht bin mein Studium zu schmeißen und mich
von einem ausgebildeten Schamanen/Guru in die Geheimnisse des Heilens
einführen zu lassen.

Aber sag mal Placebos haben doch auch eine große Therapiebreite und
wirken MANCHMAL "Wunder" und sind billiger wäre das nicht die bessere
Alternative??
Oder wie wärs mal mit I.B.O. (Improved Brain Oxygenation) Ja ja auch
ich kann tolle Therapien entwickeln.....

Meine Meinung: 99,9% dieser "alternativen Therapien" dient nur dazu
den armen Leuten die Kohle aus der Tasche zu ziehen und das mag
ich gar net.

Du sollst deswegen nicht Dein Studium schmeißen, so ist das nicht gemeint!
Die Diskussion soll lediglich dazu dienen, einige gute Alternativverfahren zu durchleuchten und ggf. um sie den Einen oder Anderen näher zu bringen!
Diese Methoden haben nichts mit Placebo zu tun und damit zieht man auch den Leuten das Geld nicht aus der Tasche. Ich bin überzeugt, dass Du Dich in diesem Gebiet gar nicht auskennst, denn sonst würdest Du nicht gleich so 100% dagegen sein:-)

Hippokrates2
19.01.2008, 12:39
Gerade die Neuraltherapie ist hochgefährlich. Wo soll ein Heilpraktiker denn bitte das Wissen hernehmen um in der Anatomie so fit zu sein? Praktikas unter Heilpraktikern sind sehr unüblich. Einheitliche Fortbildungssysteme gibt es nicht und werden von der Mehrheit abgelehnt.

Es geht nicht darum, wer sie ausübt, sondern um die Therapiemethode an sich! ICh bin nicht hier, um darüber zu diskutieren, ob ein Heilpraktiker besser ist als ein Arzt; denn wenn ich der Meinung wäre, dass HP besser sein, dann würde ich auch nicht FA für Allgemeinmedizin werden wollen...

Hippokrates2
19.01.2008, 13:08
Ich gebe Dir in dem Punkt Recht, dass ganzheitliche Medizin, also das Sehen des Patienten als "Ganzes" und nicht nur der einzelnen Erkrankungen wichtig ist und besser hilft.
Das fängt allerdings schon ganz schulmedizinisch dabei an, dass ich Nebendiagnosen berücksichtige und Wechselwirkungen von Medikamenten beachte, versuche, den Patienten in der Praxis- oder Krankenhaussituation eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und in mein Denken auch psychiatrische und psychosomatische Diagnosen miteinfließen lasse und die Möglichkeit eines Konsils bzw. der Überweisung zu den Kollegen dieser Fächer miteinbeziehe.

So sehe ich m.M. nach den Patienten auch ganzheitlich und kann ihn doch rein schulmedizinisch und (was noch viel wichtiger ist) mit nachgewiesenermaßen hilfreichen Medikamenten und Therapien behandeln.

LG,
Ally

Das ist nicht verkehrt, was Du da schreibst! Aber GAnzheitsmedizin ist noch mehr als das, was Du beschrieben hast.
Was ist eigentlich Ganzheitsmedizin?
Die Ganzheitsmedizin hat die Aufgabe mit dem Grundwissen der Schulmedizin und mit dem empirischen Wissen der Naturheilkunde Therapierichtungen zu sammeln, um diese seriös und gezielt da anzuwenden, wo eben nebenwirkungsfreie Heilung erzeugt werden kann.

Grundvoraussetzung ist dabei, dass der Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht und dass die Schulmedizin - nicht zuletzt auch wegen der Sorgfaltspflicht - als Grundlage in die Ganzheitsmedizin einbezogen wird.
Die Ganzheitsmedizin verfolgt das Ziel, die Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen zu achten und den ganzen Menschen mit all seiner Vielfalt zu behandeln. Nicht Symptome sollen bekämpft werden, sondern Gesundheit soll durch Heilung wiederhergestellt werden.

Dies wird an einem Beispiel deutlich. Ein Patient, der womöglich seit geraumer Zeit Schmerzen in der Halswirbelsäule, am Kopf, im Rücken oder sonst wo leidet, kann mit einem Schmerzmittel eben nicht geheilt werden. Das Symptom Schmerz wird durch das Schmerzmittel lediglich vorübergehend betäubt bzw. unterdrückt.
Trotzdem wird den meisten Schmerzpatienten nur ein Schmerzmittel als Therapie angeboten. Heilung bedeutet in diesem Zusammenhang, das Auftreten der Schmerzen nebenwirkungsfrei zu verhindern oder gar zu beseitigen und dass dieser Zustand auch nach Abschluss der Therapie erhalten bleibt!

Im Übrigen:WERTFREIHEIT ist ein wichtiger Grundsatz der Ganzheitsmedizin.

Coxy-Baby
19.01.2008, 13:19
Du sollst deswegen nicht Dein Studium schmeißen, so ist das nicht gemeint!
Die Diskussion soll lediglich dazu dienen, einige gute Alternativverfahren zu durchleuchten und ggf. um sie den Einen oder Anderen näher zu bringen!
Diese Methoden haben nichts mit Placebo zu tun und damit zieht man auch den Leuten das Geld nicht aus der Tasche. Ich bin überzeugt, dass Du Dich in diesem Gebiet gar nicht auskennst, denn sonst würdest Du nicht gleich so 100% dagegen sein:-)

Na dann nenn doch mal ein paar gute Alternativtherapien die sehr gut sind,
wirken, nebenwirkungsfrei sind und WISSENSCHAFTLICH fundiert,
denn dann fällt ja die Neuraltherapie z.B. schon mal raus oder nicht??
Für wirklich gute Alternativbehandlungen ist wohl jeder dankbar, denn jeder
Arzt wird bestrebt sein zu HEILEN (auch wenns meistens nicht geht) und das
möglichst schonend für den Patienten.

Kevin the Cannibal
19.01.2008, 13:33
Die Ganzheitsmedizin hat die Aufgabe mit dem Grundwissen der Schulmedizin und mit dem empirischen Wissen der Naturheilkunde Therapierichtungen zu sammeln, um diese seriös und gezielt da anzuwenden, wo eben nebenwirkungsfreie Heilung erzeugt werden kann.

In irgendeinem Lehrbuch (ich glaube es war der Lüllmann, Mohr) habe ich ein schönes Zitat dazu gefunden: "Ein Medikament ohne Nebenwirkungen steht in dringendem Verdacht auch keine Hauptwirkung zu haben".
Unser Organismus funktioniert nun mal so komplex, dass es für einen einzelnen Arzt so gut wie unmöglich ist, wirklich ganzheitlich zu denken und zu (be-)handeln. Unter "ganzheitlich" verstehe ich hier: ALLE Faktoren der Pathogenese und ALLE möglichen Auswirkungen einer Therapie berücksichtigen.



Grundvoraussetzung ist dabei, dass der Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht und dass die Schulmedizin - nicht zuletzt auch wegen der Sorgfaltspflicht - als Grundlage in die Ganzheitsmedizin einbezogen wird.

Körper: ja
Seele und Geist: sind Phänomene der zugrundeliegenden organischen Prozesse. Alles andere gehört ins Reich von (Aber-)Glauben und Religionen.

Die sog. "Schulmedizin", also eine auf naturwissenschaftlichen, d.h. gesicherten Erkenntnissen fußende Medizin kommt der o.a. "Ganzheitlichkeit" im Vergleich mit allen anderen therapeutischen Ansätzen, die sich die Menschheit bis heute ausgedacht hat, noch am nächsten. Weil gerade hier wenigstens versucht wird, alle Faktoren zu berücksichtigen.

Und zu dieser Schulmedizin zählen ja auch Disziplinen, wie Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie.



Die Ganzheitsmedizin verfolgt das Ziel, die Einheit von Körper, Seele und Geist des Menschen zu achten und den ganzen Menschen mit all seiner Vielfalt zu behandeln. Nicht Symptome sollen bekämpft werden, sondern Gesundheit soll durch Heilung wiederhergestellt werden.

Sorry, aber das ist nichtssagendes "Geschwurbel" das Du irgendwo aufgeschnappt hast (Dahlke?, Dethlefsen?) und hier nachplapperst.



Dies wird an einem Beispiel deutlich. Ein Patient, der womöglich seit geraumer Zeit Schmerzen in der Halswirbelsäule, am Kopf, im Rücken oder sonst wo leidet, kann mit einem Schmerzmittel eben nicht geheilt werden. Das Symptom Schmerz wird durch das Schmerzmittel lediglich vorübergehend betäubt bzw. unterdrückt.
Trotzdem wird den meisten Schmerzpatienten nur ein Schmerzmittel als Therapie angeboten. Heilung bedeutet in diesem Zusammenhang, das Auftreten der Schmerzen nebenwirkungsfrei zu verhindern oder gar zu beseitigen und dass dieser Zustand auch nach Abschluss der Therapie erhalten bleibt!

Den einzigen Vorwurf, den man hierzulande dem Schulmediziner machen könnte, ist dass er sich im Allgemeinen nicht genügend Zeit für seinen Patienten nimmt um eine ausführliche Anamnese zu erheben und daran anknüpfend eine sichere Diagnose zu stellen. Der Fehler liegt jedoch zumindest in unseren Breiten nicht in der Schulmedizin an sich begründet, sondern in unserem mehr als bescheuerten Gesundheitssystem. Durchschnittlich 5 Minuten pro Patient sind eben etwas wenig um anständig arbeiten zu können.

christo
19.01.2008, 13:56
Es geht nicht darum, wer sie ausübt, sondern um die Therapiemethode an sich! ICh bin nicht hier, um darüber zu diskutieren, ob ein Heilpraktiker besser ist als ein Arzt; denn wenn ich der Meinung wäre, dass HP besser sein, dann würde ich auch nicht FA für Allgemeinmedizin werden wollen...

Gerne anders:
Die Neuraltherapie ist ein gefährliches Verfahren. Der nicht nachgewiesene Nutzen bzw die nachgewiesene Unwirksamkeit steht hierzu in keinem Verhältnis.

Besondere Brisanz erhält die Thematik eben dadurch das schlecht ausgebildete Therapeuten (auch Ärzte!) das verfahren unkritisch anwenden.
So etwas als SANFTE Medizin zu verkaufen ist unethisch.

Hippokrates2
19.01.2008, 14:44
In irgendeinem Lehrbuch (ich glaube es war der Lüllmann, Mohr) habe ich ein schönes Zitat dazu gefunden: "Ein Medikament ohne Nebenwirkungen steht in dringendem Verdacht auch keine Hauptwirkung zu haben".
Unser Organismus funktioniert nun mal so komplex, dass es für einen einzelnen Arzt so gut wie unmöglich ist, wirklich ganzheitlich zu denken und zu (be-)handeln. Unter "ganzheitlich" verstehe ich hier: ALLE Faktoren der Pathogenese und ALLE möglichen Auswirkungen einer Therapie berücksichtigen.


Körper: ja
Seele und Geist: sind Phänomene der zugrundeliegenden organischen Prozesse. Alles andere gehört ins Reich von (Aber-)Glauben und Religionen.

Die sog. "Schulmedizin", also eine auf naturwissenschaftlichen, d.h. gesicherten Erkenntnissen fußende Medizin kommt der o.a. "Ganzheitlichkeit" im Vergleich mit allen anderen therapeutischen Ansätzen, die sich die Menschheit bis heute ausgedacht hat, noch am nächsten. Weil gerade hier wenigstens versucht wird, alle Faktoren zu berücksichtigen.

Und zu dieser Schulmedizin zählen ja auch Disziplinen, wie Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie.


Sorry, aber das ist nichtssagendes "Geschwurbel" das Du irgendwo aufgeschnappt hast (Dahlke?, Dethlefsen?) und hier nachplapperst.


Den einzigen Vorwurf, den man hierzulande dem Schulmediziner machen könnte, ist dass er sich im Allgemeinen nicht genügend Zeit für seinen Patienten nimmt um eine ausführliche Anamnese zu erheben und daran anknüpfend eine sichere Diagnose zu stellen. Der Fehler liegt jedoch zumindest in unseren Breiten nicht in der Schulmedizin an sich begründet, sondern in unserem mehr als bescheuerten Gesundheitssystem. Durchschnittlich 5 Minuten pro Patient sind eben etwas wenig um anständig arbeiten zu können.

Bitte nicht falsch verstehen! Mir liegt es fern, die Schulmedizin anzuprankern!
Du hast Recht, mehr Zeit wäre von Vorteil!...
Du hast aber Unrecht, wenn es darum geht, dass die Funktion unseres Organismus viel zu komplex sei ( bis hier hast Du immer noch REcht) und dass es deswegen ummöglich sei ganzheitlich zu denken und zu Therapieren ( hier nicht mehr).

Hier ein Beispiel um den Unterschied deutlich zu machen:
Wir haben einen Patienten, der 10 Jahre bereits an einer chronischen Sinusitis leidet. Es sind mehrmal Antibiotika-Kuren, evtl. gar schon Operationen durchgeführt worden.
Eine ganzheitsmedizinische Diagnostik könnte nun ergeben, dass diese chronische Sinusitis begründet ist durch einen chronischen Lymphstau am Hals, dem Lymphabfluss des Kopfes, der sog. Tonsilla tubaria!
Energetisch aber hängt die Tonsilla tubaria zusammen mit der Situation im Dickdarm. So könnte eine chronische Fehlbesiedlung des Darmes, sprich eine Dysbakterie und evtl. Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm zu einer chronischen Irritation des Dickdarms führen. Diese chronische Irritation des Dickdarm bedingt nun den Lymphstau des Kopf-Hals-Lymphatikums und dieser Lymphstau bedingt die chronischen Sinusitis!
Nach einer solches Diagnostik würde ein entsprechend ausgebildeter Therapeut zunächst einmal die Situation im Dickdarm therapieren und nicht an der Nasennebenhöle ansetzen! Dann, nach Stabilisation des Dickdarms, würde er sich dem Lymphfluss des Kopf-Hals-Lymphatikums zuwenden.Erst dann würde er die Nasennebenhölen therapieren - UND DAS MIT GROßEN ERFOLG!
Diese Denkweise bekommst Du aber nicht im Studium!

Nach dem Studium bist Du zunächst froh, dass Du alles ( Lernen...) hinter Dir hast. Später in der Praxis muss Du dann feststellen, dass die ''symtomatische'' Therapie viele Patienten unzufrieden macht und Dich selbst auch. Du wirsd die Erfahrung machen, dass Vieles geht und das Vieles in den Griff zu bekommen ist.Aber auch diese, dass Vieles nicht geht ( überwiegend) und dass die Patienten unzufrieden sind, weil die Therapie keine Erfoge zeigt, oder gar mit sehr unangenehmen Nebenwirkungen behaftet ist.
Eine andere Erfahrung , die Dir auch bevorstehen wird, ist, dass Dir Patienten plötzlich wegsterben werden auf Grund der vielen Medikamenten, die sie einnehmen mussen, die sich gegenseitig potenzierten und kummulierten und schließlich dazu geführt haben.
Spätestens dann fängst Du eventuell an, nach Alternativen zu suchen! Sicherlich trifft das nicht auf alle Fachbereiche der Medizin zu. Meistens sind Allgemeinmediziner davon betroffen...

Die Frage ist aber, ob Du dann noch Lust hast, Dich mit den Alternativen auseinander zu setzen, Dich wieder Jahre mit neuem Lernen zu beschäftigen und viel Zeit und Kosten zu investieren? Oder wirs Dich dagengen entscheiden, weil Du Dir das alles nicht mehr antun möchtest und es so hinnehmen? Wer weiß?...

Hippokrates2
19.01.2008, 14:54
Gerne anders:
Die Neuraltherapie ist ein gefährliches Verfahren. Der nicht nachgewiesene Nutzen bzw die nachgewiesene Unwirksamkeit steht hierzu in keinem Verhältnis.

Besondere Brisanz erhält die Thematik eben dadurch das schlecht ausgebildete Therapeuten (auch Ärzte!) das verfahren unkritisch anwenden.
So etwas als SANFTE Medizin zu verkaufen ist unethisch.


Wenn Du so willst, dann ist auch die koventionelle Pharmakotherapie gefährlich - wenn man sie nicht beherrscht! Wenn man sich für eine Therapiemethode entscheidet, dann muss man sich darüber im klaren sein, ob man es kann oder nicht. Wenn nicht, dann sollte man auch die Finger davon lassen!
Oh, die Wirksamkeit ist belegt! Oder hast Du nie über Injetionen an das Ganglion Stellatum, Plexus Lumbo-sacralis, präsakrale Infiltration u.a. gehört? Das Funktioniert hervorragend!
Du meist sicherlich die Theorie mit dem Störfeld,oder?

Nemesisthe2nd
19.01.2008, 15:38
Oh, die Wirksamkeit ist belegt! Oder hast Du nie über Injetionen an das Ganglion Stellatum, Plexus Lumbo-sacralis, präsakrale Infiltration u.a. gehört? Das Funktioniert hervorragend!
Du meist sicherlich die Theorie mit dem Störfeld,oder?

und genau das meinte christo mit beherrschen... wer kann denn schon einfach so freihand das ganglion stellatum gezielt treffen und das möglichst ohne dabei umliegende strukturen zu verletzen... außerdem gibts ja noch ne kleine sicherheitskontrolle ob man getroffen hat... haben die patienten danach nen horner-syndrom? nein? dann wurde auch nicht getroffen... ;-)


und zu deinem lymphabfluss-geschwafel... die tonsilla tubaria kann den abfluss der eustachschen röhre blockieren (mittelohr-entzündung) aber mit lymphabfluss hat die nichts zu tun... die abflüsse der Nasennebenhöhlen treten unter den choanen aus, das ist ne ecke weg vom torus tubarius...

ist aber natürlich geschickt... einfach dem patienten einreden er hätte ein darmproblem und dann später mal nachfragen ob die nase noch stört...
außerdem... wenn es wirklich ein problem des lymphabflusses ist, der durch den darm verursacht wird... müsste dann nicht nur auf der linken seite ein problem bestehen? (siehe lymphabflusswege)

Kevin the Cannibal
19.01.2008, 16:13
Bitte nicht falsch verstehen! Mir liegt es fern, die Schulmedizin anzuprankern!

Doch! Du sprichst unseren Ärzten die ganzheitliche Denkweise ab. Damit stellst Du sie, zumindest indirekt, für blöde hin. Dagegen gilt es sich zu wehren.

Zum Begriff über den wir hier diskutieren.
Ganzheitlichkeit (Wikipedia) (http://de.wikipedia.org/wiki/Ganzheitliche_Medizin#Moderne_Ans.C3.A4tze_ganzhei tlicher_Medizin)
Beachte insbesondere den Abschnitt: "Moderne Ansätze ganzheitlicher Medizin"