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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assi aus Polen - Vergleich Polen und Deutschland? [Unfallchirurgie]



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Christoph_A
05.02.2008, 13:16
Is zwar jetzt offtopic, aber daran merkt man, daß Du keine Ahnung der deutschen Krankenhauslandschaft hast, Chris06.
Schweden hat ein paar Milliönchen Einwohner und das Land ist stellenweise so dünn besiedelt, daß die Leute wirklich weit transportiert werden müssen, da haste Recht.
Wenn Du einem Kreis sein Krankenhaus dichtmachst und alten Leuten zumutest, daß sie mal 100km bis zur nächsten Klinik schippern müssen und da sicher nie Besuch bekommen können ( da die Freunde genauso alt sind ), dann hast ihnen ein schönes Trauma gesetzt. Zumal ein 600 Betten Haus so ein Einzugsgebiet versorgt, das Du nie mit Lauterbachschen MVZs alleine wirst versorgen können. Aber ich mal nen Vorschlag-warum nicht bloß Kliniken in Städten über 250000 Einwohner lassen-dann könnte man die Einzugsgebiete vernetzen und den Duchsatz verdichten und die "kleinen" Häuser braucht ja eh keiner.
Ist außerdem ein ziemlicher Trugschluß, daß die "Kleinen" nicht wirtschaftlich arbeiten können-die machen oft eine sinnvolle Arbeit, nur daß die Sch*** DRGs diese nicht mehr ausreichend honorieren.
P.S.: Sorry für den off topic Exkurs.

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 13:27
Wenn an dem Wald- und Wiesen-Kreiskrankenhaus imNirgendwo keiner mehr arbeiten will, wird dem Krankenhausträger und den alten Leutchen wohl nichts anderes übrig bleiben. ;-)

John Silver
05.02.2008, 13:39
Du hattest von kleinen Wald- und Wiesenkrankenhäusern gesprochenen und von einer Abteilung mit weniger als 8 Assis.

Lies nochmal, was ich geschrieben habe. Ich sprach von kleineren, nicht von kleinen, Häusern. Außerdem habe ich als Beispiel eine Abteilung mit dem Schlüssel 1-X-10 angeführt und gesagt, daß solche Häuser oft nicht mal 8 Assis haben - sollten aber 10 sein. Und ein Haus mit 10 Assistenten in der Chirurgie kann soo klein gar nicht sein, das hat mindestens 60-70 chirurgische Betten.


Es gibt auch kleine (Kreis)-Krankenhäuser mit 250 Betten und Abteilungen mit einem Stellenschlüssel von 1-2-7.
In so kleinen Häusern mit so kleinen Abteilungen hat man zwangslaüfig häufiger Nacht- und WE-Dienste, ganz egal nach welchem Dienstplanmodell gearbeitet wird. Und vor allem die OÄ haben jede zweite bis dritte Woche Hintergrunddienst, selbst wenn sich der Chef am Hintergrunddienst beteiligt.

Das ist wahr, aber ich verstehe nicht, weshalb dies ein Grund sein soll, solche Häuser zu schließen.


Wenn in 20-30 km Entfernung zu einem solchen kleinen Haus gleich mehrere große Krankenhäuser der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung sind, kann man schon überlegen, ob das kleine Haus um jeden Preis gehalten werden muss.

Sag mal, wann hast Du das letzte mal eine Karte Deutschlands vor Augen gehabt? Das Schlüsselwort ist "wenn". In der Tat ist ein kleines Haus neben mehreren großen Kliniken u.U. sinnlos. Es gibt aber haufenweise kleinere Kreiskrankenhäuser, von denen aus die nächste Klinik der Maximalversorgung mindestens 70-80 km entfernt ist. Das sind z.B. 70 und mehr km, die ein frischer Herzinfarkt in der Gegend herumgekarrt wird, während sich das Myokard verabschiedet. Und da die ländlichen Gebiete Deutschlands z.T. wesentlich dichter besiedelt sind, als in Schweden, ist Dein Vergleich sinnlos.


Wenn da keiner hin will, müssen eben auch solche Häuser geschlossen werden und die Einwohner aus dem Nirgendwo irgendwo anders hin gebracht werden. In Schweden müssen Krankentransporte noch viel größere Entfernungen überwinden und die Schweden überlebens auch meistens.


Das ist ebenfalls eine sinnlose Aussage. In Schweden werden die Menschen nicht deswegen über große Entfernungen trasportiert, weil alle das so toll finden, sondern weil die Schweden schon länger nicht genug Ärzte hatten, um die Versorgung vor Ort zu gewährleisten. In Deutschland droht dieser Zustand ebenfalls, doch das ist keineswegs ein Grund, zu behaupten, in Schweden sei die Sache besser gelöst. Die schwedische Lösung ist eine Notlösung. Man muß keine Krankenhäuser gleich zumachen, nur weil dort keiner arbeiten will. Intelligenter ist es, sich zu fragen, warum dort keiner arbeiten will. Die Antwort heißt: wenn man schon schlechte Arbeitsbedingungen und unangemessene Bezahlung hinnehmen muß, so besser in einer attraktiveren Wohngegend, und diese ist für immer mehr Menschen eine größere Stadt, kein Dorf. Und die Lösung liegt in der Verbesserung der Bedingungen in Wald-und-Wiesen-Häusern, nicht in der Schließung.

P.S.: Es ist naiv, zu glauben, nur in kleinen Häusern seien viele Nachtdienste üblich. Es gibt nicht wenige große Häuser der Maximalversorgung mit 1000 Betten, in denen man 6 Dienste pro Monat schieben muß, weil nicht ein, sondern drei Dienste parallel im Haus sind. Und das ist noch viel schlimmer, als ein Dienst in einem Wald-und-Wiesen-Haus, weil man als 3.Dienst keine Medizin praktiziert, sondern nur für BEs, IVs und Medikamente zuständig ist.

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 13:40
@Christoph A: Wieviel Buschzulage müsste man Dir denn bezahlen, damit Du von München nach Plauen oder Cottbus umziehen würdest?


Oder wenigstens nach Dillingen (http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Dillingen/Uebersicht/Artikel,Mehr-Geld--soll-Aerzte-aufs-Land-locken_arid,1159370_regid,2_puid,2_pageid,4495.htm l)? Das wäre ja immerhin noch Bayern.


Mehr Geld soll Ärzte aufs Land locken

Dillingen (mia) - Auf den derzeitigen Tarifkonflikt um mehr Geld für Krankenhausärzte reagiert man an den Kreiskliniken zurückhaltend. "Derzeit laufen Verhandlungen. Wir warten ab", kommentiert Monika Eder, Betriebsratsvorsitzende am Dillinger Kreiskrankenhaus, die Situation. Doch sie hält für die Ärzte am unteren Ende der Einkommensskala eine Aufbesserung für erforderlich. Denn mit dem geringen Gehalt ist auch der Ärztemangel zu begründen. "Die kleinen Häuser sind davon doch weitaus mehr betroffen als die großen", so Eder.


An den beiden Kreiskliniken in Wertingen und Dillingen gebe es mehrere offene Stellen, sagt Personalchef Wolfgang Voit. In Dillingen sei man konkret auf der Suche nach einem Facharzt für Anästhesie und einem Assistenzarzt in der Inneren Medizin. In Wertingen sei schon seit längerer Zeit die Oberarztstelle in der Inneren Abteilung unbesetzt. "Wir sind froh, jetzt einen Assistenzarzt gefunden zu haben", so Voit.

Das Überangebot an attraktiven Stellen bundesweit sei zu groß. Die jungen Ärzte könnten sich aussuchen, wo sie hinwollen. [....]

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 13:52
Sag mal, wann hast Du das letzte mal eine Karte Deutschlands vor Augen gehabt? Das Schlüsselwort ist "wenn". In der Tat ist ein kleines Haus neben mehreren großen Kliniken u.U. sinnlos. Dafür brauche ich keine Karte Deutschlans anzusehen, da reicht ein Blick aus meinem Fenster. :-))

John Silver
05.02.2008, 14:05
Du kannst aus Deinem Fenster ganz Deutschland überblicken? Boh, das Zeug, das Du geraucht hast, will ich auch haben! :-D

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 14:13
Du kannst aus Deinem Fenster ganz Deutschland überblicken? Boh, das Zeug, das Du geraucht hast, will ich auch haben! :-DAlso:
An meinem Wohnort gibt es ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 250 Betten.

20 km westlich von meinem Wohnort gibt es ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 600 Betten.

20 km östlich meines Wohnorts gibt es (in einer Großstadt) mehrere große Krankenhäuser der Schwerpunkt- und Maximalversorgung. (genaue Zahlen hab ich jetzt nicht rausgesucht.)

25 km östlich von uns gibt es ein Uniklinikum.

40-50 km südlich von uns gibt es ein Krankenhaus der Maximalversorgung (Lehrkrankenhaus einer Uni) mit 800 Betten.

Das ist kein Witz. Ich wohne zwar in einer Kleinstadt auf dem platten Land, aber im Speckgürtel einer großen Universitätsstadt. :-D

Ach ja, und ca. 100 km südlich von uns ist noch eine andere Universitätsstadt mit mehreren großen Krankenhäusern mit ganz ausgezeichnetem Ruf.


Ich sitze hier wirklcih wie die Made im Krankenhaus-Speck. :-))

Christoph_A
05.02.2008, 15:11
@ Chris06:
Du sprachst ja vorhin davon, auch größere Häuser in der Peripherie dichtzumachen, da würden sich bestimmt in meiner Gegend größere Häuser wie Traunstein oder Rosenheim ( die zugegebenermaßen noch genug Einheimische finden, um Stellen halbwegs gut zu besetzen, da attraktive Gegend ) und die dazugehörigen Patienten freuen, wenn sie nach Muc müssten.
Daß manches kleine Haus überflüssig ist, das wollte ich gar nicht kritisieren, nur ist die Rechnung kleines Haus = Klitsche = unrentabel etwas sehr pauschal geraten.
Was meine persönlichen Angelegenheiten angeht, so habe ich durchaus schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt, mal wieder heimatnah zu gehen, allerdings erst nach dem Facharzt. Dazu will ich nicht ne "Buschzulage", sondern in erster Linie vernünftige Arbeitszeiten. Schon allein das im Vergleich zu Muc niedrigere Mietniveau wäre Anreiz genug. :-blush
Allerdings fühle ich mich in Muc derzeit sehr wohl, so daß ein Verlassen der Stadt aktuell nicht ganz oben auf meiner Tagesordnung steht-ewig werd ich aber sicher nicht hierbleiben. Hoffe,das reicht Dir als Antwort.

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 15:27
Ich habe gerade mal als Beispiel eines "Krankenhauses im Nirgendwo" das Krankenhaus in Wertheim rausgesucht.

@Mods: Ich hab keinerlei Beziehungen zu diesem Krankenhaus. Falls Ihr das jetzt für Schleichwerbung haltet: Einfach löschen!

http://www.krankenhaus-wertheim.de/index.php?open_knot=313
Zitat:

"Das Städtische Krankenhaus Wertheim ist ein Krankenhaus der Regelversorgung mit 220 Planbetten mit den Fachabteilungen für Chirurgie, Innere Medizin, Geburtshilfe und Gynäkologie, Anästhesie und Intensivmedizin, HNO (Belegabteilung) sowie Radiologie (CT, MRT, Mammographie und Nuklearmedizin in Kooperation mit der Radiologischen Praxis am Haus).
Wertheim liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung an Main und Tauber zwischen Spessart und Odenwald. Die Autobahnen Würzburg-Frankfurt und Würzburg-Stuttgart bieten gute Verkehrsanbindungen. Alle weiterführenden Schulen und zahlreiche Freizeiteinrichtungen sind vorhanden. Zimmer und Appartements auf dem Klinikgelände können zu günstigen Preisen vermittelt werden."

Seite mit mehreren Stellenangeboten:
http://www.krankenhaus-wertheim.de/index.php?open_knot=313

Beispiel Stellenangebot in Chirurgie:


Für unsere chirurgische Abteilung suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine / einen
Arzt/Ärztin in Weiterbildung
(gern auch in Teilzeit)
Die Chirurgische Abteilung ist untergliedert in einen allgemein-, viszeral- und gefäßchirurgischen Bereich sowie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und umfasst derzeit 82 Betten. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie deckt das gesamte Spektrum ab, wobei die colorectale Tumorchirurgie und die laparoskopische Chirurgie Schwerpunkte bilden, ebenso eine hohe Zahl an Strumenoperationen. Für den Fachbereich ist aufgrund der entsprechenden Fallzeit ein Zertifizierungsverfahren zum Darmzentrum beantragt. Gefäß- und Unfallchirurgie mit Endoprothetik werden in der Abteilung ebenfalls auf hohem Niveau betrieben. Der Chefarzt der Abteilung verfügt über die volle Weiterbildungsermächtigung für Chirurgie sowie über 1 ½ Jahre Weiterbildungsermächtigung zur/zum Fachärztin/-arzt für Gefäßchirurgie.

Wir suchen eine/einen engagierte/n Ärztin/Arzt, die/der ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Motivation und Flexibilität mitbringt.

Die Stelle eignet sich auch für Wiedereinsteiger.

Flexible Arbeitszeitmodelle werden angeboten.

Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus vorhanden.

Wir bieten eine Anstellung nach dem TV-Ärzte/VKA mit allen Leistungen des öffentlichen Dienstes.

Für Auskünfte und Rückfragen steht Ihnen unser Chefarzt [....] zur Vefügung.@Merowing u. John Silver, Ihr wollt doch Chirurgie machen. Würdet Ihr Euch auf eine solche Stelle im Nirgendwo bewerben? Was müssten die Euch bieten, damit Ihr dort hin gingt?

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 15:44
@ Chris06:
Du sprachst ja vorhin davon, auch größere Häuser in der Peripherie dichtzumachen, Das war nicht ganz ernst gemeint. Als Troll vom Dienst darf man ab und zu auch mal ein wenig provozieren.

Allerdings - was würdest Du denn machen, wenn wirklich mal kein einziger Arzt mehr freiwillig ins "Krankenhaus im Nirgendwo" gehen wollte?



Daß manches kleine Haus überflüssig ist, das wollte ich gar nicht kritisieren, nur ist die Rechnung kleines Haus = Klitsche = unrentabel etwas sehr pauschal geraten.Unser kleines örtliches Haus steht zum Glück auch noch relativ gut da, allerdings haben schon seit Jahren private Klinikketten ein gieriges Auge darauf geworfen und es ist sehr schwer, das Haus in kommunaler Trägerschaft zu halten.

merowing
05.02.2008, 15:56
Beispiel Stellenangebot in Chirurgie:

@Merowing u. John Silver, Ihr wollt doch Chirurgie machen. Würdet Ihr Euch auf eine solche Stelle im Nirgendwo bewerben? Was müssten die Euch bieten, damit Ihr dort hin gingt?

Ich lese jede Woche die Anzeigen im Ärzteblatt. Alle sind sehr verlockend, aber nach einiger Zeit bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das alles 08/15 Muster sind. Die schreiben doch alle das gleiche:

Super Gegend
Super Klinik
Super OPs
Super Bedingungen

Vor allem solche Texte betrachte ich kritisch:

"engagierte/n Ärztin/Arzt, die/der ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Motivation und Flexibilität mitbringt."

und

"Flexible Arbeitszeitmodelle werden angeboten."

Die Frage ist, wie flexibel der Arzt sein soll und wie flexibel die Arbeitszeiten sind? :-???

Ohne ein Gespräch und Probezeit kann man über eine Klinik bestimmt nichts sagen, aber Grundsätzlich ist mir egal, wo ich die WB mache. Hauptsache ich arbeite mich nicht tot und mache alle OPs in den 6 Jahren. ;)


Wieder ein Beispiel von heute, wie man sich Eingriffe besorgen kann:

Die alten Ärzte haben oft kein Bock zu operieren. Ich habe ein paar FÄ in den letzten Tagen einfach gesagt, dass ich mehr machen will. Ich weiss, dass einer exotisches Bier mag- ich habe ihn gefragt, was für Alkohol er trinkt und bald bekommt er ein paar Flaschen gutes deutsches Bier von mir (könnt Ihr was empfehlen?). haha :)
Heute auch der Sekräterin von Chef mal zugezwinckert - sie sollte mich mehr für die OPs ausschreiben, sie sagte, sie wird es dem Chef suggerieren, weil er entscheidet. ;)
Immer wenn ich Papiere für die FÄ mache, erinnere ich sie später daran, dass ich das für sie gemacht habe, das gbit Schuldgefühle. ;)

"Social engineering"!!!

Heute nach der Arbeit schaue ich auf den OP Plan für morgen und siehe da: ich bin für 5 Eingriffe als 1. Assi ausgeschrieben, die Hälfte davon ist einfach und ich werde sicher unter Aufsicht selber machen. Dabei sind noch 3 andere Assis in WB in der Klinik, alle wollen operieren, aber keine sagt das offen den FÄ und dem Chef. Für morgen ist nur einer von ihnen ausgeschrieben... der Rest macht Papiere und Station.

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 16:35
Vor allem solche Texte betrachte ich kritisch:

"engagierte/n Ärztin/Arzt, die/der ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Motivation und Flexibilität mitbringt."Sollten die etwa schreiben:
Wir suchen eine unmotivierte, störrische Tranfunzel? :-D


"Flexible Arbeitszeitmodelle werden angeboten."Das würde mir auch nichts sagen. Finde ich wirklich sehr dürftig.
Da würde ich mir erst mal konkrete Dienstpläne zuschicken lassen. Und ich würde auch vorher fragen, ob eine opt-out-Vereinbarung erwartet wird, ob Bereitschaftsdienste gemacht werden sollen und falls ja, welche BD-Stufe es wäre.
All diese Fragen würde ich denen vorher telefonisch stellen und um eine schriftliche Antwort bitten, denn davon hinge es für mich ab, ob ich mich überhaupt bewerben würde.

Andererseits bieten sie die Stelle ja auch als Teilzeitstelle an. Da könnte man sich schon sehr unterschiedliche, also flexible Arbeitszeitmodelle vorstellen.

Und übrigens: Die Gegend ist landschaftlich wirklich nicht übel!

Meuli
05.02.2008, 16:36
Wir suchen eine unmotivierte Tranfunzel? :-D


LOL Das wär wenigstens mal originell^^ :-))

John Silver
05.02.2008, 16:45
Ich lese jede Woche die Anzeigen im Ärzteblatt...
Vor allem solche Texte betrachte ich kritisch:

"engagierte/n Ärztin/Arzt, die/der ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Motivation und Flexibilität mitbringt."

und

"Flexible Arbeitszeitmodelle werden angeboten."

Die Frage ist, wie flexibel der Arzt sein soll und wie flexibel die Arbeitszeiten sind? :-???

Da hast Du vollkommen Recht, mißtrauisch zu sein. Wären die Bedingungen in all den Häusern, die sich in ihren Anzeigen so lobpreisen, wirklich so toll, würden denen nicht dauernd die Leute ausgehen. Wenn in einer Anzeige etwas von "Einsatzbereitschaft", "Motivation" und "Flexibilität" geschwafelt wird, dann bedeutet es im Klartext, daß man sich auf lange Arbeitszeiten und jede Menge Scutwork einstellen kann.


Ohne ein Gespräch und Probezeit kann man über eine Klinik bestimmt nichts sagen, aber Grundsätzlich ist mir egal, wo ich die WB mache. Hauptsache ich arbeite mich nicht tot und mache alle OPs in den 6 Jahren. ;)

Nun ja, das mag Dir eventuell jetzt so vorkommen; aber wenn Du irgendwo im Nirgendwo sechs Jahre festsitzt, dann mußt Du schon so ein Land- und Dorfmensch sein, um die Zeit wirklich zu genießen. Wäre nichts für mich. Bin zwar kein Fan großer stinkiger Städte, aber Dörfer und Kleinstädte sind auch nicht mein Fall.


Wieder ein Beispiel von heute, wie man sich Eingriffe besorgen kann:

In Deutschland läuft es genauso, und das ist zum :-kotz Ist nicht als Vorwurf gemeint, aber das ist keine Lösung. Denn am Ende läuft alles darauf hinaus, den Chef- und Oberärzten in den Popo zu kriechen, um seine OP-Zeit und Eingriffe zu bekommen. Kommt für mich nicht infrage. Wie es anders gehen kann, zeigen die Amis: da gibt es für die Residency-Programme eine Kontrollinstanz, die jedes Jahr rigoros prüft, ob auch tatsächlich gelehrt wird, und ob alle Residents zum Operieren kommen, und zwar ob alle gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Liebling-des-Chefs-Nummer zieht nicht; wenn einer oder einige mehr operieren dürfen als andere, gibt es eine Verwarnung. Wird die Verwarnung ignoriert und des Mißstand nicht behoben, wird dem Programm in letzter Konsequenz die Lizenz entzogen. (Es ist klar, daß man nicht alles rosarot sehen darf. In den USA wird man nicht weniger ausgebeutet, als in Deutschland. Aber zumindest wird man dabei auch ausgebildet. Im Gegensatz zu Deutschland. Sind es in den USA 5 schmerzvolle Assi-Jahre, sind es in D. mindestens 10.) So etwas muß es auch in Deutschland geben; erst dann hätten die Chef- und Oberärzte einen Anreiz, ihre Assis auszubilden, und nicht nur auszubeuten.

Ehemaliger User 20130505
05.02.2008, 16:57
Nun ja, das mag Dir eventuell jetzt so vorkommen; aber wenn Du irgendwo im Nirgendwo sechs Jahre festsitzt, dann mußt Du schon so ein Land- und Dorfmensch sein, um die Zeit wirklich zu genießen. Wäre nichts für mich. Bin zwar kein Fan großer stinkiger Städte, aber Dörfer und Kleinstädte sind auch nicht mein Fall. Och, wenn Du meine süße, kleine Stadt mit ihrer gemütlichen Altstadt und den vielen Neubaugebieten mit den schnuckligen Einfamilienhäuschen, die man sich sogar vom schmalen TV-Ä-Gehalt leisten kann, mal kennengelernt hättest, würdest Du Deine Meinung bestimmt ändern.

John Silver
05.02.2008, 17:19
Mir geht es nicht um die Schnuckligkeit. Mir geht es um die Art, wie Menschen in kleinen Städtchen und Dörfern leben. Nicht mein Ding.

merowing
05.02.2008, 20:44
John Silver - ich betreibe Reitsport, ist also nicht so schlimm, Hauptsache ein Reithof ist in der Nähe. ;)

Eine Kontrollinstanz wäre natürlich nicht schlecht, aber in unseren Ländern wird es unmöglich sein das durchzusetzen. :(


Noch eine Frage: was bedeuten diese Stellenschlüssel??? Sowas gibt es hier nicht. Und welche Kombinationen sind für Assis günstig?

Kathibaby
05.02.2008, 21:21
John Silver - ich betreibe Reitsport, ist also nicht so schlimm, Hauptsache ein Reithof ist in der Nähe. ;)

Eine Kontrollinstanz wäre natürlich nicht schlecht, aber in unseren Ländern wird es unmöglich sein das durchzusetzen. :(


Noch eine Frage: was bedeuten diese Stellenschlüssel??? Sowas gibt es hier nicht. Und welche Kombinationen sind für Assis günstig?

Stellenschlüssel heißt wieviel Chefärzte (normalerweise 1)-Oberärzte-Fachärzte-Assistenzärzte es gibt. Oft werden Assis und FÄ zusammengezählt. Da es oben untergegangen ist, der Stellenschlüssel in meinem alten Haus betrug 1-2-2-1 und die letze 1 war natürlich ich :-(( . Das ist einfach nur krass für 42 Dienste im Monat, da kann man sich ja ausrechnen dass ich 8 Dienste/Monat hatte. Der Chef hat aber auch am BD teilegenommen :-top , ging natürlich auch nicht anders.

John Silver
05.02.2008, 22:26
John Silver - ich betreibe Reitsport, ist also nicht so schlimm, Hauptsache ein Reithof ist in der Nähe. ;)

Na dann, dürfte für Dich bei den Verhandlungen eher von Vorteil sein, wenn Du bereit bist, in allgemein als unattraktiv geltenden Wohngegenden zu arbeiten.


Eine Kontrollinstanz wäre natürlich nicht schlecht, aber in unseren Ländern wird es unmöglich sein das durchzusetzen. :(

In den USA gibt es diese Kontrollinstanz auch noch nicht so wahnsinnig lange. Hoffnung besteht also durchaus.


Noch eine Frage: was bedeuten diese Stellenschlüssel??? Sowas gibt es hier nicht. Und welche Kombinationen sind für Assis günstig?


Die Bedeutung der Schlüssel hat Kathibaby schon beschrieben. "Günstige" Schlüssel gibt es für Assistenten nicht. Du solltest eher darauf achten, daß die tatsächliche Besetzung der Abteilung dem Schlüssel entspricht. Denn wenn laut Plan beispielsweise 10 Assistenten vorgesehen sind, tatsächlich aber, sagenwirmal, 6 da sind, so kannst Du Dir automatisch ausrechnen, wieviel Mehrarbeit auf Dich zukommt, denn die 6 müssen dann die Arbeit der theoretischen 10 erledigen.

Abakus
05.02.2008, 22:28
Stellenschlüssel heißt wieviel Chefärzte (normalerweise 1)-Oberärzte-Fachärzte-Assistenzärzte es gibt. Oft werden Assis und FÄ zusammengezählt. Da es oben untergegangen ist, der Stellenschlüssel in meinem alten Haus betrug 1-2-2-1 und die letze 1 war natürlich ich :-(( . Das ist einfach nur krass für 42 Dienste im Monat, da kann man sich ja ausrechnen dass ich 8 Dienste/Monat hatte. Der Chef hat aber auch am BD teilegenommen :-top , ging natürlich auch nicht anders.

42 Dienste / 8 Dienste, die jeder macht = 5,25 Stellen - heißt, selbst, wenn die OÄ Dienst machen, fehlen noch 0,25 Stellen. Oder gab es in der Abteilung nur Bereitschaftsdienste?