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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit dem Tod-Trauerfall



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alley_cat75
04.03.2008, 08:17
Liebe Lilly, das Verhalten Deines Freundes würde ich - ohne ihn überhaupt zu kennen - als Hilflosigkeit deuten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ihm nicht egal ist, wie schlecht es Dir jetzt geht und das der Tod Deiner Schwester ihn berührt, vor allem, wenn er sie persönlich kannte. Es gibt nichts, was Dir den Verlust erträglicher machen könnte. Vielleicht spürt er das einfach oder hat schlicht Angst vor dieser Erkenntnis.

hennessy
04.03.2008, 09:36
das glaube ich auch. Er weiß, wie schlecht es Dir geht und er weiß auch, dass er im Moment keine Worte findet, um Dir zu helfen.
Es ist ja auch unerträglich zur Zeit. Aber bitte gib nicht auf! Das hätte Deine Schwester sicher nicht gewollt.
Versuch vielleicht auch mal, auf andere Gedanken zu kommen. Oder setz Dich einfach hin und fang an, den Schmerz weg zu schreiben. Das hat mir persönlich damals geholfen. Ich hab alle meine Gedanken aufgeschrieben und so versucht, mit dem Verlust fertig zu werden.
Alles Gute!

Jemine
04.03.2008, 15:56
Zuallererst mein herzlichstes Beileid.
Ich kann sehr gut verstehen, wie es dir jetzt geht. Ich habe innerhalb von 1,5 Jahren 5 mir sehr sehr nahestehende Menschen verloren, alle nacheinander. Einige sind plötzlich verstorben, bei anderen war es durch Krankheit/Alter abzusehen. Ich habe aber festgestellt, dass auch der Versuch sich auf den Tod einer geliebten Person vorzubereiten, im schlimmsten Moment nicht sehr hilft. Man kann es nicht glauben, man hofft, dass es nicht wahr ist, ja, man ist leer und wie eingefroren. So ging es zumindest mir.
Der letzte Todesfall war eine sehr gute Freundin von mir, sie ist im Oktober'07 verstorben. Langsam wird der Schmerz erträglich, langsam...
Lenke dich ab, suche dir Beschäftigung. Klar, dass es jetzt noch ein wenig zu früh dafür ist aber wenn der erste Schock überwunden ist, wird es gehen!
Versuche, dich nicht den ganzen Tag vom Tod deiner Schwester verfolgen zu lassen! Natürlich darfst du daran denken, weinen und traurig sein aber pass auf, dass die Gedanken dir nicht den kompletten Tag rauben!
Vielleicht hilft dir ein kleines Ritual wieder in die Normalität zu finden. Nimm dir am Tag Zeit, zu trauern, zünde eine Kerze an, spiele Musik, die ihr beide mochtet oder die du mit deiner Schwester verbindest und ein Foto von ihr dazu. So hast du Zeit mit deiner Schwester, bist aber auch in der Lage, wieder in die Routine deines Lebens zu finden. All das ist sehr wichtig.

Ich kann verstehen, wenn dir unsere Ratschläge zur Zeit noch nicht weiterhelfen. Behalte sie im Hinterkopf und probiere es aus, wenn dir danach ist.
Glaub mir, es stimmt, was die anderen sagen. Der Schmerz und die Erinnerungen bleiben aber es wird erträglicher!
Ich dachte, als nun auch noch meine Freundin starb, dass ich aufgrund der ganzen vorhergegangenen Trauerfälle völlig im Dunkeln versinken würde. Gerade hatte ich mich mit dem Tod der einen Person "arrangiert", es akzeptiert, da bricht der nächste Schock über mich herein. Aber man kann es schaffen, man muß aber selber was dafür tun.

Ich wünsche dir viel viel Kraft und Beistand von Freunden und Familie! Es ist eine Ausnahmesituation aber du wirst es schaffen.