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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HPV Impfung trotzdem?



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zahnmedizina
12.03.2008, 12:51
Hi!

Wie is eure Meinung zur HPV Impfung in Betracht der jüngsten Kritiken bzw den 2 Todesfällen.

Es wird ja gesagt, dass kein Zusammenhang besteht und dass die Sicherheit gegeben ist. Gleichzeitig sagen viele Experten, dass noch nicht klar ist welchen Benefit man von der Impfung hat.

So weit so gut. Wie beratet man z.B. eine 24 jährige die aus religiöser überzeugung noch jungfrau ist und in ihrem leben wohl nur 1 sexualpartner (ehemann) haben wird. Ist da eine HPV Infektion überaupt möglich sofern der partner auch keinen sexualkontakt vorher hatte?
Ist in anbetracht des teilweise noch unbekannten Risikos udn gleichzeitig des unbekannten Nutzen es gerechtfertigt diese auch zu impfen?
was wenn sie bereits 2 teilimpfungen hinter sich hat und sich jetzt nach den berichten fragt ob sie überhaupt die 3. machen soll.

Neuling08
12.03.2008, 15:58
wann sind da zwei gestorben?
hast du da einen link dazu?

heißt ja nicht dass ihr der mann dann treu sein wird...
außerdem kann der schon hpv haben. der hatte ja sicher schon sex. dann müsste man wenn dann den mann testen, ob er hpv hat. weiß nicht inwiefern das möglich ist und die viren sind ja glaub ich auch nicht immer nachweisbar.

als ich bin für die impfung.
außerdem wenn sie keinen nutzen bringen würde, wäre sie doch nicht zugelassen worden.

tine74
12.03.2008, 16:23
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/gebaermutter-krebs/?sid=484680

fand ich ganz interessant

Hoppla-Daisy
12.03.2008, 16:23
Wenn tatsächlich nur das zugelassen würde, was einen eindeutigen Nutzen mit sich bringt, hätten wir zig Produkte der pharmazeutischen Industrie weniger.

zahnmedizina
12.03.2008, 16:48
hmmm aber vielleicht noch zur Frage:

wenn beide Partner sicher nie sexualkontakt zu jemand anders hatten bringt dann die impfung noch was? gibt es außer sexualkontakt noch möglichkeiten?

Gast26092018
12.03.2008, 16:57
Welchen Typ HpV meinst du? A,B,C,D,E,F,G??
Lies! Hepatitis Virus (http://de.wikipedia.org/wiki/Hepatitis)

test
12.03.2008, 16:58
Ja, HPV sind, da unbehüllt, relativ robuste Viren. Es gibt auch Berichet von Nonnen mit Genitalwarzen. Die Übertragung über Gegenstände und Hände ist möglich.
Auch bei Kindern sind Genitalwarzen nicht zwangsläufig ein Zeichen für sexuellen Mißbrauch, sondern können auch durch die Mutter oder andere Kontaktpersonen über die Hände übertragen werden.

test
12.03.2008, 16:59
Welchen Typ HpV meinst du? A,B,C,D,E,F,G??
Lies! Hepatitis Virus (http://de.wikipedia.org/wiki/Hepatitis)

Es geht um Humanes Papilloma Virus, das hat nicht mit Hepatitis zu tun.

zahnmedizina
12.03.2008, 17:21
und würdet ihr allein dafür eine Impfung machen? oder ist das Risiko Krebs so zu bekommen einfach vernachlässigbar?

Neuling08
12.03.2008, 18:55
wie meinst du das "allein dafür"?
zwei bestimmte typen von den hpv wurden eindeutig als verursacher von zervix-ca herausgefunden.
ist ja dann eine dauerreizung, was zu krebs führt.

weiß jetzt auch nicht mehr so recht, was ich von der impfung halten soll.
in dem link stand ja auch das ungeklärte todesfälle in der altersgruppe auch so(also ohne impfung) immer schon vorkamen. was ich auch irgendwie beunruhigend finde. naja also kann es ja sein das die todesfälle nicht in zusammenhang mit der impfung stehen.

weiß jemand ob sich männer testen lassen können, ob sie den virus haben?

Keenacat
13.03.2008, 22:54
es geht ja hier nicht nur um den krebs ansich, sondern auch um seine vorstufen. viele schauen sich die zahlen an und denken sich: ''hm, nicht mal 7.000 neuerkrankungen pro jahr, und weniger als 2.000 sterben daran - kann ja nicht so schlimm sein.''. abgesehen davon, dass natürlich hinter den zahlen auch menschen stecken, muss man unbedingt daran denken, dass eine impfung vielen frauen vor allem auch eine sehr unangenehme behandlung der vorstufen (konisation der cervix) ersparen würde. wo keine läsion, da muss auch nicht operiert werden. diese frauen werden oft garnicht ''richtig'' krebskrank und tauchen natürlich nicht in der krebsstatistik auf. da liegt zusätzlich zur vermeidung einiger todesopfer, total-ops und chemotherapien ein riesiges potential. ich bezweifle, dass irgendeine frau es vorziehen würde, sich statt der impfung ein stück cervix herausschnippeln zu lassen. zumal konisationen zu vermehrten frühgeburten führen und die narben verengungen der cervix hervorrufen können, auch vollständige verschlüsse mit anschließender hämatometra.

abgesehen von cervix-ca lohnt sich mmn auch der schutz vor genitalwarzen. die prävalenz liegt nach unterschiedlichen schätzungen bei 1-2%. warum genitalwarzen was ganz blödes sind, muss man glaub ich nicht diskutieren.

im übrigen ist es leider eine tatsache, dass menschen nicht nur im alter versterben. das sollte eigentlich nichts neues sein. ein zeitlicher zusammenhang bedeutet noch garnichts. wenn ich morgens milch trinke und nachmittags einen autounfall habe, ist auch nicht zwangsläufig die milch schuld.

ich kann es im übrigen nicht so ganz nachvollziehen, woher die panik ausgerechnet vor dieser impfung kommt? ich hab mich mal schlau gemacht, die impfung unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen impfungen.

es gibt vom paul-ehrlich-institut übrigens eine stellungnahme zu den kritikpunkten an der impfung.
PEI-Stellungnahme (http://www.pei.de/cln_047/nn_992504/DE/infos/fachkreise/impf-fach/hpv/studien.html)

Neurofreak
13.03.2008, 23:41
@Keenacat: Meine Meinung! Sehr gut ausgedrückt!

Was ich eigentlich sehr gerne sehen würde ist eine statistische Berechnung der Wahrscheinlichkeit, dass diese Dinge wirklich zusammen hängen. Also die Wahrscheinlichkeit, als Jugendliche plötzlich zu sterben verrechnet mit der Wahrscheinlichkeit, die Impfung zu bekommen etc. Haben wir hier eine mathematisch versierte Person, die sich da dran setzen könnte?

Keenacat
14.03.2008, 00:15
das pei hat auch dazu was zu melden. :-lesen
Ungeklärte Todesfälle allgemein (http://www.pei.de/cln_047/nn_992504/DE/infos/fachkreise/impf-fach/hpv/def.html)
Angeblich Gardasil-korrelierte Todesfälle speziell (http://www.pei.de/cln_047/nn_992504/DE/infos/fachkreise/impf-fach/hpv/obduktion.html)

edit:
fast vergessen:
Angeblich Gardasil-korrelierter Todesfall in D (http://www.pei.de/cln_047/nn_992504/DE/infos/fachkreise/am-infos-ablage/sik/2008-01-18-gardasil.html)

Neuling08
14.03.2008, 16:41
also das paul-ehrlich-institut ist ja echt super!

condorito
14.03.2008, 17:43
Naja,also nur 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist ja Effekt des Screenings, insbesondere da in den meisten Fällen eben eine Dysplasie als Vorstufe diagnostiziert wird. Bis da mal was invasives draus wird,das dauert.
Nicht zu vergessen ist,dass zumindest die low-grade Stadien teilweise rückbildungsfähig sind.
Trotzdem: Halte die Impfung immer noch für sinnvoll, es gibt ja auch durchaus noch andere Tumoren die HPV-assoziiert sind. Und von meinem Untersuchungsgut her ( in Übereinstimmung mit Erfahrungen anderer Kollegen)würde ich sagen,daß grade Analcarcinome kräftig auf dem Vormarsch sind.
Zum Thema HPV-assoziierte Kopf-Hals-Tumoren ist ja grad was im Ärzteblatt.

Simone_th
17.03.2008, 14:30
Hi!

Wie is eure Meinung zur HPV Impfung in Betracht der jüngsten Kritiken bzw den 2 Todesfällen.

Es wird ja gesagt, dass kein Zusammenhang besteht und dass die Sicherheit gegeben ist. Gleichzeitig sagen viele Experten, dass noch nicht klar ist welchen Benefit man von der Impfung hat.

So weit so gut. Wie beratet man z.B. eine 24 jährige die aus religiöser überzeugung noch jungfrau ist und in ihrem leben wohl nur 1 sexualpartner (ehemann) haben wird. Ist da eine HPV Infektion überaupt möglich sofern der partner auch keinen sexualkontakt vorher hatte?
Ist in anbetracht des teilweise noch unbekannten Risikos udn gleichzeitig des unbekannten Nutzen es gerechtfertigt diese auch zu impfen?
was wenn sie bereits 2 teilimpfungen hinter sich hat und sich jetzt nach den berichten fragt ob sie überhaupt die 3. machen soll.

Wenn sie zwei Teilimpfungen hatte, dann soll sie sich auch die dritte machen. Die Frage hätte sie sich früher stellen sollen...
Ach ja, Thema Nonnen und so, sooo als Beweis für andere Übertragungswege würde ich es auch nicht nehmen
:-))

Was ich der Frau persönlich raten würde? Wenn sie und ihr Mann noch Jungfrau ist, würde ich die, im Moment diskutierten Nebenwirkungen gegen das Restrisiko im genannten Fall gegenüberstellen, mit dem Fazit, die Impfung ihr nicht zu empfehlen.
Wobei es sich schon um einen Extremfall handelt, eine Paar Mitte 20, von dem noch keines Geschlechtsverkehr hatte. Soll es aber angeblich ja geben :-))

Persönlich bin ich in der Frage nach der Impfung ziemlich ratlos, kann man doch im Normalfall Impfungen jeweils für Risikogruppen empfehlen (Förster, Apotheker, Piloten... ich meine natürlich Impfungen allgemein :-)), während in diesem Fall die Impfung in der Regel durchgeführt wird, bevor feststeht, ob die betreffende Person zur Risikogruppe gehören wird. Ich kann ja nicht eine 15jährige Fragen, ob sie plant, in den nächsten 10 Jahren alle zwei Wochen mit nem andern Typen ohne Kondom Verkehr zu haben.
Die Gefahr beteht auch, durch diese Impfung stark proskimuitiv lebenden Menschen eine falsche Sicherheit zu vermitteln, da es noch andere Risiken (HIV, Hepatitis, Chlamydien) gibt. Da der Trend im Moment dazu geht, dat 15jährige Mädels von ihren Muttis zum Gyn geschickt werden, um sich die Pille UND die Impfung zu "holen", beachte ich die Entwicklung ein wenig mit Sorge.

test
17.03.2008, 17:05
Es kommt ja nicht darauf an, ob die Frau vor hat, mit tausend Typen zu schlafen. Es gibt genug Frauen, die nicht promiskuitiv sind und ein Zervix CA haben. Man muß sich nur einmal anstecken nicht 100 mal, um ein CA oder Vorstufe zu kriegen. Da reicht auch einfach Pech aus.
Von daher ist es absolut sinnvoll die Impfung allen zu empfehlen. Auch wenn der Vorsatz schön ist, dass man nur einen Partner im Leben haben will und der auch nur einen selber, bezweifele ich doch, dass dieses Vorhaben so ganz realistisch ist und nicht doch in die Hose geht, v.a. wenn man dann keine Impfung hat und evtl. sich noch in SIcherheit wiegt und nie zur Vorsorge geht. :-dagegen
Wie auch schon vom PEI dargestellt, ist nach momentanem Stand nicht von einem besonderen Risiko der Impfung auszugehen.

test
17.03.2008, 17:08
NOch ein Nachtrag: abgesehen davon ist ein Kondom kein so guter Schutz vor HPV wie beispielsweise für HIV, Gonorrhoe oder Syphilis, da der Erreger wesentlich robuster ist. Man sollte sich also auch als KOndombenutzer nicht in Sicherheit wiegen und denken die Impfung wäre unnötig. :-meinung

Simone_th
17.03.2008, 17:33
NOch ein Nachtrag: abgesehen davon ist ein Kondom kein so guter Schutz vor HPV wie beispielsweise für HIV, Gonorrhoe oder Syphilis, da der Erreger wesentlich robuster ist. Man sollte sich also auch als KOndombenutzer nicht in Sicherheit wiegen und denken die Impfung wäre unnötig. :-meinung

Gibt es Studien dazu, um welchen Faktor eine Kondomanwendung ein Übertragen von HPV verringern kann?

Naja, eine Frau die mit 100 Männern im Leben Verkehr hat, wird sich ein um den Faktor 50 höheres Risiko einer Ansteckung haben, als eine, die nur einen Partner hat, oder? Man sollte wohl wirklich von Risikogruppen sprechen - sicher, Pech gehört auch zum Leben. Gibt auch Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen.

Keenacat
17.03.2008, 18:35
zwischen 15 und 25 jahren liegt die prävalenz von hpv bei 15-20% und ca. 80% der sexuell aktiven menschen machen mindestens eine hpv-infektion in ihrem leben durch (sprich: sie haben hpv-antikörper). sowas auf "risikogruppen" eingrenzen zu wollen, halte ich für albern. ist so ähnlich, als wolle man risikogruppen für lippenherpes definieren. zumal man die mädchen gerade wegen der hohen prävalenz möglichst vor dem ersten sexuellen kontakt impfen muss, sonst ist die wahrscheinlichkeit halt hoch, dass sie sich schon was geholt haben. eine möglichkeit, vor dem ersten sex zu prüfen, ob sie denn viel ungeschützen sex haben wird, ist schlicht nicht existent.
im übrigen: laut der aktuellsten durex-sex-survey haben deutsche im schnitt 5-6 sexualpartner in ihrem leben. ausreichend gelegenheit also, sich hpv einzufangen.

kondome bieten einen gewissen schutz, man kann das risiko einer infektion wohl um etwa 70% senken, wenn grundsätzlich immer ein kondom benutzt wird. die frage ist nur: wie sinnvoll ist es, das als grundlage für eine nicht-impfung her zu nehmen?
es existiert a) immer noch ein gewisses risiko und b) haben die wenigsten menschen in ihrem leben ausschließlich verkehr mit kondom.
man siehts ja an prävalenz und antikörperstatus der bevölkerung.